02.08.2026 18:45

Bezirkspokal - 1. Runde


„Chef“ Aydin führt Tündern zum Sieg – Nettelrede überrascht Salzhemmendorf

Halvestorf souverän in der nächsten Runde / Büchler: „Ich finde fast, dass die bessere Mannschaft verloren hat“
Ugur Aydin BW Tuendern Dribbling Landesliga
Ugur Aydin war am Nachmittag der Matchwinner bei Blau-Weiß Tündern.

TuS Jahn Lindhorst – BW Tündern 1:3 (0:0).

Nach dem Abstieg aus der Landesliga hat BW Tündern das neue Kapitel mit einem gelungenen Auftakt im Bezirkspokal begonnen. Dabei taten sich die Gäste in der Anfangsphase noch etwas schwierig. „Wir haben nach der schwierigen Vorbereitung rund 20 Minuten gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden haben“, berichtete Tünderns Sprecher Rudi Sonnemann. Nach einem Ballverlust in der zweiten Minute kam Lindhorst zu seinem einzigen Torschuss der ersten Hälfte. Danach übernahmen die Gäste jedoch das Kommando und erspielten sich gute Chancen. Bereits in der 9. Minute traf Ugur Aydin den Pfosten, kurz vor der Pause scheiterte er nach einer Flanke von Anel Azemovic erneut am Aluminium (40.). „Wir hatten das Spielgeschehen unter Kontrolle und haben über 90 Minuten die Ruhe bewahrt“, so Sonnemann.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Tündern die Schlagzahl deutlich. „Wir haben Druck gemacht und wollten das Tor erzwingen. Wir wussten: Wenn wir unsere Linie so weiterfahren, dann fällt das Tor auch irgendwann“, erklärte der Sprecher. Und tatsächlich platzte wenig später der Knoten – und wie. Binnen sechs Minuten entschieden die Gäste die Partie. Zunächst schickte Mats Lübbering Ugur Aydin über die Außenbahn, dessen Flanke Mason Just nur noch zum 1:0 einschieben musste (59.). Nur zwei Minuten später setzte sich Aydin stark durch, bediente Lennart Scholtka und es stand 2:0 (61.). Den Schlusspunkt der Tünderschen Drangphase setzte Aydin schließlich selbst, als er einen Fehlpass des Gegners erlief und sicher zum 3:0 vollstreckte (65.). In der 79. Minute kam Lindhorst durch Vincent Elias Unruh noch zum 1:3-Anschlusstreffer, nachdem Tündern eine Abseitsfalle unglücklich aufgehoben hatte.

Für einen kurzen Aufreger sorgte in der Schlussphase lediglich noch die Gelb-Rote Karte für Tünderns Robin Hanus (82.), bei der Sonnemann anmerkte: „Keiner weiß, warum.“ Am verdienten Auswärtssieg änderte dies jedoch nichts mehr. Entsprechend zufrieden fiel das Fazit des Sprechers aus, der vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung hervorhob: „In der Summe hat die Mannschaft als Team sehr gut funktioniert. Unser ‚Chef‘ Ugur Aydin hat uns zum Sieg geführt, sein Spielwitz war letztlich das Entscheidende.“
BW Tündern: Kowalski, Hanus, Regjepi, Heller, Lübbering, Rebic, Scholtka, U. Aydin (90. S. Aydin), Just (78. Schulz), Henze (78. Venten), Azemovic (87. Wittig).
Tore: 0:1 Mason Just (59.), 0:2 Lennart Scholtka (61.), 0:3 Ugur Aydin (65.), 1:3 Vincent Elias Unruh (79.).
Besonderes: Gelb-Rote Karte für Tünderns Robin Hanus (82.).

TuS Schwarz-Weiß Enzen – SSG Halvestorf 1:3 (1:3).

Auch die SSG Halvestorf feierte einen ungefährdeten 3:1-Auswärtserfolg beim TuS Schwarz-Weiß Enzen. Die Gäste erwischten dabei einen Traumstart in die Partie. „Wir haben einen super konzentrierten Start gehabt“, freute sich SSG-Sprecher Burkhard Büchler. Nachdem der erste vielversprechende Steilpass auf Julian Maaß noch versprang, saß die zweite Kombination bereits in der 6. Minute: Über die rechte Seite leitete Maaß auf Myles Neumann weiter, dessen Anspiel Christopher Katunda fand. Dieser bediente Alexander Manka, der aus zehn Metern halblinker Position sicher zum 1:0 vollendete. Und Halvestorf blieb am Drücker: Nach einem Ballgewinn von Ibrahim Adyemo auf der linken Seite bediente dieser Manka, der quer auf Katunda legte – aus acht Metern schob dieser zum 2:0 ein. 20 Minuten später eroberte Adyemo den Ball an der Mittellinie, tankte sich bis zur Grundlinie durch und legte zurück auf den völlig freien Katunda, der problemlos auf 3:0 stellte.

