12.04.2026 18:15
Kreisliga
Gleichschritt oben: Hilligsfeld & Großenwieden souverän – Hajen holt Big Points im Keller
Zwischen Torrausch und „Geschenken“: Der Kreisliga-Sonntag im Überblick

Durften sich über einen wichtigen Auswärtssieg freuen: Die SG Hajen-Latferde.
BW Tündern II - TB Hilligsfeld 0:7 (0:1).
Es war die erwartet schwere Aufgabe für die Reserve von Blau-Weiß Tündern – und am Ende wurde es eine deutliche Angelegenheit. Der TB Hilligsfeld entführte am Sonntagnachmittag drei Punkte von der Kampfbahn und unterstrich mit einem 7:0-Auswärtssieg seine Ambitionen im oberen Tabellendrittel. Dabei sah es für die Gastgeber lange Zeit gar nicht nach einem Debakel aus. Tünderns Coach Thomas Pernath musste personell allerdings improvisieren: „Wir hatten heute unser letztes Aufgebot auf dem Platz, das ist leider unsere aktuelle Situation“, erklärte Pernath nach der Partie. Dennoch hielten die Hausherren im ersten Durchgang leidenschaftlich dagegen. Lediglich in der 5. Minute fand der TBH eine Lücke, als Louis Heucke zur frühen Führung traf. „Beim 0:1 verteidigen wir schlecht, aber ansonsten war es bis zur Halbzeit absolut in Ordnung“, so das Fazit des Trainers zum ersten Durchgang.
Der Knackpunkt der Partie folgte kurz nach dem Seitenwechsel. In der 54. Minute erhöhte Silas Bödecker nach einer Ecke auf 0:2. Dieser Treffer hinterließ Spuren bei den „Schwalben“. Pernath beobachtete: „Nach dem 0:2 gingen die Köpfe bei uns runter. Hilligsfeld hat dann aufgrund der Klasse der einzelnen Spieler und fußballerisch vollends überzeugt. Sie haben gespielt wie ein echter Aufstiegsaspirant.“ In der Folge spielte sich der Turnerbund in einen Rausch, während bei Tündern die Kräfte schwanden. Sebastian Schäfer (68.) und Carlos Weide (78.) schraubten das Ergebnis in die Höhe, bevor das Highlight des Tages folgte. Jonas Schulze krönte einen perfekt vorgetragenen Angriff zum 0:5 (86.). Ein Treffer, der selbst dem gegnerischen Trainer Respekt abverlangte: „Das 0:5 spielen sie über drei bis vier Kontakte von hinten ganz durch. Das war ein extrem sehenswert herausgespielter Treffer, das muss man neidlos anerkennen“, zeigte sich Pernath als fairer Verlierer.
In den Schlussminuten wurde es durch ein Eigentor von Dominik Herrmann (87.) und den Schlusspunkt von Jannik Stolpe (90.+4) noch deutlicher. Trotz der herben Niederlage fand Pernath lobende Worte – nicht nur für den Gegner, sondern auch für das Schiedsrichtergespann: „Die Unparteiischen waren heute hervorragend, sie hatten schon vor dem Spiel eine sehr gute Ansprache.“ Für Tündern II heißt es nun: Mund abputzen und weitermachen. „Wir haben viel versucht, aber es hat leider nicht geklappt. Wir haben vorher gesagt, dass wir unsere Punkte gegen andere Teams holen müssen“, so Pernath abschließend.
Tore: 0:1 Louis Heucke (5.), 0:2 Silas Bödecker (54.), 0:3 Sebastian Schäfer (68.), 0:4 Carlos Weide (78.), 0:5 Jonas Schulze (86.), 0:6 Dominik Herrmann (87./Eigentor), 0:7 Jannik Stolpe (90.+4).
FC Saale-Ith - SG Hajen-Latferde 1:3 (1:3).
