26.06.2022 18:55

Kreispokal - Finale


Elfmeter-Dramatik pur: Azadi holt erstmals den Kreispokal!

Elfmeterschießen: Avci & Keeper Kheder die Pokalhelden / Tränen der Freude, Tränen der Trauer – Beberbach-Arena bebt
Dieses Video wird bei Aktivierung von Google YouTube nachgeladen.
Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Azadi Hameln bejubelt den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

SF Osterwald – SV Azadi Hameln 2:4 nach Elfmeterschießen (1:1/1:1).

Gegen 17.10 Uhr bebte die Beberbach-Arena. Die zahlreich angereisten Azadi Hameln-Fans stürmten in völliger Ekstase auf den Platz, ließen ihre Pokalhelden hochleben, tanzten, feierten, jubelten. Mohammed Avci hatte Sekunden zuvor in einem dramatischen Elfmeterschießen das entscheidende 4:2 erzielt und dem jungen Hamelner Verein den ersten Kreispokalsieg in der Vereinsgeschichte beschert. „Ehrlich gesagt kann ich gerade nicht viel sagen. Das ist einfach nur unglaublich. Wir haben es wirklich geschafft“, war Manager Yalcin Uzun mit den Nerven am Ende – und einfach nur erleichtert. Nach dem Kreisliga-Klassenerhalt und einer schwierigen Saison krönten die „Adler“ das Jahr mit dem Kreispokal. SFO-Spartenleiter Sebastian Decker rang auf der anderen Seite mit den Tränen: „Die Jungs haben ihre Seele auf dem Platz gelassen und in diesem Finale eine Bombenleistung gezeigt. Dass es dann so endet – das ist eben Elfmeterschießen. Trotzdem bin ich unendlich stolz darauf, was diese Mannschaft für den Verein und unser Dorf geleistet hat. Was sie uns für tolle Momente beschert hat und noch bescheren wird. Glückwunsch an Azadi Hameln. Sie sind der glückliche Gewinner in einem Finale, das eigentlich keinen Verlierer verdient hat.“

In den vorangegangenen 90 Minuten waren die eine Klasse höher spielenden Hamelner erwartungsgemäß spielerisch überlegen. Die Sportfreunde hielten jedoch mit den Mitteln, die sie bereits ins Finale gebracht haben, voll dagegen: Laufbereitschaft, Kampfeswille und Zweikampfstärke. In der 7. Minute klingelte es nach verhaltenem Beginn bereits das erste und einzige Mal im Kasten der Osterwalder: Ein Kopfball fiel zunächst auf die Latte, sprang aber zurück ins Feld. Azadi-Torjäger Mohammed Avci stand goldrichtig und köpfte frei zum 1:0 ein. In der Folge strahlte die Elf von Trainer Özkan Ünsal weiterhin mehr Torgefahr aus: Avci scheiterte im Eins-gegen-Eins an Osterwalds erneut starkem Keeper Fabian Dickow (24.), nur eine Minute später wurde Gezim Musliji von einem Mitspieler angeschossen und der Ball rollte Zentimeter am Gehäuse vorbei. Die Sportfreunde brachten Hamelns Torhüter Obeid Alahmo in dieser Phase mit zu unpräzisen Distanzschüssen kaum in Bedrängnis – bis zur 38. Minute, als er einen Freistoß von Alex Kaller über die Latte kratzte. Beim direkt anschließenden Eckball kam Luc Termer noch einmal zum Abschluss, schoss aber knapp vorbei. Im Gegenzug fand Avci nach einem Traumpass von Turan Seyyar im Eins-gegen-Eins wieder seinen Meister in Dickow (43.). Bereits in der Nachspielzeit angekommen, schlug Osterwald zurück: Nach einem Freistoß von Hendrik Mey aus halblinker Position hielt Azadis Gezim Musliji die Stirn in den Schuss und verlieh dem Ball eine kleine Richtungsänderung, sodass er zum 1:1 einschlug.
Nach dem Seitenwechsel bot sich den geschätzten 700 Zuschauern ein ähnliches Bild: Azadi war um die erneute Führung bemüht, doch Osterwald stemmte sich mit allen Kräften dagegen. In der 48. Minute tauchte Ilias Karabalidis alleine vor Schlussmann Dickow auf. Letzterer verkürzte den Winkel jedoch, sodass Karabalidis' Schuss das Tor um Haaresbreite verfehlte. Nur 120 Sekunden später feuerte Azadi-Abwehrchef Gezim Musliji einen Schuss aus 20 Metern ab, das Leder klatschte an die Latte. In der 55. Minute kratzte Dickow einen weiteren Distanzversuch von Dardan Gjelevic aus der Ecke. David Uzun hatte im weiteren Verlauf die Riesenchance auf das 2:1, brachte die Flanke von Avci jedoch aus zwei Metern nicht über die Linie (67.). Mazloum Mussa fand danach aus der Distanz ebenfalls keinen Weg vorbei an Dickow (73.). Osterwald wurde bis in die Schlussminuten nur einmal wirklich gefährlich, hatte in der Nachspielzeit aber den „Lucky Punch“ auf dem Fuß: Luc Termer verfehlte das Tor nach einer Flanke knapp. Kurz darauf wechselten die Hamelner mit  Faiz Faris Kheder ihren „Elfmeter-Killer“ für Alahmo ein – und das sollte sich auszahlen.

