07.09.2025 19:13
Kreisliga
Kreisliga-Spitzen-Trio brilliert mit Dreiern - Grohnde geht in Großenwieden unter
Hilligsfeld zieht deutlichen Heimsieg / Elfmeterfestival bei Hajen-Laferde gegen Saale-Ith / Bisperode überrollt Königsförde

Großenwiedens Daniel Lukas gelang ein Dreierpack beim Kantersieg gegen Grohnde.
Von Jule Stolpe
SSV Königsförde – TSV Bisperode 0:5 (0:2).
Der TSV Bisperode fuhr in Königsförde einen souveränen 5:0-Auswärtssieg ein. „Im Endeffekt hört sich das Ergebnis natürlich deutlich an, aber wir haben auch wirklich alles vermissen lassen, was dazugehört“, beschrieb Königsfördes Spartenleiter Oliver Meyer die fehlende Konsequenz im Spielverständnis, in den Zweikämpfen, im Spielaufbau und vor dem gegnerischen Tor seines Teams. Bisperode sei zwar nicht im Stil einer überragenden Kreisligamannschaft aufgetreten, aber „Köfö“ sei einfach sehr schwach gewesen, so Meyer weiter. Dementsprechend gehe der Sieg für ihn in Ordnung, auch wenn er letztlich ein wenig zu hoch ausgefallen sei. Nach rund 20 Minuten nutzte Nils Wetzstein einen Fehler des Königsförder Torwarts nach einem Rückpass und schoss zur Führung ein, ehe Jan Utenwiehe nur zehn Minuten später von einem ähnlich fatalen Abwehrfehler profitierte. „Da hätten wir den Ball ganz einfach zur Ecke klären können, stattdessen spielen wir ihn dem Gegner im Sechzehner vor die Füße“, haderte Oliver Meyer mit Blick auf das 2:0 und den Pausenstand.
„Direkt nach Wiederanpfiff hatten wir durch einen Freistoß die riesige Chance auf den Anschluss – der Schuss ging an die Latte.“ Das hätte der Kipppunkt sein können, stattdessen erhöhte der TSV in der 68. Minute durch Wetzstein auf 3:0 aus Sicht der Gäste. Nur knapp sieben Minuten später schnürte Wetzstein den Dreierpack. „Nach dem 0:3 sind wir schon komplett auseinandergebrochen, haben in fast jeder Situation die falsche Entscheidung getroffen, und Bisperode hat unsere Fehler eiskalt ausgenutzt“, erklärte „Köfö“-Spartenleiter Meyer. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit mussten die Hausherren dann auch noch das 0:5 schlucken. „Wir sind ziemlich enttäuscht über die hohe Niederlage und ernüchtert. Wir stellen uns jetzt natürlich auf Abstiegskampf pur ein – etwas anderes kann das für uns nicht bedeuten“, bilanzierte Meyer, der insgesamt ein faires Spiel sah, mit dessen Leitung Schiedsrichter Thomas Hanus keine Probleme hatte. Eine besonders gute Leistung attestierte er Bisperodes Dreifachtorschützen Nils Wetzstein.
Tore: 0:1 Nils Wetzstein (19.), 0:2 Jan Utenwiehe (31.), 0:3 Wetzstein (68.), 0:4 Wetzstein (75.), 0:5 Joshua Wiechens (89.).
TB Hilligsfeld – BW Tündern II 4:1 (2:1).
In einem zunächst noch recht ausgeglichenen Spiel konnte Hilligsfeld die Partie gegen Tünderns Zweitvertretung in der zweiten Halbzeit an sich reißen und gewann am Ende deutlich mit 4:1. „Der erste Durchgang lief sehr neutral ab. Beide Teams hatten einige Chancen – ein Remis zur Halbzeit wäre absolut in Ordnung gewesen“, beschrieb Hilligsfelds Trainer Christian Ernst. Sein Team ging durch ein Tor von Louis Heucke in der 17. Minute in Führung, profitierte drei Minuten später von einem Eigentor der Gäste und kassierte wiederum nur drei Minuten danach den Anschlusstreffer zum 2:1-Halbzeitstand.
