06.06.2026 19:17
Kreisliga
Entscheidungen gefallen: Salzhemmendorf meisterlich - TBH vor Relegation - Aerzen geht baden
Und: Hajen-Latferde neben Azadi Hameln sportlicher Absteiger

BW Salzhemmendorf ist der neue Kreismeister.
TSG Emmerthal – MTSV Aerzen 6:1 (3:0).
Die TSG Emmerthal hat sich mit einem fulminanten Heimsieg aus der Saison verabschiedet und dem MTSV Aerzen beim 6:1-Erfolg keine Chance gelassen. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr und sorgten bereits in der Anfangsphase für klare Verhältnisse. Allen voran Luca Schulz, der sich im Sommer in Richtung BW Tündern verabschiedet, drückte dem Spiel direkt seinen Stempel auf. Mit einem schnellen Doppelpack (3., 15.) stellte er die Weichen früh auf Sieg. Nur vier Minuten später erhöhte der formstarke Ralf Pister auf 3:0 (19.).
„Das war super herausgespielt und eine sehr starke Leistung vom kompletten Team“, schwärmte TSG-Trainer Hendrik Scheel und hob einen Akteur im Nachgang noch einmal hervor: „Ralf Pister muss man besonders loben, er war schon in den letzten Wochen überragend.“ Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Emmerthaler nicht locker. Direkt nach Wiederanpfiff schnürte Pister seinen eigenen Doppelpack zum 4:0 (46.). Zwar gelang Leandro Ribeiro kurz darauf der Ehrentreffer für die Gäste aus Aerzen (49.), doch das brachte die spielfreudige TSG nicht aus dem Konzept. In der Schlussphase schraubte Kevin Voigt das Ergebnis mit zwei weiteren Treffern (68., 71.) auf 6:1 in die Höhe.
Ein rundum gelungener Tag für Trainer Scheel, der sich besonders für seinen scheidenden Torjäger freute: „Mich hat sehr gefreut, dass Luca sich zum Abschluss mit zwei Toren verabschiedet hat.“ Durch den Dreier krönten die Emmerthaler einen starken Schlussspurt mit drei Siegen in Folge und bleiben im Kalenderjahr 2026 auf heimischem Rasen ungeschlagen. „Wenn man sieht, was die Jungs leisten können, ist die Platzierung in der Tabelle am Ende eigentlich zu wenig. Das soll unsere heutige Leistung aber keinesfalls schmälern“, bilanzierte Scheel, der sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Hilligsfeld nicht verkneifen konnte: „Ein Gruß geht an TBH-Co-Trainer Michael Söchting, der uns das nicht zugetraut hat – und Glückwunsch zur Relegation.“ Für den MTSV Aerzen bedeutete die Niederlage den dritten Platz in der Endtabelle. Damit bleibt der MTSV in der Kreisliga.
Tore: 1:0 Luca Schulz (3.), 2:0 Luca Schulz (15.), 3:0 Ralf Pister (19.), 4:0 Ralf Pister (46.), 4:1 Leandro Ribeiro (49.), 5:1 Kevin Voigt (68.), 6:1 Kevin Voigt (71.).
TSV Grohnde – BW Salzhemmendorf 0:6 (0:2).
Großer Jubel an der Weser – allerdings auf Seiten der Gäste: BW Salzhemmendorf hat durch einen souveränen 6:0-Erfolg beim TSV Grohnde die Kreismeisterschaft perfekt gemacht und den Aufstieg besiegelt. Die mit zwei Fan-Bussen angereisten Gäste machten von Beginn an deutlich, dass sie an diesem Tag nichts mehr anbrennen lassen wollten.
„'Solte' hat losgelegt wie die Feuerwehr und hatte richtig Energie auf dem Platz“, berichtete Robert Engel, Vorsitzender und Spieler des TSV Grohnde. Bereits in der 3. Minute brachte Malte Fitzner die Gäste auf Meisterkurs und legte wenig später direkt das 2:0 (19.) nach. „Nach dem 0:2 haben wir es dann etwas besser verteidigt und sind mit diesem Ergebnis auch in die Kabine gegangen“, so Engel.
Für den zweiten Durchgang hatten sich die Hausherren noch einmal etwas vorgenommen. „Wir hatten in der Pause noch die Hoffnung, dass wir in der zweiten Halbzeit etwas mehr reißen können“, erklärte der Vorsitzende. Doch dieser Plan wurde schnell durchkreuzt: Ein Doppelschlag durch Thore Schrader (54.) und Yanis Ruhnow (56.) schraubte das Ergebnis innerhalb kürzester Zeit auf 4:0 in die Höhe. „Das war dann natürlich die endgültige Entscheidung“, gab Engel zu.
Neben der drohenden Niederlage gab es für die Grohnder Zuschauer an diesem Nachmittag noch einen besonders emotionalen Moment abseits des reinen Ergebnisses: Die Grohnder Stürmerlegende Christopher Thomas wurde ein letztes Mal ausgewechselt und unter großem Applaus in den fußballerischen Ruhestand verabschiedet.
