20.06.2026 20:22

Relegation zur Bezirksliga


Bezirksliga-Wunder perfekt: TBH stürmt ins Oberhaus!

Schäfer & Ashton treffen für Hilligsfeld / Ernst: „Ein richtig geiles Erlebnis“
TB Hilligsfeld Aufstieg Bezirksliga Fussball
Der TB Hilligsfeld feiert den Aufstieg. Alle Fotos: Luisa Schadeck.

SG Blaues Wunder – TB Hilligsfeld 2:2 (1:1)

Großer Jubel an der Hamel: Der TB Hilligsfeld hat im Showdown der Bezirksliga-Relegation den Aufstieg perfekt gemacht! Vor einer stimmungsvollen Kulisse von rund 150 mitgereisten rot-weißen Fans erkämpften sich die Hilligsfelder ein 2:2-Unentschieden gegen den Bezirksliga-Vertreter SG Blaues Wunder. Mit insgesamt vier Punkten krönte sich der TBH zum Sieger der Dreiergruppe und schaffte den lang ersehnten, historischen Sprung in den Bezirk.

Entsprechend emotional zeigte sich Hilligsfelds Coach Christian Ernst nach dem Schlusspfiff: „Ich habe in der Kabine noch einmal die ganze Reise angesprochen, die wir zusammen dieses Jahr erlebt haben – von Trainingsbeginn vor zwölf Monaten bis heute. Hätte uns das einer gesagt vor einem Jahr, hätten wir gesagt: Ihr seid wahnsinnig, das schaffen wir nie. Und jetzt stehen wir hier. Kreispokalsieger, Bezirksligist, Wahnsinn! Das ist ein richtig, richtig geiles Erlebnis, auch für die Fans drumherum!“

Abseits-Glück und Schäfers Wirkungstreffer
Das Spiel begann mit viel Druck der Hausherren. Blaues Wunder fand besser in die Begegnung, agierte spielbestimmend, blieb im letzten Drittel zunächst aber nicht zwingend genug. In der 15. Minute folgte dann der erste Aufreger: Thorben Behrens traf zur vermeintlichen Führung für Hannover, doch das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits – eine hauchdünne Entscheidung, bei der selbst einige neutrale Zuschauer auf „kein Abseits“ plädierten.

Quasi im Gegenzug folgte der erste Wirkungstreffer des TBH: Nach starker Vorarbeit von Kimi Howanietz über die linke Seite kam Sebastian Schäfer an den Ball, tanzte seinen Gegenspieler geschickt aus und zog aus 17 Metern flach ab – unten rechts schlug das Leder zur vielumjubelten 1:0-Führung ein. „Wir wussten von Anfang an, dass das ein schweres Spiel wird. Wir wollten uns eigentlich eher hinten reinstellen und die Bälle lang kloppen“, verriet Torschütze Schäfer später mit einem glücklichen Lächeln. „Kimi hat das super gemacht, ich habe ihn lautstark angeschrien, weil ich freie Schussbahn hatte. Den Torwart kannte ich noch aus meiner Jugendzeit, deswegen wusste ich ungefähr, wo er steht – dann musste ich ihn nur noch reinschieben.“

In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch, bei dem das Blaue Wunder in der 35. Minute zurückschlug. Nach einer Ecke geriet Felix Heithecker unglücklich an den Ball und verlängerte ihn per Kopf ins eigene Netz zum 1:1-Ausgleich, mit dem es auch in die Kabinen ging.
Jay Ashton TB Hilligsfeld Jubel Fussball
ay Ashton bejubelt seinen Treffer zum 2:1.
Ashtons Traumtor und drei Rote Karten
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Hilligsfelder den besseren Start. In der 51. Minute bekamen die Gäste einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen: Jay Ashton trat aus 20 Metern an, zirkelte den Ball formschön über die Mauer und versenkte ihn unten rechts im Eck zur erneuten 2:1-Führung – die rund 150 mitgereisten TBH-Fans in Ekstase.

Danach verlor das Blaue Wunder sichtlich die Nerven. In der 60. Minute zückte der Unparteiische nach einer Unbeherrschtheit die glatte Rote Karte gegen einen Hannoveraner Akteur auf dem Feld. Nur sechzig Sekunden später eskalierte die Situation an der Seitenlinie: Das Schiedsrichtergespann schickte gleich zwei Verantwortliche auf der Bank des Blauen Wunders ebenfalls mit Rot vom Platz.

In Unterzahl warf Hannover noch einmal alles nach vorne und bewies Moral. Alp Arslan-Melikhjan Avsar hatte kurz vor dem Ende die Riesenchance zum Ausgleich, brachte das Kunststück jedoch fertig, den Ball aus verheißungsvoller Position nicht im Tor unterzubringen. In der fünften Minute der Nachspielzeit erlöste Lasse Marten Jannsen die Heimelf zwar noch mit dem 2:2-Ausgleichstreffer, für den Gesamtsieg des TBH in der Relegationsrunde war dies jedoch nicht mehr ausschlaggebend.

Jonas Schulze TB Hilligsfeld Fussball Foul
Es ging ordentlich zur Sache. Hier wird Jonas Schulze vom TBH gefoult.
Abschiedsschmerz beim Gegner & Mallorca-Pläne beim TBH
Wunder-Trainer Leon Erler zeigte sich nach dem verpassten Aufstieg als fairer, wenn auch geknickter Verlierer: „In der ersten Halbzeit vergeben wir recht viele gute Torchancen. Da hätten wir in Führung gehen können, dann läuft das Spiel ganz anders. Zudem schießen wir ein aus unserer Sicht reguläres Tor. Im Gegenzug kriegen wir das 0:1. Am Ende sind wir einfach selbst schuld, dass wir zu viele Chancen vergeben haben.“ Für Erler war es gleichzeitig ein Abschied: „Mein Entschluss aufzuhören stand schon vor dem Spiel fest. Die Truppe wird es so im Verein nicht mehr geben.“

Beim TBH brachen derweil alle Dämme. Kapitän Silas Bödecker rang sichtlich nach Worten: „Das rührt einfach daher, dass ich letztes Jahr Tündern verlassen und den Jungs gesagt habe, dass ich mit dem TBH in der Bezirksliga spielen will. Dass das im ersten Jahr so kommt – nein, das hätte ich niemals gedacht. Niemand von außerhalb hätte das geglaubt. Aber wir haben es geschafft.“ Für die anstehende Nacht versprach der Spielführer einen Abriss: „Es wird irgendwas Spontanes sein, ganz laute Musik. Ich glaube, die Polizei muss wahrscheinlich wieder kommen und uns bändigen (lacht). Danach geht es nach Mallorca und nächste Woche nach Willingen – besser geht es eigentlich nicht!“

Vom historischen Hilligsfelder Aufstieg profitieren übrigens auch andere, denn der Erfolg löst einen Domino-Effekt im Kreis aus: Die SG Hameln 74 rückt nachträglich in die 1. Kreisklasse hoch, der VfB Hemeringen II klettert in die 2. Kreisklasse und Kreisligist SG Hajen-Latferde feiert den Klassenerhalt!
Tore: 0:1 Sebastian Schäfer (17.), 1:1 Eigentor Felix Heithecker (35.), 1:2 Jay Ashton (51.), 2:2 Lasse Marten Jannsen (90.+5)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Blaues Wunder (60.) sowie zwei weitere Rote Karten für die Bank der SG Blaues Wunder (61.).
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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