19.04.2026 18:29
Kreisliga
Statement im Spitzenspiel: Salzhemmendorf überrollt Großenwieden und stürmt an die Spitze
Zwei Eigentore & Pfostenpech: Hajen-Latferde gibt Führung aus der Hand / Spektakulärer Fallrückzieher & Blitz-Doppelschlag: Hilligsfeld erfüllt Pflichtaufgabe

Da geht es an die Tabellenspitze: Salzhemmendorfs Yanis Ruhnow gibt die Richtung vor.
SG Hajen-Latferde - BW Tündern II 2:3 (2:1).
Enttäuschung auf der einen, Erleichterung auf der anderen Seite: In einer hart umkämpften Kreisliga-Partie musste sich die SG Hajen-Latferde der Reserve von Blau-Weiß Tündern knapp mit 2:3 geschlagen geben. Dabei sah es zur Pause noch gut aus für die Hausherren, die jedoch im zweiten Durchgang das Spielglück vermissen ließen. „Ich glaube, nach dem Spiel wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Es gab wenig Spielfluss und viele lange Bälle auf beiden Seiten. Dass wir am Ende ohne Punkte dastehen, ist sehr ärgerlich“, bilanzierte SG-Trainer Bastian Geißler nach dem Abpfiff.
Die Partie startete zerfahren. In der 23. Minute gingen die Gastgeber in Führung, allerdings unter gütiger Mithilfe der Gäste. Nach einem wuchtigen Flugkopfball von Sebastian Meyer zeigte Tünderns Keeper Kolja Kowalski – Leihgabe aus dem Landesliga-Kader – eine überragende Parade, wehrte den Ball jedoch unglücklich gegen seinen Mitspieler Dominik Herrmann ab, von dem das Leder ins Tor sprang. Kurz vor der Pause glichen die „Schwalben“ aus: Grischa Kowalski wurde mit einem Steckpass auf die Reise geschickt, behielt im Eins-gegen-Eins die Nerven und schob zum 1:1 ein (43.). Doch die Antwort der Spielgemeinschaft folgte prompt. Nach einem Foulspiel im Sechzehner entschied der Referee auf Strafstoß, den Kay-Jonas Dirnberger sicher zum 2:1-Pausenstand verwandelte (45.). „Unser Strafstoß war schmeichelhaft“, gab Geißler ehrlich zu, fügte jedoch an: „Dafür haben wir am Ende einen klaren Handelfmeter nicht bekommen. Das gleicht sich zwar oft aus, ist in der Situation aber bitter.“
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel geprägt von langen Bällen und vielen Zweikämpfen. „Hinten haben wir hier und da die langen Bälle zu schlecht verteidigt“, bemängelte Geißler. In der 75. Minute nutzte Grischa Kowalski genau so eine Unstimmigkeit zwischen Abwehr und Torhüter aus und markierte das 2:2. Es kam noch dicker für Hajen-Latferde: Nur fünf Minuten später fälschte Jannik Borchers eine Flanke von außen so unglücklich ab, dass der Ball zum 2:3 im eigenen Netz landete. In der Schlussphase warfen die Gastgeber alles nach vorne. Während Tündern durch Kowalski die Entscheidung liegen ließ, verzweifelte die SG am Aluminium und am starken Gästekeeper. Nach einer Doppelchance köpfte Nils Bleibaum den Ball an den Pfosten, den Nachschuss vergab Borchers freistehend. Auch Jannik Bohne hatte den Ausgleich auf dem Fuß, verzog jedoch knapp. Ein Sonderlob gab es trotz der Niederlage für den gegnerischen Torhüter: „Kolja Kowalski hat mehrere überragende Paraden gezeigt“, so Geißler. Die SG verpasste es somit wichtige Punkte gegen den Abstieg zu holen. Das wiederum schafften die Gäste aus Tündern, die nun wieder in Richtung Tabellenmittelfeld schielen können.
