08.08.2026 18:37
Kreisliga
Elf Treffer in zwei Spielen: Bisperode erstürmt Kreisliga-Spitze in letzter Minute
Hajen-Latferde feiert ersten Sieg der neuen Spielzeit

Kay-Jonas Dirnberger stellte mit seinem Doppelpack die Weichen für den 3:2-Auswärtserfolg.
TSV Bisperode – BW Tündern II 3:3 (1:1).
Dank eines Treffers in letzter Minute hat der TSV Bisperode zumindest über Nacht die Tabellenführung in der Kreisliga übernommen. Das Heimspiel gegen BW Tündern II begann für die Blau-Gelben jedoch mühsam. „Wir haben die ersten 20 Minuten wie schon gegen Emmerthal komplett verschlafen und hatten keinen Zugriff“, berichtete TSV-Co-Trainer Benedict Dreier. Die Gäste aus Tündern bauten das eigene Spiel gut auf, zeigten ihre individuelle Qualität und gingen nach einem individuellen Aufbaufehler der Bisperöder durch Grischa Kowalski, der den Keeper umkurvte, folgerichtig mit 1:0 in Führung (15.). Nach dem Rückstand fanden die Gastgeber besser in die Zweikämpfe und verteidigten stabiler. In der 20. Minute traf Joshua Wiechens zunächst nur den Pfosten, ehe Michel Faßhauer in der 33. Minute mit einem sehenswerten Schuss aus 16 Metern über den Innenpfosten den 1:1-Ausgleich erzielte.
Nach dem Seitenwechsel kam Bisperode zwar besser in die Partie, musste jedoch zwei Dämpfer hinnehmen. Lukas Kramer (60.) und Hendric Müller (67.) – erneut nach einem individuellen Fehler – brachten Tündern mit 3:1 in Front. „Die Gegentore zum 1:2 und 1:3 waren Nackenschläge. Danach war Tündern klar tonangebend“, ordnete Dreier die Phase ein. Obwohl die Hausherren ihrerseits versuchten, offensiv in Erscheinung zu treten, blieben nennenswerte Chancen zunächst aus, ehe Robert Voss nach einer Ecke der Anschlusstreffer zum 2:3 „fast aus dem Nichts“ gelang (70.). Bisperode warf in der Schlussphase alles nach vorne, hatte in der 89. Minute jedoch Glück, als der Schiedsrichter nach Absprache mit seinem Assistenten einen Handelfmeter für Tündern zurücknahm. Kurz darauf vergaben die Gäste eine Zwei-gegen-Eins-Konterchance. Im direkten Gegenzug schlug Bisperode den Ball lang nach vorne, wo die Kugel verlängert wurde und Tim Schonscheck per Linksschuss in der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand vollendete (90. +4). Kurz vor dem Abpfiff sah Tünderns Trainer Thomas Pernath zudem noch die Gelb-Rote Karte.
„In der Summe ist das 3:3 sehr, sehr glücklich. Wir hatten den Punkt eigentlich nicht verdient, nehmen ihn aber gerne mit“, resümierte Dreier nach dem Spiel. Der Co-Trainer merkte an, dass seine Elf in den letzten beiden Partien deutlich stärker aufgetreten sei und zollte auch dem Gegner Anerkennung – insbesondere Tünderns Stürmer Grischa Kowalski habe eine gute Leistung gezeigt.
Tore: 0:1 Grischa Kowalski (15.), 1:1 Michel Faßhauer (33.), 1:2 Lukas Kramer (60.), 1:3 Hendric Müller (67.), 2:3 Robert Voss (70.), 3:3 Tim Schonscheck (90. +4).
SC Weser HO – SG Hajen-Latferde 2:3 (0:0).
Der neugegründete SC Weser HO wartet weiterhin auf den ersten Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte, im Heimspiel gegen Hajen-Latferde unterlag man am Ende mit 2:3. Die Partie in Rohden begann dabei unter erschwerten Bedingungen. „Die Gegebenheiten auf dem schwierigen Platz waren alles andere als gut, aber damit hatten beide Mannschaften zu kämpfen. Dadurch war es kein hochklassiges Spiel“, berichtete SC-Sprecher Noel Benski. Die Hausherren kamen dennoch gut in die Begegnung. Die erste gute Gelegenheit verzeichnete Luca Depping, der den Ball jedoch nicht im Tor unterbringen konnte. Ansonsten sahen die Zuschauer im ersten Durchgang auf beiden Seiten wenig zwingende Offensivaktionen.
Nach dem Seitenwechsel erwischte Weser HO den besseren Start. Daniel Wins traf mit einem Fernschuss aus 20 Metern links unten zur 1:0-Führung. „Wir hatten die Partie gut unter Kontrolle. Hajen hat besonders über lange Bälle auf die physisch starken Angreifer agiert, hatte aber zunächst keine zwingenden Torchancen“, so Benski. Dennoch drehten die Gäste das Spiel: Nach einem Einwurf glich Kay-Jonas Dirnberger aus, ehe er wenig später per Foulelfmeter auf 2:1 stellte. Vorangegangen war ein Zweikampf, bei dem sich ein SGHL-Angreifer und ein HO-Verteidiger im SC-Strafraum gegenseitig am Trikot hielten und der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte. Hajen nutzte das Momentum und erhöhte nach einem gut ausgespielten Konter durch Nils Bleibaum auf 3:1.
Die Gastgeber gaben sich jedoch nicht auf. In der Schlussphase erhitzten sich nach einem Foulspiel der Hausherren die Gemüter. „Es kam zu einer unschönen Aktion mit einer kleineren Rudelbildung, an deren Ende ein Hajener Spieler wegen einer Beleidigung die Rote Karte sah“, so Benski. In Überzahl schlug Weser HO noch einmal zurück: Nach einer Halbfeldflanke schnürte Wins seinen Doppelpack und verkürzte auf 2:3. Danach warf der SC alles nach vorne, eine zwingende Chance zum Ausgleich ergab sich jedoch nicht mehr. „Ob das Ergebnis am Ende gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Wir haben uns letztlich selbst geschlagen“, bilanzierte Benski. Vor allem die Fehler vor den ersten beiden Gegentoren seien vermeidbar gewesen. Erschwerend komme die aktuelle personelle Situation hinzu: „Wir befinden uns im Moment im Umbruch, haben einen kleinen Kader und uns fehlen aus verschiedenen Gründen noch Leistungsträger.“
Tore: 1:0 Daniel Wins, 1:1 Kay-Jonas Dirnberger, 1:2 Dirnberger, 1:3 Nils Bleibaum, 2:3 Wins.
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