04.02.2026 16:00

Meldung


Kompletter Kreisliga-Kader weg - was ist bei Preussen Hameln los?

„Wir waren uns über die sportlichen Ziele einig, aber nicht über den gemeinsamen Weg dahin“
Seit Wochen stapeln sich die Anfragen: eMails, Kommentare, WhatsApp-Nachrichten, DMs bei Insta & Co. sowie letztlich auch persönliche Erkundigungen. Was ist beim FC Preussen Hameln los? Nicht zuletzt häufen sich die Anfragen, weil durch die zahlreichen Spielerwechsel in alle Himmelsrichtungen und entsprechende Veröffentlichungen der Spielberechtigungen bei fussball.de klar ist: Der Ausverkauf hat längst begonnen. Die erste Mannschaft, im vergangenen Sommer noch namhaft mit zahlreichen lokalen „Starspielern“ verstärkt, existiert in ihrer Form nicht mehr. So gut wie alle Spieler des Kreisliga-Kaders, der vor wenigen Monaten noch in beeindruckender Dominanz durch die Liga marschierte und letztlich nur noch die Frage erlaubte, auf welche Stärke das Fernglas der Konkurrenz am Ende eingestellt werden muss, haben ihre Zelte am Tönebönweg abgebrochen.

Doch warum das Ganze? Warum ist das „heißeste Projekt“ des Landkreises so plötzlich krachend gescheitert? Preussen Hamelns Vorstandssprecher Wolfgang Kusch bittet um Verständnis, dass er keine Details nennen könne, verrät aber so viel: „Wir waren uns über die sportlichen Ziele einig, aber nicht über den gemeinsamen Weg dahin.“
Die Chronologie
Mitte Dezember trennt sich der FC Preussen Hameln von der sportlichen Leitung. Im Zuge der Trennung solidarisiert sich die Kreisliga-Mannschaft mit ebendieser. Alle Spieler des Kaders melden sich zum 31. Dezember 2025 beim Verein ab und stehen somit für Wechsel offen. In den vergangenen Wochen haben sich die Spieler auf zahlreiche Vereine verteilt, die Liste der Abgänge haben wir unten aufgeführt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wollen die Preussen trotz des Verlusts einer kompletten Mannschaft beide Teams am Leben erhalten. Nicht nur in der Kreisliga, sondern auch in der 2. Kreisklasse befindet sich der FCP an der Tabellenspitze. Man habe einige Spieler reaktiviert, andere wollten aus eigenen Stücken in die Bresche springen.

Ob der durchaus kühne Plan, auch künftig zwei Herrenmannschaften mit genügend Akteuren bestücken zu wollen, am Ende aufgeht, bleibt abzuwarten. Was bereits jetzt feststeht: Der FC Preussen Hameln steht in seiner vereinsübergreifenden Geschichte einmal mehr vor einem historischen Scheideweg. Der finanziell bedingte Rückzug in die Kreisliga im Jahr 1999, die Vereinsinsolvenz 2010 und nunmehr der Verlust einer kompletten Mannschaft als noch im Jahr der Pleite neu gegründeter FC Preussen Hameln. Die Hamelner Preussen – große Erfolge haben sie gefeiert, flogen hoch hinaus in die drittklassige Oberliga, fielen ganz tief bis in die 3. Kreisklasse. Da wirkt die jetzige Krise mehr wie ein Mückenstich. Der sich hoffentlich nicht noch zu einem lebensbedrohlichen Malaria-Fiebertraum entwickelt.

Alle bisherigen Abgänge

Denys Rozum, Igor Yakhno, Leon Kießling (SG Thal/Holzhausen)
Pascal Lüdtke (SV Germania Beber-Rohrsen)
Yalcin Ulus (SV Azadi Hameln)
Dennis Fulek, Seyhmus Karayilan (SSV Königsförde)
Nils Böckmann (TSV Nettelrede)
Aleksandre Kharbedia (BW Tündern)
Bennett Heine (SSG Halvestorf)
Florent Krasniqi, Qendrim Krasniqi, Finn-Kristian Fischer & Léon Großkelwing (alle SC Rinteln)
Artur Kalis (TSV Eintracht Exten).
Nick Wolny, Justin Wolny (TSG Emmerthal)
Lenard Gallapeni (1. FC Nieheim)
Sebastian Schäfer (TB Hilligsfeld)
Paul Bicknell (Ziel unbekannt)
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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