27.11.2024 10:09

Interview - Fußball - Kreisliga


Azadi Hameln in Abstiegsangst - „Unsere eigene kleine Meisterschaft“

Uzun: „Dass Azadi Abstiegskampf kann, haben wir schon vor zwei Jahren bewiesen“
Yalcin Uzun Sportler Leiter SV Azadi Kopffoto
Mr. Azadi Hameln: Yalcin Uzun ist der Mann für alles im Verein - und hinterfragt auch sich selbst kritisch.
Allmählich tritt Stille auf den heimischen Rasen- und Kunstrasenplätzen ein. Die Pflichtspielreise des Kreisfußballs ist für dieses Kalenderjahr ad acta gelegt. Damit Ihr dem Ligabetrieb aber nicht für zu lange abschwören müsst, haben wir unseren Kreisfußball-Vertretern von der Kreisliga bis zur 2. Kreisklasse ein Sammelsurium an Fragen zukommen lassen – natürlich immer in Hinblick auf die abgelaufene erste Saisonphase. Wir gehen die Tabellen im Parallelschritt von unten nach oben ab und geben Euch die Antworten der Vereine.

Heute: SV Azadi Hameln (Platz 13, 15 Punkte)


In der letzten Saison wiederholten die „Adler" ihren Kreispokalsieg aus dem Jahr 2022. Azadi Hameln ist vielleicht die größte Wundertüte der Kreisliga. Stehen sie alle zur Verfügung, müssen sich selbst die Topteams wie Aerzen oder Afferde warm anziehen und dann gelingt auch mal der Kreispokalsieg. Fehlt gefühlt die komplette Mannschaft, was in dieser Spielzeit eher die Regel als die Ausnahme ist, geht es eben gegen den Abstieg. Azadi-Manager Yalcin Uzun sieht die Gründe für den anhaltenden Tiefflug aber nicht nur auf der sportlichen Ebene.
Die Hinrunde ist vorbei, die Winterpause ist eingeläutet. Zeit für den Blick zurück: Wenn Du Eurer abgelaufenen Hinserie einen Titel geben müsstest – wie würde er lauten?
„Erwartet schwierig und trotzdem war gefühlt mehr drin in den einzelnen Spielen. Oder einfach: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“

Was war für Dich der emotionalste Moment der ersten Saisonhälfte – ein Sieg, eine Niederlage oder vielleicht ein besonderer Moment auf oder neben dem Platz?
„Ibrahim Seyyars Comeback nach einem Jahr Verletzungspause mit seinem Last Minute-Ausgleich zum 2:2 gegen Emmerthal. Damit eingehend leider auch auch nur paar Wochen später seine erneute schwerwiegende Verletzung.“

Wenn du in der ersten Saisonhälfte einen Moment zurückdrehen könntest: Was würdest Du anders machen – und warum?
„Bei Verletzungen kann man leider nichts machen und davon hatten wir diese Hinrunde genug.  Und leider war die vorherige Saison so intensiv für uns, dass wir alle, Funktionäre, Trainerteam und Mannschaft, erstmal eigentlich eine große Pause gebraucht hätten. Die hatten wir aufgrund der kurzen Sommerpause nicht und trotzdem mache ich mir selbst den Vorwurf, dass ich wahrscheinlich nicht direkt wieder mit Energie und einer Portion Enthusiasmus den Blick nach vorne gerichtet habe und innerhalb des Vereins vorangegangen bin. Das wäre meine Aufgabe gewesen und eventuell hätte man so alle mitziehen können. Positiv war trotzdem, wie wir zusammen gerückt sind und egal wie aussichtslos es manchmal aussah, die Mannschaft eine Mentalität auf den Platz gelegt hat, auf die ich stolz bin.“

Wenn Du Deine persönliche Elf der Hinrunde wählen müsstest: Welcher Spieler – egal ob aus Deinem Team oder einem anderen – dürfte nach der abgelaufenen Hinserie auf keinen Fall darin fehlen?
„Egcon Musliji. Er ist als Kapitän bei uns immer vorangegangen, egal ob in guten oder schlechten Phasen. Immer motiviert und immer mit einer Prise Humor, was wiederum für die Stimmung Gold wert ist. Wenn man einen Anführer mithilfe von KI erstellen könnte, Egcon wäre das Ergebnis dessen. Und das nicht nur aufgrund seiner fußballerischen, sondern vor allem aufgrund seiner menschlichen Werte.“

Welche Mannschaft, welcher Spieler oder welches Ergebnis hat Dich bisher am meisten überrascht?
„Überrascht hat mich der TB Hilligsfeld. Nicht, dass die so gut sind, sondern ab wann – nämlich schon jetzt mit so einer jungen Truppe. Wir haben in Hilligsfeld unser mit Abstand bestes Spiel der Saison gemacht und trotzdem 1:3 verloren. Sie waren abgezockt und locker-lässig. Respekt an die Arbeit, die dort gemacht wird.“

In der Winterpause öffnet bekanntlich das Wintertransferfenster. Gibt es bereits Neuigkeiten in diese Richtung?
„Wie hat der Kaiser Franz Beckenbauer mal gesagt? 'Schaun mer mal, dann sehn mer scho' (lacht). Bekanntlich ist es schwierig in der Winterpause, was Transfers angeht. Wir sind in Gesprächen und hoffen auf positive Ergebnisse. Der Fokus liegt auf der Genesung unserer Rekonvaleszenten.“

Abschließend noch ein kleiner Ausblick: Welche Ziele habt Ihr Euch für die Rückrunde gesteckt bzw. was wollt Ihr erreichen?
„Für uns geht's, wie schon vor Saisonbeginn gesagt, nur um den Klassenerhalt. Das schwierige Jahr haben wir einkalkuliert und jetzt gilt es alle Kräfte zu bündeln und frei zu setzen, um dieses Ziel zu erreichen. Da die Bezirksligisten sich auch nicht mit Ruhm bekleckern und die zweiten Mannschaften aus Pyrmont und Tündern immer wieder Spieler von oben nachlegen können, können wir uns nur auf uns selbst verlassen und versuchen dieses Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Dass Azadi Abstiegskampf kann, haben wir schon vor zwei Jahren bewiesen. Jetzt kommt’s drauf an, diese Herausforderung anzunehmen und daraus unsere eigene kleine Meisterschaft zu machen."
114 / 1964

Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
schroeder@awesa.de


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