26.03.2026 11:33

Kreisliga


Von Hoffnungslosigkeit, hässlichen Wahrheiten und dem Team der Stunde

Flutlicht-Klassiker, Revanche-Gelüste und die Jagd nach dem rettenden Ufer: Der Kreisligaspieltag im Überblick
Finn Langenstein TSV Nettelrede und Marcel Woyciechowski FC Saale Ith
Finn Langenstein vom TSV Nettelrede (links) und Marcel Woyciechowski vom FC Saale Ith sind auch am Wochenende wieder im Einsatz.

TSG Emmerthal - TSV Bisperode (Freitag, 20 Uhr).

Jan Branske„Auf dem Feld geht es in den Zweikämpfen heiß her"
„Flutlicht-Freitag in Emmerthal: Für uns doch eher ungewohnt, aber es hat doch irgendwie seinen Charme, auch wenn es etwas frischer werden sollte. Frischer sollten wir auf jeden Fall auch im Kopf bei gegnerischen Standards sein, da wir vergangenes Wochenende wieder beide Gegentore durch Eckbälle kassiert haben. Nicht zu glauben und doch der Wahrheit entsprechend. Wenn Emmerthal gegen Bisperode spielt, dann sind das immer Duelle mit erhöhter Brisanz. Auf dem Feld geht es in den Zweikämpfen heiß her und auf den Rängen wird das eine oder andere Mal auch über die Stränge geschlagen. Die Ausgangslage vor diesem Spiel lässt eben genau das vermuten. Der TSV wird mit Wut im Bauch nach der herben Klatsche gegen Großenwieden eine Reaktion zeigen wollen und ist mit Blick auf die Tabelle wahrscheinlich auch langsam in der Pflicht. Für uns hingegen bedeutet die Niederlage vom letzten Wochenende wohl oder übel das Tabellenmittelfeld. Das soll unserer Motivation aber keinen Abbruch tun, denn letztendlich treffen wir uns auf dem Sportplatz zusammen, um zu gewinnen und nicht, um drei Stunden seine Zeit zu verplempern. Am Freitag gehe ich von einem Spiel aus, bei dem wir viel den Ball haben werden. Bisperode wird um Sicherheit bemüht sein und den Weg über Diagonalbälle sowie schnelle Außen suchen. Das Team, welches weniger Fehler macht, wird die Partie als Sieger verlassen. Vom Kader her müssen wir mal schauen. Wenn mir vor der Saison bei dem großen Kader irgendjemand gesagt hätte, dass Trainer Hendrik Scheel in der Startelf stehen wird und unser Ersatzkeeper als Feldspieler eingewechselt wird, dem hätte ich wohl den Vogel gezeigt. Unfassbar eigentlich, aber die Personallage ist tatsächlich ziemlich angespannt. Ich hoffe, dass sich das bis Freitag ein wenig bessert.“


Kriku„Wiedergutmachung kann nur an einem Ort betrieben werden"
„Vorab danke an Emmerthal, dass die Spielverlegung so unkompliziert abgewickelt werden konnte. Ganz selbstverständlich ist so etwas leider auch nicht. Zum Spiel kann ich nur sagen, dass wir auf eine eh schon sehr starke Mannschaft treffen, die sich im Winter zusätzlich punktuell beachtlich verstärkt hat und darüber hinaus über ein tolles Trainergespann sowie eine fantastische Sportanlage verfügt. Etwaiges Gefasel ist überflüssig, denn die Wahrheit liegt letztendlich auf dem Platz – und die kann sehr hässlich sein, wie es uns in naher Vergangenheit vorgeführt wurde. Wiedergutmachung kann nur an einem Ort betrieben werden und dieser liegt für uns am Freitag um 20 Uhr in Emmerthal.“


FC Saale-Ith - BW Tündern II (Sonntag, 15 Uhr).

