17.08.2025 18:56
Kreisliga
Großer Aufschrei in Grohnde: In der Nachspielzeit geht´s drunter und drüber
Preussen feiert nächsten Kantersieg / Göhmann bringt SGGRS zurück ins Geschäft

Niklas Stele (Mitte) war auf Seiten der SG Hajen-Latferder der Entscheider.
BW Tündern II – TSV Nettelrede 0:5 (0:2).
Nach der Punkteteilung am vergangenen Wochenende gegen Salzhemmendorf kehrten die Nettelreder auf der Kampfbahn zurück in die Erfolgsspur. „Nettelrede hat es sehr souverän und diszipliniert gemacht. Sie haben gespielt wie eine Mannschaft, die um die Plätze ganz oben mitspielen will“, müsste Tünderns Coach Thomas Pernath nach dem 0:5 neidlos anerkennen. Mit Kurzpassspiel und Zweikampfpräsenz stellten die „Grönjer“ die „Schwalben“ von Beginn an vor Probleme. Schon nach zehn Minuten blieb Leitwolf Dominik Trotz nach einem Steckpass im Eins-gegen-Eins eiskalt und markierte die Führung. 20 Minuten später stellte Julien Hirtz bereits auf 2:0.
„Danach haben wir uns etwas gefangen und selbst offensiv unsere Momente gesucht. Wir sind aber nie so wirklich zwingend geworden“, so Pernath. Stattdessen blieben die Tünderaner defensiv fehleranfällig. Nachdem die Gastgeber einen Ball gleich zweimal unterliefen, war Trotz nur noch per Foul zu stoppen. Den fälligen Strafstoß versenkte Levin Ketterer (50.). „Danach sind bei meinem jungen Team die Köpfe runtergegangen. Wir waren in den Zweikämpfen nicht mehr so präsent und haben uns am Ende ergeben. Da hätte ich mir noch etwas mehr Gegenwehr gewünscht“, haderte Pernath. Die Nachlässigkeiten nutzen Hirtz und Trotz zu je einem weiteren Treffer und kletterten dank es 5:0-Erfolgs am Ende auf Rang zwei.
Tore: 0:1 Dominik Trotz (10.), 0:2 Julien Hirtz (31.), 0:3 Levin Ketterer (50./Foulelfmeter), 0:4 Hirtz (61.), 0:5 Trotz (79.).
SSV Königsförde – TSG Emmerthal 0:1 (0:1).
In einer chancenarmen Partie entpuppte sich Emmerthals Neuzugang Omar Sarr als Held des Nachmittags. „Es war ein schwaches und zerfahrenes Kreisliga-Spiel von beiden Seiten“, unterstrich Königsfördes Spartenleiter Oliver Meyer nach dem Abpfiff. Gleich mit der ersten nennenswerten Offensivaktion gingen die Grün-Weißen in Führung. Nach einem Solo über die rechte Angriffsseite vollendete der pfeilschnelle Saar zum Tor des Tages in Minute 17. Ansonsten blieb es vor den Toren ruhig – sehr ruhig. Kurz vor der Pause folgte dann nochmal ein kurzer Aufreger. Einen Fernschuss der Grün-Weißen lenkte SSV-Keeper Kevin Neubauer gerade noch an den Pfosten.
„Man muss sagen, dass von unserer Seite heute enttäuschend wenig gekommen ist. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass wir wie gegen Aerzen zurückkommen würden“, betonte Meyer. Er sollte Recht behalten. Auch nach dem Seitenwechsel war vor den Toren größtenteils gähnende Leere angesagt. Das größte Highlight des zweiten Durchgangs setzten wieder die Grün-Weißen, die einen Freistoß auf die Oberkante des Gehäuses setzten. Das war´s. „Wir hatten leider nicht eine größere Torchance im gesamten Spiel. Vielleicht waren die Jungs nach dem 1:6 im Pokal am Donnerstag etwas verunsichert. Viel war heute auf jeden Fall nicht drin“, resümierte Meyer und lobte abschließend Andrej Vorrat auf Seiten der Gäste: „Er hat defensiv den Laden gut zusammengehalten.“
Tore: Omar Sarr (17.).
