02.12.2024 16:46

2. Kreisklasse


Bödecker fasst zusammen: „Konstant inkonstant"

„Ich persönlich sehe die Winterpause nicht als Transferfenster, da Spieler anderer Vereine zumeist für die ganze Spielzeit ihr Wort gegeben haben"
                             
Als Verteidiger machte sich Tim Bödecker einen Namen, mittlerweile ist er auch auf der Trainerbank zu finden.
Allmählich tritt Stille auf den heimischen Rasen- und Kunstrasenplätzen ein. Die Pflichtspielreise des Kreisfußballs ist für dieses Kalenderjahr ad acta gelegt. Damit Ihr dem Ligabetrieb aber nicht für zu lange abschwören müsst, haben wir unseren Kreisfußball-Vertretern von der Kreisliga bis zur 2. Kreisklasse ein Sammelsurium an Fragen zukommen lassen – natürlich immer in Hinblick auf die abgelaufene erste Saisonphase. Wir gehen die Tabellen im Parallelschritt von unten nach oben ab und geben Euch die Antworten der Vereine.

Heute: TB Hilligsfeld II (Platz 10, 19 Punkte)


Der TB Hilligsfeld gilt als Positivbeispiel für erfolgreiche Jugendarbeit. Seit Jahren drängen junge und talentierte Spieler aus der eigenen Schmiede in den Herrenbereich - und bleiben häufig auch dort. Die zweite Herren ist im Sommer in die 2. KK aufgestiegen. Trotz einiger personeller Probleme, unter anderem haben die Trainer Sven Hinzmann und Niklas Kämmerer ihren Rücktritt bekannt gegeben, hat sich der TBH im Mittelfeld festgebissen. Mittlerweile coacht Ortsbürgermeister Tim Bödecker die Turnerbund-Reserve und spricht ausführlich über die bisherige Saison.
Die Hinrunde ist vorbei, die Winterpause ist eingeläutet. Zeit für den Blick zurück: Wenn Du Eurer abgelaufenen Hinserie einen Titel geben müsstest – wie würde er lauten?
„'Konstant inkonstant' passt wahrscheinlich am besten. Das beginnt beim wöchentlichen Spieltagskader, setzt sich über die Position der Übungsleiter fort und spiegelt sich schlussendlich auch in den Ergebnissen wider.“

Was war für Dich der emotionalste Moment der ersten Saisonhälfte – ein Sieg, eine Niederlage oder vielleicht ein besonderer Moment auf oder neben dem Platz?
„Da fallen mir zwei Spiele ein, die sich im Ergebnis und auch der emotionalen Bewertung jedoch deutlich voneinander unterscheiden. Zunächst einmal das Hinspiel gegen die SG Wallensen/Marienhagen. Dort haben wir in der zweiten Halbzeit zunächst uweo Gegentreffer kassiert und waren, trotz bis dahin ordentlicher Leistung, 0:2 im Rückstand. Diesen Spielstand konnten wir bis zur 90. Spielminute glücklicherweise noch umbiegen und haben das Ergebnis auf 2:2 stellen können. In der 92. Spielminute kam es dann zum Elfmeterpfiff zu Gunsten unseres Gegners, den Keeper Jan Mista bravourös parierte. Aufgrund des verrückten Spielverlaufs fühlte sich der Punktgewinn für uns wie ein Sieg an.

Ein sehr negativ belastetes Erlebnis der Hinrunde widerfuhr uns am 9. Spieltag beim Auswärtsspiel in Nienstedt. Wir spielten richtig guten Fußball und gingen Mitte der ersten Hälfte hochverdient in Führung. Wenige Minuten später ging ein Spieler von Nienstedt nach einem Kopfballduell am Sechzehner zu Boden. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie und zeigte, nach kurzer Behandlung des Nienstedters, auf den Elfmeterpunkt. Diese Entscheidung konnten im Kontext der Geschehnisse weder unsere Spieler, noch die mitgereisten Zuschauer nachvollziehen. Auch in der zweiten Spielhälfte spielten wir guten Offensivfußball, konnten uns dafür jedoch nicht mit einem Tor belohnen. Stattdessen zeigte der Unparteiische, nach einem Nienstedter Konter, ein weiteres Mal auf den Elfmeterpunkt. Diese Entscheidung habe ich ebenso schmeichelhaft aufgefasst wie schon die erste Strafstoßentscheidung des Spiels. Von da an waren wir komplett von der Rolle und haben es nicht mehr geschafft zurück zu kommen. An diesem Tag haben nicht die spielenden Mannschaften über Sieg oder Niederlage entschieden, sondern der Unparteiische. Ich übe mich grundsätzlich selten in Schiedsrichterkritik und möchte die jahrelangen Verdienste des Kreisschiedsrichters nicht schmälern, doch geht jede Ära irgendwann zu Ende. Ehe man als Schiedsrichter unfreiwillig zum Sündenbock wird, kann ich nur raten, die 'Pfeife an den Nagel zu hängen' und den Fußball von der Seitenlinie zu genießen.“

