12.05.2020 11:16

Meldung


„Entscheidung der Vernunft“ - MTV verzichtet auf Drittliga-Aufstieg!

Griese: „Mussten die ganze Lage als Verein auch wirtschaftlich bewerten“ / Acht Spielerinnen stehen nicht mehr zur Verfügung

Die Rohrserinnen spielen auch in der nächsten Saison weiter in der Oberliga.

Lange war es ruhig um Rohrsens Frauen. Doch jetzt ist die endgültige Entscheidung gefallen. Die Rohrserinnen verzichten auf den Drittliga-Aufstieg und werden in der Saison 2020/21 in der Oberliga an den Start gehen. Somit nehmen weder der MTV VJ Peine, der beim Saisonabbruch die Oberliga-Tabelle angeführt hat, noch Rohrsen das Startrecht für die 3. Liga wahr. Für alle MTV-Verantwortlichen war es keine leichte Entscheidung. Rohrsens Trainer Carem Griese beschreibt den Verlauf der letzten Wochen: „Wir haben uns im Januar und Februar mit allen Beteiligten zusammen gesetzt und besprochen, dass wir den Weg in die 3. Liga gehen wollen. Alle haben dafür gebrannt. Bereits im März hat sich dann leider herausgestellt, dass es schwierig wird, Verstärkungen nach Hameln zu bekommen. Dann ist leider die Corona-Krise gekommen. Danach haben wir uns von links nach rechts gedreht. Ab Mitte März konnten wir kein Probetraining für potentielle Neuzugänge mehr anbieten. Damit war es unmöglich, die Mannschaft so zu verstärken, wie wir es uns erhofft hatten. Wir haben ganz viel Zeit und Liebe in die Planungen investiert. Am Ende ist der Verzicht aber der richtige Schritt. Aus unserer Sicht macht es unter diesen Rahmenbedingungen keinen Sinn, den sportlichen Sprung in die 3. Liga zu wagen.“

Griese: „Entscheidung der Vernunft“


Rohrsens Trainer Carem Griese.
Nach einer erneuten Zusammenkunft haben sich Rohrsens Verantwortliche dann gegen den Drittliga-Aufstieg ausgesprochen. „Es war verdammt schwierig. Am Ende ist es eine Entscheidung der Vernunft. Wir mussten die ganze Lage als Verein auch wirtschaftlich bewerten. Das Gesamtbild ist nicht negativ, aber auch nicht mehr so positiv wie im Januar oder Februar, sodass viele Fragezeichen im Raum standen. Wir wollten einfach vorsichtig sein“, berichtet Griese. Und wie haben seine Spielerinnen die Entscheidung aufgefasst?

„Mädels haben für die Entscheidung absolutes Verständnis“

„Die Mädels wären gerne in die 3. Liga aufgestiegen, haben für die Entscheidung aber absolutes Verständnis. Positiv ist, dass der Verein dem Team jederzeit den Rücken gestärkt hat“, weiß Rohrsens Übungsleiter, der bis zum Abbruch auf eine überaus erfolgreiche Spielzeit zurückblickt. Womöglich wäre es am letzten Sonntag in Peine zum „Endspiel“ um die Oberliga-Meisterschaft gekommen. „Es ist schon bitter, dass die Entscheidung nicht sportlich gefallen ist. Das wäre die Krönung einer überragenden Saison gewesen. Jetzt nehmen wir in der nächsten Saison einen neuen Anlauf“, so Griese

Acht Spielerinnen nicht mehr dabei


Victoria Pook wechselt zum TV Hannover-Badenstedt.
Der erfolgreiche Kader der abgebrochenen Spielzeit wird allerdings nicht mehr in Gänze zur Verfügung stehen. Saskia Parpart und Janika Kohnke-Zander werden aufgrund ihrer langen und nicht enden wollenden Verletzungshistorie ihre Laufbahnen beenden. „Flügelflitzerin“ und Stammspielerin Victoria Pook wechselt nach Hannover-Badenstedt. „Sie möchte es sportlich dort versuchen. Ihre Entscheidung kann ich absolut nachvollziehen. Wir als Verein wollten ihr keine Steine in den Weg legen“, erläutert Griese. Nora Peter und Aileen Köller zieht es aus beruflichen Gründen nach Hannover zurück. Auch Carina Wolf, die in Nienburg arbeitet, steht nicht mehr zur Verfügung. Auch Celin Niemeyer und Kirsten Bormann werden dem Oberliga-Kader nicht mehr angehören. Auf der anderen Seite verstärkt Lucie Albrecht, die zuletzt bei der MTV-Reserve auflief, den Oberliga-Kader. Mit Lena Körner und Cathrin Trant, die in den letzten Monaten kaum gespielt haben, kann sich Griese auf zwei „gefühlte Neuzugänge“ freuen.

„Kleine Kader kann Vorteile haben“

„Zudem haben wir noch zwei oder drei Optionen im Jugendbereich. Unser Kader ist damit nicht mehr so groß, aber sehr leistungsstark. Der kleine Kader kann auch seine Vorteile haben. Wir werden unser Spiel umstellen und individueller gestalten. Ich bin mir sicher, dass wir uns dann im oberen Viertel der Tabelle wiederfinden“, blickt Griese positiv in die Zukunft.
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Autor des Artikels

Timo Schnorfeil
Timo ist nach Matze Dienstältester im Team AWesA, telefoniert, schreibt und knipst – und ist Chef der redaktionellen Organisation.
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