17.05.2024 14:22

Kreispokal - Finale


Kreispokal-Endspiel! „Finale Dahoam" für Azadi - „Highlightspiel“ für Bisperode

Pfingstsonntag, 15 Uhr, im Weserberglandstadion
Egcon Musliji Azadi Hameln Robert Voss TSV Bisperode Fussball Kreispokal
Zwei prägende Figuren treffen aufeinander: Azadi-Leader Egcon Musliji und Bisperodes Kreisliga-Müller Robert Voss.

Azadi - Bisperode Finale

Am Pfingstsonntag, 15 Uhr, sind alle lokalsportinteressierten Augen auf das Weserberglandstadion in Hameln gerichtet, wenn das Kreispokal-Finale zwischen dem SV Azadi Hameln und TSV Bisperode steigt. Gleichzeitig ist es auch ein Duell zweier Vereine, die in der Vergangenheit bereits den Pokal in die Höhe gestemmt haben. Bisperode gelang dies zuletzt im Jahr 2019, Azadi Hameln triumphierte 2022.

Die „Adler“ gelten im Vorfeld des Duells angesichts des überzeugenden 4:1-Halbfinalsieges gegen die SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst als Favorit. Zwar fehlt es Azadi Hameln an personeller Konstanz, um ganz oben in der Kreisliga mitzumischen, doch bietet das Team um Manager Yalcin Uzun in den entscheidenden Duellen stets alles auf, was spielberechtigt ist – und das ist einiges. Das musste unter anderem auch Kreisliga-Dominator Preussen Hameln bei der 3:4-Derbyniederlage im Viertelfinale leidvoll erfahren. Insbesondere die beiden Jugend-Bundesliga-erfahrenen Egcon Musliji und Can Gürek stachen am Mittwoch gegen Großenwieden heraus, doch sind das längst nicht alle begabten Fußballer bei den Hamelnern. Abwehrchef Turan Seyyar, Mittelfeldmann Gebraiel Berjawi, Jungspund Eron Musliji – die damit noch lange nicht vollständige Liste an technisch begabten Fußballern in Reihen des SVA ist lang. Und dann noch das Heimspiel im Weserberglandstadion, obwohl ausgerechnet der Konkurrent Preussen Hameln Ausrichter ist – es kommt viel für Musliji & Co. zusammen, um anlässlich des zehnjährigen Vereinsbestehens einen historischen Tag zu erleben.
Und die Bisperoder? Der TSV schlug am Donnerstagabend die TSG Emmerthal im Elfmeterschießen mit 7:6, hatte einen nicht ganz so harten Weg ins Finale wie Azadi Hameln. Ein Freilos, ein Sieg gegen den TSV Brünnighausen (2. Kreisklasse), ein Sieg gegen Hemeringen (Kreisliga) und ein Sieg gegen die SSG Halvestorf (1. Kreisklasse) führten letztlich ins „Final Four“. Auch aufgrund ihrer prekären Lage in der Kreisliga gehen die Blau-Gelben nicht als Favorit ins Rennen, bewiesen aber am Donnerstag eindrucksvoll: Mit ihren treuen Fans im Rücken und ihrem unbedingten Kampfeswillen kann die Elf um Trainer Daniel Ivicic grundsätzlich jedem Team auf Kreisebene gefährlich werden – und das soll auch gegen die „Adler“ gelingen...

Das sagt Azadi-Manager Yalcin Uzun vor dem Finale:
„Finale Dahoam! Was einige nicht wissen und falsch kommuniziert worden ist im Vorfeld, wir haben uns seit über einem Jahr auch für dieses Finale als Veranstalter beworben. da wir dieses Jahr unsere zehnjähriges Vereinsbestehen feiern. Seit zehn Jahren führen wir nun diesen Kampf , den Kampf um Anerkennung, Akzeptanz und Gleichberechtigung. Mal passieren Unstimmigkeiten, sowohl von unserer Seite als auch von unseren Gegnern. So ist das Leben, und ich sage immer: Es lohnt sich zu kämpfen für das Gute, für die guten Menschen in dieser Bubble Kreisfußball. Gegen eine sympathische Mannschaft aus Bisperode zu spielen, ist eine schöne Abrundung des Ganzen zu diesem Thema. Bisperode hat im Halbfinale eine taktische sowie kämpferische Meisterleistung hingelegt und steht daher nicht zu unrecht im Finale. Wir müssen zu jeder Zeit wach sein, und genauso eine Leidenschaft an den Tag legen wie im Halbfinale gegen Großenwieden. Auch deren lautstarke Fans werden Bisperode pushen, aber ich glaube, ohne jemanden zu nahe zu treten, wir haben die besten Fans im Landkreis und die werden unsere 'Adler' nach vorne peitschen! Denn ohne sie wären wir niemals soweit gekommen – dank ihrer unglaublichen Unterstützung sind wir hier. Ein Finale zuhause im eigenen Wohnzimmer, dieses Drama, diese do-or-die-Spiele und die ganzen Geschichten, die dazu gehören - genau das ist es doch, was wir so lieben am Fußball. Wir haben einige angeschlagene Spieler, aber am Ende ist fast schon egal, wer auf dem Feld ist und spielt. Ich habe Vertrauen in jeden einzelnen Spieler in unserem Kader, dass dieser, fußballerisch sowieso, aber eben auch mental stark genug ist, in einem Finale das Bestmögliche seines Könnens zu zeigen. Die Erfahrung aus dem Finalsieg 2022 wird uns hoffentlich helfen, auf dem Weg zum zweiten Titel für unsere 'Adler'!“

Das sagt Bisperodes Co-Trainer Konrad Voss vor dem Finale:
„Es ergibt null Komma null Sinn, dass wir im Finale stehen, aber das ist ja auch das Schöne am Fußball, dass im Pokal auch mal eine Mannschaft vorne dabei ist, die nicht zu den besten im Kreis gehört. Azadi ist haushoher Favorit. Im Halbfinale konnte man schon sehen, dass es brutal schwierig wird, diese unglaubliche Offensive in den Griff zu bekommen. Der große Platz im Weserberglandstadion macht es noch einmal schwieriger und für Azadi ist es zusätzlich noch ein Heimspiel. Das macht es für uns zu einem doppelten Auswärtsspiel. Wir sind der deutliche 'Underdog', fühlen uns in dieser Rolle aber auch wohl. Wir sind froh, überhaupt im Finale zu stehen. Die Mannschaft musste viel Kritik von außen, aber auch von uns Trainern einstecken, steckt in der Kreisliga im Abstiegskampf. Da sind Spiele wie diese einfach nur schön, weil sie zeigen, dass die Jungs eben doch gut sind und besondere Dinge erreichen können. Dieses Highlightspiel alleine ist schon Belohnung genug. Aber natürlich werden wir versuchen, mit unseren Mitteln dagegenzuhalten. Wir wollen es Azadi so schwierig wie möglich machen und alles für unseren Trainer Daniel Ivicic geben, der mit seiner Jugendmannschaft über Pfingsten bei einem Jugendturnier in Dänemark ist. Wer konnte vor einigen Monaten schon ahnen, dass wir ins Pokalfinale einziehen!?“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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