06.10.2024 18:48
2. Kreisklasse
Nordstadt-Tohuwabohu: Sieben Tore, Führungswechsel, Eigentor & gehaltener Elfer
Macht Euch auf die nächste Rutsche an skurrilen Ergebnissen in der 2. KK gefasst / SGHL II mit nächstem Sieg

Groß Berkels Keeper Paul Mehrländer parierte einen Strafstoß beim Stand von 4:3 und sicherte seinem Team somit den Sieg.
TSV Nettelrede II – SSG Marienau 3:3 (1:2).
Die kleine Talfahrt des Tabellenführers ging gegen Marienau in die dritte Auflage – wobei diesmal zumindest ein Punkt für die Hausherren heraussprang. Die beiden Partien davor gingen verloren. „Aktuell ist bei uns der Wurm drin. Natürlich fehlen auch einige Spieler, aber das kann keine Ausrede sein. Wir kriegen dumme Gegentore, beschäftigen uns mit Nebenschauplätzen und sind nicht mehr bei der Sache“, bemängelte TSV-Trainer Patrick Gruschka. Seine Elf zeigte trotzdem Moral: Gleich dreimal lagen die „Grönjer“ gegen die Ostkreisler zurück – und dreimal kamen sie zurück.
Auf das 0:1 durch Mohamed Abu Baker (10.) antwortete Lukas Kohl mit dem 1:1 (25.). Frederick Giger traf für Marienau zum 2:1, nachdem TSV-Torwart Laurens Müller beim Abschlag ausrutschte und den Ball an Giger verlor (37.). Niklas Bienert gelang nach dem Seitenwechsel das 2:2. Zuvor störte Matthias Thiele Marienaus Schlussmann André Thielke und Bienert war der Nutznießer (62.). Die Gäste gingen aber wieder in Führung: Giger verwandelte einen fälligen und unumstrittenen Foulelfmeter. In der 78. Minute gelang Max Klockemann nach per Kopf noch der 3:3-Ausgleich. Gruschka: „Es war über 90 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, wobei Marienau durchaus hätte gewinnen können. Unser Torwart Laurens hat uns da einige Male im Spiel gehalten und sehr stark gehalten. Wir haben wieder nicht umgesetzt, was wir besprochen haben. Marienau wusste das auszunutzen.“ Ein Sonderlob gab es für Schiedsrichtern Michelle Schrader.
Tore: 0:1 Mohamed Abu Baker (10.), 1:1 Lukas Kohl (35.), 1:2 Frederick Giger (37.), 2.2 Niklas Bienert (62.), 2:3 Giger (72./Strafstoß), 3:3 Max Klockemann (78.).
SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst II – MTV Coppenbrügge 2:1 (1:1).
Die SG Großenwieden feierte nach drei Niederlagen einen erleichternden Sieg. „Es war ein ausgeglichenes Spiel. Coppenbrügge hat viel mit langen Bällen gearbeitet, wir wollten eher den Ball laufen lassen. Chancen gab es aber auf beiden Seiten“, berichtete SG-Trainer Sascha Henschke. Torben Böhm köpfte die Hausherren nach einer Flanke aus dem Halbfeld in Führung, doch nur 60 Sekunden später fiel schon wieder der Ausgleich. Eine Flanke segelte durch den Großenwiedener Strafraum und landete bei Pietro Bua, der mit einem strammen Schuss aus zwölf Metern sehenswert zum 1:1 traf.
Nach dem Seitenwechsel sorgte Kevin Apelt für den Moment des Spiels: Nahe der Außenlinie feuerte er ganz frech einen Freistoß direkt Richtung Tor ab – der Ball wurde immer länger und senkte sich letztlich hinter MTV-Torwart David Mazurowski in die Maschen. Bei diesem Ergebnis blieb es. „Wir hatten das Glück, was uns in den letzten Wochen gefehlt hat, heute auf unserer Seite. Das muss auch mal sein. Die komplette Mannschaft hat super gekämpft, wobei Nawzat Genjo auf der rechten Seite offensiv wie defensiv noch herausgestochen hat“, zog Henschke Bilanz.
Tore: 1:0 Torbem Böhm (43.), 1:1 Pietro Bua (44.), 2:1 Kevin Apelt (63.).
TSV Brünnighausen – SG Hajen-Latferde II 3:6 (1:4).
In Brünnighausen ging´s wieder fuchsteufelswild zur Sache. „Wir sind durch den Sieg am Donnerstag gegen Nienstedt (2:0, Anm. d. Red.) eigentlich mit Rückenwind angetreten, haben aber ein komplett anderes Gesicht gezeigt – obwohl wir wussten, wie wichtig das Spiel werden würde. Es gab viel zu viele individuelle Fehler“, haderte TSV-Sprecher Robert Kügler. Zwar gelang es Jörn Siegroth, den frühen Rückstand vom Punkt aus noch auszugleichen, doch in der Folgezeit bis zur Pause spielten nur noch die Gäste. Patrick Fritsche, Nils Knoesel und Mirko Meyer schraubten bis zur 36. Minute auf 4:1 für das Tabellenschlusslicht. „Hajen war jetzt nicht groß spielerisch überlegen, hat aber einfach mehr den Kampf angenommen“, erklärte Kügler.
