25.05.2024 19:09

Oberliga Frauen - Duell um die Niedersachsenmeisterschaft


120 Minuten Intensität pur: Hastenbeck ist Niedersachsenmeister!

Ruhnow & die Meier-Schwestern schießen SVH zum Titel / Lity: „Das halbe Dorf und die halbe Fußballregion waren heute hier“
SV Hastenbeck Niedersachsenmeisterschaft
Der Jubel bei den Hastenbeckerinnen kannte nach dem Abpfiff keine Grenzen.

SV Hastenbeck – TSG 07 Burg Gretesch 5:2 (2:2/2:1).

Es ist geschafft – der SV Hastenbeck ist Niedersachsenmeister! In einer hochintensiven Partie vor geschätzten 400 Zuschauerinnen und Zuschauern haben die Schwarz-Weißen am Nachmittag Weststaffel-Sieger TSG 07 Burg Gretesch niedergerungen. Schon vor dem Anpfiff hatten die mehreren Hundert Anhänger der Hastenbeckerinnen lautstark ihren Support unter Beweis gestellt. „Es ist wirklich unglaublich. Das halbe Dorf und die halbe Fußballregion waren heute hier, geschätzte 300 Anhänger. Die Mädels haben sich heute alle den Hintern aufgerissen und sich für die zehn Monate lange harte Arbeit belohnt“, war Hastenbecks Team-Manager Hendrik Lity in absoluter Feierlaune.

Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, keiner hat sich etwas geschenkt. Das Momentum ist gefühlt alle fünf Minuten hin- und hergeschwappt“, schilderte Lity. Das erste Highlight setzte dabei das Team aus der Nähe von Osnabrück. In der 19. Minute kam Lena Gosewinkel nach einem Freistoß an die Kugel. Sarah Nicotra im Hastenbecker Tor bekam zwar noch die Finger an das Kunstleder – konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern. Im Anschluss wurde ein Trikotziehen der Hastenbeckerinnen im eigenen Strafraum nicht geahndet. Den anschließenden Eckball setzte die TSG per Kopf nur Zentimeter neben den Kasten. Dann plötzlich der SVH. Unmittelbar nach dem Eckball schalteten die Schwarz-Weißen um, Elisa Meier ging alleine auf 07-Hüterin Jana Dierkes zu, doch blieb im Eins-gegen-Eins nur zweite Siegerin.
Kurz darauf fiel dann aber doch der Ausgleichstreffer. Wieder war es Elisa Meier, die über links durchbrach, Aleesya Ruhnow bediente und die vollendete aus kurzer Distanz. Jetzt war das Momentum auf Seiten des Sportvereins. Lara Meier übte Druck auf die Verteidigung von Burg Gretesch aus, wurde von der Verteidigerin angeschossen, lief alleine auf den Kasten zu und vollendete links unten – Spiel gedreht.

Doch unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatten die Weststaffel-Sieger die direkte Antwort parat. Nach einem Hastenbecker Abwehrfehler katapultierte das Team von Robert Borgelt die Kugel aus 25 Metern ins Netz. In der Folge machte sich auf beiden Seiten die Hitze und Intensität der Partie bemerkbar. Trotzdem hatte jede der beiden Seiten bis zum Abpfiff der regulären Spielzeit noch einen Hochkaräter zu bieten – nur ohne Erfolg. Ein 20-Meter-Freistoß von Lara Meier ließ bereits Jubelschreie ausbrechen, landete allerdings nur am Außennetz (57.). Zudem bewahrte Nicotra die Schwarz-Weißen mit einem spektakulären Reflex vor dem Rückstand.

Es brauchte also die zweimal 15 Minuten ontop, um die Siegerinnen zu ermitteln. Und in der Nachspielzeit drehten die Schwarz-Weißen nochmal so richtig auf. Nur 60 Sekunden nach Wiederanpfiff jagte Ruhnow die Kugel aus rund 30 Metern in unnachahmlicher Manier über Torhüterin Dierkes hinweg in die Maschen. Der Hexenkessel in Barsinghausen tobte. Für Spielertrainerin Bianca Lity war das der spielentscheidende Moment: „Dadurch waren plötzlich die Körner wieder da. Und die vielen Leute im Rücken haben noch einmal unglaublich gepusht. Dadurch geht dann auch nochmal der eine Meter, der eigentlich nicht mehr geht.“ Und tatsächlich ging es plötzlich ganz leicht. Einen weiteren Fernschuss Ruhnows ließ Dierkes nur klatschen und Lara Meier vollendet per Kopf direkt zum 4:2. Als unmittelbar vor Schluss auch noch der fünfte Treffer durch Elisa Meier fiel, waren die zahlreichen SVH-Anhänger bereits in Jubelstürme ausgebrochen. Als dann endlich der Abpfiff ertönte, gab es auf Seiten der Schwarz-Weißen endgültig kein Halten mehr. „Ich bin einfach unglaublich stolz auf das Team und alle, die uns heute von außen unterstützt haben“, jubelte Bianca Lity und Hendrik Lity betonte: „Die Stimmung war unglaublich. Wir haben die Tore in den richtigen Momenten gemacht und alle haben sich den Hintern aufgerissen. Das wird heute sicherlich ein langer Abend.“

Trotz all der Jubelorgien bleibt eine Frage offen: Denn obwohl Hastenbeck die Niedersachsenmeisterschaft eingetütet ist, scheint noch nicht abschließend geklärt, ob Schwarz-Weiß in der kommenden Saison auch wirklich in der dritthöchsten Spielklasse an den Start gehen darf. Dazu der Team-Manager: „Wir haben jedenfalls für die Regionalliga gemeldet. Was jetzt am grünen Tisch wegen der undurchsichtigen Regularien hinsichtlich der Notwendigkeit einer eigenen Mädchenmannschaft entschieden wird, kann ich nicht sagen. Selbst die NFV-Verantwortlichen haben uns heute dazu keine Auskunft gegeben.“
Tore: 0:1 Lena Gosewinkel (19.), 1:1 Alessya Ruhnow (33.), 2:1 Lara Meier (45.), 2:2 Gosewinkel (47.), 3:2 Ruhnow (91.), 4:2 L. Meier (104.), 5:2 Elisa Meier (120.).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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