16.05.2026 18:41

Kreisliga


TSG ist Derbysieger - Hajen-Latferde & Bisperode treten auf der Stelle

Salzhemmendorf verteidigt Tabellenführung / Aerzen gewinnt 5:0 - Tündern II tritt nicht an
Kartal Oezbek TSG Emmerthal Fussball Kreisliga
Kartal Özbek (in grün) erzielte im Gemeinde-Derby das 3:0 für Emmerthal.

TSG Emmerthal – SG Hajen-Latferde 3:2 (2:0).

Das Derby an der Emmer bot den Zuschauern Dramatik bis zur letzten Sekunde. Die Hausherren erwischten einen Start nach Maß: Nach einem präzisen Diagonalball von Dennis Matzeit auf Henry Bormann flankte dieser umgehend in den Strafraum. Dort lauerte Justin Schröter, der den Ball zwar nicht voll traf, ihn aber dennoch zur frühen 1:0-Führung unten links im Gehäuse unterbrachte (5.). „Danach war der Druck bei uns ein bisschen raus und wir sind phasenweise in Lethargie verfallen“, bemängelte Emmerthals Trainer Hendrik Scheel.

Hajen-Latferde kam dadurch besser auf und verbuchte hochkarätige Chancen. Erst kam Blend Raci völlig frei zum Schuss, kurz darauf scheiterte Jannik Borchers per Heber am stark reagierenden TSG-Keeper Justin Höhnisch. Kurz vor dem Pausenpfiff schlugen die Emmerthaler jedoch erneut zu, als Ansumana Colley eine Ecke von Schröter zum 2:0-Halbzeitstand verwertete (44.).

„Für die zweite Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, mutig auf das dritte Tor zu spielen“, erklärte Scheel. Dieser Plan ging zunächst auf: In der 49. Minute eroberte Jonas Batke aufmerksam den Ball und Kartal Özbek schob zum vermeintlich vorentscheidenden 3:0 ein. Doch die Drei-Tore-Führung brachte keine Sicherheit. Nach einem Foulspiel im Emmerthaler Strafraum verkürzte Kay-Jonas Dirnberger per Elfmeter auf 3:1 (57.). Als Jannik Borchers in der 67. Minute den Ball zum 3:2 ins kurze Eck schweißte, wurde es noch einmal richtig spannend.

In der packenden Schlussphase hielt das Emmerthaler Bollwerk jedoch stand. Das Fazit von Trainer Hendrik Scheel fiel dementsprechend erleichtert aus: „Danach haben wir es bis zum Ende besser verteidigt. Am Ende war es ein verdienter Sieg, aber diese Zitterpartie darf uns natürlich eigentlich nicht passieren. Wir sind dennoch sehr glücklich über den Derbysieg. Am Ende zählt nur der Dreier und gut ist.“ Während es für Emmerthal tabellarisch um nichts mehr geht, bedeutet die Niederlage für Hajen-Latferde einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf. Der Abstand zum rettenden Ufer, das aktuell die Bisperoder beanspruchen, bleibt bei drei Punkten.
Tore: 1:0 Justin Schröter (5.), 2:0 Ansumana Colley (44.), 3:0 Kartal Özbek (49.), 3:1 Kay-Jonas Dirnberger (57./Strafstoß), 3:2 Jannik Borchers (67.).

TSV Bisperode – BW Salzhemmendorf 1:3 (0:1)

Der TSV Bisperode hat eine Überraschung gegen den Aufstiegsfavoriten Blau-Weiß Salzhemmendorf trotz großem Kampf knapp verpasst. Am Ende mussten sich die Blau-Gelben dem Spitzenreiter mit 1:3 geschlagen geben. Bisperodes Sprecher Levin Winter sage augenzwinkernd: „Wir haben uns gegen den Aufstiegsfavoriten achtbar verkauft. Das Zementwerk aus Hehlen wäre heute definitiv stolz auf unsere Mauer gewesen!“

Das Spiel bot von Beginn an viel Tempo. Bereits in der 13. Minute parierte TSV-Keeper Niklas Pfleger einen Strafstoß der Gäste glänzend. Nur fünf Minuten später ging Salzhemmendorf dennoch in Führung: Nach einer unzureichend geklärten Flanke von Luca Szepst stand Marcel Vönöky am langen Pfosten per Kopf bereit und markierte das 0:1 (18.). Bisperode hielt im Anschluss defensiv gut dagegen und belohnte sich in der 65. Minute, als Michel Faßhauer eine Ecke von Carlos Wiechens per Volley zum 1:1-Ausgleich in die Maschen schweißte.

Doch die Freude währte nur kurz, da die Hausherren in der Folge eiskalt für Unkonzentriertheiten bestraft wurden. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich führte ein Fehlpass im Bisperoder Aufbau zum Ballverlust. Timo Renziehausen schaltete schnell, eroberte das Leder und steckte durch zu Kapitän Malte Fitzner, der zum 2:1 für die Gäste vollendete (68.). In der 75. Minute folgte das gleiche Muster: Erneut erlief Renziehausen einen Fehlpass und bediente Fitzner, der mit dem 3:1 den Endstand markierte. „Wenn wir diese individuellen Fehler nicht machen, wäre ein Punkt absolut im Bereich des Möglichen gewesen. Hinten raus fehlten uns aber auch die Körner“, analysierte Winter.