Fassungslosigkeit beim FC Saale-Ith: Trotz einer drückenden Überlegenheit in der Anfangsphase standen die Hausherren nach dem Abpfiff gegen die SG Hajen-Latferde mit leeren Händen da. Sprecher Jannik Lehnhoff rang nach der 1:3-Heimpleite sichtlich um Worte: „Ich bin heute sprachlos. Wir spielen die ersten 30 Minuten richtig gut, spielen quasi nur auf das Hajener Tor und sind klar überlegen.“ Nachdem ein früher Treffer der Hausherren wegen einer Abseitsstellung noch zurückgepfiffen wurde, belohnte Martin Gröhlich seine Farben in der 31. Minute schließlich mit dem hochverdienten 1:0 per Kopf nach einer Ecke. Doch was dann folgte, glich einem sportlichen Albtraum für den FC. Quasi im Gegenzug unterlief der Defensive ein verhängnisvoller Rückpass, den Yannic Bohne dankend zum Ausgleich einschob (32.).
Es war der Auftakt zu einer Viertelstunde zum Vergessen. „Wir haben heute drei Einladungen verteilt – Hajen hatte drei Chancen und macht daraus drei Tore“, ärgerte sich Lehnhoff. Nur sechs Minuten nach dem Ausgleich stand die FC-Abwehr bei einem Einwurf der Gäste unsortiert, sodass Marcel Lutter am zweiten Pfosten völlig blank zum 1:2 einnetzen konnte (38.). Kurz vor dem Pausenpfiff kam es noch dicker: Eine Flanke an den langen Pfosten fand gleich drei völlig freistehende Hajener. Nach einem Kopfball der quergelegt wurde stand erneut Bohne goldrichtig und markierte den 1:3-Halbzeitstand (44.).
Nach dem Seitenwechsel bemühte sich Saale-Ith um den Anschluss, doch die Leichtigkeit der Anfangsphase war verflogen. Zwar verbuchten die Hausherren noch zwei gute Gelegenheiten, doch Hajen-Latferde verteidigte den Vorsprung nun geschickt und leidenschaftlich. „In der zweiten Halbzeit hatten wir zu wenig Ideen. Hajen hat es gut verteidigt und wir waren zu einfallslos“, bilanzierte Lehnhoff den zweiten Durchgang, der ansonsten von viel Leerlauf im Mittelfeld geprägt war. Am Ende blieb der Frust über die verpasste Chance, sich für einen starken Beginn zu belohnen. „Ich bin sprachlos, wie wir das Spiel so aus der Hand geben können. Das war katastrophal. Das tut heute richtig weh, dieses Spiel dürfen wir eigentlich nicht verlieren“, so ein enttäuschter Lehnhoff abschließend. Die Gäste hingegen verlassen durch die drei Punkte den Abstiegsplatz.
Tore: 1:0 Martin Gröhlich (31.), 1:1 Yannic Bohne (32.), 1:2 Marcel Lutter (38.), 1:3 Bohne (44.).
TSV Nettelrede - SV Azadi Hameln 4:0 (2:0).
Der TSV Nettelrede hat seine Hausaufgaben am Sonntag erledigt und einen 4:0-Erfolg gegen den abstiegsbedrohten SV Azadi Hameln eingefahren. Trotz des deutlichen Ergebnisses war die Stimmung in Nettelrede nach dem Abpfiff eher verhalten. TSV-Sprecher Leon Meyerhoff bilanzierte: „Wir freuen uns natürlich über den Heimsieg, aber mit der Art und Weise können wir nicht ganz zufrieden sein. Das Spiel hatte lange Zeit eher einen Freundschaftsspiel-Charakter.“ Dabei legten die „Grönjer“ einen Traumstart hin. In der 14. Minute markierte Levin Ketterer per sehenswertem Linksschuss-Volley aus rund 20 Metern die frühe Führung. Nettelrede blieb in der Folge spielbestimmend, tat sich gegen die tiefstehenden Gäste jedoch schwer, zwingend zu werden. „Wir hatten viel Ballbesitz und haben oft mit Diagonalbällen operiert, waren aber nicht gefährlich genug“, so Meyerhoff. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann ereignisreich: Erst vergab Luca Barthel freistehend vor dem Tor das 2:0, doch Sekunden später machte es Ketterer besser, als er einen Handelfmeter souverän zum Halbzeitstand verwandelte (45.).