„Für Sonntag heißt es wieder, die richtige Einstellung an den Tag zu legen"
„Am letzten Sonntag gab es eine verdiente Niederlage in Nettelrede. Da lief leider nicht viel zusammen bei uns. Für Sonntag heißt es wieder, die richtige Einstellung an den Tag zu legen und mit Überzeugung in das Spiel zu gehen. Wir sind gespannt, mit was für einer Mannschaft Tündern den Weg zu uns in den Ostkreis macht. Leider haben wir momentan einige angeschlagene Spieler. Wir schauen mal, wer bis Sonntag wieder fit ist.“


„Wir wollen mal wieder drei Punkte einfahren"
„Saale-Ith ist erfolgreich in das Jahr gestartet und ich denke mal, das wird ein Spiel auf Augenhöhe gegen meine doch mittlerweile immer jünger werdende Truppe. Wir werden schauen, wie wir den Kader wieder gestalten können. Die Unterstützung der A-Jugendlichen ist sowohl sportlich als auch menschlich eine ganz tolle Geschichte für uns. Es ist klasse, dass die Jungs uns schon jetzt so unterstützen. Wir sehen, dass das Ganze als Team immer weiter zusammenwächst. Natürlich müssen wir die Spiele erst spielen und uns auch erst ein bisschen finden, aber wir haben eben noch eine Aufgabe zu erfüllen: Wir wollen mal wieder drei Punkte einfahren. Ich hoffe, dass uns das auf der Thüster Platte gegen den FC Saale-Ith gelingen wird. Wir schauen mal, wie wir dem Team Kontra geben können. Wir wissen eines: Wir müssen knallhart in den Zweikämpfen dagegenhalten. Wir freuen uns trotzdem auf ein Match auf einem tollen Untergrund, weil der Platz in Wallensen immer in einem hervorragenden Zustand ist. Kadertechnisch werden wir schauen, wie es für Sonntag aussieht, aber ich bin da ganz optimistisch.“


SG Hajen-Latferde - TSV Nettelrede (Sonntag, 15 Uhr).

„Müssen wir defensiv über die gesamte Spielzeit aufmerksam sein"
„Sonntag wartet die nächste schwere Aufgabe auf uns. Nettelrede zählt zu den stärksten Mannschaften und wird sicherlich bis zum Ende oben dabei sein. Wir wollen das Spiel ähnlich angehen wie gegen Salzhemmendorf. Dort haben wir über einen Großteil der Spielzeit kompakt gestanden und uns auch ein paar Chancen erarbeitet. Wollen wir gegen die oberen Mannschaften punkten, müssen wir defensiv über die gesamte Spielzeit aufmerksam sein und vorne die Chancen dann auch nutzen.“


„Für uns geht es weiter darum, die neuen Abläufe schnellstmöglich zu adaptieren"
„Wir sind auf dem richtigen Weg und konnten uns das mit dem Heimsieg am vergangenen Wochenende auch bestätigen. Für uns geht es weiter darum, die neuen Abläufe schnellstmöglich zu adaptieren und in allen Mannschaftsteilen weiter so engagiert und konsequent aufzutreten. Wir sind gewarnt und in Alarmbereitschaft: Auch wenn die SG in diesem Jahr noch keine Punkte gesammelt hat, haben sie genügend Qualität, um immer wieder für Gefahr zu sorgen. Auf die veränderte taktische Ausrichtung und den kleinen ‚Latferder Käfig‘ werden wir uns gut vorbereiten. Zum Personal: Wir haben einige angeschlagene Spieler, bei denen sich der Einsatz im Laufe der Trainingswoche klärt.“


SSV Königsförde – TB Hilligsfeld (Sonntag, 15 Uhr).

„Wir wollen einfach so schnell wie möglich unten raus"
„Wir freuen uns auf das Duell gegen den TBH, der ja auch stets eine stimmungsvolle Zuschauerkulisse mitbringt. Für uns ist es bereits das dritte Heimspiel nacheinander; wir haben uns in 2026 eine recht gute Ausgangslage verschafft. Aber wir müssen natürlich dranbleiben und weiter punkten, um die Nähe zu den Abstiegsplätzen so schnell wie möglich zu verlassen. Da ist es uns im Moment fast egal, wer unser Gegner ist – wir wollen einfach so schnell wie möglich unten raus. Wir haben deshalb nichts zu verschenken und werden versuchen, den TBH richtig zu fordern. Personell sieht es gut aus: Wir haben alle Mann an Deck, und Käpt'n Ivi kann schauen, mit welcher Elf er startet.“