Tore: 1:0 Eigentor Dominik Herrmann (23.), 1:1 Grischa Kowalski (43.), 2:1 Kay-Jonas Dirnberger (45./Strafstoß), 2:2 Grischa Kowalski (75.), 2:3 Eigentor Jannik Borchers (80.).
SV Azadi Hameln - FC Saale Ith 0:4 (0:3).
Der FC Saale Ith hat einen deutlichen Auswärtssieg eingefahren. Bei Azadi Hameln feierten die Gäste einen souveränen 4:0-Erfolg und untermauerten dabei vor allem ihre Gefährlichkeit nach ruhenden Bällen. „Wir sind relativ gut ins Spiel gekommen und gehen durch einen Standard per Kopfball in Führung. Das war zu dem Zeitpunkt auch absolut verdient“, erklärte Saale Iths Sprecher Jannik Lehnhoff den gelungenen Start. Martin Gröhlich war es, der bereits in der 8. Minute die Weichen auf Sieg stellte. Azadi versuchte im Anschluss, spielerisch dagegenzuhalten und kam zu einigen Halbchancen. Die beste Gelegenheit der Hausherren entschärfte FC-Keeper Nicolas Franzmann mit einer starken Parade gegen einen Flachschuss. Mitten in die Drangphase der Gastgeber schlug Saale Ith jedoch erneut nach einer Ecke eiskalt zu: Wieder war es Gröhlich, der per Kopf zur Stelle war und auf 0:2 erhöhte (20.). „Das Tor hat uns viel Ruhe gegeben. Danach plätscherte das Spiel etwas vor sich hin, wir haben zwar weitere Chancen, nutzen sie aber nicht konsequent“, so Lehnhoff. Kurz vor dem Pausenpfiff war es dann David-Jonatan Gesterling, der mit dem 0:3 für die Vorentscheidung sorgte (40.).
Nach dem Seitenwechsel versuchte der SV Azadi noch einmal alles, lief den Gegner früher an und erhöhte den Pressingdruck. Doch die Defensive der Gäste stand an diesem Tag felsenfest. „Azadi hat in der zweiten Halbzeit nochmal alles probiert, aber wir haben es gut verteidigt, nichts zugelassen und mit dem 4:0 den Deckel draufgemacht“, berichtete Lehnhoff. Den Schlusspunkt setzte Max Becker in der 79. Minute. In der Folge ließen die Gäste sogar noch weitere Gelegenheiten ungenutzt, was der Stimmung am Ende aber keinen Abbruch tat. „Wir gewinnen auch in der Höhe verdient mit 4:0. Max Becker hat heute eine richtig gute Leistung gezeigt, aber insgesamt war es eine geschlossene Mannschaftsleistung in allen Bereichen“, bilanzierte ein zufriedener Lehnhoff, der zudem noch ein Lob für die Unparteiischen übrig hatte: „Das Schiedsrichtergespann hat eine souveräne Leistung gezeigt.“ Während sich Saale Ith weiter ins Mittelfeld absetzen konnte wird für die „Adler" die Lage im Tabellenkeller immer dunkler.
Tore: 0:1 Martin Gröhlich (8.), 0:2 Gröhlich (20.), 0:3 David-Jonatan Gesterling (40.), 0:4 Max Becker (79.).
TB Hilligsfeld - TSV Bisperode 3:0 (1:0).
