22.03.2026 16:19
Oberliga Damen
Mega-Drama in Barum: Wulf-Hattrick schockt Tündern in der Nachspielzeit
Konrad Voss: „Das war ganz bitter und enttäuschend"

Carolin Kuessner lieferte die Vorlage zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung.
von Timor Folge
MTV Barum – BW Tündern 3:2 (0:0).
Am Sonntagnachmittag erlebten die Frauen von BW Tündern eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem bitteren Ende. Trotz einer zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Führung mussten sich die Tünderanerinnen dem MTV Barum in einer dramatischen Nachspielzeit noch mit 2:3 geschlagen geben. „Es ist mir gänzlich unerklärlich, wie wir dieses Spiel verlieren konnten“, zeigte sich Tünderns Trainer Konrad Voss nach dem Abpfiff tief enttäuscht.
Die Partie begann für die Gäste alles andere als nach Plan. In der Anfangsphase wirkte die Elf von Voss noch nicht recht auf dem Platz. „Die erste Viertelstunde haben wir komplett verpennt und hatten Glück, nicht früh in Rückstand zu geraten“, gab der Coach offen zu. Barum drückte und verbuchte in der 20. Minute einen Lattenschuss. Erst danach fanden die „Schwalben“ besser in die Zweikämpfe. Es entwickelte sich ein zähes „Mittelfeldgeplänke“ auf schwierigem Untergrund, bei dem klare Torchancen Mangelware blieben. Einzig ungefährliche Fernschüsse stellten die Torhüterinnen vor keine größeren Probleme, sodass es folgerichtig mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging.
In der Halbzeitpause schwor Voss sein Team auf die zweite Hälfte ein: „Wir haben gesagt, wir müssen kämpferisch und läuferisch genau so weitermachen.“ Die Ansprache schien Früchte zu tragen. In der 59. Minute spielte Tündern eine Ecke kurz, die anschließende Flanke von Carolin Kuessner verwertete Alena Rohr zur 1:0-Führung. Nur sechzig Sekunden später folgte der nächste Treffer: Celine Keune traf per Traumtor direkt in den linken oberen Winkel zum 2:0. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie zugunsten der Tünderanerinnen zu laufen.
Doch der MTV Barum bewies Moral und stellte taktisch um, indem Christin Wulf aus dem Mittelfeld in die Sturmspitze rückte. In der 70. Minute bestrafte Wulf einen Fehler im Aufbau der Gäste. Nachdem eine Bogenlampe bei Wulf landete, brachte die Stürmerin einen Flachschuss halblinks im Tor zum 1:2 unter. „Ab diesem Moment kam bei uns die Angst auf und wir sind nervöser geworden“, analysierte Voss die aufkommende Unruhe.
Die Schlussphase wurde schließlich zum Drama. Aufgrund zahlreicher Verletzungsunterbrechungen ließ der Unparteiische großzügig nachspielen. In der 92. Minute kam eine Barumerin zu Fall, nachdem sie sich in zwei Verteidigerinnen reindrehte – Schiedsrichter-Entscheidung: Strafstoß. „Meiner Meinung nach war das Foul außerhalb, aber die Entscheidung stand“, so Voss. Christin Wulf verwandelte sicher zum Ausgleich. Während Tündern keine Entlastung mehr fand, drückte Barum weiter. In der 98. Minute herrschte nach einer Ecke Chaos, drei Spielerinnen bekamen den Ball nicht geklärt, bis es erneut zum Foulpfiff kam. Wulf trat wieder an, verwandelte den zweiten Elfmeter ebenfalls hoch im Eck und besiegelte damit die Last-Minute-Niederlage.
Das Fazit von Konrad Voss fiel dementsprechend vernichtend aus: „Das war ganz bitter und enttäuschend. Ein Dank geht an alle, die die weite Reise auf sich genommen haben, um uns zu unterstützen. Jede einzelne bei uns sollte die anstehende Osterpause jetzt nutzen, um über ihre Einstellung zum Fußball nachzudenken.“
Tore: 0:1 Alena Rohr (59.), 0:2 Celine Keune (60.), 1:2 Christin Wulf (69.), 2:2 Christin Wulf (92./Strafstoß), 3:2 Christin Wulf (98./Strafstoß).
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