„Der SSV ist im noch jungen Sportjahr 2026 schon mal ganz klar das Team der Stunde"
„Mit den Erfolgen der letzten Wochen hat sich ‚Köfö‘ erwartungsgemäß aus der Abstiegszone herausgeballert. Die fünf hochwertigen Wintertransfers von ‚Menschenfänger‘ Daniel Ivicic waren allesamt Volltreffer und haben das Team wieder zu einer ernstzunehmenden Größe werden lassen, die in der Liga jeden, aber auch wirklich jeden schlagen kann. SSV-Mann für alle Fälle Oliver Meyer hat in den letzten Monaten keine Zeit und Mittel gescheut, um ‚seinen‘ SSV wieder zur Kreisliga-Tauglichkeit aufzupimpen. Der SSV anno '26 hat nichts mehr mit dem Team zu tun, das wir im Herbst noch mit 5:1 nach Hause schicken konnten. Am Ende der Saison finden wir ‚Köfö‘ anhand seines jetzigen Potenzials vermutlich unter den Top 6 der Liga wieder. Der SSV ist im noch jungen Sportjahr 2026 schon mal ganz klar das Team der Stunde. Wir rechnen also am Sonntag mit einer ganz heißen und knappen Kiste, bei der Kleinigkeiten und die Tagesform den Ausschlag geben werden. Auf unserer Seite sind mindestens Rekonvaleszent Louis Heucke und Urlauber Maurice Schrader zu ersetzen, sodass sich unser Coach Christian Ernst in der Offensive wieder etwas einfallen lassen muss. Ansonsten haben wir diesmal voraussichtlich eine schlagkräftige Truppe am Start und gehen gestärkt mit Selbstbewusstsein aus der Emmerthal-Partie in die schwere Auswärtsaufgabe. Fußballerisch hoffen wir angesichts des mit moderner Mähtechnik aufgewerteten Rasens am Beberbach auf bessere Spielbedingungen als zuletzt in Hilligsfeld, sodass es für die Zuschauer am Sonntag zu einem spannenden und technisch ansprechenderen Kick auf gehobenem Kreisliga-Niveau kommen dürfte.“


SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst - FC Preussen Hameln (Sonntag, 15 Uhr).

Noel Benski SG Grossenwieden Sprecherbild„Das Spiel hat uns zusätzlich motiviert, an diese Leistung anzuknüpfen"
„Am Sonntag steht endlich unser erstes Heimspiel im Jahr 2026 an, bei dem wir die Preussen aus Hameln im Weserstadion begrüßen dürfen. Der Einsatz und der Wille, den wir am vergangenen Samstag in Bisperode gezeigt haben, waren bereits auf einem richtig guten Niveau – genau daran wollen wir anknüpfen und unsere Leistung weiter steigern. Den deutlichen Erfolg werden wir jedoch nicht überbewerten oder uns darauf ausruhen – ganz im Gegenteil: Das Spiel hat uns zusätzlich motiviert, an diese Leistung anzuknüpfen. Die Stimmung im Team ist sehr gut und man merkt, dass die Jungs richtig Bock haben. Genau so wollen wir weitermachen und weiterhin von Spiel zu Spiel denken. Zu unserem Gegner können wir nicht allzu viel sagen. Preussen ist Tabellenführer – und genau so werden wir sie am Sonntag auch wahrnehmen. Für uns als Team wird es entscheidend sein, mit derselben Konzentration und Einstellung wie in Bisperode ins Spiel zu gehen und erneut geschlossen sowie einheitlich als Mannschaft aufzutreten. Wenn uns das gelingt, sollten wir die drei Punkte im Weserstadion behalten.“


„Dem Gegner die Favoritenrolle in die Schuhe schieben"
„Wenn man sich die Tabelle ansieht, könnte man denken, dass es zu einem echten Topspiel der Kreisliga kommt. Immerhin reist der Tabellenführer zum Drittplatzierten. Aber aufgrund unserer aktuellen Situation ist es wohl berechtigt, dass wir dem Gegner die Favoritenrolle in die Schuhe schieben. Die SG hat im letzten Spiel bewiesen, dass sie eine große Rolle im Aufstiegskampf spielen möchte. Man muss erst mal in Bisperode 11:0 gewinnen – dadurch wissen wir auch, was auf uns zukommen wird. An unserer Herangehensweise wird sich dadurch aber nichts ändern. Wir wollen einfach so lange wie möglich die Null halten, Spaß haben und am Ende werden wir sehen, wozu es gereicht hat. Vielleicht können wir ja wieder überraschen. Dadurch, dass wir Sonntag mit beiden Mannschaften vor Ort sind, wird sich der Kader erst kurzfristig entscheiden und der eine oder andere wird eine Doppelschicht machen müssen.“


TSV Grohnde – MTVS Aerzen (Sonntag, 15 Uhr).