Der TB Hilligsfeld hat seine Hausaufgaben gemacht und einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg gegen den TSV Bisperode eingefahren. Während die Gastgeber damit weiter oben dranbleiben, steckte Bisperode den Fokus vor allem auf die Defensive. „Im Endeffekt wollte sich Bisperode hinten reinstellen und nichts zulassen. Sie haben gekämpft und sich nicht hängen lassen“, zollte TB-Trainer Christian Ernst dem Gegner Respekt. Dennoch war es von Beginn an eine einseitige Angelegenheit. Hilligsfeld drückte früh aufs Tempo und belohnte sich in der 18. Minute: Nach einem Durchbruch über die rechte Seite landete der Querpass bei Tim Söchting, der zum 1:0 einschob. „Bis zur 20. Minute machen wir es gut, gehen verdient in Führung und können eigentlich schon mehr Tore erzielen. Deswegen stand es zur Pause nur 1:0“, so Ernst.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Es entwickelte sich ein „Spiel auf ein Tor“, wie der Coach protokollierte, wobei Hilligsfeld zunächst die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen ließ. „Unser Spiel war nicht klar genug vor dem Tor. Es war kein Kreisliga-Klassiker, aber für uns zählen am Ende nur die drei Punkte.“ In der 65. Minute bekamen die Zuschauer am Hilligsfelder Sportplatz dann jedoch ein echtes Highlight geboten. Jonas Schulze setzte aus 16 Metern zu einem Fallrückzieher an und versenkte das Leder passgenau unten rechts im Eck. „Das war ein sehr schönes Tor, das sieht man nicht alle Tage“, geriet selbst sein Trainer ins Schwärmen. Nur sechzig Sekunden später war die Messe endgültig gelesen: Während sich die Bisperoder nach dem Traumtor noch sortierten, schlug der Turnerbund erneut zu. Sebastian Schäfer steckte glänzend auf Gaetan Karock durch, der zum 3:0-Endstand vollendete (66.). Trotz des klaren Erfolgs sah Ernst noch Verbesserungspotenzial: „Wir hätten eigentlich noch mehr Tore machen müssen, sind da aber zu oft an uns selbst gescheitert und haben viele Chancen liegen lassen. Da waren wir in unseren Aktionen nicht klar genug.“ Am verdienten Dreier für die Hausherren änderte das jedoch nichts mehr.
Tore: 1:0 Tim Söchting (18.), 2:0 Jonas Schulze (65.), 3:0 Gaetan Karock (66.).
SSV Königsförde - FC Preussen Hameln 11:0 (1:0).
Es war ein Ergebnis, das man in der Kreisliga auch nicht alle Tage liest: Der SSV Königsförde hat den FC Preussen Hameln mit 11:0 vom Platz gefegt. Doch wer nur auf das nackte Resultat schaut, verkennt den Spielverlauf der ersten Stunde. „Erstmal vorab: Hut ab vor Preussen, so wie sie sich heute präsentiert haben. Mit einer Mannschaft mit einem recht hohen Altersdurchschnitt haben sie uns eine Stunde lang das Leben richtig schwer gemacht“, zollte SSV-Sprecher Oliver Meyer den Gästen Respekt. Von Beginn an entwickelte sich zwar ein Spiel auf ein Tor, doch die Hausherren agierten zunächst zu ungeduldig. „Es war Einbahnstraßen-Fußball, aber wir waren zu hektisch und Preussen stand hinten gut. Wenn es mit einem 0:0 in die Pause geht, hätte uns das nach unserem Auftreten nicht überraschen dürfen“, so Meyer kritisch. Es brauchte in der 38. Minute einen echten „Dosenöffner“ – und der war spektakulär: Nach einer Ecke setzte Justin Dürre zum Seitfallzieher an und nagelte das Leder genau in den Winkel. „Das war deutlich schwieriger als alle Chancen, die wir vorher vergeben hatten“, schmunzelte Meyer.
