18.05.2025 18:19
Kreisliga
Aerzen mindestens Vizemeister - Zwölf (!) Tore in Königsförde - Tündern Vorletzter
Völlig verrücktes Duell zwischen Königsförde & Flegessen / Beber-Rohrsen & Bisperode halten sich gegenseitig fest

Torschütze Jann Kiupel und die Aerzener machten den zweiten Platz rechnerisch perfekt.
SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst – BW Tündern II 5:1 (3:0).
Auf das 8:1 folgte ein 5:1 – die SG Großenwieden ballert sich wieder in die Spur. Gegen den Abstiegskandidaten blieben von Beginn an keine Fragen offen. „Es hätte auch noch deutlicher ausfallen können. Tünderns Torwart Jonathan Eggert hat noch einige Bälle gut gehalten“, meinte SG-Trainer Patrick Skoruppa. „Wir wollten den Flow vom letzten Sieg mitnehmen. Die Jungs haben über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung gezeigt.“ Bereits in der 3. Minute war der Weg der Gastgeber vorgezeichnet: Lennart Scholtka traf zum 1:0. Daniel Wins und Daniel Lukas erhöhten noch vor der Pause auf 3:0.
Nach dem Seitenwechsel machten die Gastgeber weiter. Daniel Wins markierte das 4:0 in der 53. Minute, ehe Rico Stapel für Tünderns Ehrentreffer sorgte (75.). Das letzte Wort hatte am Ende Wins, der mit seinem dritten Treffer für den 5:1-Endstand sorgte (88.). „Wenn wir ins Rollen kommen, sind wir richtig gut. Die erste Halbzeit war die beste, die ich seit längerer Zeit von uns gesehen habe“, lobte Skoruppa und hob Daniel Lukas sowie Jan-Erik Tillner hervor: „Was Jan heute für Wege gemacht hat – unglaublich. Und Daniel mit seinen 18 Jahren hat das ebenfalls sehr gut gemacht.“ Und die Tünderaner? Die Blau-Weißen sind durch das Remis von Bisperode auf den vorletzten Rang abgerutscht, der definitiv zum Abstieg führen wird.
Tore: 1:0 Lennart Scholtka (3.), 2:0 Daniel Wins (23.), 3:0 Daniel Lukas (38.), 4:0 Wins (53.), 4:1 Rico Stapel (75.), 5:1 Wins (88.).
SV Germania Beber-Rohrsen – TSV Bisperode 2:2 (2:1).
Im Kellerduell traten beide Kontrahenten auf der Stelle: Beber-Rohrsen verpasste den vorentscheidenden Sprung nach vorne und Bisperode kletterte auf den viertletzten Rang, der immer noch zum Abstieg führen kann. „In der ersten Halbzeit waren wir deutlich besser und haben früh die Tore gemacht. Wir hatten auch noch weitere Chancen auf das 3:0, darunter ein Lattenschuss. Dann wäre es wohl anders gelaufen“, erklärte Beber-Sprecher Lennerd Kühn. Moritz Fiedler und Maximilian Köhne brachten die Nordkreisler bis zur 11. Minute mit 2:0 in Führung. Weitere Möglichkeiten blieben ungenutzt. Kurz vor der Pause schlug Bisperode zurück: Joshua Wiechens nahm einen geklärten Eckball direkt volley und beförderte das Spielgerät sehenswert in die Maschen – ein Traumtor.
Kühn: „Das Tor kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Wir haben damit gerechnet, dass Bisperode dadurch noch aktiver wird und so kam es dann auch.“ Philip Vahlpagel schoss die Gäste in der 54. Minute zum 2:2-Ausgleich. „Direkt danach hatten wir wiederum die Chance auf das 3:2, leider hat Maximilian Köhne knapp daneben geschossen. Bisperode war meist über Freistöße gefährlich“, so Kühn. In der Schlussphase wurde es richtig spannend: Zunächst musste Mika Siekmann mit Gelb-Rot unter die Dusche (81.). Trotz Unterzahl traf Finn Langenstein in der 89. Minute noch die Latte – doch es blieb beim Remis. „Die Gelb-Rote Karte war ziemlich komisch, weil unser Spieler eigentlich klar den Ball gespielt hat. Erst deutlich später hat der Assistent dann mit dem Schiri gesprochen und ihm mitgeteilt, dass unser Spieler den Knöchel des Gegenspielers getroffen habe. Dann gab es den Platzverweis. Danach waren die Gemüter natürlich erhitzt“, beschrieb Kühn den Aufreger. „So richtig hilft das Unentschieden keinem weiter.“
Tore: 1:0 Moritz Fiedler (8.), 2:0 Maximilian Köhne (11.), 2:1 Joshua Wiechens (45.), 2:2 Philip Vahlpagel (54.).
SSV Königsförde – SG Flegessen 8:4 (2:1).
