29.03.2026 19:06
Kreisliga
„So ein Spiel habe ich noch nie erlebt“: 07 kratzt an Sensation im Weserstadion
Grohnde düpiert auch Aerzen / Hajen-Latferde feiert Überraschungspunkt im Abstiegskampf

Am Ende hatte er doch gut lachen: SG Großenwieden-Trainer Patrick Skoruppa.
SG Hajen-Latferde – TSV Nettelrede 2:2 (1:0).
Nach dem 2:2 von Bisperode in Emmerthal am Vortag hat auch die SG Hajen-Latferde einen überraschenden Punkt im Abstiegskampf gesammelt. „Vor dem Spiel hätten wir das Ergebnis unterschrieben, nach dem Spiel ist es angesichts des Zeitpunkts des Ausgleichs ärgerlich – auch wenn es unterm Strich verdient war“, resümierte SG-Trainer Bastian Geißler. Die Hausherren standen kompakt und erarbeiteten sich trotz optischer Überlegenheit der Gäste in der ersten Hälfte ein Chancenplus an Gelegenheiten. In der 41. Minute brachte Yannic Bohne die SG im Fallen in Führung, nachdem der Ball zuvor mehrfach durch den Sechzehner geflippert war. Glück hatte Hajen-Latferde bei einer Szene, als Gorden Bleibaum im Laufduell mit einem Nettelreder im eigenen Strafraum zur Grätsche ansetzte. Ein möglicher Strafstoßpfiff blieb jedoch aus.
Nach dem Seitenwechsel standen die Gastgeber tiefer, wodurch Nettelrede die Spielkontrolle weiter übernahm. „Wir haben nicht mehr viel für Entlastung sorgen können. Großchancen gab es aber trotzdem selten – und wenn dann war unser Keeper Rouven Gasde da“, betonte Geißler. In der 72. Minute war es dann aber geschehen, Jannes Aunitz verwertete einem Abpraller zum 1:1-Ausgleich. Zwar markierte Kay-Jonas Dirnberger nach einem Freistoß am zweiten Pfosten die erneute Führung für die SG (86.), doch Maik Vogt reagierte nach einem Freistoß aus dem Halbfeld in der Nachspielzeit am schnellsten und rundete den 2:2-Endstand (90. +2) ab. Geißler lobte die geschlossene Mannschaftsleistung und hob Nils Bleibaum hervor, der „sein bestes Spiel seit seiner Genesung“ machte. Kritik gab es dagegen an der Leitung der Unparteiischen: „Die Partie hatte schon eine ziemlich harte Gangart. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn das Schiri-Gespann früher härter durchgegriffen hätte.“
Tore: 1:0 Yannic Bohne (41.), 1:1 Jannes Aunitz (72.), 2:1 Kay-Jonas Dirnberger (86.), 2:2 Maik Vogt (90. +2).
SSV Königsförde – TB Hilligsfeld 1:3 (0:1).
Der Aufwärtstrend des SSV Königsförde wurde am heutigen Nachmittag vorerst gestoppt. Während die Gastgeber einen Dämpfer erhielten, feierte der Turnerbund drei Punkte und robbt damit weiter an die Spitzengruppe der Kreisliga heran. Die Partie begann für die Hausherren denkbar unglücklich. Bereits nach vier Minuten zappelte der Ball im Netz: Nach einem langen Ball auf außen und einem starken Zuspiel in die Mitte versenkte Silas Bödecker die Kugel aus kurzer Distanz zur Führung für den TBH. „Hilligsfeld hat uns in der ersten Halbzeit generell mit langen Bällen über die Außenbahnen vor Probleme gestellt“, resümierte Königsfördes Spartenleiter Oliver Meyer.
In den ersten 15 Minuten machten die Gäste unheimlich viel Dampf, womit der SSV überhaupt nicht zurechtkam. Defensiv standen die Gastgeber laut Meyer „sehr offen und hätten nach zehn Minuten bereits mit 0:3 hinten liegen können.“ Dass es zur Pause beim knappen Rückstand blieb, lag vor allem an Keeper Till Burghardt, der gleich doppelt in Eins-gegen-Eins-Situationen parierte. Da Königsförde selbst keine zwingende Torchance verzeichnete, war die Führung für Hilligsfeld hochverdient.
