19.04.2026 19:34

2. Kreisklasse


Spektakel mit Vorbildcharakter: Kuriositäten am Fließband in Hilligsfeld

Preussen II und Marienau weiter auf Aufstiegskurs
Mohammed Habasch TB Hilligsfeld II Fussball Kreisklasse Kopfbild
In Hilligsfeld ereignete sich heute ein echtes Spektakel.

TB Hilligsfeld II – SG Eimbeckhausen/Hamelspringe 4:4 (2:3).

Was für ein Nachmittag an der Hamel. Die Zuschauer erlebten in der 2. Kreisklasse ein Spiel, das alles bot, was den Amateurfußball ausmacht: Tore satt, kuriose Wendungen und eine große Portion Fairplay. Am Ende trennten sich der TB Hilligsfeld II und die Spielgemeinschaft aus Eimbeckhausen und Hamelspringe mit einem leistungsgerechten 4:4-Unentschieden.

Die Gäste erwischten den besseren Start. Bereits in der 8. Minute nickte Mike Hoffmann nach einer Ecke zur Führung für die SG ein. Doch die Gastgeber antworteten prompt: Maurice Schrader ließ seinen Gegenspieler im Strafraum gekonnt aussteigen und traf aus zwölf Metern präzise ins Eck zum Ausgleich (19.). Die Freude währte jedoch nur kurz, denn Anes Hot brachte die Gäste per Distanzschuss, der unhaltbar abgefälscht wurde, erneut in Front (24.). Kurz darauf folgte das erste Kuriosum der Partie: Ein Fernschuss von Eimbeckhausens Vincenzo Caliendo schlug am hinteren Pfosten im Tor ein – doch zum Erstaunen vieler entschied der Unparteiische auf Pfostentreffer. TB-Sprecher Tim Bödecker gab nach dem Spiel ehrlich zu: „Tatsächlich war es ein Tor, da hatten wir Glück. Aber der Schiedsrichter konnte es aus seiner Position schlichtweg nicht sehen.“ Statt 1:3 stand es also weiterhin nur 1:2 und Hilligsfeld blieb in der Partie. Moritz Oberkötter markierte in der 30. Minute das 2:2. Doch noch vor dem Pausenpfiff ging die SG zum dritten Mal in Führung: Anel Azemovic verwandelte einen berechtigten Strafstoß zum 2:3-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Hilligsfeld den Druck. „Wir wollten in der zweiten Halbzeit mehr investieren, das hat auch gut geklappt“, so Bödecker. Während die Gäste auf Konter lauerten, fiel der Ausgleich auf höchst ungewöhnliche Weise. Nach einem Schiedsrichterball in der Hilligsfelder Hälfte sollte der Ball sportlich fair zum Torwart der Gäste zurückgespielt werden. Doch der Ball von Jarrell Schwan versprang so unglücklich, dass er über den Keeper hinweg zum 3:3 ins Netz hoppelte. Hilligsfeld reagierte sofort mit einer vorbildlichen Geste: Direkt nach dem Wiederanpfiff ließen sie die Gäste gewähren. Mike Hoffmann konnte ohne Gegenwehr zum 3:4 einschieben. „Das gehörte sich in dieser Situation einfach so“, betonte Bödecker. Die Gastgeber gaben sich jedoch nicht geschlagen und belohnten sich für ihre Moral. In der 82. Minute war es Nicolas Bock, der den Ball zum 4:4-Endstand über die Linie drückte. Insgesamt war es eine faire Partie. Bödeckers Fazit fiel positiv aus: „Das Ergebnis passt. Es war ein munteres Hin und Her mit viel Action auf beiden Seiten. Trotz der strittigen Szene in der ersten Halbzeit hat der Schiedsrichter eine einwandfreie Leistung gezeigt.“
Tore: 0:1 Mike Hoffmann (8.), 1:1 Maurice Schrader (19.), 1:2 Anes Hot (24.), 2:2 Moritz Oberkötter (30.), 2:3 Anel Azemovic (Strafstoß 45.), 3:3 Jarrell Schwan (65.), 3:4 Hoffmann (66.), 4:4 Nicolas Bock (82.).

SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst II – SSG Marienau 1:3 (0:0).