Nach dem Seitenwechsel verpasste Finn Langenstein zunächst die Vorentscheidung, als sein Distanzschuss knapp am Gehäuse vorbeistrich. In der Folge veränderte sich die Atmosphäre auf dem Platz. „Ab der Mitte der zweiten Halbzeit kam unnötige Härte ins Spiel, da ging der eigentliche Charakter der Partie völlig verloren“, berichtete Meyerhoff. Die Quittung für die Gäste folgte prompt: Gleich zwei Akteure des SV Azadi Hameln mussten nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen (69./80.).
Gegen nun dezimierte Hamelner schraubte der TSV das Ergebnis weiter in die Höhe. Luca Barthel per Fernschuss (76.) und Jannes Aunitz mit einem hohen Ball ins lange Eck (90.) sorgten für den Endstand. Überschattet wurde die Schlussphase jedoch von einer schweren Verletzung von Azadis Jaffar Shendi, der mit dem Rettungswagen abgeholt werden musste. Da die Gäste ihr Wechselkontingent bereits erschöpft hatten, beendeten sie die Partie mit nur acht Spielern. „An dieser Stelle senden wir natürlich beste Genesungswünsche an den verletzten Spieler“, betonte Meyerhoff sportlich fair. Sein abschließendes Fazit zum Spiel: „Das Ergebnis nehmen wir gerne mit und vor allem die drei Punkte. Am Ende war es ein klassischer Arbeitssieg.“
Tore: 1:0 Levin Ketterer (14.), 2:0 Levin Ketterer (45./Strafstoß), 3:0 Luca Barthel (76.), 4:0 Jannes Aunitz (90.).
TSV Grohnde - SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst 1:4 (0:1).
Am Grohnder Sportplatz gab es am Sonntagnachmittag am Ergebnis wenig zu rütteln: Die SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst entführte mit einem verdienten 4:1-Erfolg drei Punkte und hinterließ bei den Gastgebern bleibenden Eindruck. „Großenwieden hat hier hochverdient gewonnen. Sie waren in diesem Kalenderjahr unser bisher stärkster Gegner“, erkannte Grohndes Sprecher Robert Engel nach dem Abpfiff neidlos an.
Dabei fanden die Hausherren eigentlich gut in die Partie. In den ersten 20 Minuten hielt der TSV das Geschehen offen, doch schleichend übernahm die Spielgemeinschaft das Kommando. „Danach sind wir eigentlich 70 Minuten nur hinterhergelaufen. Die Gäste waren sehr griffig und haben viel mit präzisen Diagonalbällen agiert“, analysierte Engel. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, hatten die Grohnder ihrem glänzend aufgelegten Schlussmann Vlad Bletea zu verdanken, der mehrere Großchancen vereitelte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war aber auch er machtlos: Nach einer Ecke stieg Lucas Göhmann am zweiten Pfosten am höchsten und köpfte zur Führung ein (45.+1).
Nach dem Seitenwechsel folgte die Phase, die den Grohndern das Genick brach. Innerhalb von nur sechs Minuten schraubte die SG das Ergebnis von 0:1 auf 0:4 hoch. „In diesen Minuten zum Vergessen hätten wir sogar noch mehr Gegentore bekommen können“, so Engel. Zunächst spielten die Gäste das 0:2 stark heraus (63.), ehe ein unglücklich abgefälschter Steckpass als Eigentor zum 0:3 im Netz landete (65.). Nur sechzig Sekunden später bestrafte Lennart Scholtka einen verunglückten Klärungsversuch des TSV-Keepers mit einem gefühlvollen Chip zum 0:4 (66.). Grohnde bewies trotz des aussichtslosen Rückstands Moral und kam durch einen schön vorgetragenen Angriff über die linke Seite zum Ehrentreffer: Christopher Thomas drückte die Flanke am zweiten Pfosten zum 1:4 über die Linie (75.). „Großenwieden hat als geschlossene Mannschaft absolut überzeugt, das war zudem ein sehr fairer Auftritt“, lobte Engel, der zudem ein Sonderlob an die Unparteiischen verteilte: „Das Schiedsrichtergespann war heute sehr gut, die Kommunikation auf dem Platz hat einfach gestimmt.
Tore: 0:1 Lucas Göhmann (45.+1), 0:2 (63.), 0:3 Steve Diener (65./Eigentor), 0:4 Lennart Scholtka (66.), 1:4 Christopher Thomas (75.).
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