26.09.2026 19:50
2. Kreisklasse
Offensivspektakel an der Emmer: Lachem schielt nach 6:2-Auswärtssieg wieder nach oben
Verletztung überschattet Berkler-Derby / Bad Münder ringt Hemeringen II nieder

Sechsmal durfte der SV Lacehm jubeln.
TSV Klein Berkel II – TSV 05 Groß Berkel 1:2 (0:1).
Das Derby in der zweiten Kreisklasse zwischen Klein Berkel II und Groß Berkel kam mit mehr Action daher, als es allen Beteiligten lieb war. Zunächst zeigten die Hausherren laut Trainer Olaf Weinert in der ersten Halbzeit die mit Abstand „schlechteste Saisonleistung“ bis jetzt. Klein Berkel kam nicht gut ins Spiel und überließ dem Gegner im ersten Durchgang den Ball. Groß Berkel hatte mehr Spielanteile und die deutlich bessere Zweikampfquote, was nach einer guten halben Stunde folgerichtig zur Führung durch Selam Murad führte (31.).
Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen, die zweite Hälfte begann deutlich besser für die Hausherren. „Wir waren spielerisch besser und kamen auch zu mehr Chancen“, so Weinert weiter. Genau in diese bessere Phase seiner Mannschaft platzte allerdings ein Elfmeterpfiff für die Groß Berkeler. „Dann kassieren wir das Ding vom Punkt (46., Sven Nestroy) und haben nur noch die Wahl zwischen Sekt und Selters“, beschrieb der Übungsleiter den anschließenden Offensivfußball seiner Mannschaft. Zunächst schien das auch aufzugehen. Joker Lamine Noiro Doumbia traf nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum schnellen Anschlusstreffer (55.).
Schwere Verletzung überschattet die Schlussphase
Die ganz großen Highlights blieben bis auf eine Gelb-Rote Karte gegen Klein Berkel (87.) danach aus, zumindest bis in die Nachspielzeit. Dank eines erneuten Elfmeterpfiffes, dieses Mal für die Hausherren, gab es in Unterzahl die riesige Chance auf den Ausgleich. Klein Berkel verschoss allerdings und es blieb beim 1:2. Den traurigen Schlusspunkt setzte die vermeintlich schwerere Verletzung vom Torschützen Klein Berkels in den letzten Momenten der Partie.
„Ich bin noch ein bisschen geschockt. Kurz vor Abpfiff fiel der Keeper von Groß Berkel unglücklich auf Lamine, der dann mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wahrscheinlich ist es irgendetwas an der Schulter, das wird gerade untersucht. Das Ergebnis ist da tatsächlich jetzt erst mal nebensächlich, das Wichtigste ist, dass da keine schwere Verletzung vorliegt, weil das sah gar nicht gut aus“, so Olaf Weinert abschließend. Nach der schockierenden Szene war das Spiel vorbei, der Referee pfiff nicht noch mal an.
Tore: 0:1 Selam Murad (31.), 0:2 Sven Nestroy (46./Elfmeter), 1:2 Lamine Noiro Doumbia (55.).
TuSpo Bad Münder – VfB Hemeringen II 4:2 (2:2).
Bad Münder kostete es am Nachmittag einige Mühe, den Pflichtsieg gegen die Zweitvertretung des VfB Hemeringen einzufahren. „Wir hatten uns vorgenommen, den Gegner direkt unter Druck zu setzen und unserer Favoritenrolle gerecht zu werden“, beschrieb Bad Münders Spielertrainer Philipp Dunkley die guten Vorsätze seines Teams. Die konnten die Hausherren allerdings heute nicht auf den Platz bringen und lieferten stattdessen das laut Coach Dunkley bislang schlechteste Saisonspiel ab.
Tobias Okoro brachte Hemeringen früh in Führung (2.), was die Bad Münderaner noch mehr verunsicherte. Nach ein paar Minuten fingen die Gastgeber sich und erzielten den Ausgleich durch Dzemil Hadzic (12.). Anschließend kamen sie immer besser ins Spiel, kassierten allerdings laut Dunkley „aus dem Nix“ das nächste Gegentor (24.). Erst kurz vor der Halbzeit gelang Moussa Guire nach einem vom ersten auf den zweiten Pfosten verlängerten Eckball die erneute Schadensbegrenzung.
Saftige Halbzeitansprache wirkte
„In der Halbzeit sind wir dann etwas lauter geworden, weil wir unser Spiel wirklich gar nicht durchgezogen haben“, haderte der Coach. Und das wirkte. Im zweiten Durchgang kam Bad Münder auf rund 80 Prozent Ballbesitz und münzte die spielerische Dominanz in zwei Tore um. Nach einem Solo stellte Dunkley selbst auf 3:2 (51.), ehe Sanel Dedeic erneut nach einer Ecke für die Entscheidung sorgte (76.).
