16.05.2026 19:17
Oberliga Frauen
Tündern trotzt Meister Punkt ab - Ungeschlagen gegen Eintracht Braunschweig
Voss: „Auch wenn es am Ende ein glücklicher Punktgewinn war, verabschiedeten wir uns mit einem guten Gefühl in die Sommerpause“

BW Tündern verabschiedete sich erhobenen Hauptes in die Sommerpause.
Eintracht Braunschweig – BW Tündern 2:2 (0:0).
Zum Abschluss der Saison ist den Oberliga-Frauen von BW Tündern eine echte Überraschung gelungen. Beim Spitzenreiter erkämpften sich die „Schwalben“ ein 2:2-Unentschieden. Während Braunschweig trotz des Remis die Staffelmeisterschaft feierte, verabschiedete sich Tündern mit einem letzten Achtungserfolg in die Sommerpause.
Tündern überließ den Braunschweigerinnen weitgehend den Ball, wodurch sich das Geschehen primär vor dem Tor der Gäste abspielte. „Wir waren heute sehr defensiv eingestellt“, berichtete Tünderns Trainer Konrad Voss. „Dadurch lief das Spiel fast nur auf unser Tor, aber wir hatten mit Paula Stegmaier eine überragende Torhüterin plus das nötige Quäntchen Glück. Paula alleine hat hier heute sechs Großchancen von Braunschweig vereitelt.“ Gleich zweimal rettete das Aluminium für die bereits geschlagene blau-weiße Hintermannschaft. Weil die eigenen Umschaltsituationen laut Voss jedoch „zu hektisch“ ausgespielt wurden, gab es im ersten Durchgang kaum Entlastung für die Blau-Weißen. Dennoch: Zur Pause stand es 0:0.
„Nach dem Seitenwechsel wollten wir unsere Ballbesitzphasen etwas cleverer nutzen“, so Voss. In der 51. Minute Stand das Spiel plötzlich auf dem Kopf: Nach einer Ecke traf Alena Rohr per Kopf zur überraschenden 1:0-Führung. Für Voss ein ganz besonderer Moment: „Das freut mich riesig für Alena, weil es berufsbedingt ihr letztes Spiel für uns war. Das ist ein toller Abschied für sie.“
Die Eintracht lief im Anschluss wütend an und kam durch Celina Klebe im Nachschuss zum verdienten 1:1-Ausgleich (57.). Nur wenige Minuten später drehte der Meister die Partie komplett, als die Unparteiische auf Strafstoß für die Heimelf entschied. Klebe verwandelte sicher zum 2:1 (63.). Aus Sicht des Tünderer Coaches eine strittige Szene: „Das war ein sehr schmeichelhafter Foulelfmeter.“
In der Folge lag die endgültige Entscheidung in der Luft, doch Tündern hielt dem Dauerdruck stand und schlug in der Schlussphase zurück. Nach einem Foul der Braunschweiger Torhüterin Nele Schäfer an Tabea Freiberg zeigte die Schiedsrichterin auf der Gegenseite auf den Punkt. Lea Rinke behielt die Nerven und glich zum 2:2 aus (87.). In der Nachspielzeit hatte Rinke nach einer Ecke per Direktabnahme sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, traf jedoch nur den Außenpfosten. „Das wäre vielleicht auch zu viel des Guten gewesen“, gab Voss zu.
Trotz des verpassten Last-Minute-Sieges überwog beim Trainer nach dem Schlusspfiff der Stolz: „Wir haben uns teuer verkauft und alles gegeben. Wir sind das einzige Team der Liga, das in dieser Saison gegen Braunschweig ungeschlagen geblieben ist. Auch wenn es am Ende ein glücklicher Punktgewinn war, verabschiedeten wir uns mit einem guten Gefühl in die Sommerpause und gehen jetzt alle gemeinsam essen.“ Tündern beendet die Saison voraussichtlich auf dem achten Platz (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung standen noch nicht alle Ergebnisse der Konkurrenz).
Tore: 0:1 Alena Rohr (51.), 1:1 Celina Klebe (57.), 2:1 Klebe (63./Foulelfmeter), 2:2 Lea Rinke (87./Foulelfmeter).
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