Nach fünf gespielten Minuten im zweiten Durchgang sah Ernst einen Hallo-Wach-Moment für sein Team, als Tündern eine Riesenchance auf den Ausgleich hatte, die Carlos Stierrand im Tor des Turnerbundes herausragend vereitelte. „Dann sind wir wach geworden – und spätestens ab der 60. Minute waren wir das dominantere Team und haben uns mehr Chancen erarbeitet als der Gegner“, so Ernst weiter. Gaetan Karock erhöhte mit einem satten Strahl aus rund 30 Metern ins linke untere Eck auf 3:1 und stellte die Zwei-Tore-Führung wieder her. Den Schlusspunkt setzte erneut Louis Heucke mit dem 4:1 in der 80. Minute. „Unterm Strich hat uns eine geschlossene Mannschaftsleistung heute die drei Punkte eingebracht. Der Sieg geht – vor allem aufgrund unseres Chancenplusses in der letzten halben Stunde – absolut in Ordnung“, bilanzierte der TB-Coach.
Tore: 1:0 Louis Heucke (17.), 2:0 Eigentor Leon-Maurice Wohlt (20.), 2:1 Grischa Kowalski (23.), 3:1 Gaetan Karock (61.), 4:1 Louis Heucke (80.).
SG Hajen-Latferde – FC Saale-Ith 2:2 (0:1).
Die SG Hajen-Latferde und der FC Saale-Ith trennten sich am Nachmittag mit einem Remis. „In der ersten Halbzeit war Saale-Ith die bessere Mannschaft. Wir hatten auch Chancen, aber die kamen qualitativ nicht an die der Gäste heran“, erklärte der Trainer der Hausherren nach dem Abpfiff. Der FC erarbeitete sich die besseren und gefährlicheren Tormöglichkeiten, von denen SG-Keeper Rouven Gasde zunächst noch einige gut entschärfen konnte. Letztlich münzte Felix Lassan aber einen dieser Angriffe – nach einem Fehler im Spielaufbau von Hajen-Latferde – in der 17. Spielminute zur Gästeführung um. Es war das einzige Feldtor des Tages. „Eine richtig gute Chance hatten wir noch auf den Ausgleich, als der gegnerische Torwart uns den Ball direkt in die Füße spielt – aber da schließen wir viel zu überhastet ab“, kommentierte SG-Coach Bastian Geißler den 0:1-Halbzeitstand.
In der zweiten Hälfte folgte ein wahres Elfmeter-Festival. „Insgesamt war der zweite Durchgang offener, wir konnten uns auch mal durchspielen und mit langen Bällen gefährlich werden.“ Ein Tor aus dem Spiel heraus gelang allerdings keinem der Teams mehr. Stattdessen bekam die SG in der 70. Minute einen Elfmeter zugesprochen, den Niklas Stele zum Ausgleich verwandelte. Nicht einmal zehn Minuten später gab es den nächsten Strafstoß – dieses Mal für den FC Saale-Ith. Auch dieser Elfmeter saß. Nur drei Minuten danach war erneut Stele vom Punkt erfolgreich – das 2:2. „Also bei den letzten beiden Elfmetern waren sich fast alle einig, dass die zumindest mal strittig waren“, sagte Geißler weiter. Pro Team ein eher unberechtigter Elfmeter also – ansonsten sei es ein insgesamt ruhiges Spiel gewesen. Aufgrund der Spielanteile in den verschiedenen Phasen gehe das Unentschieden in Ordnung, bilanzierte der SG-Trainer, der abschließend noch Michael Bartsch lobte: Der zeigte bei seinem ersten Einsatz nach langer Pause eine starke Leistung.
Tore: 0:1 Felix Lassan (17.), 1:1 Niklas Stele (70./Strafstoß), 1:2 Timo Maslona (79./Strafstoß), 2:2 Stele (82./Strafstoß).
SV Azadi Hameln – TSV Nettelrede 1:4 (1:1).