Auf der Gegenseite gab Enzen erst nach einer halben Stunde den ersten, harmlosen Torschuss ab. Stattdessen hatte Halvestorf vor dem Wechsel weitere hochkarätige Möglichkeiten: Manka scheiterte im Eins-gegen-Eins, ein Abschluss von Maaß wurde vom Enzer Keeper Mathis Meyer pariert und einmal klärte ein Verteidiger auf der Linie (35., 41., 43.). Ein Fehler im Halvestorfer Aufbau bescherte den Hausherren kurz vor der Pause jedoch „völlig aus dem Nichts“ den 1:3-Anschlusstreffer durch Justin Reeb. Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit zwei bis drei Gänge zurückgesteckt“, erklärte Büchler. Zwar versuchte Enzen nach vorne zu spielen, mehr als drei Distanzschüsse aus 20 bis 25 Metern ließ die SSG-Defensive aber nicht zu. Auf der Gegenseite wurden drei bis vier Kontergelegenheiten unsauber zu Ende gespielt.

Am ungefährdeten Erfolg gab es am Ende jedoch keine Zweifel. „In der Summe war das ein verdienter Sieg, den wir bereits in der ersten Halbzeit safe gemacht haben. Wir hatten keine Angst, das Spiel noch zu verlieren“, resümierte Büchler zufrieden. Ein Sonderlob verteilte der Sprecher zudem an zwei Abwehrspieler: „Nils Bollwitte auf der rechten Außenverteidigerposition und Ibrahim Adeyemo, der auf der linken Seite zwei Tore vorbereitet hat, haben ein starkes Spiel gemacht.“
SSG Halvestorf: Gerche, Bollwitte, Jürgens (83. Elias), Manka (90. +1 Schünemann), Dönecke, Katunda, Maaß (89. Azimi), Neumann, Heine, Adeyemo, Arndt.
Tore: 0:1 Alexander Manka (6.), 0:2 Christopher Katunda (6.), 0:3 Christopher Katunda (27.), 1:3 Justin Reeb (45.).

FC Bad Pyrmont Hagen – VfR Evesen 1:5 (0:0).

Nach der gelungenen Bezirkspokal-Saison im vergangenen Jahr ist die Reise für die Kurstädter diesmal früh beendet. Gegen den Landesligisten VfR Evesen, der unter anderem die beiden Ex-Halvestorfer Leonard und Luan Kelmendi aufbot, unterlag der FC Bad Pyrmont Hagen am Ende mit 1:5. Pyrmont Hagens 1. Vorsitzender Florian Büchler zog dennoch ein differenziertes Fazit: „Ich finde fast, dass die bessere Mannschaft verloren hat.“ In der ersten Halbzeit zeigten die Hausherren einen starken Auftritt und erarbeiteten sich durch Pascal Hannibal gute Gelegenheiten. „Evesen wurde lediglich durch gutes Umschaltspiel über Konter gefährlich“, so Büchler, der einaml seinen neuen Keeper Bjarne Böker im Eins-gegen-Eins parieren sah. „Trotz des einen oder anderen Wacklers in der Defensive war das in der ersten Halbzeit eine sehr ordentliche Leistung gegen einen Landesligisten“, so Büchler.

Nach dem Seitenwechsel wendete sich jedoch das Blatt. „Aufgrund der Kadersituation sind uns in der zweiten Halbzeit die Kräfte geschwunden“, erklärte der Vorsitzende. Durch individuelle Fehler kassierte der FCBPH die Gegentreffer zum 0:1 durch Shaalan Khairi (51.), 0:2 durch Leonard Kelmendi (63.) und 0:3 durch Luca Sanapo (74.). Zuvor und zwischendurch blieb den Gästen das Spielglück verwehrt: Hannibal vergab drei weitere Hochkaräter und Jaden Sudermann setzte beim Stand von 0:2 einen Elfmeter über das Gehäuse. Ein Hoffnungsschimmer keimte in der 76. Minute auf, als es der FCBPH über außen durchspielte und Ruslan Smishko den mitgelaufenen Sudermann bediente, der zum 1:3 einnetzte. In der Schlussphase schraubten Luan Kelmendi (89.) und Lennard Heine (90.) das Ergebnis jedoch noch auf 5:1 für Evesen in die Höhe.

„Die Niederlage ist am Ende viel zu hoch ausgefallen“, resümierte Büchler. Mit Blick auf die personelle Lage bescheinigte er seiner Mannschaft einen soliden Auftritt, blickte jedoch realistisch auf die anstehende Spielzeit: „Das war angesichts der Kadersituation ein Auftritt, der okay war. Wir müssen aber noch viel arbeiten und es wird eine harte Saison. Wenn wir wieder vollzählig sind, haben wir in meinen Augen aber eine sehr schlagkräftige Mannschaft.“
FC Bad Pyrmont Hagen: Böker (65. Muschik), Stuckenberg, Schweins, Sudermann, Hannibal, J. Kücking (72. Strilets), S. Kücking, Middel, Büchler (82. Pflughaupt), Will (40. Sonnenberg), T. Dörries (59. Smishko).
Tore: 0:1 Shaalan Khairi (51.), 0:2 Leonard Kelmendi (63.), 0:3 Luca Sanapo (74.), 1:3 Jaden Sudermann (76.), 1:4 Luan Kelmendi (89.), 1:5 Lennard Heine (90.).