Zufrieden könne Bad Münder mit dieser Leistung nicht sein, aber die drei Punkte nehme man natürlich gerne mit. Ein Sonderlob verteilte Dunkley an den gegnerischen Coach und Keeper Michael Hein, der einige Chancen der Gastgeber im Kasten sehr gut vereitelte.
Tore: 0:1 Tobias Okoro (2.), 1:1 Dzemil Hadzic (12.), 1:2 Hemn Majeed (24.), 2:2 Moussa Guire (37.), 3:2 Philipp Dunkley (51.), 4:2 Sanel Dedeic (76.).
TSG Emmerthal II - SV Lachem 2:6 (1:3).
Durch einen deutlichen 6:2 (3:1)-Auswärtserfolg bei der Zweitvertretung der TSG Emmerthal orientiert sich die Elf aus Lachem wieder ins obere Tabellendrittel. Die Emmerthaler verharren derweil nach der Heimpleite weiterhin im gesicherten Mittelfeld. Den Zuschauern bot sich bereits von Beginn an eine turbulente Partie, in der die Gäste einen Auftakt nach Maß erwischten: Gebraiel Berjawi brachte den SVL bereits in der 4. Spielminute mit 0:1 in Führung, ehe Mohammed Chabo nur fünf Zeigerumdrehungen später auf 0:2 erhöhte (9.). „Das war heute ehrlich gesagt richtig Scheiße. Wir haben die Anfangsphase völlig verschlafen und lagen schnell mit 0:2 hinten“, haderte TSG-Trainer Ahmet Bicakci mit dem Start seiner Mannschaft.
Die Hausherren bissen sich anschließend jedoch in die Begegnung zurück und belohnten sich kurz vor dem Pausentee: Osman-Can Yilmaz verkürzte in der 42. Minute auf 1:2. Die Freude währte allerdings nur kurz, da Lachems Redon Popoci im direkten Gegenzug den alten Abstand wiederherstellte (45.). „Nach deem 1:2, begehen wir einen vermeidbaren Fehler im Spielaufbau und kassieren prompt das 1:3“, bedauerte Bicakci den unglücklichen Halbzeitstand.
Lachemer Keeper verhindert Anschluss – Späte Treffer sorgen für die Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel erwischten erneut die Gäste den besseren Start: Mertcan Terzioglu stellte in der 60. Spielminute auf 1:4. Doch Emmerthal gab sich keineswegs geschlagen und meldete sich durch Janis Warnecke postwendend mit dem 2:4 zurück (62.). In der Folge keimte bei den Platzherren noch einmal Hoffnung auf. „Nach unserem Treffer zum 2:4 waren wir noch einmal am Drücker – in dieser Phase hätte das Spiel sogar noch einmal kippen können. Allerdings vereitelt der Lachemer Torhüter Alexandru-Florin Andrica eine Riesenchance zum 3:4, womit wieder alles offen gewesen wäre“, beschrieb Bicakci die entscheidende Schlüsselszene der Partie. Die verpasste Großchance raubte den Hausherren schließlich die letzte Kraft. In der Schlussphase schraubten Danu Basfaluti (88.) und Bekim Kiki (90.) das Ergebnis noch auf den 2:6-Endstand in die Höhe.
TSG-Coach Ahmet Bicakci zog nach dem Schlusspfiff ein klares Fazit: „Mit dem 2:5 war bei uns dann endgültig die Luft raus. Hinten heraus fehlten uns schlichtweg die Kraft und die personellen Alternativen von der Bank. Unter dem Strich ist es ein verdienter Sieg für Lachem – vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch, da wir ebenfalls gute Phasen hatten, diese aber nicht sauber zu Ende gespielt haben.“ Sportlich fair fügte der Trainer an: „Ich möchte allerdings ausdrücklich betonen, dass Lachem heute ein extrem fairer Gegner war.“ Ein Extralob verteilte Bicakci abschließend: „Ein Sonderlob bei uns geht an Janis Warnecke, der heute unser bester Mann auf dem Platz war.“
Tore: 0:1 Gebraiel Berjawi (4.), 0:2 Mohammed Chabo (9.), 1:2 Osman-Can Yilmaz (42.), 1:3 Redon Popoci (45.), 1:4 Mertcan Terzioglu (60.), 2:4 Janis Warnecke (62.), 2:5 Danu Basfaluti (88.), 2:6 Bekim Kiki (90.).
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