Das Duell Erster gegen Letzter fand auf dem Papier einen deutlichen Sieger: Nettelrede siegte auswärts bei Azadi Hameln mit 4:1. „Man hat zwar gesehen, dass beide Teams unterschiedliche Ambitionen und Saisonstarts hatten“, sagte Azadis sportlicher Leiter Yalcin Uzun nach dem Spiel, „aber wir sind richtig gut in die Partie gestartet und haben die Zweikämpfe super angenommen.“ Dementsprechend gelang Afrim Sejdijaj nach einer schönen Flanke von außen sogar das überraschende 1:0 für die Hamelner. „Dann verursachen wir ein unnötiges Foul an der Eckfahne – daraus resultiert direkt der Ausgleich. Einfach zu früh“, haderte Uzun. Trotzdem habe sein Team danach weiterhin gut mitgehalten. „Bis zur Pause war es ein gutes Spiel von beiden Seiten, mit je drei bis vier Chancen auf die Führung.“
Mit dem Unentschieden ging es in die Kabinen – aus denen die Heimelf nach der Pause offenbar nur körperlich, nicht aber geistig zurückkam: „Beim Gegentor rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff schlafen wir noch. Eine Flanke aus dem Halbfeld ohne Druck landet bei Dominik Trotz, den man eigentlich nie allein lassen darf – und er köpft aus kurzer Distanz ein“, so Uzun. Auch das 1:3 aus Sicht der Hausherren – fast eine Kopie des vorherigen Treffers durch den gleichen Spieler – ließ Torwart Obeid Alahmo, dem Uzun insgesamt eine gute Leistung attestierte, keine Abwehrchance. „Wir hatten auch danach noch unsere Möglichkeiten, aber es fehlte die letzte Konzentration“, so Uzun. Ein Freistoß landete beinahe im Winkel, doch Nettelredes Keeper Rene Ernst Sustrate parierte stark. „Nach dem 1:3 war die Luft raus, wir haben durchgewechselt. Das 1:4 fällt dann, als unser Keeper noch die Mauer stellt – da ist der Freistoß längst ausgeführt und zappelt im Netz.“ Am Ende sei das Ergebnis ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen. „Wir haben uns heute leider nicht das nötige Spielglück erkämpft, am Ende fehlte uns die Luft. Nettelrede hat im Stile einer Spitzenmannschaft die Punkte mitgenommen. Kämpferisch und spielerisch können wir uns nichts vorwerfen – aber wir müssen die Punkte für den Abstiegskampf eben woanders holen“, fasste Uzun abschließend zusammen.
Tore: 1:0 Afrim Sejdijaj (15.), 1:1 Levin Ketterer (17.), 1:2 Dominik Trotz (55.), 1:3 Trotz (74.), 1:4 Moritz Ketelhake (86.).
MTSV Aerzen – BW Salzhemmendorf 1:2 (1:1).
In Aerzen zeigte man sich enttäuscht über die „völlig unnötige“ 1:2-Niederlage gegen ersatzgeschwächte Salzhemmendorfer. „Wir haben angefangen wie die Feuerwehr und nach knapp fünf Minuten direkt die Führung erzielt“, beschrieb MTSV-Trainer Gaetanno Bartolillo den Spielstart. In den ersten Minuten habe sein Team dank starker Kombinationen mindestens drei bis vier Tore erzielen können – die Gäste hätten sich dann nicht beschweren dürfen. Doch je näher die Partie der Pause kam, desto mehr wackelte die Aerzener Dominanz. Die verletzungsbedingte Auswechslung von Marco Klein identifizierte Bartolillo als Wendepunkt: „Eigentlich hatten wir das Spiel im Griff, aber plötzlich nahm die Laufbereitschaft ab und es entstanden große Lücken im Mittelfeld.“ Salzhemmendorf wusste das zunächst nicht zu nutzen – profitierte kurz vor der Halbzeitpause dann aber von einem Abwehrfehler der Gastgeber. „Unser Keeper Felix König will den Ball im Zweikampf mit dem gegnerischen Stürmer wegschlagen, trifft aber einen eigenen Mann. Von dort springt der Ball direkt vor die Füße von Louis-Phillip Herrmann, der zum glücklichen Ausgleich einschiebt“, ärgerte sich der Coach.
