19.08.2026 08:41
2. Runde Bezirkspokal
Drama pur im Bezirkspokal: Zwei Elfmeterschießen und ein knapper Sieg
Nettelrede sorgt für Überraschung / Hilligsfeld verpasst nächste Runde im Elfmeterschießen / Halvestorf durch

Entwicklete sich zum Tünderaner Albtraum und Matchwinner: Nettelredes Torhüter Rene Sustrate.
Von Maja Mügge
SV Alfeld – TB Hilligsfeld 10:9 n.E. (0:0, 3:3).
Der TB Hilligsfeld hat den Einzug in die nächste Runde des Bezirkspokals knapp im Elfmeterschießen verpasst. Nach 97 intensiven Minuten stand es beim SV Alfeld 3:3, ehe die Gastgeber vom Punkt mit 10:9 die Oberhand behielten. Entsprechend zwiegespalten fiel das Fazit von TBH-Trainer Christian Ernst aus: „In der Liga wäre ein Unentschieden nach dem Spielverlauf gerecht gewesen. Wenn man aber 3:1 führt, will man das natürlich nach Hause bringen, gerade im Pokal.“
In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften über weite Strecken. Gefährliche Torchancen blieben Mangelware, stattdessen prägten viele Zweikämpfe und intensive Laufarbeit das Geschehen. Folgerichtig ging es torlos in die Kabinen. „Das 0:0 zur Halbzeit ging völlig in Ordnung.“
Sechs Treffer in Halbzeit zwei und ein Drama im Elfmeterschießen
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn brachte Cristiano dos Santos die Gäste in Führung. Ein Konter über die linke Seite wurde quergelegt, am Ende der Kette wartete dos Santos und schob zum 1:0 ein (48.). Der SV Alfeld antwortete jedoch durch Finn Lüdtke, dessen Schuss aus rund 30 Metern noch leicht abgefälscht wurde und zum 1:1 im Netz landete (61.). Hilligsfeld zeigte sich davon unbeeindruckt und schlug wenig später erneut zu. Das 2:1 durch den kurz zuvor eingewechselten Carlos Weide entstand ähnlich wie der erste Treffer. Wieder setzte sich der TBH über die linke Seite durch, ehe Weide den Ball nur noch einschieben musste (70.). Als Jay Ashton nach einer Ecke den zurückspringenden Ball aufnahm, sich im Strafraum im Eins-gegen-Eins durchsetzte und zum 3:1 traf (85.), schien die Entscheidung gefallen.
Doch die Schlussphase entwickelte sich turbulent. Bereits in der 83. Minute hatte ein Alfelder-Akteur die Rote Karte gesehen. Dennoch verkürzten die Hausherren durch Finn-Niklas König auf 2:3 (87.). „Hier hätte die Aktion aus meiner Sicht mit einem taktischen Foul im Mittelfeld entschärft werden müssen.“ beschreibt Ernst die Situation vor dem Anschlusstreffer. Kurz nach Beginn der Nachspielzeit musste dann auch Hilligsfeld nach einer Gelb-Roten Karte zu zehnt weiterspielen. In der letzten Aktion der regulären Spielzeit führte schließlich eine Flanke mit anschließendem Abschluss, wieder durch Finn-Niklas König, am langen Pfosten zum 3:3-Ausgleich (90.+5.) „Wir waren hintenraus einfach etwas zu ungeschickt und haben es versäumt, den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen.“, räumte Ernst ein.
Im anschließenden Elfmeterschießen entwickelte sich ein echter Krimi. Beide Mannschaften zeigten zunächst starke Nerven. Den ersten Matchball auf Seiten des TBH vergab jedoch der fünfte Schütze, sodass sich der SV Alfeld am Ende mit 10:9 durchsetzt. Trotz des Ausscheidens fand der TBH-Coach lobende Worte für seine Mannschaft. Besonders hob er Torhüter Jakob Clemes Kreibohm hervor, der sein erstes Herrenspiel absolvierte und dabei eine starke Leistung zwischen den Pfosten zeigte.
TB Hilligsfeld: Kreibohm, Karock, Abakumov, dos Santos, Howanietz, Hansen, Oberkötter (46. Ashton), Vidicek, Söchting, Jürgens (65. Weide), Stolpe (90.+1 Borkert).
Tore: 0:1 Cristiano dos Santos (48.), 1:1 Finn Lüdtke (61.), 1:2 Carlos Weide (70.), 1:3 Ashton (85.), 2:3 Finn-Niklas König (87.), 3:3 Finn-Niklas König (90.+5).