TB Hilligsfeld – SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst 2:2 (2:0).
Ohne ihre offensiven Ausnahmekicker Daniel Wins und Lennart Scholtka müsste die SGGRS den ersten Punktverlust der noch jungen Spielzeit verkraften. Beim Auswärtsspiel im Stadion an der Hamel gaben zu Beginn gerade die personell arg dezimierten Hilligsfelder den Ton an. „Wir haben es in der ersten Halbzeit gut gemacht. Wir haben den Ball viel laufen lassen und uns so die Torchancen erarbeitet“, war Neu-Coach Christian Ernst zufrieden mit dem Auftakt seiner Schützlinge. Kein Wunder, bereits nach fünf Minuten blieb Sören Schaper nach einem Angriff über die rechte Seite im Zentrum eiskalt. Und auch über die andere Außenbahn sorgten die Rot-Weißen für Gefahr. Fünf Minuten vor der Pause kombinierte sich der TBH über links und Maurice Schrader erhöhte auf 2:0.
„Nach dem Seitenwechsel war die Partie dann ausgeglichener, auch wenn wir etwas höhere Ballbesitzanteile hatten“, betonte Ernst. Die Treffer fielen jetzt aber auf der Gegenseite. Mit zwei Standardsituationen waren die Gäste zurück im Geschäft. Sowohl in der 51. als auch der 68. Minute nickte Lucas Göhmann einen Kopfball nach einer Ecke in die Maschen – 2:2. „Danach hat man bei uns gemerkt, dass ich heute nur elf Feldspieler zur Verfügung hatte, die Kräfte wurden schwächer“, so Ernst. Trotzdem blieben Offensivmomente auf beiden Seiten weitestgehend aus. „Wir haben gut dagegengehalten. Beide Teams haben sich eher abgetastet. Man hat gemerkt, dass keines der beiden Teams zu viel Risiko eingehen wollte“, unterstrich der Coach, der unmittelbar vor Schluss noch einmal einen Aufreger sah. Nach einem überharten Einsteigen der Gäste, das mit der Roten Karten geahndet wurde, legte sich Silas Bödecker die Kugel in der sechsten Minute der Nachspielzeit zurecht – scheiterte jedoch am Außenpfosten. So blieb´s bei der Punkteteilung. „Unterm Strich geht die wohl auch in Ordnung. Ein Lob ans gesamte Team für den Kampf. So haben wir zumindest den einen Punkt behalten.“
Tore: 1:0 Sören Schaper (6.), 2:0 Maurice Schrader (42.), 2:1 Lucas Göhmann (51.), 2:2 Göhmann (68.).
Besonderes: Rote Karte für die SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst (90. +6).
FC Preussen Hameln – SV Azadi Hameln 6:0 (1:0).
Die Hamelner Preussen machen weiter wie bisher. Im Lokalderby gegen Azadi Hameln gab´s den nächsten Kantersieg. „Man muss sagen, dass das Ergebnis auch zur Pause schon deutlich höher hatte sein müssen“, machte FCP-Co-Trainer Pascal Lüdtke, nach dem 6:0-Erfolg deutlich. Gegen sehr defensiv eingestellte „Adler“ legten die Gastgeber früh gut los. Nach vier Minuten visierte Flügelflitzer Dennis Fulek das lange Eck an. Ein Azadi-Bein fälschte die Kugel stattdessen unhaltbar ins kurze Eck ab. „Das war ein guter Start für uns. Ansonsten sind wir reihenweise an Azadis Keeper gescheitert oder ein Fuß hat die Kugel im letzten Moment noch geblockt“, unterstrich Lüdtke. Auf der Gegenseite wurde es nur zweimal gefährlich. Einmal klärte Denys Rozum in höchster Not, ein weiteres behielt Neu-Keeper Leon Großkelwing im Eins-gegen-Eins die Oberhand.