Wenn Du in der ersten Saisonhälfte einen Moment zurückdrehen könntest: Was würdest Du anders machen – und warum?
„Auch hier habe ich konkret einen Spielverlauf vor Augen. Als wir den aktuellen Tabellenführer vom TSV Nettelrede im Stadion an der Hamel empfingen, haben wir ein klasse Spiel gemacht. Wir lagen 2:0 in Führung, haben um jeden Ball gekämpft und immer wieder eigene Torchancen gehabt. Leider haben wir uns in der 65. Minute durch eine vollkommen berechtigte Gelb-Rote Karte selbst geschwächt und das Spiel in Unterzahl am Ende sogar noch verloren. Aus heutiger Sicht würde ich den vorbelasteten Spieler natürlich vom Platz nehmen. Gerade in dieser temporeichen und umkämpften Partie hätte man so handeln müssen, aber im Nachgang ist man immer schlauer. Insgesamt spiegelt das Spiel gegen Nettelrede auch ganz gut unsere Saison wider: Erst gestartet wie die Feuerwehr, ist uns hinten raus die Luft ausgegangen. Es zeigt jedoch auch, zu welcher Leistung wir im Stande sind, wenn alle Jungs mitziehen.“

Wenn Du Deine persönliche Elf der Hinrunde wählen müsstest: Welcher Spieler – egal ob aus Deinem Team oder einem anderen – dürfte nach der abgelaufenen Hinserie auf keinen Fall darin fehlen?
„Da fällt es mir wirklich schwer, sich auf einen festlegen zu müssen. Aus unseren Reihen kommen da sicherlich ein paar Namen infrage, z. B. Alimobasher Naseri, Mohamed Habasch oder Jan Mista. Bei Spielern aus den anderen Teams geht es mir ähnlich. Ich finde z. B. Niclas Gierke von BW Tündern III läuft vollkommen unter dem Radar. Er vereint viele Attribute, die einen guten Fußballer auszeichnen und strahlt stets Torgefahr aus. Zusätzlich kann man natürlich auch Nino Delius von der SG Hameln 74 oder den Ostkreis-Torjäger Frederick Giger nennen.“

Welche Mannschaft, welcher Spieler oder welches Ergebnis hat Dich bisher am meisten überrascht?
„Mich persönlich überrascht, dass die Zweitvertretung von Nettelrede sich an der Spitze hält, obwohl Löwensen mit vier Nichtantritten der Gegner 12 Punkte und 20:0 Tore für sich verbuchen konnte. Das spricht für die Qualität, die Nettelrede Woche für Woche auf den Platz bringt.“

In der Winterpause öffnet bekanntlich das Wintertransferfenster. Gibt es bereits Neuigkeiten in diese Richtung?
„Ich persönlich sehe die Winterpause nicht als Transferfenster, da Spieler anderer Vereine zumeist für die ganze Spielzeit ihr Wort gegeben haben. Sollte sich dennoch die Möglichkeit ergeben, neue Mitspieler für uns zu gewinnen, so würde die Tür bei uns natürlich offen stehen.“

Abschließend noch ein kleiner Ausblick: Welche Ziele habt Ihr Euch für die Rückrunde gesteckt bzw. was wollt Ihr erreichen?
„Wir wollen zügig den Klassenerhalt fest machen und anschließend vielleicht noch ein bisschen nach oben schauen.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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