Zunächst geriet der Favorit jedoch im Elfmeterschießen ins Hintertreffen: Hendrik Mey verwandelte souverän zum 2:1 für Osterwald und Dickow parierte den Versuch von Mazloum Mussa stark. Jetzt schlug die Stunde von Kheder: Erst hielt er den Schuss von Javen Hafer, ehe er auch bei René Nowicki die Ecke ahnte und den Schuss entschärfte. Zwischendurch erzielte Hawkar Khoshnau das 2:2. Besonders bitter für Osterwald: Dickow hatte den Ball schon fast sicher, die ersten SFO-Fans jubelten bereits – doch der Ball rollte noch über die Linie. Gezim Musliji schoss Azadi schließlich mit 3:2 in Führung, ehe Osterwalds Felix Quindt das Leder mit vollem Risiko an die Latte hämmerte. Damit hatte Mohammed Avci im achten Schuss den Sieg auf dem Fuß – und ließ ihn sich nicht mehr nehmen. 

Manager Uzun kündigte an: „Heute gibt’s einfach nur Party. Wir können das noch gar nicht richtig realisieren, das ist Ekstase pur. Ich kann gerade kaum auf das Spiel zurückblicken, es war Anspannung pur, es ist wie in einem Film vor mir abgelaufen. Wir sind glücklich, stolz und froh. Abschließend möchte ich aber noch ein paar Worte an Osterwald richten und mich für dieses faire und spannende Finale bedanken. Sie haben gekämpft wie die Löwen. Ich hoffe, dass sie den Schmerz schnell hinter sich lassen können und stolz auf das sind, was sie erreicht haben.“

Das Schiedsrichtergespann um Daniel Harting hatte keinerlei Probleme das Spiel zu leiten und die gewohnt souveräne Leitung von Harting fand viel Anklang. Ausrichter SSV Königsförde war darüber hinaus ein würdiger Gastgeber des Endspiels.

Der neue NFV-Kreisvorsitzende Thomas Bertram konnte krankheitsbedingt nicht zum Finale kommen, richtete aber seine Glückwunsche aus: "Zuerst meinen herzlichen Glückwunsch an SV Azadi Hameln zum Sieg im Pokalfinale. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, nach meiner Wahl zum Kreisvorsitzenden heute persönlich in Königsförde zu erscheinen und die Siegerehrung vorzunehmen. Leider war dies krankheitsbedingt nicht möglich. Vielen Dank an dieser Stelle an die Mitglieder des Spielausschusses mit ihrem Vorsitzenden Henrik Wustrack. Bereits in den Halbfinalspielen in Hilligsfeld konnte ich live miterleben, mit welcher Leidenschaft beide Vereine ins Finale kommen wollten. Am Ende kann jedoch nur ein Sieger vom Platz gehen. Meine Glückwünsche gehen natürlich auch an die Sportfreunde Osterwald, die mit toller Fan-Unterstützung verdient ins Finale eingezogen sind. Herzlichen Dank auch an den SSV Königförde für die Ausrichtung dieses Events."
SF Osterwald: Dickow, Mey, Grosser, Sohns (39. Quindt), Kaller, Nowicki, Groß, Hafer, Schütte (86. Schweda), L. Termer, J. Termer (63. Neujahr).
SV Azadi Hameln: Alahmo (90.+2 Kheder), Mussa, Gjelevic, Musliji, Uzun (83. I. Seyyar), Karabalidis (80. Khoshnau), T. Seyyar, Ördek, Shendi, Caka, Avci.
Zuschauer: geschätzte 700.
Schiedsrichter: D. Harting.
Assistenten: T. Zylla, A. Wegener.
Tore: 0:1 Mohammed Avci (8.), 1:1 Hendrik Mey (45.+1).
Elfmeterschießen:
1. Hendrik Mey (Osterwald) trifft zum 2:1
2. Mazloum Mussa (Azadi) verschießt – Torhüter Fabian Dickow pariert
3. Javen Hafer (Oserwald) verschießt – Torhüter Faiz Faris Kheder pariert
4. Hawkar Khoshnau (Azadi) trifft zum 2:2
5. René Nowicki (Osterwald) verschießt – Torhüter Faiz Faris Kheder pariert
6. Gezim Musliji (Azadi) trifft zum 2:3
7. Felix Quindt (Osterwald) verschießt – Latte
8. Mohammed Avci (Azadi) trifft zum 2:4 – Ende
18 / 346

Autor des Artikels

Team AWesA
Team AWesA
Das Team AWesA stellt Euch die aktuellsten Sportnachrichten aus Hameln-Pyrmont kostenlos zur Verfügung. Bei Fragen und Anregungen kannst Du uns gern kontaktieren.
Telefon: 05155 / 2819-320
info@awesa.de

Webdesign & CMS by cybox