Nach dem Seitenwechsel folgte dann der endgültige Dosenöffner, Qendrim Krasniqi erhöhte nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff auf 2:0. „Danach sind bei Azadi die Köpfe mehr und mehr runtergegangen. Wir hatten danach mehr Konsequenz im Angriffsspiel“, so Lüdtke. Quer durch die hochveranlagte FCP-Offensivreihe fielen die weiteren Treffer: Bennett Heine, Finn Fischer und Leon Kießling trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Der schönste Treffer war jedoch erneut Fulek vorbehalten zum zwischenzeitlichen 5:0: auf Linksaußen zog Fulek in die Mitte und versenkte die Kugel unter Mithilfe des Innenpfostens im langen Eck. „Wie einst Arjen Robben – nur auf der anderen Seite“, staunte Lüdtke, der abschließend von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprach.
Tore: Dennis Fulek (4.), 2:0 Qendrim Krasniqi (48.), 3:0 Bennett Heine (59.), 4:0 Finn Fischer (61.), 5:0 Fulek (73.), 6:0 Leon Kießling (89.).
TSV Grohnde – SG Hajen-Latferde 2:3 (2:1).
Im Gemeinde-Derby der Aufsteiger war der Aufschrei in der Nachspielzeit immens. Wie schon beim 2:2 gegen den FC Saale-Ith erwischten die Grohnder wieder den besseren Start: bereits nach vier Minuten wurde Saad Azad Haji Haji von Sebastian Brockmann bedient und traf zum 1:0. Nur 20 Minuten später bediente Christopher Thomas Robert Engel und der TSV-Spielgestalter setzte sich in der Mitte zum 2:0 durch. „Danach plätscherte die Partie ein wenig vor sich hin, Chancen waren Mangelware“, betonte Grohndes Coach Markus Wienecke. Ein sehenswerter Freistoß-Kracher in den Knick von Yannic Bohne brachte die SGHL kurz vor der Pause zurück in die Spur. „Für die zweite Halbzeit hatten wir uns dann vorgenommen, an die erste halbe Stunde anzuknüpfen. Das ist uns leider gar nicht gelungen“, unterstrich Wienecke.
Zwar hatten die Gastgeber gleich mehrfach die Gelegenheit zum 3:1, doch Thomas, Engel und Haji Haji vergaben allesamt aussichtsreiche Gelegenheiten. Stattdessen leisteten sich die Gastgeber in der 75. Minute einen kapitalen Abwehrfehler. Niklas Stele vollendete aus 15 Metern durch die Beine von TSV-Keeper Vlad Bletea. „Danach hat Hajen den Derbycharakter leider viel besser angenommen als wir“, fuhr „Hummer“ fort. Und doch waren die Gastgeber in der Schlussminute ganz nah dran an der Entscheidung. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld zwang Thomas SGHL-Keeper Rouven Gasde zur Glanztat. „Den Nachschuss hat Patrick Kursch dann im langen Eck versenkt. Erst hinter der Linie hat ein Hajener den Ball geblockt – und das auch noch mit der Hand. Doch beide Pfiffe sind ausgeblieben“, war Wienecke außer sich.
Doch aus Sicht der Gastgeber wurde es noch schlimmer. Nur wenige Augenblicke später machte Keeper Gasde das Spiel mit einem weiten Abschlag schnell. Bletea eilte aus seinem Kasten, klärte die Kugel ins Seitenaus, doch stieß im eigenen Sechzehner dabei mit einem Gegenspieler zusammen. Die Entscheidung: Strafstoß. Stele nahm sich der Sache an und verwandelte zum umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Gäste. Grohndes Trainer war dagegen bedient: „89 Minuten hat der Schiedsrichter eine sehr gute Figur abgegeben. Leider haben zwei eklatante Fehlentscheidungen das Spiel am Ende entschieden. So wurden wir auf brutalste Art und Weise dafür bestraft, dass wir nicht früher den Sack zugemacht haben.“ Bei allen Emotionen trat die Partie am Patweg für Wienecke jedoch in den Hintergrund: „Ich möchte Klein Berkel unser aufrichtiges Beileid für den Zwischenfall unter der Woche aussprechen. Bei so etwas rückt der Fußball für mich in die zweite Reihe.“
Tore: 1:0 Saad Azad Haji haji (4.), 2:0 Robert Engel (24.), 2:1 Yannic Bohne (41.), 2:2 Niklas Stele (76.), 2:3 Stele (90. +5/Foulelfmeter).
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