Für die Reserve der SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst gab es am vergangenen Spieltag nichts Zählbares. Trotz einer kämpferisch starken Leistung unterlagen die Gastgeber der SSG Marienau mit 1:3. SG-Coach Sascha Henschke haderte nach dem Abpfiff vor allem mit der mangelnden Chancenverwertung seiner Elf. Die Partie auf dem Rasen in Großenwieden begann vielversprechend für die Spielgemeinschaft. Die Hausherren fanden sofort ihren Rhythmus und setzten die Gäste unter Druck. „Wir haben sehr gut angefangen, waren direkt drin und haben das Spiel in den ersten 15 Minuten bestimmt“, berichtete Henschke später. Doch nach der starken Anfangsphase der SG meldete sich Marienau zurück und erarbeitete sich eine zehnminütige Drangphase, bevor das Pendel wieder zugunsten der Gastgeber ausschlug. In einem munteren Hin und Her ergaben sich Chancen auf beiden Seiten, wobei Großenwiedens Philippe Sidibe die größte Gelegenheit zur Führung liegen ließ – sein Abschluss krachte lediglich an die Querlatte. So ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Kurz nach dem Seitenwechsel nahm die Partie dann richtig Fahrt auf. In der 48. Minute markierte Daniel Voß die Führung für die Gäste. Henschke analysierte die Entstehung nüchtern: „Wir fangen uns früh das 0:1 durch einen Pass in die Spitze. Den Ball schirmt der Angreifer gut ab und schließt stramm ab – das macht er einfach stark.“ Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten später war Timo Pydde nach einem Freistoß per Kopf zur Stelle und markierte den verdienten 1:1-Ausgleich. In der Folge drängte die SG auf den Führungstreffer, ließ jedoch zwei hochkarätige Möglichkeiten zur Vorentscheidung liegen. „Das ist unsere größte Schwäche: Wir schießen einfach keine Tore. Wenn wir die machen, wäre hier deutlich mehr drin gewesen“, ärgerte sich der Trainer.

Stattdessen bestrafte Marienau die Nachlässigkeiten eiskalt. Nach einem folgenschweren Ballverlust im eigenen Sechzehner schaltete Lennart Greve am schnellsten und traf aus zehn Metern zum 1:2 (78.). Die SG warf in der Schlussphase alles nach vorne, um zumindest noch einen Punkt zu retten, wurde jedoch klassisch ausgekontert. Daniel Voß schnürte mit seinem Treffer zum 1:3 in der 80. Minute den Doppelpack und sorgte damit für die endgültige Entscheidung. „Ein Unentschieden wäre mindestens gerecht gewesen. Die Jungs haben alles reingehauen, leider stehen wir dennoch ohne Punkte da“, resümierte Henschke, der trotz der Niederlage einen Akteur besonders hervorhob: „Timo Pydde hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er war der beste Mann auf dem Platz und heute überall zu finden.“
Tore: 0:1 Daniel Voß (48.), 1:1 Timo Pydde (52.), 1:2 Lennart Greve (78.), 1:3 Voß (80.).

von Timor Folge

SG Hastenbeck/Emmerthal – TSV Groß Berkel 1:2 (1:1).

In der 2. Kreisklasse musste sich die SG Hastenbeck/Emmerthal dem TSV 05 Groß Berkel mit 1:2 geschlagen geben. Trotz einer Vielzahl an Tormöglichkeiten und einer spielerischen Überlegenheit blieben die Gastgeber ohne Punkte. „Es ist das gleiche Dilemma wie immer: Wir machen das Spiel, aber belohnen uns nicht“, bilanzierte SG-Trainer Ahmet Bicakci frustriert. Die Partie begann ungünstig für die Hausherren. Ein missglückter Spielaufbau führte in der 24. Minute zu einem Konter, den Lars Nestroy zur 1:0-Führung für Groß Berkel verwertete. Die SG antwortete in der 37. Minute: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß landete ein langer Ball im Strafraum, den Silas Niemeyer per Kopf zum 1:1-Ausgleich versenkte.

