13.09.2026 18:58

1. Kreisklasse


Beber-Rohrsen bleibt an der Spitze: Nettelrede II verpasst Überraschung

Halvestorf II setzt sich ins Tabellenmittelfeld ab / Vierfacher Kaiser beim Schützenfest in Hameln / Azadi gewinnt Verfolgerduell / Osterwald eiskalt in den Standards
Mathis Kaiser BW
Mathis Kaiser (rechts) erzielte vier Treffer für BW Salzhemmendorf II.

TSV Nettelrede II – SV Germania Beber-Rohrsen 0:3 (0:1).

In der 1. Kreisklasse bleibt der SV Germania Beber-Rohrsen weiterhin das Maß der Dinge: Mit einem 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg bei der Zweitvertretung des TSV Nettelrede verteidigte der Spitzenreiter seinen Platz an der Sonne. Für die Hausherren setzte es hingegen die siebte Niederlage in Serie, womit der TSV weiterhin auf dem 13. Tabellenplatz in der Abstiegszone verharrt. Auf dem Rasen war von den unterschiedlichen Vorzeichen allerdings wenig zu spüren.

„Grundsätzlich war das ein gutes Spiel von uns. Wir haben gut mitgehalten – die unterschiedliche Tabellensituation hat man auf dem Platz zu keiner Zeit gesehen“, berichtete Nettelredes Co-Trainer Thiemo Plesse nach dem Abpfiff. Während der Favorit im ersten Durchgang die klareren Gelegenheiten verbuchte, hielten die Hausherren defensiv lange dagegen. In der 31. Spielminute gelang Beber schließlich die Führung: Moritz Fiedler zirkelte einen direkten Freistoß aus 20 Metern zum 0:1 ins Netz. Auf der Gegenseite verpasste Tom Henry Woydt den Ausgleich nur denkbar knapp, als sein Heber über den Gästekeeper erst im allerletzten Moment vor der Torlinie gekratzt werden konnte. „Wenn man oben steht, geht so ein Ding rein; stehst du unten, wird er eben noch herausgekratzt“, haderte Plesse mit dem fehlenden Spielglück.

Nettelrede drückt vergebens – Kurioser Wehrhan-Freistoß sorgt für die Vorentscheidung

Nach dem Seitenwechsel drängten die Grönjer mutig auf den Ausgleich und erarbeiteten sich vorübergehend deutliche Feldvorteile. „In der zweiten Halbzeit haben wir gekämpft und gefightet, die Köpfe sind oben geblieben. Da hatten wir sogar mehr Spielanteile, das Geschehen verlagerte sich zunehmend in die Hälfte von Beber“, analysierte Plesse. Mitten in der besten Phase der Heimelf schlug der Tabellenführer jedoch eiskalt zu: Nach einem Gewusel im Strafraum bewahrte Jannis-Luca Hänel die Übersicht und staubte zum 0:2 ab (73.). Nettelrede lockerte in den verbleibenden Minuten die Defensive auf, fing sich wenig später allerdings den nächsten Dämpfer ein. In der 79. Spielminute segelte ein Freistoß von Kay-Uwe Wehrhan aus rund 40 Metern an Freund und Feind vorbei, setzte einmal auf und schlug platziert in der Ecke zum 0:3-Endstand ein.

Trotz des nächsten punktlosen Wochenendes zollte Plesse seiner Mannschaft großes Lob für die gezeigte Einstellung: „Das Spiel hätte in der zweiten Halbzeit auch unentschieden enden können. Heute hätten wir uns einen Punktgewinn eher verdient gehabt als in den Wochen zuvor. Was gefehlt hat, war einfach das Tor. Beber war vor dem Tor letztlich abgezockter. Dennoch ein Riesenlob an die ganze Mannschaft für diesen starken Kampf – der Auftritt war eines Derbys absolut würdig.“
Tore: 0:1 Moritz Fiedler (31.), 0:2 Jannis-Luca Hänel (73.), 0:3 Kay-Uwe Wehrhan (79.).

SSG Halvestorf II – FC Preussen Hameln II 4:2 (2:2).

In Halvestorf hat sich die Reserve der SSG durch einen 4:2 (2:2)-Heimerfolg gegen den FC Preussen Hameln II wichtige Zähler gesichert und ins Tabellenmittelfeld abgesetzt. Für die Gäste bleibt die Lage hingegen angespannt: Preussen II verharrt weiterhin lediglich einen Punkt vor den Abstiegsrängen. Auf dem Platz erwischten die Hausherren allerdings einen zähen Start in die Partie.

