08.08.2026 19:43

2. Kreisklasse


„Kollektivversagen unserer Abwehr“: Lachem düpiert Afferde-Hilligsfeld

Bad Münder zittert sich ins Ziel / Punkteteilung in Hessisch Oldendorf
SV Lachem Jubelfoto 3 Kreisklasse
Der SV Lachem feierte die ersten drei Zähler der Saison.

SC Weser HO II – SG Eimbeckhausen/Hamelspringe 1:1 (0:0).

Der zweite Spieltag der 2. Kreisklasse startete am Samstagnachmittag mit einem Remis. In der ersten Halbzeit dominierten zunächst die Gäste aus dem Nordkreis. „Eimbeckhausen war spielerisch klar besser“, berichtete SC-Trainer Sascha Henschke. Seine Mannschaft habe es jedoch „kämpferisch gut gemacht und fast alles hinten wegverteidigt.“ So ließen die Hausherren kaum zwingende Torchancen zu, konzentrierten sich auf die Defensive und versuchten, über Konter gefährlich zu werden. Dies funktionierte jedoch zunächst kaum. Die gefährlichste Aktion der Gäste im ersten Durchgang blieb ein Pfostenschuss.

Nach dem Seitenwechsel investierten die Hausherren selbst mehr in die Partie. Die offensiven Aktionen blieben jedoch zunächst wenig zwingend. In der 66. Minute fiel dann aber doch die Führung für den SC: Nach einem langen Ball setzte Stürmer Philippe Auguste Sidibe nach und setzte SG-Keeper Max Brodtmann unter Druck. Der Ball sprang am Keeper vorbei, sodass Sidibe nur noch zum 1:0 einschieben musste. Die Antwort der Nordkreis-SG ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Obwohl der Ball in der 73. Minute eigentlich schon geklärt war, zog ein Weser-Abwehrspieler seinen Gegenspieler vor den Augen von Schiedsrichter Rüdiger Gereke am Trikot zu Boden. Den fälligen Strafstoß versenkte Anes Hot unhaltbar oben rechts in den Winkel zum 1:1-Ausgleich. In der Schlussphase hatte Eimbeckhausen nach einer Ecke noch einen weiteren Pfostenschuss zu verzeichnen, während Weser HO im direkten Gegenzug nach einem Befreiungsschlag im Abschluss eine Chance leichtfertig vergab.

„Mit dem 1:1 können wir unterm Strich zufrieden sein“, bilanzierte Henschke nach dem Abpfiff. Besonders hob er die Defensivleistung seiner Elf hervor: „Wir haben von Anfang bis Ende, mit Ausnahme des Elfmeters, sehr gut verteidigt.“ Ein Sonderlob vom Trainer verdiente sich dabei Kapitän Lukas Steger, der laut Henschke „alles wegverteidigt“ hat.
Tore: 1:0 Philippe Auguste Sidibe (66.), 1:1 Anes Hot (73./Strafstoß).

TuSpo Bad Münder – TSV Groß Berkel 2:1 (1:0).

In der Kurstadt feierte man nach einer erheblichen Kraftanstrengung die ersten ersten drei Punkte nach dem Aufstieg. Vor der Partie gegen den TSV Groß Berkel hatte die TuSpo Bad Münder dabei mit ziemlichen Personalsorgen zu kämpfen. „Wir hatten doch mehr Urlauber als gedacht, insgesamt sieben Stück, und dazu drei Angeschlagene“, berichtete Spielertrainer Philip Dunkley. Da er sich den Gegner unter der Woche noch angesehen hatte, wählte er eine klare Taktik: „Groß Berkel war kämpferisch stark und hat mehr Fitness über die 90 Minuten. Wir wollten daher tief stehen und mit langen Bällen agieren, weil uns durch die fehlenden Spieler spielerisch die Möglichkeiten fehlten.“

Nico Buchwald verpasste die frühe Führung für die Hausherren, als er freistehend an 05-Keeper Manuel Reker scheiterte. In der 11. Minute machte es Dunkley besser: Nach einem Heber von Patrick Geider über die Abwehr umkurvte der Spielertrainer den Torwart und schob zum 1:0 ein. Kurz vor der Pause hatte Dunkley nach einem Fehlpass der Gäste sogar das 2:0 auf dem Fuß, traf nach dem Vorbeigehen am Keeper jedoch das leere Tor nicht. „Groß Berkel kam im ersten Durchgang zu keinen klaren Chancen, wir haben alles wegverteidigt“, kommentierte der Coach. Auch nach dem Seitenwechsel erwischte die Heimelf den besseren Start. Nach einem langen Ball auf Dunkley legte dieser zurück auf Kamyab Lotfollahyan, der wiederum für Dzemil Hadzic auflegte – Hadzic vollendete zum 2:0 (52.). „Wir wollten uns danach hinten reinstellen und das 2:0 über die Zeit bringen“, so Dunkley.