Nach der Pause trat der MTSV wieder kompakter auf und baute Druck auf: „Auch aus der Kabine sind wir wiedergekommen wie die Feuerwehr, hatten viele Chancen auf die erneute Führung, konnten aber keine nutzen“, so Bartolillo weiter. Stattdessen lief seine Mannschaft in einen Konter, aus dem – für ihn erneut aus dem Nichts – die Salzhemmendorfer Führung entstand (50.). „Danach haben wir die Spielkontrolle verloren, alles nach vorne geworfen, aber die Köpfe gingen runter.“ Zwar hatte Aerzen noch einige Gelegenheiten – unter anderem musste BW-Keeper Niklas Meyer einen Kopfball von Patrick Hoppe aus dem Winkel fischen – doch Zählbares sprang nicht mehr heraus. Die Gäste zogen sich zurück und lauerten auf Konter. „Wir hatten große Probleme, die Salzhemmendorfer Defensive nach dem 1:2 zu knacken. Ich bin ziemlich enttäuscht von der Leistung meines Teams nach der 20. Minute. In der Anfangsphase haben wir gezeigt, was möglich gewesen wäre, aber dann haben wir den Gegner durch eigene Fehler ins Spiel gebracht – und das haben wir nicht mehr korrigiert“, so Bartolillo abschließend, der zudem einen möglichen, aber nicht gegebenen Elfmeter für sein Team sah.
Tore: 1:0 Daniel Niemeyer (5.), 1:1 Louis-Phillip Herrmann (45.), 1:2 Luca Szepst (50.).
SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst – TSV Grohnde 6:1 (4:0).
Grohnde scheint sich nach dem Trainerwechsel noch finden zu müssen – auswärts kassierte das Team bei der SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst eine deutliche 1:6-Niederlage. „Im Grunde war nach den ersten Minuten klar, wer hier das Spiel macht. Wir hatten uns vorgenommen, direkt gut loszulegen und früh für Ruhe zu sorgen“, sagte SG-Coach Patrick Skoruppa. Daniel Lukas sorgte mit einem Doppelschlag nach gerade einmal sechs Minuten für eine komfortable 2:0-Führung. „Wir wussten, dass wir immer noch einen drauflegen konnten“, so Skoruppa, der im Anschluss eine ruhigere Phase seiner Mannschaft sah, in der Grohnde etwas besser ins Spiel kam. Noch vor der Pause stellte die SG mit zwei weiteren Treffern auf 4:0 – die Vorentscheidung war damit früh gefallen. „In der ersten Halbzeit waren wir extrem effektiv vorm Tor. In der zweiten haben wir dann einen Gang zurückgeschaltet – verständlich bei den Temperaturen“, so der Coach. Sein Team habe die Vorgaben diszipliniert umgesetzt und sich nach dem Seitenwechsel auch mal eine Pause gegönnt.
Trotzdem ging das Toreschießen weiter: In der 48. Minute schnürte Daniel Lukas seinen Dreierpack. Wenige Minuten später erzielte Grohndes Robert Engel den Ehrentreffer (53.), ehe Daniel Wins mit einem direkt verwandelten Freistoß das Tor des Tages und gleichzeitig den 6:1-Endstand markierte (54.). „So eine Flugkurve habe ich wirklich noch nie gesehen. Er läuft rechts an, schießt rechts an der Mauer vorbei, und der Ball prallt mit gefühlt 200 km/h an den linken Innenpfosten und von dort ins Tor“, zeigte sich Skoruppa beeindruckt. In der letzten halben Stunde ließ die SG weitere Chancen liegen – unter anderem ein kurioser Doppelpfosten sorgte noch für Aufsehen. „Wir sind alles in allem sehr zufrieden. Das 6:1 nehmen wir gerne mit, und auch mit unserem Start in die Kreisligasaison können wir bislang sehr zufrieden sein“, bilanzierte Skoruppa.
Tore: 1:0 Daniel Lukas (1.), 2:0 Lukas (6.), 3:0 Nick Heller (45.), 4:0 Daniel Wins (45.+4), 5:0 Lukas (48.), 5:1 Robert Engel (53.), 6:1 Wins (54.).
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