In der Schlussphase machten Louis Herrmann (68.) und Luca Szepst (85.) das halbe Dutzend für den neuen Kreismeister schließlich voll. Trotz der deutlichen Niederlage zeigte sich Grohnde als fairer Verlierer und gratulierte herzlich. „Das war ein hochverdienter Sieg für Solte. Herzlichen Glückwunsch vom gesamten TSV Grohnde zur Meisterschaft! Sie haben sich als Verein hier sehr sympathisch präsentiert. Es war ein total faires Miteinander und wir gönnen ihnen den Aufstieg von Herzen“, fand Engel abschließend lobende Worte für den Gegner.
Tore: 0:1 Malte Fitzner (3.), 0:2 Malte Fitzner (19.), 0:3 Thore Schrader (54.), 0:4 Yanis Ruhnow (56.), 0:5 Louis Herrmann (68.), 0:6 Luca Szepst (85.).
TB Hilligsfeld – SG Hajen-Latferde 7:0 (4:0).
Der TB Hilligsfeld hat zum Saisonabschluss ein echtes Offensivfeuerwerk abgebrannt und sich mit einem 7:0-Kantersieg gegen die SG Hajen-Latferde die Vizemeisterschaft in der Kreisliga gesichert. Während die Hilligsfelder damit das Ticket für die Bezirksliga-Relegation gelöst haben, bedeutete der Schlusspfiff für die Gäste die bittere Gewissheit: Die SG Hajen-Latferde ist sportlich abgestiegen.
Von Beginn an ließen die Hausherren keinen Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Die Ernst-Elf war von der ersten Sekunde an hellwach und stellte bereits im ersten Durchgang die Weichen auf Sieg. Robin Borkert eröffnete den Torreigen in der 7. Minute, ehe Kimi Howanietz auf 2:0 erhöhte (19.). Ein Doppelpack von Cristiano dos Santos (23., 37.) sorgte noch vor dem Pausenpfiff für die Vorentscheidung und den 4:0-Halbzeitstand.
„Wir wollten es heute unbedingt, waren von Anfang an griffig und haben unsere Chancen konsequent genutzt“, zeigte sich TBH-Trainer Christian Ernst hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. Den personell gebeutelten Gästen zollte er Respekt: „Hajen-Latferde hatte heute mit argen Personalproblemen zu kämpfen. Sie haben trotzdem ihr Bestes versucht, aber das Ergebnis sagt am Ende einfach alles aus.“
Auch nach dem Seitenwechsel und trotz zahlreicher Wechsel verlor der Motor der Gastgeber keineswegs an Fahrt. Louis Heucke schraubte das Ergebnis per Doppelpack weiter in die Höhe (64., 83.), ehe Jay Ashton kurz vor dem Ende den 7:0-Endstand markierte (86.). „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel durchgewechselt. Alle Jungs, die reingekommen sind, wollten sich unbedingt präsentieren und haben das Tempo dadurch über die gesamten 90 Minuten hochgehalten“, lobte Ernst.
Für den TB Hilligsfeld ist die Vizemeisterschaft die Krönung einer großen Aufholjagd. Noch im Februar schien Platz zwei bei acht Punkten Rückstand in weiter Ferne. „Ein riesiges Lob an die gesamte Mannschaft für das, was sie seit Februar leistet. Die Mannschaft ist bei uns der Star“, betonte der Coach stolz.
Nach dem bereits eingefahrenen Kreispokalsieg soll nun der noch größere Wurf gelingen: „Wir haben einen Riesenlauf und viel Selbstvertrauen getankt. Jetzt, wo wir in der Relegation stehen, wollen wir sie natürlich auch mitnehmen. Wir haben aktuell eine gute Breite im Kader, nicht viele Verletzte und wollen dort richtig was leisten.“
Das Abenteuer Bezirksliga-Aufstieg startet voraussichtlich am nächsten Samstag um 16 Uhr mit dem ersten Heimspiel. Die Gegner in der Relegationsrunde kommen aus der Kreisliga Hannover (Staffel 1) sowie aus der Bezirksliga (Staffel 2).
Tore: 1:0 Robin Borkert (7.), 2:0 Kimi Howanietz (19.), 3:0 Cristiano dos Santos (23.), 4:0 Cristiano dos Santos (37.), 5:0 Louis Heucke (64.), 6:0 Louis Heucke (83.), 7:0 Jay Ashton (86.).
SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst – BW Tündern II 4:2 (0:1).