„Ich gehe davon aus, dass sie das nicht vergessen haben"
„Der Sieg am letzten Wochenende lässt uns etwas entspannter in die restliche Saison blicken. Das Hinspiel konnten wir knapp gewinnen. Ich gehe davon aus, dass sie das nicht vergessen haben und die Punkte gerne zurückholen möchten. Sie haben einige sehr gute Fußballer in ihren Reihen. Wir sind uns der Favoritenrolle von Aerzen bewusst, wollen und werden ihnen aber das Leben so schwer wie möglich machen. Für das Spiel steht uns wieder ein großer Kader zur Verfügung.“


„Wir können uns noch sehr gut an die Niederlage in der Hinrunde zu Hause erinnern"
„Wir spielen in Grohnde. Ich erwarte ein schweres Auswärtsspiel auf dem dortigen Platz. Es wird ein kampfbetontes Spiel. Wenn wir auf die Rückrundentabelle gucken, steht Grohnde auf Platz eins – zu Recht, sie haben sich gut stabilisiert. Wir können uns noch sehr gut an die Niederlage in der Hinrunde zu Hause erinnern, die völlig unnötig war, weil wir Grohnde total unterschätzt hatten. Diesmal werden wir sie nicht unterschätzen und ihnen einen tollen Fight bieten. Für uns ist es wichtig, oben dranzubleiben. Deswegen erwarte ich ein kampfbetontes und enges Spiel in Grohnde, das wir hoffentlich mit unserer Qualität für uns entscheiden werden. Aber wir müssen die Qualität auf den Platz bringen und an unsere Grenzen gehen, sonst wird es in Grohnde schwer, etwas zu holen. Zum Kader: Es fehlt Eduard Mittelstädt, der im Urlaub ist. Ansonsten sind alle Mann an Bord.“


SV Azadi Hameln - BW Salzhemmendorf (Sonntag, 15 Uhr).

„Wenn ich mir die Leistung der letzten zwei Spiele anschaue, gibt das keine Hoffnung"
„Was soll ich euch erzählen? Nach so einem Start gibt es gerade wenig bis nichts Positives zu berichten. Dazu kommt jetzt mit Salzhemmendorf der absolute Favorit. Wenn ich mir die Leistung der letzten zwei Spiele anschaue, gibt das keine Hoffnung für das Spiel gegen die Jungs aus ‚Solte‘. Im Hinspiel haben wir uns achtbar geschlagen und das sollte jetzt auch das Ziel sein: wenigstens als Team füreinander zu kämpfen und zu laufen. Eine Mannschaft sein. Erst wenn wir das verinnerlicht haben, können wir über Punkte sprechen.“


„Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an konzentriert aufzutreten"
„Am kommenden Sonntag treffen wir auf Azadi Hameln. Nach dem Heimsieg gegen die SG Hajen-Latferde wollen wir den Schwung mitnehmen und den nächsten Dreier einfahren. Mit Azadi Hameln erwartet uns zwar aktuell der Tabellenletzte, dennoch sind wir gewarnt. Wenn der Gegner personell aus dem Vollen schöpfen kann und gut im Saft steht, steckt in der Mannschaft deutlich mehr Potenzial, als es der Tabellenplatz vermuten lässt. Auch das Hinspiel hat gezeigt, dass es alles andere als ein Selbstläufer wird. Zwar konnten wir die Partie für uns entscheiden, mussten uns den Sieg aber hart erarbeiten und haben uns über weite Strecken schwergetan. Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an konzentriert aufzutreten, unsere Chancen konsequent zu nutzen und defensiv wieder etwas geordneter zu agieren. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir auch am Sonntag etwas Zählbares mitnehmen können – idealerweise drei Punkte.“



27 / 2003

Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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