21.08.2025 22:04
Kreispokal Herren
In der 94. & 97. Minute: „Solte" dreht Ostkreisderby in der Nachspielzeit!
Grohnde souverän in Lüntorf / Viererpacker Yanalak schießt „Köfö" im Alleingang weiter / TSG-Abwehrmauer reicht gegen Preussen nicht aus

Salzhemmendorfs Tim Geffert gelingt der Lucky Punch in letzter Sekunde.
Von Jule Stolpe
TSV Lüntorf – TSV Grohnde (Kreisliga) 1:8 (0:4).
In Lüntorf blieb die Pokalsensation aus: Der TSV musste sich im Gemeindederby gegen den Kreisligisten aus Grohnde klar mit 1:8 geschlagen geben. „Man hat von Anfang an deutlich gesehen, dass Grohnde zwei Ligen höher spielt. Sowohl bei der Ballbehandlung als auch bei der Passsicherheit war das schon enorm, was sie auf den Platz gezaubert haben“, bilanzierte Lüntorf-Coach Udo Kiupel nach dem Abpfiff. Mit der Anfangsphase seines Teams war er dennoch zufrieden: „Die ersten 25 bis 30 Minuten haben wir sehr gut dagegengehalten und uns extrem kämpferisch gezeigt.“ Trotz aller Bemühungen brach die Lüntorfer Abwehrmauer irgendwann, sodass Grohnde noch bis zur Pause vier Tore erzielte und früh alles klar machte.
„Auch in der zweiten Halbzeit haben wir uns nicht aufgegeben und sind trotz des Spielstands nicht vollends eingeknickt“, so Kiupel weiter, der auch hier und da Offensivaktionen seiner Mannschaft erkennen konnte. Die nächsten drei Treffer erzielte jedoch erneut der Kreisligist – unter anderem markierte Grohndes Christopher Thomas in der 76. Minute mit seinem dritten Treffer binnen weniger Minuten einen lupenreinen Hattrick. „Wir hatten die ein oder andere Möglichkeit, konnten allerdings nur eine nutzen und durch Dennis Groß auf 1:7 stellen“, merkte der Trainer der Lüntorfer zum Ehrentreffer an, der in der 79. Minute gelang. Kurz vor Schluss traf Robert Engel ein zweites Mal und stellte den 8:1-Endstand aus Grohnder Sicht her. „Alles in allem hat Grohnde eine bärenstarke Leistung gezeigt, zu der man ihnen definitiv gratulieren muss. Aber ich muss sagen: Auch bei uns haben alle kämpferisch super dagegengehalten, und trotz des hohen Rückstandes sind wir zu keinem Zeitpunkt völlig eingebrochen“, lobte Kiupel abschließend. Damit wurde Grohnde seiner Favoritenrolle im Gemeindederby gerecht und zieht souverän in die nächste Runde ein.
Tore: 0:1 Sebastian Brockmann (27.), 0:2 Robert Engel (37.), 0:3 Nils Petersohn (45.+3), 0:4 Brockmann (45.+5), 0:5 Christopher Thomas (48.), 0:6 Thomas (71.), 0:7 Thomas (76.), 1:7 Dennis Groß (79.), 1:8 Engel (90.).
BW Salzhemmendorf – FC Saale-Ith 3:2 (1:1).
Nach einer aufreibenden Schlussphase in Salzhemmendorf sicherte sich das Heimteam in allerletzter Sekunde den Einzug in die zweite Runde gegen den FC Saale-Ith. „Im Grunde sind wir denkbar schlecht gestartet“, beschrieb BW-Sprecher Tim Geffert die Anfangsphase, in der der FC Saale-Ith nach wenigen Minuten einen langen Ball hinter die Abwehr schlug. Stürmer Felix Lassan profitierte dabei von einem Missverständnis zwischen dem Torwart und Geffert selbst und brachte den Ball direkt im Tor unter. „Wir haben uns trotz des denkbar schlechten Starts nicht unterkriegen lassen und das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben – nämlich viel Kurzpassspiel, mit dem wir so oft wie möglich ins letzte Drittel kommen wollten“, so Geffert weiter. Die gesamte erste Halbzeit sei geprägt gewesen von Salzhemmendorfs Versuchen, vor allem über die Außenbahnen durchzubrechen. „Wir waren schon die dominantere Mannschaft, ohne die ganz großen Möglichkeiten zu haben.“ Das Ergebnis: rund 15 Ecken – und bis zur 40. Minute nichts Zählbares. Dann aber nutzte Mohamad Kraja einen Fehler des FC-Keepers, der eine Ecke nicht festhalten konnte. Aus sechs Metern schob der Stürmer zum Ausgleich ein (40.).