Für den zweiten Durchgang hatten sich die Hausherren eigentlich eine höhere Intensität vorgenommen, doch ein haarsträubender Ballverlust 25 Meter vor dem eigenen Tor machte diese Pläne früh zunichte. Cristiano dos Santos nutzte den Fehler und erhöhte auf 2:0 (48.). Zwar kam der SSV nach einer Stunde besser in die Begegnung, blieb in der Hintermannschaft jedoch zu fehlerhaft. In der 78. Minute sorgte Jannik Stolpe für die Vorentscheidung. Der Treffer war dabei fast eine Kopie des zweiten Tores: Nach einem erneuten Ballverlust lief der Turnerbund allein auf den Keeper zu und stellte auf 3:0.
In der Schlussphase kam Königsförde noch einmal besser auf und erarbeitete sich zwei bis drei gute Möglichkeiten. Ayman Kamal verkürzte per direktem Freistoß zwar auf 1:3 (84.), doch eine echte Wende blieb aus. „Mit ein bisschen Glück hätten wir vielleicht einen Punkt holen können, aber unterm Strich war es ein verdienter Sieg für Hilligsfeld. Sie hatten die reifere Spielanlage, waren griffiger und haben weniger Fehler gemacht“, bilanzierte Meyer am Ende. Ein Sonderlob verdiente sich Torhüter Till Burghardt, der sein Team über lange Strecken im Spiel hielt.
Tore: 0:1 Silas Bödecker (4.), 0:2 Cristiano dos Santos (48.), 0:3 Jannik Stolpe (78.), 1:3 Ayman Kamal (84.).
SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst – FC Preussen Hameln 4:3 (2:2).
Die im Winter personell rundveränderten Preussen aus Hameln hätten beinahe für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Beim Aufstiegsaspiranten SG Großenwieden fiel der entscheidende Treffer zum knappen 4:3-Erfolg erst tief in der Nachspielzeit.
„So ein Spiel habe ich noch nie erlebt“, zeigte sich SG-Trainer Patrick Skoruppa nach dem Abpfiff fassungslos. Seine Mannschaft erarbeitete sich Chancen en masse für einen deutlicheren Erfolg, scheiterte aber immer wieder an Preussens Keeper Yannik Hauschild, der laut Skoruppa „weltklasse“ hielt. Dabei verlief der Start für die Hausherren nach Plan: Nach einer verlängerten Ecke markierte Timo Hurrelbrink per Volley aus zehn Metern das frühe 1:0 (8.).
Doch in der 20. Minute wendete sich das Blatt: Nach einem Absprachefehler in der Defensive spritzte ein Preusse dazwischen, was SG-Keeper Bastian Glau zu einer Notbremse zwang. Die Folge: Rote Karte für Glau und Strafstoß für Hameln, den Almunther Alahmad zum 1:1 verwandelte. Nur vier Minuten später nutzten die Gäste einen weiteren Aufbaufehler eiskalt zur 2:1-Führung durch Diyar Kemal Khalil. Großenwieden bewies jedoch Moral und drückte auf den Ausgleich, den Alexander Kindsvater schließlich kurz vor dem Pausenpfiff zum 2:2 erzwang (45.).
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie spannend. Zunächst ließen die Gastgeber hochkarätige Möglichkeiten durch Nick Heller und Florian Steger liegen, ehe Preussen nach einer Ecke durch Ruben Dalby erneut in Führung ging (61.). Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten: Lennart Scholtka zirkelte einen Freistoß in der 67. Minute direkt zum 3:3 in die Maschen.
In der Schlussphase lief die SG in Unterzahl massiv an. „Wir hatten Chancen wie am Fließband“, schilderte Skoruppa die Szenen zwischen der 70. und 90. Minute, in denen unter anderem die Querlatte einen Treffer aus allerkürzester Distanz verhinderte. In der ersten Minute der Nachspielzeit fiel dann doch noch der Siegtreffer: Nach einer Hereingabe „stokelte“ Kevin Raudzis den Ball mit der Hüfte zum 4:3 über die Linie. Dass es dabei blieb, war SG-Keeper Florian Quakernack zu verdanken, der in der 98. Minute im Gewühl nach einer Ecke glänzend parierte. „Hut ab vor Preussen, sie haben eine gute Qualität gezeigt. Aber ein großes Lob gebührt auch meiner Mannschaft, das Spiel mit zehn Mann so zu drehen“, resümierte ein fix und fertiger Skoruppa und verteilte ein Sonderlob an beide Torhüter.
Tore: 1:0 Timo Hurrelbrink (8.), 1:1 Almunther Alahmad (22.), 1:2 Diyar Kemal Khalil (24.), 2:2 Alexander Kindsvater (45.), 2:3 Ruben Dalby (61.), 3:3 Lennart Scholtka (67.), 4:3 Kevin Raudzis (90. +1).
Besonderes: Rote Karte für Bastian Glau wegen Notbremse (SG Großenwieden/20.).