Ein eigener Fehler brachte die Gäste in der 69. Minute jedoch zurück ins Spiel: Nach einem Querpass vor dem eigenen Sechzehner spritzte Groß Berkels Selam Murad dazwischen und traf aus 20 Metern ins linke Eck zum 2:1. In der Schlussphase entwickelte sich ein reines Kampfspiel. Bei den Hausherren schwindeten bei warmem Wetter zunehmend die Kräfte, sodass sich TuSpo tief in der eigenen Hälfte wiederfand. Groß Berkels Mustafa Osman traf nach einer Flanke freistehend nur den Pfosten, ehe TuSpo-Keeper Dario Wexler mit einer starken Parade den Ausgleich verhinderte und den Sieg schlussendlich über die Zeit rettete. „Groß Berkel war ein sehr fairer Gegner. Aufgrund der Torchancen geht der Sieg am Ende aber schon verdient an uns“, lautete das Fazit von Dunkley. Ein Sonderlob verdiente sich dabei Moussa Guire: „Er hat defensiv von Anfang bis Ende alles reingehauen, gefühlt jeden Zweikampf gewonnen und war der beste Mann auf dem Platz.“
Tore: 1:0 Philip Dunkley (11.), 2:0 Dzemil Hadzic (52.), 2:1 Selam Murad (69.).

SG Afferde-Hilligsfeld – SV Lachem 1:2 (1:1).

Aufsteiger SV Lachem hat am Nachmittag ein erstes Ausrufezeichen gesetzt und gegen die neue Spielgemeinschaft aus Afferde und Hilligsfeld die ersten drei Punkte eingefahren. Dabei gab es für die Hausherren gleich in den ersten Sekunden einen Schreckmoment: Nach einem langen Ball wurde die SG-Defensive überrascht, doch Schlussmann Sam Willders entschärfte nach gerade einmal zehn Sekunden. „Spätestens dann waren die Alarmglocken an“, berichtete SG-Co-Trainer Tim Bödecker. Im Anschluss nahmen die Gastgeber das Zepter in die Hand und belohnten sich: Ein Abpraller nach einer Ecke landete bei Hamo Alnasser, der den Ball aus 20 Metern per Vollspann an den Innenpfosten und von dort ins Netz jagte (22.). Weitere Chancen der SG wurden in der Folge geblockt oder vom gut aufgelegten Lachemer Keeper Alexandru-Florin Andrica vereitelt. Aus dem Spiel heraus ließen die Hausherren defensiv nichts zu. „Lachem hat es oft mit langen Diagonalbällen versucht, die unser Außenverteidiger Michel Knese aber gut wegverteidigt hat“, kommentierte Bödecker. Brandgefährlich blieben die Gäste hingegen nach Standards. So fiel auch der Ausgleich: Ein Freistoß von der Mittellinie segelte in den Fünfmeterraum, wo sich Baris Iskender im Gedränge durchsetzte und zum 1:1 traf (37.).

Im zweiten Durchgang wechselte die SG auf der rechten Außenbahn, um für mehr Tempo in der Offensive zu sorgen. „Das kam leider nicht so. Es war ein sehr zerfahrenes Spiel im Mittelfeld ohne große Chancen“, ordnete Bödecker die Phase ein. Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber Glück, als ein Lachemer Distanzschuss aus 35 Metern geblockt wurde, einem Außenspieler vor die Füße fiel und dessen Abschluss aus zwölf Metern nur am Außenpfosten landete. Die SG selbst kam nicht mehr zu zwingenden Abschlüssen. In der 82. Minute fiel dann die Entscheidung: Nach einem „Kollektivversagen unserer Abwehr“, wie Bödecker anmerkte, setzte sich Gebraiel Berjawi gleich gegen drei Verteidiger durch und schob zum 2:1 ein.

Unmittelbar vor dem Schlusspfiff bot sich Afferde-Hilligsfeld noch die Chance auf das 2:2, die jedoch ungenutzt blieb. „In der ersten Halbzeit waren wir besser, in der zweiten war Lachem etwas besser. In der Summe war es eigentlich ein Unentschieden-Spiel, aber wer das Tor macht, gewinnt dann eben“, resümierte der Co-Trainer nach dem Spiel. Ein Sonderlob verteilte Bödecker abschließend an Silas Nissen Hansen, den er als auffälligsten Spieler beider Mannschaften hervorhob.
Tore: 1:0 Hamo Alnasser (22.), 1:1 Baris Iskender (37.), 1:2 Gebraiel Berjawi (82.).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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