„Wir haben uns viel vorgenommen und wollten nach der letzten Woche unbedingt nachlegen. Leider hat man davon in der ersten Halbzeit nicht allzu viel gesehen. Wir waren noch auf Sparflamme unterwegs. Preussen II stand hinten sicher und hat auf Umschaltmomente gelauert“, analysierte SSG-Trainer Kai Brixius den Beginn. Die Gäste belohnte sich in der 24. Spielminute mit dem Führungstreffer, als Waldemar Starostin nach einer Ecke per Kopf zum 0:1 traf. Nur sieben Minuten später glich Malte Rochau nach schöner Vorarbeit im Strafraum zum 1:1 aus (31.), ehe Starostin im Gegenzug einen Konter am zweiten Pfosten zum 1:2 vollendete (33.). Kurz vor dem Pausentee stellte Cezar-Marco Paraschiv per berechtigtem Foulelfmeter den 2:2-Halbzeitstand her, nachdem Rochau im Sechzehner regelwidrig gestoppt worden war (41.).

Notbremse bremst Preussen aus – Groß macht in der Nachspielzeit den Sack zu

Auch nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. In der 67. Spielminute drehten die Hausherren das Spiel schließlich komplett: Rochau blieb im Sechzehner hartnäckig, traf im zweiten Versuch zum 3:2 und schnürte damit seinen Doppelpack. Preussen blies anschließend zur Schlussoffensive, erlitt in der 75. Minute jedoch einen schweren Dämpfer: Nach einer Notbremse kassierte ein Akteur der Gäste die Rote Karte. In Überzahl ergaben sich für Halvestorf beste Kontergelegenheiten, die allerdings lange ungenutzt blieben. „Wir sind mit den sich bietenden Räumen und Chancen zunächst fahrig umgegangen und haben es verpasst, den Sack frühzeitig zuzumachen – was sich aber zum Glück nicht gerächt hat“, berichtete Brixius. Den Schlusspunkt setzte Luca Justin Groß in der siebten Minute der Nachspielzeit, als er eine Freistoßflanke von Brixius aus kürzester Distanz zum 4:2-Endstand über die Linie drückte (90.+7).

Brixius zeigte sich nach dem Schlusspfiff erleichtert: „Hinten raus war das ein verdienter Sieg für uns. Aufgrund der Vielzahl an Chancen waren wir dem Sieg einen Tick näher als Preussen.“ Ein Extralob verteilte der Coach an seinen zweifachen Torschützen: „Ein Sonderlob geht an Malte Rochau für seine Cleverness vor dem Tor.“
Tore: 0:1 Waldemar Starostin (24.), 1:1 Malte Rochau (31.), 1:2 Waldemar Starostin (33.), 2:2 Cezar-Marco Paraschiv (41./Foulelfmeter), 3:2 Malte Rochau (67.), 4:2 Luca Justin Groß (90.+7).
Besonderes: Platzverweis für den FC Preussen Hameln II (75.).

Von Maja Mügge

SV Azadi Hameln – TSC Fischbeck 2:1 (1:0).

Der SV Azadi Hameln hat sich in einer ausgeglichenen Partie mit 2:1 gegen den TSC Fischbeck durchgesetzt. „Ganz wie erwartet war es ein sehr gutes Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten“, bilanzierte Azadis Sprecher Rassan Abdi nach dem Schlusspfiff.
Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und erspielten sich gute Möglichkeiten. Sowohl Fischbeck als auch Azadi hatten ihre Spielanteile und setzten den Gegner phasenweise unter Druck.

Die Führung der Gastgeber fiel in der 35. Minute, als Denys Rozum den Ball für Lenard Gallapeni auflegte und dieser zur 1:0-Pausenführung traf. „Wir hätten zur Halbzeit auch höher führen können“, meinte Abdi, sah aber auch Chancen auf Seiten der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel kam Azadi gut aus der Kabine und kontrollierte die Partie zunächst. In der 55. Minute erhöhte Alperen Özcelik dann auf 2:0. Nach einem langen Laufweg aus knapp 50 Metern vollendete er ins kurze Eck. „Das war ein wichtiger Treffer für ihn und die Mannschaft in der Phase“, sagte Abdi.

Azadi rettet sich ins Ziel

Fischbeck gab sich jedoch nicht auf und verkürzte durch Noah Wolynez auf 1:2 (63.). „Der Anschlusstreffer war ein Stück weit abzusehen, weil Fischbeck viel Druck gemacht hat“, erklärte Abdi. Danach entwickelte sich erneut ein offener Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften weitere Chancen liegen ließen. Azadi verpasste mehrfach die Vorentscheidung, brachte den knappen Vorsprung am Ende aber über die Zeit.

