06.09.2026 18:03
Kreisliga
Schützenfest x2: Fulek & Co schrauben Bisperode auseinander
Hemeringen kommt gegen Nettelrede unter die Räder / Klein Berkel plötzlich Dritter

Dennis Fulek erzielte gleich vier der neun Treffer der Königsförder.
VfB Hemeringen – TSV Nettelrede 0:6 (0:3).
In Hemeringen waren die Kräfte am Sonntagnachmittag klar verteilt. Die Gäste aus Nettelrede dominierten die Partie von Beginn an und ließen den Hausherren keine Chance. „Nettelrede spielt guten Fußball und hat gute Abläufe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bei uns gar nichts lief“, fasste VfB-Sprecher Philipp Oberkötter die Begegnung zusammen. Der TSV ging durch Maik Vogt früh in Führung (9.) und legte durch Finn Langenstein (36.) sowie einen Strafstoß von Levin Ketterer (45.) noch vor der Pause nach.
Fehlende Kommunikation statt Ausreden
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf dem Platz nicht. Nettelrede knüpfte nahtlos an die erste Halbzeit an und schraubte das Ergebnis durch zwei weitere Treffer von Langenstein (48., 58.) in die Höhe. „Die Tore waren von Nettelrede gut rausgespielt, alles wirkte wie aus einem Guss. Sie haben von einem guten Miteinander profitiert“, erkannte Oberkötter die Leistung der Gäste an. Bei der eigenen Mannschaft machte er derweil klare Defizite aus, wollte diese aber nicht auf das fehlende Personal schieben: „Ich suche keine Ausreden in unseren Verletzten. Bei uns scheitert es nicht am Fußballerischen, sondern an der Kommunikation.“ Die fehlende Abstimmung sorgte laut dem Sprecher dafür, dass sich das Team „immer wieder selbst reinreitet“.
Offensiv fand Hemeringen quasi nicht statt – über die gesamten 90 Minuten verzeichnete der VfB lediglich einen einzigen Torschuss. Den Schlusspunkt der einseitigen Partie setzte schließlich Felix Pischel kurz vor dem Abpfiff (89.). „Wir müssen lernen, miteinander statt gegeneinander zu spielen. In der Kreisliga geht das so nicht“, zog Oberkötter ein klares Fazit und betonte: „Deshalb hat Nettelrede auch hochverdient mit 6:0 gewonnen.“ Durch den klaren Auswärtserfolg bleibt der TSV auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen, während der VfB Hemeringen weiterhin den vorletzten Tabellenplatz belegt.
Tore: 0:1 Maik Vogt (9.), 0:2 Finn Langenstein (36.), 0:3 Levin Ketterer (45./Strafstoß), 0:4 Langenstein (48.), 0:5 Langenstein (58.), 0:6 Felix Pischel (89.).
Besonderes: Gelb-Rote Karte für Hemeringen (75.).
TSV Bisperode – SSV Königsförde 1:9 (0:6).
Auch in Bisperode machte sich ein deutlicher Klassenunterschied bemerkbar. Die Gäste erwischten einen Auftakt nach Maß und gingen bereits in der zweiten Minute durch einen Strafstoß von Bartosz Palm in Führung. „Wir waren nicht auf der Höhe. Wir haben zwar 20 Minuten gut dagegengehalten – bis auf das 0:1, bei dem wir geschlafen haben –, aber dann brechen wir komplett ein. Das war ein Kollektivversagen, wir kassieren zu schnell und einfach die Gegentore“, sparte Bisperodes Sprecher Benedict Dreier keineswegs mit Kritik an dem Auftritt seines Teams. Königsförde nutzte die Räume konsequent: Nach einer Kombination traf Palm aus 20 Metern zentraler Position unten rechts zum 2:0 (29.), ehe Hasan Yanalak nach einer Flanke von von links von Cihan Cetin nachlegte (33.).
Anschließend schlug die Stunde von Dennis Fulek, der noch vor der Pause einen Hattrick schnürte – erst verwertete er eine Flanke von Albion Rexha (36.), traf nach Cetin-Zuspiel ins kurze Eck (41.) und schloss nach einem langen Ball von Miroslav Toman zum 6:0-Halbzeitstand ab (44.). „Königsförde war in der ersten Halbzeit fußballerisch sehr gut, hat einen guten Ball gespielt, immer den freien Raum gesucht und Anspielstationen gefunden“, lobte der Sprecher, der Palm sowie den Torschützen vom Dienst, Fulek, als „überragend“ hervorhob.
