10.06.2026 22:04
Relegation zur Frauen-Landesliga
Vorentscheidung? Tündern schwächelt in Akt I
Voss: „Am Ende muss man sagen: ein verdienter Sieg für Mellendorf" / „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben!“

Rica Miserre traf für Tündern zum zwischenzeitlichen 1:0.
Mellendorfer TV – BW Tündern II 4:1 (1:1).
Im Hinspiel der Aufstiegsrelegation zur Landesliga mussten sich die „Schwalben“ beim Mellendorfer TV deutlich mit 1:4 geschlagen geben. Im Duell der beiden Vizemeisterinnen erwischten die Blau-Weißen dabei eigentlich den besseren Start.
Konrad Voss, der den etatmäßigen Coach Aljosha Kowalski an der Seitenlinie vertrat, sah zunächst eine verheißungsvolle Anfangsphase: „Eigentlich sind wir gut reingekommen ins Spiel.“ So verbuchten die Gäste durch Michelle Schrader auch die erste dicke Chance der Partie, als ihr Versuch an die Querlatte klatschte. Auf der Gegenseite war Verlass auf Torhüterin Marina Geßner, die zweimal glänzend parierte, ehe Tündern einen Bilderbuch-Angriff auf den Rasen zauberte. „Da haben wir uns sehr gut durch das Zentrum kombiniert, spielen den Ball links raus, legen noch mal quer und Rica Miserre schiebt ein“, skizzierte Voss den Führungstreffer zum 1:0 (16.).
Flipper-Fußball
Wer gehofft hatte, dass das Tor den Gästen Sicherheit verleihen würde, sah sich jedoch getäuscht. In der Folge übernahm Mellendorf zunehmend die Kontrolle. „Der Gegner war danach mehr am Drücker. Wir hatten keine richtige Struktur mehr, sind nicht in die Ordnung gekommen und waren viel zu hektisch unterwegs“, bemängelte Voss, dessen Elf nicht mehr zu ihrem Spiel fand. Die Quittung folgte in der 33. Minute: Nach einem Durchbruch über Tünderns linke Seite landete die Kugel flach im Fünfmeterraum, wo Jennifer Geisler am zweiten Pfosten lauerte und zum folgerichtigen 1:1-Ausgleich einschob.
Für den zweiten Durchgang hatten sich die Blau-Weißen eigentlich viel vorgenommen. „In der Halbzeit wollten wir mehr Stabilität und Ordnung kreieren und mehr Ruhe am Ball haben. Das ist uns leider überhaupt nicht geglückt“, fand Voss deutliche Worte. Stattdessen entwickelte sich die Begegnung zu einer unruhigen Angelegenheit: „Das war so ein bisschen wie in einem Flipper. Du wirfst den Ball rein und es ging nur noch hin und her.“ Mellendorf nutzte die defensive Unordnung der Gäste eiskalt aus. Per Steckpass wurde Marie Liebkowsky bedient, die zum 2:1 vollstreckte (54.). Nur vier Minuten später fast die Doublette: Erneut reichte ein präziser Steckpass, während die Tünderaner Hintermannschaft gerade rausrückte. Pia Luise Geese tauchte völlig blank vor Geßner auf und erhöhte auf 3:1 (58.).
Die Hoffnung lebt trotz Drei-Tore-Rückstand
In der Schlussphase riskierten die Gäste noch einmal alles und stellten auf eine Dreierkette um, um vorne mehr Druck zu entfachen. Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Statt des Anschlusstreffers fing sich Tündern II einen Konter, den erneut Liebkowsky zum 4:1-Endstand veredelte (73.). „In der zweiten Halbzeit hatten wir leider nicht einen gefährlichen Torabschluss“, resümierte Interimscoach Voss und gratulierte dem Gegner: „Am Ende muss man sagen: ein verdienter Sieg für Mellendorf. Wir sind gar nicht richtig auf den Platz gekommen. Der Gegner war uns in den Grundtugenden des Fußballs – Laufen, Kämpfen, Beißen, Intensität – überlegen.“
Trotz der herben Auswärtsklatsche ist der Traum von der Landesliga im Lager der Blau-Weißen aber noch nicht begraben. Voss abschließend: „Wir gucken jetzt, dass wir im Rückspiel natürlich noch mal alles versuchen, um diesen Drei-Tore-Rückstand zu egalisieren. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben!“
Tore: 0:1 Rica Miserre (16.), 1:1 Jennifer Geisler (33.), 2:1 Marie Liebkowsky (54.), 3:1 Pia Luise Geese (58.), 4:1 Liebkowsky (73.).
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