12.01.2021 09:23

Meldung


Wustrack: Deshalb wurde Quotientenregelung in der Kreisliga vorgenommen

„Uns ging es nicht darum, einzelnen Vereinen wehzutun“ / Keine weitere Saison ohne Absteiger?
Henrik Wustrack NFV Kreis Hameln-Pyrmont Spielausschuss AWesA
Henrik Wustrack.
Insbesondere beim TSV Bisperode kam die Nachricht, in der Kreisliga auf Basis der Quotientenregelung eine vorzeitige Einteilung in Auf- und Abstiegsrunde vorzunehmen, alles andere als gut an. Immerhin ist der Quotient der Blau-Gelben (1,30) lediglich 0,15 Punkte schlechter als der des MTV Lauenstein (1,45). Der MTV hat ein Spiel mehr als Bisperode absolviert  und damit einen Sieg mehr als die Elf von Trainer Daniel Ivicic eingefahren. Genau dieser Sieg fehlt den Bisperodern, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Henrik Wustrack, Vorsitzender des Hameln-Pyrmonter Spielausschusses erläutert die für ihn und seinen Stab schwierige Entscheidung: „Eines vorab: Uns ging es nicht darum, einzelnen Vereinen wehzutun. Wir haben die Entscheidung auf Basis der Ausschreibung getroffen, die alle Vereine von uns erhalten haben. Wir wissen alle nicht, ob wir tatsächlich am 27. März wie geplant starten können. Möglicherweise geht es auch erst Ende April oder Anfang Mai los, das kann zum aktuellen Zeitpunkt kein Mensch voraussehen. Um zumindest eine Konstante zu haben und Klarheit bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu haben, haben wir uns dazu entschieden, in der Kreisliga eine vorzeitige Einteilung vorzunehmen.“

Was passiert, wenn sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs verzögert?

Die drei Nachholspieltage seien für einen reibungslosen Ablauf im Frühling hinderlich. „Nehmen wir mal den Fall an, dass wir erst Anfang oder Mitte Mai starten können und die drei Nachholspieltage stünden noch aus. Dann müssten wir noch bis zu drei Wochen warten, ehe die Einteilung in Auf- und Abstiegsrunde erfolgen kann. Auf dieser Basis müsste der Spielausschuss innerhalb kürzester Zeit neue Spielpläne erstellen. Das ist nicht leistbar für Ehrenamtliche. Gleichzeitig stünden viel weniger Spieltermine für die 'Endrunde' zur Verfügung. Mit der von uns gewählten Lösung haben wir im Optimalfall eine Hin- und Rückrunde und können im Notfall auf eine einfache Runde ausweichen, wenn es tatsächlich terminlich eng wird.“ Darüber hinaus gehe es auch darum, ein Signal zu setzen: Der Fußball lebt noch. Wustrack: „Der Amateurfußball mag zwar aktuell ruhen, wir planen aber akribisch für die Zeit nach dem Lockdown. Letztlich fehlt uns allen der Fußball und wir alle hoffen, dass wir bald wieder kicken dürfen.“ Während die 2. und 3. Kreisklasse laut Meinung des Spielausschusses aufgrund ihrer 9er- bzw. 8er-Staffelgrößen in einer komfortablen Lage sind, könnte die 1. Kreisklasse zum Sorgenkind werden. Immerhin stehen dort noch 16 Spieltage aus.

Keine weitere Saison ohne Absteiger?

„Wenn alles gut geht, stehen uns bis zu 13 Wochen zur Verfügung. Das wäre genügend Zeit. Sollte es zeitlich eng werden, müssen wir über Alternativen nachdenken. Je mehr Spieltage wir absolvieren, desto aussagekräftiger wird eine Quotientenregelung – wobei wir uns nicht auf diese eine Lösung festlegen werden. Sollten wir die Saison nicht beenden können, werden wir eine Lösung parat haben“, unterstreicht Wustrack, der sich sicher ist, dass es keine weitere Spielzeit ohne Absteiger geben wird. „Ich gehe davon aus, dass es Entscheidungen geben wird, im Positiven wie im Negativen. Die Ligen sind doch schon jetzt teilweise zu groß. Letztlich haben sich die niedersächsischen Vereine für eine Beendigung der Saison 2019/20 mit Aufsteigern und ohne Absteiger ausgesprochen und die Konsequenz daraus ist, dass es daraufhin mehr Absteiger geben muss, um das Gleichgewicht in den Ligen wiederherzustellen.“

„Amateurfußball in unserer Lage ein Luxusgut“

In der aktuellen Planung des Spielausschusses ist sogar noch der Kreispokal vorhanden. „Dieser ist jedoch auch der erste Wettbewerb den wir bei Abweichungen streichen müssen, um Termine für den Ligabetrieb freizumachen“, so Wustrack., der abschließend hofft, dass sich die Menschen bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs demütig verhalten: „Wir haben eindrucksvoll gesehen, dass Amateurfußball in unserer Lage ein Luxusgut ist. An der Basis haben wir nicht die Möglichkeit, alle drei Tage alle Spieler auf Corona zu testen. Also müssen Verantwortliche, Trainer, Betreuer, Spieler und vor allem die Zuschauer noch besser auf die Abstandsregelung achten, damit wir die Schönheit des Fußballs auch wieder dauerhaft erleben können. Das war vor dem erneuten Lockdown längst nicht überall der Fall.“
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