Eingewechselter Gang nach dem Seitenwechsel
Nach dem Wiederanpfiff flachte die Partie merklich ab. „In der zweiten Halbzeit hat der Gegner gefühlt fünf Gänge zurückgeschaltet. Königsförde wollte nicht, wir konnten nicht“, ordnete Bisperodes Sprecher den zweiten Durchgang ein. Dennoch kamen die Hausherren zum Ehrentreffer: Nach einem Freistoß von Jarno Schmedecke schaltete Philip Vahlpagel am schnellsten und staubte zum 1:6 ab (65.). In der Schlussphase drehten die Gäste allerdings noch einmal auf. „Hinten raus hat Königsförde nochmal Klasse aufblitzen lassen“, so der Sprecher. Yanalak (72.), Fulek mit seinem vierten Treffer der Partie (87.) und Edon Musliji (90.) schraubten das Ergebnis schließlich auf 9:1 in die Höhe. Trotz der deutlichen Niederlage gab es am Ende noch ein ausdrückliches Lob an die Unparteiischen: „Das auswärtige Schiedsrichter-Gespann hat das Spiel gut geleitet.“ Damit bleibt auch „Köfö“ weiterhin ohne Niederlage in der Liga.
Tore: 0:1 Bartosz Palm (2./Strafstoß), 0:2 Palm (29.), 0:3 Hasan Yanalak (33.), 0:4 Dennis Fulek (36.), 0:5 Fulek (41.), 0:6 Fulek (44.), 1:6 Philip Vahlpagel (65.), 1:7 Yanalak (72.), 1:8 Fulek (87.), 1:9 Edon Musliji (90.).
BW Tündern II – TSV Klein Berkel 0:2 (0:0).
Derweil erklomm der furiose Aufsteiger aus Klein Berkel den dritten Tabellenrang. In der ersten Halbzeit hielt die Reserve von BW Tündern im Heimspiel gegen den TSV aus dem Hummetal noch ordentlich dagegen. Trotz engagierter Gegenwehr gelang es den Hausherren jedoch nicht, für echte Torgefahr zu sorgen. „Wir haben in der ersten Halbzeit noch ganz gut mitgespielt, waren trotzdem nicht in Schlagdistanz“, blickte Tünderns Trainer Thomas Pernath auf die ersten 45 Minuten zurück. Die Gäste präsentierten sich von Beginn an wacher: „Klein Berkel war immer griffig und gefährlich über Standards.“ Die Tündern-Defensive hielt dem Druck vor dem Seitenwechsel jedoch stand und verteidigte die gegnerischen Vorstöße bis zur Pause souverän weg.
Conrad verhindert höhere Niederlage
Nach dem Seitenwechsel belohnte sich Klein Berkel schließlich für den Aufwand. In der 55. Minute nutzten die Gäste eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Blau-Weißen: Nach einem individuellen Fehler in der Fehlerkette erkannte Alban Ramushi die Lücke, umkurvte Tünderns Schlussmann und markierte das 1:0. Anschließend übernahm der TSV vollends das Kommando auf dem Platz. „Danach hat Klein Berkel es souverän und ballsicher runtergespielt und viel über die Außen gespielt. Uns hat das Personal gefehlt, um nachzuschieben“, erklärte Pernath. Dass die Partie nicht noch deutlicher ausging, lag allen voran an Tünderns Keeper Niels Conrad, der gleich mehrere Großchancen vereitelte. „Wir müssen uns bei Niels bedanken, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen ist“, betonte der Coach.
In der 79. Minute war jedoch auch Conrad machtlos: bei einer unzureichend verteidigten Ecke schliefen die Gastgeber am zweiten Pfosten, sodass Alpay Kamak den Ball festmachte, seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen ließ und druckvoll halbhoch ins Eck zum 2:0-Endstand vollendete. Pernath gratulierte dem Gegner nach dem Schlusspfiff fair: „Glückwunsch an Klein Berkel, das war sehr souverän. Ein verdienter Sieg für Klein Berkel, sie waren in allen Belangen überlegen. Wir haben mit unseren Mitteln nicht dagegenhalten können.“ Zudem gab es ein Sonderlob für den Schiedsrichtergespann um Roman Steinbarth.
Tore: 0:1 Alban Ramushi (55.), 0:2 Alpay Kamak (79.).
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