Trotz der Pleite hatte Winter  nur positive Worte übrig : „Ein Sonderlob geht an Schiedsrichter Robert Pottkämper für eine tolle Spielleitung. Bei Salzhemmendorf war Malte Fitzner der absolute Gamechanger, während bei uns Luke Streich ein bärenstarkes Spiel in der Abwehr gemacht hat. Ein riesiges Dankeschön geht auch an die musikalische Unterstützung unserer Nordkurve, die heute richtig stark mitgemacht hat. Die Mannschaft hat geackert bis zum Umfallen und einen guten Job gemacht.“ Ein wichtiger Trost blieb den Bisperodern am Ende durch den Blick auf die Konkurrenz: Da Hajen-Latferde zeitgleich in Emmerthal verlor, bleibt der TSV weiterhin drei Zähler über dem Abstiegsstrich, während Salzhemmendorf die Tabellenführung erfolgreich verteidigte.
Tore: 0:1 Marcel Vönöky (18.), 1:1 Michel Faßhauer (65.), 1:2 Malte Fitzner (68.), 1:3 Malte Fitzner (75.). Besonderes: Bisperodes Niklas Pfleger pariert Strafstoß (13.).

SSV Königsförde – FC Saale-Ith 3:6 (2:2).

Ein torreiches Spektakel mit bitterem Ausgang für den SSV Königsförde: Trotz einer schnellen Zwei-Tore-Führung mussten sich die Hausherren dem FC Saale-Ith am Ende deutlich mit 3:6 geschlagen geben.

Die Partie begann noch optimal für die Gastgeber. Per Doppelpack brachte Dennis Fulek den SSV zunächst mit 2:0 in Front (17., 29./Strafstoß). Danach riss der Faden jedoch komplett. Noch vor dem Pausenpfiff glichen Sönke Häger und Karsten Eberding für die Gäste zum 2:2 aus. Meyer vermutete nach dem Abpfiff: „Vielleicht steckte uns noch die Halbfinal-Niederlage gegen den TB Hilligsfeld im Pokal in den Knochen. Saale-Ith hat uns ein ums andere Mal ausgekontert. Sie haben uns mit langen Bällen vor Probleme gestellt und waren körperlich präsenter.“

Trotz des verspielten Vorsprungs glaubte das Team beim Gang in die Kabinen an die Wende. „Von außen hatten wir das Gefühl, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit noch zu unseren Gunsten drehen. Saale-Ith ist ja auch ohne Auswechselspieler angereist“, erklärte der Sprecher. In der 65. Minute folgte dann allerdings die Schlüsselszene der Begegnung: Dennis Fulek hatte die erneute Führung auf dem Fuß. „Die Chance nutzt er sonst eigentlich blind“, trauerte Meyer der Szene nach. Im direkten Gegenzug fing sich der SSV durch einen langen Ball das 2:3. Meyer: „Genau da ist das Spiel endgültig gekippt.“

In der Folge reichten den Gästen einfache Mittel, um die SSV-Defensive zu überspielen. „Die Tore waren wie eine Schablone, die man drüberlegt: immer wieder lange Bälle. Wir sind einfach zu anfällig gegen Teams, die diese Spielweise bevorzugen“, bilanzierte Meyer kritisch. Mitten in der Drangphase der Gäste schwächte sich Königsförde durch eine Rote Karte nach einem Wortgefecht selbst (67.). Meyer wunderte sich über die Entscheidung: „Das war ein Ausdruck, den man auf dem Platz ständig hört. Der Platzverweis hat alle verwundert. Aber daran hat es heute letztlich nicht gelegen.“ In Unterzahl brachen die Dämme komplett, ehe Dustin Dürre kurz vor dem Ende noch etwas Ergebniskosmetik zum 3:6-Endstand betrieb (80.). Am Ende zeigte sich der Sprecher als fairer Verlierer: „Lob an Saale-Ith, das kann man auch mal erwähnen. Der Sieg ist am Ende auch in der Höhe verdient, weil wir einfach einen schwachen Tag hatten.“
Tore: 1:0 Dennis Fulek (17.), 2:0 Fulek (29./Strafstoß), 2:1 Sönke Häger (10.), 2:2 Karsten Eberding (38.), 2:3 Sönke Häger (65.), 2:4 Häger (68.), 2:5 Häger (77.), 2:6 Eberding (80.), 3:6 Dustin Dürre (80.).
Besonderes: Rote Karte für Königsförde (67.) nach einem Wortgefecht.

MTSV Aerzen - BW Tündern II 5:0.

BW Tündern ist nicht angetreten.
7 / 2008

Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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