Nach dem Seitenwechsel roch es kurz nach einer Aufholjagd für die Gastgeber. Niels Krückeberg verkürzte zunächst auf 2:4, anschließend gab´s Strafstoß für den TSV. Der jedoch segelte über den Querbalken hinweg. „Sonst wäre das Spiel vielleicht noch einmal anders ausgegangen“, kommentierte Kügler. Stattdessen drückten Paul Feyer und Fritsche zum Dritten dem Spiel endgültig den Stempel der Gäste auf. Der erneute Anschlusstreffer der Hausherren durch Krückeberg bedeutete am Ende nur noch Makulatur. Kügler abschließend: „Das Ergebnis heute ist ein bisschen hart, aber wir machen uns jetzt nicht wild. Ärgerlich ist aber, dass jetzt zum zweiten Mal in Folge der Schiedsrichter nicht gekommen ist und wir kurzfristig improvisieren mussten.“
Tore: 0:1 Patrick Fritsche (3.), 1:1 Jörn Siegroth (13./Strafstoß), 1:2 Fritsche (25.), 1:3 Nils Knoesel (26.), 1:4 Mirko Meyer (36.), 2:4 Niels Krückeberg (53.), 2:5 Paul Feyer (87.), 2:6 Fritsche (88.), 3:6 Krückeberg (90.).
TSV Eintracht Nienstedt – Tündern III 8:2 (3:0).
Die Eintracht feierte am Nachmittag den Kantersieg gegen Tünderns Dritte. „Von Anfang an lief all das reibungslos, was Donnerstag (0:2 gegen Brünnighausen, Anm. d. Red.) noch nicht geklappt hat“, war Nienstedts Sprecher Torsten Reimann voller Euphorie. Gleich dreimal schlugen die Hausherren in Halbzeit eins zu – und dreimal nach dem gleichen Prinzip. Vorstoß über rechts, Flanke in die Mitte, Tor – zweimal jubelte Sebastian Hegewald, einmal Kilian Glashagen.
„In der zweiten Hälfte ging es genauso flott weiter“, betonte Reimann. Im Minutentakt schraubte der TSV das Ergebnis weiter hoch, führte nach 68 Minuten bereits mit 7:0. Zwar gelangen Serdal Aydin per Freistoß und Norman Müller aus der Distanz noch zwei Ehrentreffer, für Blau-Weiß, doch auch Hegewald schlug noch einmal zu – Endstand 8:2. „Das lief heute wirklich wie Bretzel backen. Es freut mich besonders, dass auch endlich wieder unsere Stürmer getroffen haben“, jubelte Reimann und attestierte Dreierpacker Hegewald ein Sonderlob.
Tore: 1:0 Sebastian Hegewald (19.), 2:0 Hegewald (22.), 3:0 Kilian Glashagen (44.), 4:0 Florian Klandt (55.), 5:0 Glashagen (59.), 6:0 Eigentor Moritz Gierke (61.), 7:0 Paul Knappe (68.), 7:1 Serdal Aydin (72.), 8:1 Hegewald (76.), 8:2 Norman Müller (77.).
SG Hameln 74 – TSV Groß Berkel 3:4 (2:3).
Auch in der Nordstadt war wieder Tohuwabohu angesagt. „Wir haben die erste Viertelstunde verschlafen – vielleicht auch, weil sich Nino Delius beim Aufwärmen verletzt hat. Die Anfangsphase ging jedenfalls klar an Groß Berkel“, betonte SG74-Trainer Michael Lauke. Auf das 0:1 durch Nils Haase folgte allerdings schon bald der Ausgleich durch Justin Langner. Nur fünf Minuten später kam Nils Schrader im Sechzehner zu Fall und setzte den fälligen Strafstoß zum 2:1 in die Maschen – Spiel gedreht. Doch es blieb spektakulär im ersten Durchgang. Erst rettete Dennis Lochwitz auf der Linie (32.), dann gelang Philipp Engel dennoch der Ausgleich für die 05er. Anschließend war es Hamelns Torhüter Ahmad Ahmad, der auf der Linie rettete, ehe Sebastian Säbsch bei einem Klärungsversuch ins eigene Tor köpfte und die Pausenführung doch wieder an den TSV überging.
Der zweite Durchgang fügte sich nahtlos in die Geschehnisse ein. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff glich Gabriel Kadi wieder aus für die Lauke-Elf, doch ein zu kurz geratener Abschlag rief Groß Berkels Haase erneut auf den Plan, der wiederum zum 4:3 für Groß Berkel traf. In der Folge hätte auch noch das 4:4 fallen können, als den Hausherren in der 74. Minute ein weiterer Elfmeter zugesprochen wurde, doch TSV-Keeper Paul Merhländer verhinderte den vierten Einschlag. „Es war ein wildes und gutes Spiel. Wir haben in den letzten Minuten nochmal alles nach vorne geworfen und gekämpft, doch es sollte nicht sein. Wir hatten heute Pech, ein Remis wäre sicherlich verdienter gewesen, aber so ist das manchmal“, resümierte Lauke abschließend.
Tore: 0:1 Nils Haase (7.), 1:1 Justin Langner (24.), 2:1 Nils Schrader (29./Strafstoß), 2:2 Philipp Engel (37.), 2:3 Eigentor Sebastian Säbsch (45.), 3:3 Gabriel Kadi (52.), 3:4 Haase (65.).
TuS Löwensen – TB Hilligsfeld II 5:0.
Löwensen hat den nächsten kampflosen Dreier eingefahren. Die Gäste aus Hilligsfeld sind nicht angetreten.
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