Tag der offenen Tür in Königsförde: Ganze zwölf (!) Treffer gab es am Beberbach zu bestaunen. Hasan Yanalak erzielte alleine sechs Treffer und war damit der Mann des Tages. „Flegessen hat uns das Leben wirklich schwer gemacht. Wir wussten, dass sie pressen, aber in der Intensität war es doch überraschend“, erklärte Königsfördes neuer Trainer Daniel Ivicic. Im ersten Durchgang begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, nach Toren mit Vorteilen für die Hausherren. 2:1 stand es zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel ging es deutlich torreicher weiter. Ivicic: „Wir haben unsere Chancen konsequent genutzt und Flegessen ebenfalls. Gefühlt war jeder Schuss ein Treffer.“ Yanalak traf, wie er wollte und aufseiten der Gäste schnürte Marvin Vuren-Van-Es immerhin einen Dreierpack. In der letzten Minute gab es noch eine Hiobsbotschaft: Königsfördes Leobardh Berisha verletzte sich so sehr, dass der Krankenwagen anrücken musste. Ivicic: „Ihm wünschen wir gute Besserung.“ Neben Yanalak verdiente sich Abwehrspieler Lennart Krey ein Sonderlob. Bei Flegessen stach Thomas Hänel heraus.
Flegessens Trainer Martin Lohmann resümierte: „Königsförde war besser, aber nicht vier Tore. Wir haben leider einige Tore hergeschenkt und uns in der zweiten Halbzeit zu sehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt.“
Tore: 1:0 Granit Karaliti (7.), 1:1 Ashkan Karimi (21.), 2:1 Hasan Yanalak (34.), 3:1 Yanalak (61.), 3:2 Marvin Vurens-Van-Es (69.), 4:2 Myles Neumann (74.), 5:2 Yanalak (79.), 5:3 Vurens-Van-Es (81.), 6:3 Yanalak (83.), 7:3 Yanalak (84.), 7:4 Vurens-Van-Es (88.).
FC Saale-Ith – MTSV Aerzen 1:2 (1:0).
Die Aerzener machten die Vizemeisterschaft rechnerisch perfekt und hielten den Rückstand zu Tabellenführer Afferde bei vier Punkten. „Für uns ist die Niederlage total ärgerlich. Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und hätten höher als 1:0 führen müssen“, bedauerte FCSI-Trainer Jannik Lehnhoff. Karsten Eberding lief nach einer Kopfballverlängerung alleine aufs Tor zu und schob zum 1:0 für die Ostkreisler ein. Weitere Chancen blieben ungenutzt.
In der zweiten Hälfte kamen die Hummetaler über Freistöße zurück ins Spiel. Zunächst fand ein ruhender Ball aus dem Halbfeld Jann Kiupel am zweiten Pfosten, der zum 1:1 ausglich. Und in der 83. Minute profitierte Max Griese von einem Abpraller nach einem Freistoß und drückte das Leder zum 2:1 für den MTSV über die Linie. „Ansonsten war es ein zweikampfbetontes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Ein Punkt wäre definitiv verdient gewesen. So ärgern wir uns über die Niederlage“, resümierte Lehnhoff, der dennoch sein gesamtes Team lobte: „Nur nicht für die Chancenverwertung (lacht).“
Tore: 1:0 Karsten Eberding (35.), 1:1 Jann Kiupel (64.), 1:2 Max Griese (83.).
TSV Nettelrede – FC Bad Pyrmont Hagen II 3:1 (1:1).
Drei Siege in sechs Tagen – die Nettelreder setzten ihren Lauf fort. „Ein Arbeitssieg. Wir waren heute nicht schlecht, aber glanzvoll war es auch nicht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Kader wieder dünn besetzt war. Daher passt das schon so“, erklärte Nettelredes Spielertrainer Dominik Trotz. Luca Barthel traf vom Punkt zum 1:0 für die Gastgeber. Zuvor wurde Trotz im Strafraum gefoult. Doch kamen die Bad Pyrmont Hagener postwendend zurück. Nur drei Minuten später markierte Aktivposten Jannis Thielke den Ausgleich (21.). Trotz: „Er war heute unangenehm für uns, weil er die Bälle immer wieder gut festgemacht hat.“ Nettelredes Kevin Kohl verpasste die Pausenführung in der 39. Minute um Haaresbreite, sodass es mit dem Remis in die Pause ging. Auf der anderen Seite parierte zuvor TSV-Schlussmann René Sustrate zwei Schüsse in die lange Ecke stark.
Im zweiten Durchgang nahm die Intensität ab. „Es war ein lauer Nachmittagskick ohne die große Spannung. Wir hatten noch ein paar Chancen, von Pyrmont kam aber nicht mehr viel“, so Trotz, der selbst nach Vorlage von Barthel auf 2:1 erhöhte. Levin Ketterer brachte den 3:1-Endstand. Für die Gäste ein weiterer Rückschlag im Abstiegskampf, doch hat das Team von Spielertrainer Christopher Loges diesen angesichts der Situation der ersten Herren in der Bezirksliga ohnehin nicht mehr in der eigenen Hand. Besondere Beachtung fand Schiedsrichter Robert Pottkämper für eine tadellose Spielleitung.
Tore: 1:0 Luca Barthel (18./Strafstoß), 1:1 Jannis Thielke (21.), 2:1 Dominik Trotz (80.), 3:1 Levin Ketterer (83.).
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