TSV Grohnde – MTSV Aerzen 1:0 (1:0).
Der TSV Grohnde hat sich endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Mit einem knappen 1:0-Erfolg bestätigten die Hausherren ihre starke Form und düpierten gleichzeitig den Aufstiegsaspiranten aus Aerzen. In einem äußerst chancenarmen Spiel agierte Grohnde defensiv diszipliniert. „Aerzen hatte gefühlt 70 Prozent Ballbesitz, blieb dabei jedoch ohne zwingende Aktionen. Wir haben die Räume geschickt zugeschoben, während Aerzen in der ersten Halbzeit ideenlos wirkte und es immer wieder mit langen Bällen versucht hat“, skizzierte Grohndes Interimsspielertrainer Robert Engel.
In der 20. Minute fiel der Treffer des Tages: Nach einer Ecke stand Engel selbst völlig frei. Der Ball landete auf seinem Fuß und er musste ihn aus zehn Zentimetern nur noch über die Linie drücken. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aerzen den Druck. Dennoch sprangen für die Gäste keine zwingenden Abschlüsse heraus; einige Freistöße aus der Distanz blieben entweder zu zentral oder segelten über das Gehäuse. Wann immer es brenzlig wurde, bekamen die Grohnder noch einen Kopf oder einen Fuß dazwischen.
Auf der Gegenseite boten sich dem TSV ein oder zwei Kontergelegenheiten, die jedoch nicht gut zu Ende gespielt wurden. So blieb es bei dem knappen Ergebnis. „Wenn das Spiel länger geht, dann kassieren wir wahrscheinlich noch ein Gegentor, Aerzen war am Ende schon am Drücker. Rein von der kämpferischen Leistung her ist der Sieg aber schon verdient. Vor allem mannschaftlich haben wir in der Defensive sehr gut verteidigt“, bilanzierte Engel. Für Grohnde ist es damit der dritte Sieg im vierten Spiel im neuen Jahr.
Tore: 1:0 Robert Engel (20.).
SV Azadi Hameln – BW Salzhemmendorf 0:4 (0:2).
Im Duell „Letzter gegen Zweiter“ gab es am Ende einen deutlichen Sieger, durch den die Gäste von BW Salzhemmendorf nach Punkten mit dem Spitzenreiter Preussen Hameln gleichzogen. Dabei hielten die Gastgeber vom SV Azadi Hameln in den ersten 40 Minuten beachtlich dagegen. „Wir standen taktisch gut und haben auf Konter gelauert“, berichtete Azadis Multifunktionär Yalcin Uzun. In der 20. Minute hatte David Wischnewski sogar die Führung für das Schlusslicht auf dem Fuß, traf jedoch nur die Latte. Die Wende kam kurz vor der Pause durch eine für Uzun „unglückliche“ Situation: Während ein Salzhemmendorfer am Boden lag, lief das Spiel weiter, was in einem Foul an einem „Solter“ und einem anschließenden Freistoß resultierte. Tim Geffert nutzte die Gelegenheit und versenkte den Ball direkt in der Torwartecke zum 1:0 (40.).
In der Folge gingen bei den Hamelnern die Köpfe nach unten, was Salzhemmendorf eiskalt bestrafte. Besonders kurios wurde es in der 45. Minute: Da ein Hamelner Innenverteidiger den Platz kurzzeitig verlassen musste, weil er seine Schienbeinschoner vergessen hatte, fehlte in der Hintermannschaft der „Adler“ die Zuordnung. Ein verlorener Zweikampf im Zentrum ermöglichte den Gästen einen schnellen offensiven Vorstoß und Yanis Ruhnow markierte das 2:0 noch vor dem Pausenpfiff. Direkt nach dem Seitenwechsel sorgte Louis Herrmann nach einem langen Ball über außen für die Vorentscheidung (47.), ehe erneut Ruhnow in der 72. Minute den 4:0-Endstand markierte.
Trotz des deutlichen Ergebnisses zog Uzun ein optimistisches Fazit: „Von allen drei Spielen in diesem Jahr war das unsere beste Leistung. Das gibt Hoffnung, darauf können wir aufbauen. Wir sind über die gesamten 90 Minuten unermüdlich angelaufen. Das zeigt, dass wir uns im Abstiegskampf nicht kampflos ergeben werden.“
Tore: 0:1 Tim Geffert (40.), 0:2 Yanis Ruhnow (45.), 0:3 Louis Herrmann (47.), 0:4 Ruhnow (72.).
Hinweis:
Die Partie FC Saale-Ith - BW Tündern II wurde kurzfristig auf den 04. April verschoben.
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