Nach dem Seitenwechsel und dem schnellen 2:0 durch Dennis Fulek (50.) brachen bei den Hamelnern dann jedoch alle Dämme. „Da waren bei Preussen die Kräfte am Ende. Sie haben es aber über die gesamte Spielzeit fair durchgezogen“, betonte Meyer. In der Folge spielte nur noch der SSV, der nun über die Außenbahnen für mächtig Wirbel sorgte. Während Fulek am Ende einen Dreierpack schnürte, schraubte vor allem der eingewechselte Keke Utikal das Ergebnis mit drei Treffern in der Schlussphase in den zweistelligen Bereich. Durch den Kantersieg macht Königsförde einen gewaltigen Schritt in der Tabelle. „Wir haben uns mit diesen drei Punkten aus der größten Gefahr herausgebracht“, freute sich Meyer, der aber bereits vorausblickte: „Im Pokalspiel in anderthalb Wochen erwarten wir eine ganz andere Preussen-Mannschaft.“
Tore:1:0 Justin Dürre (38.), 2:0 Dennis Fulek (50.), 3:0 Bagok Ördek (56.), 4:0 Fulek (64.), 5:0 Hasan Yanalak (68./Strafstoß), 6:0 Seyhmus Karayilan (72.), 7:0 Keke Utikal (73.), 8:0 Utikal (78.), 9:0 Linus Karl (86.), 10:0 Utikal (88.), 11:0 Fulek (90.).
SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst - BW Salzhemmendorf 1:6 (0:5).
Das hatten sich die Hausherren ganz anders vorgestellt: Im mit Spannung erwarteten Duell zwischen dem Tabellenzweiten und dem Dritten setzte Blau-Weiß Salzhemmendorf ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um die Meisterschaft. Mit einem fulminanten 6:1-Auswärtssieg stürmten „Soltes-Kicker“ an die Tabellenspitze, während bei der SG Großenwieden nach dem Abpfiff tiefe Ratlosigkeit herrschte. „Da fehlen mir die Worte heute. Du gehst mit einem guten Gefühl in das Spiel, wir kommen eigentlich auch gut rein, aber dann machen wir unsere erste dicke Chance in der ersten Minute nicht“, suchte SG-Trainer Patrick Skoruppa nach Erklärungen.
Statt der frühen Führung für die Gastgeber schlug es in der 10. Minute auf der Gegenseite ein. Eine Freistoßflanke wurde per Kopf von Yanis Ruhnow verlängert und rutschte unglücklich zum 0:1 ins Netz. Was dann folgte, glich einem sportlichen Offenbarungseid der Hausherren. „Dann passiert es uns leider zu oft, dass wir den Kopf in den Sand stecken. Das müssen wir uns ankreiden. Wir haben komplett den Faden verloren und waren geschockt“, so ein bedienter Skoruppa. Salzhemmendorf nutzte die Verunsicherung gnadenlos aus: Erst behielt Timo Renziehausen nach einer Flanke die Übersicht (18.), dann staubte Malte Fitzner nach einem Freistoß zum 0:3 ab (22.). Noch vor der Pause machten Jan-Hendrik Nagel (33.) und erneut Fitzner, der nach einer Unstimmigkeit in der SG-Hintermannschaft einen Chipball zum 0:5 versenkte (45.), alles klar. „Wir waren dann in allen Belangen nur zweiter Sieger. Das war unsere schlechteste Saisonleistung, gerade die erste Halbzeit war komplett bodenlos. Im Prinzip war es für Salzhemmendorf nicht mal schwierig, hier so deutlich zu gewinnen“, bilanzierte der Coach der Spielgemeinschaft hart.
Im zweiten Durchgang schalteten die Gäste einen Gang zurück. Kevin Raudzis gelang in der 72. Minute zumindest noch der Ehrentreffer zum 1:5, ehe Renziehausen mit seinem zweiten Treffer den 1:6-Endstand markierte (78.). Während Salzhemmendorf nun als neuer Spitzenreiter grüßt, muss Großenwieden als Tabellendritter den Blick nach hinten richten, denn dort sitzen der SG Hilligsfeld und Aerzen bereits im Nacken. Skoruppas Fazit fiel kurz und knapp aus: „Da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen.“
Tore: 0:1 Yanis Ruhnow (10.), 0:2 Timo Renziehausen (18.), 0:3 Malte Fitzner (22.), 0:4 Jan-Hendrik Nagel (33.), 0:5 Fitzner (45.), 1:5 Kevin Raudzis (72.), 1:6 Renziehausen (78.).
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