TSV Nettelrede – BW Salzhemmendorf 4:1 (2:0).

Im einzigen Bezirkspokal-Duell zweier heimischer Vertreter setzte sich am Ende der Kreisligist durch: Der TSV Nettelrede, der sich durch die Kreispokal-Finalteilnahme im vergangenen Jahr für den Wettbewerb qualifiziert hatte, feierte einen deutlichen 4:1-Erfolg gegen den BW Salzhemmendorf. Die Hausherren erwischten einen Auftakt nach Maß. Bereits in der 5. Minute wurde Mohammed Avci im Eins-gegen-Eins gefoult, den fälligen Elfmeter verwandelte Levin Ketterer sicher zum 1:0. „Der Start hat uns sehr gutgetan“, freute sich TSV-Sprecher Leon Meyerhoff. Salzhemmendorf suchte jedoch die Antwort: Sebastian Grabarits blockte in der 15. Minute gegen Yanis Ruhnow, ehe Jan-Hendrik Nagel mit einem Distanzschuss für Gefahr sorgte (35.). „Wir hatten in der ersten Halbzeit eigentlich genug Chancen für ein bis zwei Tore, hatten defensiv aber ein paar zu viele einfache Fehler drin“, analysierte Salzhemmendorfs Sprecher Tim Geffert. So schlug Nettelrede kurz vor dem Pausenpfiff erneut zu, als Luca Barthel und Bennet Koch den Ball clever klatschen ließen und Koch zum 2:0 vollendete (45.).

Direkt nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber nach. In der 48. Minute setzte Tore Hachfeld zu einer Einzelaktion über 35 Meter an und umkurvte am Ende den Keeper; BW-Akteur Justin Hasse lenkte den Ball beim Rettungsversuch unglücklich ins eigene Tor. Nur drei Minuten später schlief die Hintermannschaft der Gäste bei einem schnell ausgeführten Freistoß, woraufhin erneut Bennet Koch zum 4:0 vollstreckte (51.). „Nettelrede hat jeden unserer Fehler eiskalt bestraft“, gab Geffert zu. Salzhemmendorf verbuchte in der Folge zwar mehr Spielanteile, schlug daraus aber kaum Kapital. Aus einem individuellen Fehler des TSV resultierte in der 79. Minute immerhin der 1:4-Anschlusstreffer durch Malte Fitzner. Den Schlusspunkt setzte Nettelredes Keeper René Sustrate, der in der 90. Minute einen Strafstoß von Yanis Ruhnow parierte.

Trotz des Gegentreffers und der vergebenen Schlussphase der Gäste blieb der Nettelreder Sieg letztlich ungefährdet. „Wir hatten uns zwar gewünscht, das Tempo weiterhin hochzuhalten, wurden in der zweiten Halbzeit stattdessen aber etwas unkonzentrierter, aber die Mannschaft hat sich für ihren Aufwand belohnt“, resümierte Meyerhoff zufrieden, ordnete das Ergebnis aber auch realistisch ein: „Das Ergebnis ist schön, um Schwung mit in die Saison zu nehmen, wir dürfen es aber auch nicht überbewerten und bleiben bei unseren Entwicklungsschritten.“ Auch Salzhemmendorfs Sprecher Geffert zeigte sich als fairer Verlierer: „Nettelrede hat in der zweiten Halbzeit und nachdem sie ihre Führung ausgebaut haben, nicht mehr so viel gemacht, aber unterm Strich geht das Ergebnis so in Ordnung. Nettelrede hat sich auf das konzentriert, was sie können, von daher ist das Ergebnis okay.“
TSV Nettelrede: Sustrate, Kohl (61. Imhoff), Ketterer (85. Rak), Ju. Hirtz, Barthel, Grabarits, Kreutzer, Ketelhake (46. Jo. Hirtz), Koch (64. Herzig), Avci, Hachfeld.
BW Salzhemmendorf: Kallenbach, Hasse, Wiegmann, Fitzner, Lipke (71. Liemant), Herrmann, Szepst (61. El Yazidi), Ruhnow, El Yazidi, Nagel, Kunze.
Tore: 1:0 Levin Ketterer (5./Elfmeter), 2:0 Bennet Koch (45.), 3:0 Eigentor Justin Hasse (48.), 4:0 Bennet Koch (51.), 4:1 Malte Fitzner (79.).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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