Ein emotionaler Abschied mit einer kuriosen Vorgeschichte: Patrick Skoruppa hat sein letztes Spiel als Trainer der SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst mit einem 4:2-Erfolg gegen die Reserve von BW Tündern gefeiert. Bevor es für den Coach im Sommer zum SC Engern in die Kreisliga des Landkreises Schaumburg geht, erlebten die Zuschauer an der Weser noch einmal ein echtes Spektakel – inklusive eines Experiments in Durchgang eins. „In der ersten Halbzeit haben wir die Positionen gelost. Die Jungs wollten das unbedingt, ich persönlich war semi überzeugt“, verriet Skoruppa mit einem Augenzwinkern. Das personelle Würfelspiel spiegelte sich jedoch im Ergebnis wider: Die Gäste aus Tündern nutzten die Unordnung und gingen durch Grischa Kowalski in der 18. Minute mit 1:0 in Führung, was gleichzeitig auch der Pausenstand war.
Mit dem Seitenwechsel war die Zeit der Experimente jedoch vorbei. „Zur zweiten Halbzeit haben wir wieder umgestellt und dann auch das Spiel rumgerissen“, erklärte der Coach. Zurück in gewohnter Formation zeigte die SG die gewohnte Spielfreude. Daniel Lukas leitete in der 60. Minute mit dem Ausgleich die Wende ein. Danach rollte der Express der Hausherren: Binnen neun Minuten schraubten Noel Benski (68.), Lucas Göhmann (70.) und Kevin Raudzis (77.) das Ergebnis auf 4:1 in die Höhe. „Nach den Umstellungen waren wir voll im Spiel. Jeder hat wieder auf seiner Position agiert und dann hat man auch genau die Qualität gesehen, die ich von den Jungs erwarte“, lobte Skoruppa die Reaktion seiner Mannschaft. Das zweite Tor von Tünderns Kowalski in der Schlussminute (90.) zum 4:2-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik.
Nach dem Abpfiff floss bereits das Bier, während sich die Mannschaft auf eine lange Nacht vorbereitete. „Jetzt ist alles gut, das Bier schmeckt, alle haben gute Laune. Wir feiern jetzt den Saisonabschluss und der wird sicherlich auch noch einmal emotional“, zog Skoruppa ein rundum zufriedenes Fazit.
Tore: 0:1 Grischa Kowalski (18.), 1:1 Daniel Lukas (60.), 2:1 Noel Benski (68.), 3:1 Lucas Göhmann (70.), 4:1 Kevin Raudzis (77.), 4:2 Grischa Kowalski (90.).
FC Preussen Hameln – TSV Nettelrede 2:2 (1:0).
Obwohl es tabellarisch für beide Mannschaften um nichts mehr ging, bekamen die Zuschauer zum Saisonabschluss einen gut anzusehenden Kreisliga-Kick geboten. Am Ende trennten sich der FC Preussen Hameln und der TSV Nettelrede nach einer abwechslungsreichen Partie mit einem 2:2-Unentschieden.
Die Gäste aus Nettelrede versuchten von Beginn an, das Spiel zu bestimmen, warenin der Offensive jedoch zunächst selten zwingend. Stattdessen fanden die Hamelner mit fortlaufender Spieldauer immer besser in die Begegnung. „Je länger das Spiel dauerte, desto besser kamen wir rein. Wir haben immer wieder Nadelstiche gesetzt“, berichtete Preussen-Sprecher Steffen Pauder. Trotz personeller Engpässe konnte die Hamelner Elf dem Gegner ordentlich zusetzen und belohnte sich früh: In der 11. Minute besorgte Ruben Dalby nach einer Ecke die 1:0-Führung für die Hausherren. Praktisch mit dem Pausenpfiff gelang den Gästen jedoch der 1:1-Ausgleich (45.).
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Nettelrede nochmals den Druck. Das sportliche Geschehen rückte jedoch kurzzeitig komplett in den Hintergrund, als sich Hamelns Thomas Starostin verletzte und mit dem Rettungswagen abtransportiert werden musste. „Gute Besserung an dieser Stelle von uns allen“, sendete Pauder umgehend Genesungswünsche. In der Schlussphase nahm die Partie noch einmal an Fahrt auf. Zunächst drehte Bennet Koch das Spiel mit seinem Treffer zum 2:1 (76.) zugunsten der Nettelreder, was die Gemüter auf dem Platz kurzzeitig etwas erhitzte. „Nach dem Rückstand wurde es ein bisschen hitziger“, gab Pauder zu. Die Preussen bewiesen jedoch Moral und schlugen nur wenig später zurück. Erneut war es eine Standardsituation, die den Erfolg brachte: Ibrahim Al Tamer traf in der 83. Minute – wie schon beim ersten Preussen-Tor im Anschluss an eine Ecke – zum 2:2-Endstand. „Das war ein schöner Sommerkick, aber gleichzeitig ein wirklich gutes Kreisliga-Spiel. Am Ende können wir nicht meckern, das 2:2 geht absolut in Ordnung“, bilanzierte Pauder nach dem Abpfiff zufrieden.
Tore: 1:0 Ruben Dalby (11.), 1:1 (45.), 1:2 Bennet Koch (76.), 2:2 Ibrahim Al Tamer (83.).
SSV Königsförde - SV Azadi Hameln 5:0.
Azadi Hameln nicht angetreten.
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