Wienecke schiebt Schiri-Frust: „Mit fairem Pfeifen hatte das heute nichts zu tun!"
„Ich muss mich nach den 90 Minuten fragen, ob man sich das als Übungsleiter bei solchen Schiedsrichterentscheidungen überhaupt noch geben will"
Emmerthals Tim Berlitz (Nummer 17) erzielte beide Treffer für Grün-Weiß.
SG Flegessen – TSG Emmerthal 1:2 (1:1).
In Flegessen waren die Gemüter am Abend äußerst erhitzt. Im Heimspiel gegen die Emmerthaler TSG stand die SG nach 90 Minuten mit leeren Händen da. Die Gäste aus Emmerthal erwischten den schwungvolleren Beginn: In der 5. Minute schoss Jonas Batke nach einem Angriff über die linke Seite knapp am Tor vorbei, nur zwei Minuten später traf Tim Berlitz einen Kopfball aus sechs Metern nicht voll. Flegessen fand jedoch rasch in die Partie und scheiterte in der 7. Minute am TSG-Keeper Justin Höhnisch. Zwar stellte Emmerthal daraufhin auf eine Dreierkette um und stand in der Folge sicherer, doch der erste Treffer gelang den Hausherren. Nach einem Spielaufbau über mehrere Stationen eroberte Finn Begemann den verloren geglaubten Ball zurück und bediente Nathanael Karock, der aus 16 Metern zur 1:0-Führung vollendete (13.). Die Gäste schlugen jedoch noch vor der Pause zurück: Ein Missgeschick eines Flegessener Innenverteidigers nutzte Tim Berlitz, der das Leder aus 18 Metern als unhaltbaren Aufsetzer zum 1:1 im Netz unterbrachte (37.).
Nach dem Seitenwechsel rückte vor allem die Spielleitung in den Fokus. Flegessens Trainer Markus Wienecke fand nach dem Abpfiff deutliche Worte zur Schiedsrichterleistung: „Ich muss mich nach den 90 Minuten fragen, ob man sich das als Übungsleiter bei solchen Schiedsrichterentscheidungen überhaupt noch geben will. Mit fairem Pfeifen hatte das heute nichts zu tun! Jede 50-50-Situation lief gegen uns, nur weil der Gegner am Ende lauter schreit als man selbst. Zudem gab es eine Kartenflut wegen Kleinigkeiten.“ Auch die Gegenseite blieb aus Sicht von Wienecke nicht von Fehlentscheidungen verschont: so verweigerte der Unparteiische den Gästen nach einem Foul im Strafraum einen Elfmeter und entschied stattdessen auf Ecke. Emmerthals Justin Schröter merkte an, dass man den Strafstoß hätte geben können und kassierte dafür direkt Gelb. Zehn Minuten später musste er nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz.
Glanzparade und umstrittener Strafstoß
Sportlich erarbeitete sich die SG Flegessen in der zweiten Hälfte gute Möglichkeiten. Alexander Wies umspielte in der 60. Minute den herauseilenden Torwart Höhnisch, schob den Ball jedoch am Pfosten vorbei. In der 72. Minute tauchte Leo Niemeyer nach einem Zuspiel über rechts frei vor Höhnisch auf, scheiterte aber an einer Glanzparade des Keepers. Die Entscheidung fiel schließlich in der 78. Minute auf umstrittene Weise: Als Flegessen den Ball im Zentrum des Sechzehnmeterraums klären wollte, hielt ein Gästespieler den Fuß drüber. Der Schiedsrichter entschied dennoch auf Strafstoß, den Berlitz zum 2:1-Endstand verwandelte.
„Ich habe versucht, in der Pause meine Mannschaft auf die Situation einzustellen. Emmerthal hat sich sehr gut auf den Schiedsrichter eingestellt und einfach clever agiert. Wir haben die Zweikämpfe zwar angenommen, waren aber ansonsten viel zu lieb“, resümierte Wienecke. Trotz der Hektik betonte der Coach: „Beide Teams untereinander waren absolut in Ordnung.“ Abschließend zog der Flegessener Trainer ein durchwachsenes Fazit: „Ein Remis wäre gerecht gewesen. In Summe war das keine schlechte Leistung von uns, aber wir haben uns komplett den Schneid abkaufen lassen und wurden am Ende für unseren Aufwand über 90 Minuten nicht belohnt.“ Tore: 1:0 Nathanael Karock (13.), 1:1 Tim Berlitz (37.), 1:2 Berlitz (78./Strafstoß). Besonderes: Gelb-Rote Karte für Justin Schröter (TSG Emmerthal).
Robin Besser Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland. Telefon: 05155-2819 320 / 0176-8220 6485 besser@awesa.de
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