Besonderes: Platzverweis gegen SV Alfeld (83.) und gegen TB Hilligsfeld (90.+1).
SC Rinteln – SSG Halvestorf/Herkendorf 2:3 (0:0).
Die SSG Halvestorf/Herkendorf steht nach einem 3:2-Auswärtserfolg beim SC Rinteln in der dritten Runde des Bezirkspokals. Der Sieg fiel am Ende knapper aus, als es die Spielanteile und Chancenverhältnisse über weite Strecken vermuten ließen. „Wir waren das gesamte Spiel eigentlich deutlich überlegen, haben aber unsere Chancen nicht genutzt“, bilanzierte SSG-Sprecher Burkhard Büchler.
Von Beginn an bestimmten die Gäste das Geschehen und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem zwischen der 25. und 30. Minute kam die SSG mehrfach gefährlich vor das Tor. „Wir hatten mehrere gute Chancen aus knapp 16 Metern, scheiterten aber am Rintelner Schlussmann oder verfehlten das Gehäuse knapp.“ berichtete Büchler. Defensiv ließ Halvestorf kaum etwas zu. Die Gastgeber wurden lediglich ein- bis zweimal gefährlich, doch Torwart Justin Gerche war jeweils sicher zur Stelle. So blieb es trotz klarer Feldvorteile der Gäste beim torlosen Unentschieden zur Pause.
Neun Minuten bringen Halvestorf auf die Siegerstraße
Nach dem Seitenwechsel belohnte sich die SSG dann für ihren Aufwand. Innerhalb von nur neun Minuten sorgten Rodi Celik (48.), Myles Neumann (50.) und Josh Jürgens (57.) für eine komfortable 3:0-Führung. „Mit den drei guten Chancen in zehn Minuten haben wir das Spiel eigentlich entschieden“, sagte Büchler. Auch danach erspielten sich die Gäste weitere Möglichkeiten, ließen jedoch die Chance auf eine frühere Entscheidung liegen. „Wir hätten das Ergebnis deutlich höher gestalten können, aber der letzte Pass war oft nicht genau genug oder wir sind am Torwart gescheitert.“
Der SC Rinteln verkürzte dann in der 62. Minute durch Oliver Meinardus und einen abgefälschten Volleyschuss auf 1:3. Trotz des Gegentreffers behielt die SSG die Kontrolle über die Begegnung und ließ weitere hochkarätige Chancen zunächst ungenutzt. Erst kurz vor Schluss wurde es noch einmal spannend. Nachdem Rinteln bis dahin kaum gefährlich vor das Tor gekommen war, erzielte Luca Lohmeier in der 88. Minute das 2:3. Die Gastgeber witterten anschließend noch einmal ihre Chance, doch die SSG brachte die knappe Führung letztlich ohne größere Probleme ins Ziel. Entsprechend zufrieden fiel das Fazit des SSG-Sprechers aus. Trotz der ausgelassenen Möglichkeiten sei der Erfolg verdient gewesen. Ein Sonderlob wollte Büchler dabei bewusst nicht verteilen: „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung.“ gab er abschließend zu Protokoll.
SSG Halvestorf/Herkendorf: Gerche, Dubiel, Jürgens, Manka (62. Berisha), Dönecke (62. Heine), Tegtmeyer (73. Maass), Katunda Nakahosa, Schieb, Neumann (83. Azimi), Adyemo, Celik.
Tore: 0:1 Rodi Celik (48.), 0:2 Myles Neumann (50.), 0:3 Josh Jürgens (57.), 1:3 Oliver Meinardus (62.), 2:3 Luca Lohmeier (88.).
TSV Nettelrede – BW Tündern 9:8 n.E. (0:1, 1:1).
Der TSV Nettelrede hat in der zweiten Runde des Bezirkspokals für eine Überraschung gesorgt und Bezirksligist BW Tündern nach einem dramatischen Elfmeterschießen mit 9:8 ausgeschaltet. Nach regulären 90 Minuten stand es zunächst 1:1. Während auf Seiten der Gastgeber große Freude herrschte, ärgerte sich Tünderns Sprecher Rudi Sonnemann über die verpassten Möglichkeiten.