„In der zweiten Halbzeit waren wir dann nicht mehr so drückend, und genau wie in der Anfangsphase wurde das direkt bestraft“, haderte Geffert. In der 50. Minute war es erneut ein langer Ball auf Lassan, der dieses Mal für seinen Mitspieler Karsten Eberding ablegte. Dieser traf aus 16 Metern überragend genau in den Winkel. „Da haben wir zum zweiten Mal gemerkt, dass unsere individuellen Fehler sofort bestraft werden. Saale-Ith hat wirklich mit herausragender Leidenschaft und Zweikampfführung agiert und hätte den Sieg auch verdient gehabt.“ Nach dem 2:1 für die Gäste war die Partie jedoch noch nicht entschieden. In der Nachspielzeit erhöhte Salzhemmendorf das Risiko und schlug mehrere lange Bälle nach vorne. Ein Gewühl vor dem Strafraum nutzte erneut Mohamad Kraja, der seinen Doppelpack schnürte und zum 2:2 ausglich (90.+4). Auf ein Elfmeterschießen schien in Salzhemmendorf jedoch niemand Lust zu haben: In der allerletzten Aktion rutschte ein weiterer langer Ball durch die FC-Abwehr, und Tim Geffert selbst blieb im Eins-gegen-eins mit dem Keeper cool und schob zum umjubelten Last-Minute-Sieg ein. „Natürlich freuen wir uns sehr darüber, auch wenn beide Teams ein Weiterkommen verdient gehabt hätten“, resümierte der Siegtorschütze und hob die Leistung seines Mitspielers Mohamad Kraja besonders hervor.
Tore: 0:1 Felix Lassan (3.), 1:1 Mohamad Kraja (40.), 1:2 Karsten Eberding (50.), 2:2 Kraja (90.+4), 3:2 Geffert (90.+7).
TSV Germania Reher – SSV Königsförde 2:4 (0:3).
Germania Reher unterlag im Pokal zuhause dem Favoriten aus Königsförde mit 2:4. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten nach rund zwei Minuten die riesige Möglichkeit zur Führung, als wir praktisch zu dritt auf den Torwart zuliefen“, beschrieb Rehers Trainer Dominic Meyer. Statt einer überraschenden Führung seines Teams wurde die ausgelassene Chance fast im direkten Gegenzug bestraft: Hasan Yanalak brachte „Köfö“ in Front. Bis zur Halbzeit erhöhte Yanalak mit drei weiteren Treffern – allesamt nach „eigenen Fehlern“ von Reher, wie Meyer anmerkte. „Zwischendrin, kurz nach dem 0:3, hatten wir eine gute Chance auf den Anschlusstreffer. Der ist uns genauso wenig gelungen wie die frühe Führung. Wenn diese beiden Tore fallen, verläuft das Spiel sicher anders“, haderte der Coach. In der zweiten Halbzeit nahm der Kreisligist etwas Tempo heraus, und die Hausherren kamen besser ins Spiel. „Wir sind leider zu spät aufgewacht, sodass die beiden Tore, die wir in der Schlussphase noch erzielten, nichts mehr am Pokalaus ändern konnten“, so Meyer abschließend. „Insgesamt hat man den Klassenunterschied deutlich gemerkt. Sowohl konditionell als auch taktisch ist Königsförde schon auf dem Weg, auf den wir auch noch kommen wollen.“ Besonders hervor hob Meyer Vierfach-Torschütze Hasan Yanalak und Königsfördes Cihan Emre Cetin, die Reher vor die größten Probleme stellten und maßgeblich zum Weiterkommen beitrugen.
Tore: 0:1 Hasan Yanalak (5.), 0:2 Yanalak (23.), 0:3 Yanalak (32.), 0:4 Yanalak (56.), 1:4 Louis Naumann (74.), 2:4 (88.).
FC Preussen Hameln – TSG Emmerthal 3:1 (1:0).
Der FC Preussen Hameln hat sich gegen Ligakonkurrent TSG Emmerthal mit 3:1 durchgesetzt und ist in die nächste Runde eingezogen. „Die erste Halbzeit war sehr einseitig. Emmerthal hat sich stark aufs Verteidigen konzentriert – und das ist ihnen auch gut gelungen“, erklärte Preussen-Trainer Pascal Lüdtke. Teilweise habe die TSG mit einer Sechserkette im eigenen Strafraum agiert. Kurz vor der Pause gab es dann aber zu viel Gewusel im Sechzehner, und die Hamelner bekamen einen aus Lüdtkes Sicht berechtigten Strafstoß zugesprochen, den Finn-Kristian Fischer sicher verwandelte.
„In die zweite Halbzeit sind wir gut reingekommen und haben direkt nach zehn Minuten nachgelegt“, zeigte sich Lüdtke zunächst zufrieden. Danach stellte Emmerthal um und agierte offensiver. „Da wurde das Spiel ein bisschen zerfahrener, und die TSG hatte auch zwei bis drei sehr gute Chancen, bei denen sie teilweise sogar alleine auf unseren Keeper zuliefen.“ Der Bezirksliga-Absteiger blieb dennoch die dominantere Mannschaft, bestimmte weitgehend das Geschehen und hielt den Offensivbemühungen der Gäste stand. Eine Viertelstunde vor Schluss machte Dennis Fulek mit dem 3:0 alles klar, ehe Kevin Vogt kurz vor Ende noch den Ehrentreffer für Emmerthal erzielte (83.).
Tore: 1:0 Finn-Kristian Fischer/Strafstoß (42.), 2:0 Lenard Gallapeni (55.), 3:0 Dennis Fulek (74.), 3:1 Kevin Vogt (83.).
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