17.05.2026 19:32

Kreisliga


Hilligsfeld bleibt BW dicht auf den Fersen!

Wahnsinn in Hameln: Preussen dreht 0:3-Rückstand in der Nachspielzeit
Cristiano dos Santos TB Hilligsfeld Abschluss Kreisliga
Sorgte für den umjubelten „Lucky Punch": Christiano dos Santos.

Von Jule Stolpe

TB Hilligsfeld – TSV Nettelrede 2:1 (1:0).

TB Hilligsfeld hält das Aufstiegs- und Meisterschaftsrennen in der Kreisliga weiter brutal spannend, gewinnt mit 2:1 gegen Nettelrede und bleibt Salzhemmendorf dicht auf den Fersen. „Das war heute kein schönes Spiel, das von sauberem Fußball geprägt war, sondern eine echt sehr umkämpfte Partie“, beschrieb Hilligsfeld-Coach Christian Ernst nach dem Abpfiff.
Es sei viel Arbeit und noch mehr Kampf gewesen, die Zweikämpfe seien hitzig geführt und immer wieder gesucht worden – und zwar von beiden Teams. „Ich würde sagen, über das gesamte Spiel hinweg hatten wir ein paar mehr Torchancen, aber Nettelrede war gerade in den Umschaltmomenten immer gefährlich“, so Ernst weiter. Der erste Coup in diesem Abnutzungskampf gelang seinen Jungs: Durch ein Tor von Jannik Stolpe gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung (25.).

Nach einem sehr hitzigen Spielverlauf kam Nettelrede in der Schlussphase zum Ausgleich. Nach einem Hilligsfelder Ballverlust im Mittelfeld zog Luca Barthel aus 30 Metern ab und überwand so Heim-Keeper Stierand. „Das war schon echt ein Kunstschuss“, machte der TBH-Trainer seinem Schlussmann keinen Vorwurf. In den letzten zehn Minuten rannten seine Jungs dann noch einmal richtig an – mit Erfolg: Eine Aktion von Christiano dos Santos sorgte für den 2:1-Endstand (86.). „Aufgrund des Spielverlaufs ist der Sieg vielleicht ein bisschen glücklich, unterm Strich nehmen wir die drei Punkte aber natürlich sehr, sehr gerne mit“, zeigte sich Ernst zufrieden mit dem Sonntagnachmittag in der Kreisliga.
Tore: 1:0 Jannik Stolpe (25.), 1:1 Luca Barthel (77.), 2:1 Christiano dos Santos (86.).

FC Preussen Hameln - TSV Grohnde 3:3 (0:3).

Was für ein Drama in Hameln! Der FC Preussen Hameln hat eine furiose Aufholjagd hingelegt und nach einem scheinbar aussichtslosen 0:3-Halbzeitrückstand noch ein 3:3-Unentschieden gegen den TSV Grohnde gerettet. Die letzten Minuten der Partie ließen die Gastgeber am Ende jubeln wie nach einem Sieg. „Das war faszinierend, was da in den letzten Minuten passiert ist“, stand Preussen-Sprecher Steffen Pauder auch kurz nach dem Abpfiff noch völlig unter dem Eindruck der Ereignisse.

Dabei verlief der erste Durchgang für die Hausherren ergebnistechnisch katastrophal – obwohl sie spielerisch eigentlich den Ton angaben. Mit feinem Kurzpassspiel zog Preussen sein Spiel auf. „In der ersten Halbzeit hat Grohnde zwar 3:0 geführt, aber wir waren die spielbestimmende Mannschaft per Kurzpassspiel. Es sah auch soweit gut aus und es sah absolut nicht nach 2. Kreisklasse aus, was die Mannschaft hier heute gespielt hat. Es war kein Unterschied zu erkennen“, beschrieb Pauder die optische Überlegenheit. Preussen spielte mit der formell 2. Mannschaft aus der 2. Kreisklasse. Das große Manko war jedoch die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse sowie die defensive Restverteidigung.

Grohnde zeigte sich eiskalt und machte aus drei Chancen drei Tore. Erst führte ein Ballverlust im Mittelfeld zu einem schnellen Gegenangriff, bei dem Robert Engel am Ende freistehend zum 0:1 einschieben konnte (16.). Nur elf Minuten später zeigte der Unparteiische nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum auf den Punkt – Christopher Thomas verwandelte den strittigen Elfmeter sicher zum 0:2 (27.). Und es kam noch dicker: Nach einem erneuten schnellen Umschaltspiel der Gäste fehlte den Preussen jegliche Absicherung, sodass Rene Grote den Ball per Abschluss ins lange Eck zum 0:3-Pausenstand versenkte (30.). „Unsere Absicherung war nicht gut und beim dritten Gegentreffer hatten wir leider kein gutes Zweikampfverhalten“, kritisierte Pauder.

Nach dem Seitenwechsel steckte die Heimelf jedoch keineswegs auf. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir gut Fußball spielen können und wir haben wieder das Spiel gemacht“, verriet Pauder die Marschroute. Während Grohnde sich nun primär aufs Verteidigen fokussierte, hielt Preussen das Tempo hoch. Defensiv standen die Hamelner nun deutlich stabiler und fingen die langen Konterbälle der Gäste konsequent ab. Allerdings drohte die Zeit davonzulaufen, da beste Gelegenheiten zunächst ungenutzt blieben. „Wir hatten einige Chancen, die wir leider nicht genutzt haben – zu viele falsche Entscheidungen. Wir dachten schon, wir treffen heute gar nicht mehr“, gab Pauder zu. Doch der Glaube der Preussen war ungebrochen: „Wir haben am Ende Moral bewiesen und es immer weiter versucht.“

In der Schlussphase brach dann plötzlich der Bann. In der 89. Minute keimte zum ersten Mal Hoffnung auf: Schön über links durchkombiniert, zog Wisam Shivan aus 18 Metern ab. Der Ball klatschte an den Pfosten, von dort an den Hinterkopf des Grohnder Schlussmanns Vlad Bletea und ins Netz. „Da hatten wir sicher etwas Glück und sind nochmal in den Aufwind gekommen“, so Pauder. Nur eine Zeigerumdrehung später brannte die Hütte endgültig: Ein langer Ball aus der Abwehr segelte in den Strafraum, Grohnde bekam das Leder nicht geklärt und Smail Abdullah schob flach ins rechte untere Eck zum 2:3 ein (90.).

Die Nachspielzeit lief bereits, als sich das Drama wiederholte: Nach einer fast identischen Situation zog Abdullah vom Sechzehnereck ab und traf flach ins linke untere Eck zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich (90.+6). Pauder bilanzierte nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz: „Das waren im Prinzip Tore des Willens. Danach war die Stimmung sehr ausgelassen, weil wir das nicht mehr erwartet hatten. Über beide Halbzeiten gesehen waren wir in der ersten gut, aber defensiv schwach, in der zweiten kam dann unsere Offensive ins Rollen. Das war eine super Moralleistung des Teams, alle haben sich gepusht und nie aufgegeben.“
Tore: 0:1 Robert Engel (16.), 0:2 Christopher Thomas (27. / Strafstoß), 0:3 Rene Grote (30.), 1:3 Wisam Shivan (89.), 2:3 Smail Abdullah (90.), 3:3 Abdullah (90.+6).
6 / 2008

Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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