In der zweiten Halbzeit drängte die SG auf den Führungstreffer. In der 65. Minute bot sich die große Chance zur Führung, als Joshua-Dave Anders im Strafraum gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter parierte Torhüter Jan Schacht jedoch. Die Entscheidung fiel schließlich in der 80. Minute durch eine Unstimmigkeit in der SG-Defensive: Nach einem langen Ball kam Torhüter Bjarne Böker heraus, doch Niklas Weddecke war eher am Ball und köpfte das Leder zum 1:2-Endstand über den Keeper hinweg ins Netz. Bicakci hob trotz der Niederlage die Leistung von Kevin Weitze hervor, der im Mittelfeld viele Akzente setzte, mahnte jedoch die Chancenverwertung an: „Wir haben in jedem Spiel Chancen für drei Partien, nutzen sie aber nicht. Wir müssen wieder in die Spur finden und dafür müssen wir effizienter vor dem Tor werden.“
Tore: 0:1 Lars Nestroy (24.), 1:1 Silas Niemeyer (37.), 1:2 Niklas Weddecke (80.).


SG Hameln 74 – FC Preussen Hameln II 0:2 (0:2).

Im Stadtderby hat sich FC Preussen Hameln II mit 2:0 gegen die SG Hameln 74 durchgesetzt. Ein Doppelschlag Mitte der ersten Halbzeit entschied die Partie zugunsten der Gäste, die zwar mehr Ballbesitz verzeichneten, sich gegen eine defensivstarke Spielgemeinschaft jedoch schwertaten. Das Spiel war über weite Strecken ausgeglichen, wobei Preussen Hameln II etwa 65 Prozent Ballbesitz für sich beanspruchte. Die Entscheidung fiel innerhalb von zwei Minuten durch Unkonzentriertheiten in der SG-Hintermannschaft: In der 24. Minute öffnete die SG das Zentrum, was Wisam Shivan nach einem 20-Meter-Flachpass zum 1:0 für die Gäste nutzte. Nur 60 Sekunden später spritze Hamza Aljashi bei einem zu kurzen Rückpass dazwischen und markierte den 2:0-Endstand für die Preussen (25.). „Wir haben zwei Geschenke verteilt und verlieren deswegen. Preussen hat eigentlich nur dreimal aufs Tor geschossen“, resümierte SG-Trainer Michael Lauke.

In der Folge kämpfte sich die SG 74 zurück in die Partie und kam insbesondere über Konter zu Möglichkeiten, die jedoch nicht konzentriert genug abgeschlossen wurden. In der zweiten Halbzeit verzeichneten die Gastgeber zudem einen Pfostentreffer. Trotz der Niederlage zeigte sich Lauke mit der Einstellung seiner Elf zufrieden und hob Jonas Hülter hervor, der als eigentlicher Stürmer defensiv wie offensiv eine enorme Präsenz zeigte: „Das Team hat ein super Spiel gemacht, ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Wir haben hinten gut gestanden und viel gefightet, aber unsere eigenen Chancen nicht genutzt.“
Tore: 0:1 Wisam Shivan (24.), 0:2 Hamza Aljashi (25.).


TSV Eintracht Nienstedt – TSV Klein Berkel II 2:1 (1:0).

Der TSV Eintracht Nienstedt hat einen knappen 2:1-Heimerfolg gegen die Zweitvertretung des TSV Klein Berkel eingefahren. Trotz des deutlichen Unterschieds in der Tabelle begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. „Es war ein klassischer Arbeitssieg und nicht schön anzusehen“, bilanzierte Nienstedt-Sprecher Torsten Reimann. Die Partie war von Beginn an durch viele lange Bälle geprägt; ein kontrollierter Spielaufbau kam auf beiden Seiten kaum zustande. In der 30. Minute gingen die Hausherren in Führung: Paul Knappe erzielte per Kopf das 1:0, verletzte sich bei dieser Aktion jedoch an der Nase.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste zurück und glichen in der 54. Minute durch ein Freistoßtor von Florian Budde aus. Die Entscheidung fiel in der 75. Minute, als Kieron Lay nach Vorarbeit von Paul Knappe mit einem Flachschuss zum 2:1-Endstand traf. „Wir haben uns schwergetan und es war kein überzeugender Auftritt, aber am Ende reicht es eben“, so Reimann, der neben der Offensivleistung von Paul Knappe (ein Tor, eine Vorlage) auch ein Sonderlob an die Unparteiische verteilte: „Die Schiedsrichterin Klaudia Rybicka hat ihre Sache sehr gut gemacht.“
Tore: 1:0 Paul Knappe (30.), 1:1 Florian Budde (54.), 2:1 Kieron Lay (75.).
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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