Die Gäste erwischten den besseren Start in die Partie. „Die ersten 35 Minuten hatten wir das Spiel fest im Griff“, erklärte Sonnemann. Auch Nettelredes Sprecher Leon Meyerhoff sah Vorteile für die Schwalben in der Anfangsphase: „Die ersten zehn bis 15 Minuten gingen an Tündern, weil wir einfach etwas ängstlich waren.“ Folgerichtig gingen die Gäste in der 14. Minute in Führung. Lorenco Rebic drehte sich clever auf und traf aus rund 20 bis 25 Metern ins lange Eck zum 1:0.
In der Folge fand der Kreisligist jedoch besser ins Spiel. „Ab dann waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Meyerhoff. Die größte Gelegenheit zum Ausgleich hatte Luca Barthel in der 24. Minute, als er aus kurzer Distanz frei vor dem Tor auftauchte. Tünderns Schlussmann Kolja Kowalski reagierte jedoch stark und verhinderte den Einschlag. Sonnemann dagegen ärgerte sich, dass seine Mannschaft nicht nachlegte: „Wir hätten schon in der ersten Halbzeit das 2:0 machen müssen.“
Verpasste Chancen auf der einen Seite, großer Kampf auf der anderen
Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst die große Chance zur Vorentscheidung für die Gäste. Ugur Aydin scheiterte nach einem Fehler im Nettelreder Aufbau allein vor Torhüter Rene Sustrate (58.). Wenige Minuten später setzte sich ein Tünderaner über die linke Seite durch, doch erneut war Sustrate zur Stelle und lenkte den Ball noch an den Pfosten. „Bis zur 65. Minute hatten wir sehr gute Chancen, aber kein Tor gemacht“, bilanzierte Sonnemann.
Je länger die Partie dauerte, desto mehr arbeitete sich Nettelrede zurück. „Ab diesem Zeitpunkt wurden wir wieder präsenter und besser“, berichtete Meyerhoff. Zwar tat sich der TSV schwer, klare Chancen herauszuspielen, doch die Hausherren gaben nicht auf. In der 88. Minute verpasste Finn Langenstein per Kopf nach einem Freistoß noch knapp den Ausgleich, weil Kowalski den Ball über die Latte lenkte. Als bereits alles auf einen Tünderaner Sieg hindeutete, schlug Nettelrede doch noch zu. Nach einem Standard traf Luca Kreutzer in der Nachspielzeit zunächst die Latte, setzte nach und erzielte das 1:1 (90.+2). „Der Ausgleich war hochverdient“, meinte Meyerhoff.
TSV-Keeper Sustrate wird zum Elfmeter-Held
Im anschließenden Elfmeterschießen entwickelte sich ein echtes Drama. Beide Mannschaften vergaben mehrfach die Chance, die Entscheidung herbeizuführen. Letztlich avancierte TSV-Keeper Rene Sustrate zum Matchwinner, als er den entscheidenden Strafstoß verwandelte und anschließend miterlebte, wie Tünderns Kolja Kowalski den letzten Elfmeter neben den Pfosten setzte. „Rene hat im Elfmeterschießen gezeigt, dass ihm das Halten und offenbar auch das Treffen Spaß macht“, sagte Meyerhoff mit einem Schmunzeln. „Die ganze Mannschaft hat sich dieses Spiel verdient. Die Jungs haben nicht nur kämpferisch dagegengehalten, sondern auch fußballerisch mehr als Paroli geboten.“ Erklärt der TSV-Sprecher nach Abpfiff.
Bei den Gästen überwog dagegen die Enttäuschung. „Elfmeterschießen ist Glückssache“, erklärte Sonnemann. Dennoch sah er sein Team über weite Strecken im Vorteil: „Nach 90 Minuten hätten wir einfach cleverer sein und das Spiel gewinnen müssen.“ Ein Sonderlob verteilte Sonnemann dennoch: „Anel Azemovic hat ein super Spiel gemacht, hinten rechts ausgeholfen und auch nach vorne gute Akzente gesetzt.“ Am Ende durfte jedoch der TSV Nettelrede jubeln, der den Bezirksligisten nach großem Kampf aus dem Wettbewerb warf.
TSV Nettelrede: Sustrate, Kohl, Ketterer, Hirtz, Imhoff (83. Thiede), Barthel, Hirtz, Grabarits, Langenstein, Vogt (56. Avci), Hachfeld (45. Kreutzer)
BW Tündern: Kowalski, Regjepi, Heller (45. Müller), Lübbering, Rebic, Scholtka, Aydin, Just, Günkaya (83. Aydin), Azemovic, Herrmann
Tore: 0:1 Lorenco Rebic (14.), 1:1 Luca Kreutzer (90.+2).
Kommentare