„Das Ergebnis hätte auch höher ausfallen können, aber ein Unentschieden wäre ebenfalls möglich gewesen“, ordnete Abdi die Begegnung ein. Lobende Worte fand er sowohl für den Gegner als auch für die eigene Mannschaft, die kurzfristige Ausfälle wichtiger Spieler kompensieren musste. Ein Sonderlob erhielt Kapitän Turan Seyyar: „Er hat heute das Zepter in die Hand genommen und die Mannschaft zum Sieg geführt.“
Tore: 1:0 Lennard Gallapeni (35.), 2:0 Alperen Özcelik (55.), 2:1 Noah Wolynez (63.).

SG Thal/Holzhausen – SF Osterwald 3:5 (3:3).

Die SG Thal/Holzhausen hat sich in einer unterhaltsamen Partie den Sportfreunden aus Osterwald mit 3:5 geschlagen geben müssen. Dabei sah Thals Manager und heutiger Trainer Eldar Zahirovic seine Mannschaft über weite Strecken auf Augenhöhe, bemängelte jedoch die Chancenverwertung und die Aufmerksamkeit bei Standardsituationen.

Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen durch Marcel Veith früh mit 1:0 in Führung (6.). Thal antwortete jedoch durch Florian Hilbert (14.) und blieb auch nach dem erneuten Rückstand durch Linus von Oesen (24.) im Spiel. Ein Eigentor von Hendrik Mey (30.) sowie der Treffer von Fatmir Muslijaj (40.) drehten die Partie zugunsten der Gastgeber. „Die erste Halbzeit haben wir eigentlich dominiert“, erklärte Zahirovic. Kurz vor der Pause stellte Alex Kaller allerdings noch auf 3:3 (45.).

Thal vergibt die Chancen, Osterwald bleibt cool

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine weitestgehend ausgeglichene Begegnung. Thal erspielte sich mehrere klare Möglichkeiten, ließ diese aber ungenutzt. „Wir haben drei oder vier hundertprozentige Chancen vergeben. Uns hat vorne die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Zahirovic. Stattdessen zeigte sich Osterwald effizient. Hendrik Mey brachte die Gäste in der 72. Minute wieder in Führung, ehe Marcel Veith nur zwei Minuten später auf 5:3 erhöhte.

Besonders ärgerlich war für Zahirovic die Entstehung der Gegentore: „Vier von fünf Osterwalder Toren fallen nach Standards. Da waren wir nicht aufmerksam und nicht abgeklärt genug.“ Dennoch erkannte er den Erfolg der Gäste an: „Osterwald hat als Team sehr gut gekämpft, viele Zweikämpfe gewonnen und sich den Sieg verdient.“ Trotz der Niederlage sah Zahirovic seine Mannschaft nicht weit von einem Punktgewinn entfernt: „Wenn das Spiel unentschieden ausgeht, beschwert sich am Ende wahrscheinlich auch keiner.“ Lob gab es zudem für den Schiedsrichter Serghei Schäfer, der die Begegnung laut Zahirovic „sehr konstant und gut“ leitete.
Tore: 0:1 Marcel Veith (6.), 1:1 Florian Hilbert (14.), 1:2 Linus von Oesen (24.), 2:2 Eigentor Hendrik Mey (30.), 3:2 Fatmir Muslijaj (40.), 3:3 Alex Kaller (45.), 3:4 Mey (72.), 3:5 Veith (74.).

SG Hameln 74 – BW Salzhemmendorf II 3:7 (0:4).

Die SG Hameln 74 musste sich BW Salzhemmendorf II mit 3:7 geschlagen geben. Hamelns Trainer Michael Lauke sah dabei eine Niederlage, die vor allem auf eine schwache Chancenverwertung und individuelle Fehler zurückzuführen war. „Heute hatten wir die Scheiße am Schuh". Das Ergebnis darf schon zur Halbzeit nicht so hoch ausfallen“, erklärte der Coach.

Die Gastgeber hielten zunächst gut mit, ließen ihre Möglichkeiten jedoch ungenutzt. Dazu kam ein verschossener Foulelfmeter, während Salzhemmendorf seine Chancen konsequent verwertete. Max Müller (15.), Mathis Kaiser (24.), Linus Friedemann (36.) und erneut Kaiser (45.) sorgten für die 4:0-Pausenführung der Gäste.

Laukes Ansprache zeigt Wirkung

Nach einer deutlichen Ansprache in der Kabine zeigte Hameln eine Reaktion. „Die Mannschaft sollte die zweite Halbzeit gewinnen und die Angst vor Fehlern ablegen. Das haben wir dann auch geschafft“, sagte Lauke. Torben Böhm verkürzte mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel auf 1:4 (51.), doch ein Handelfmeter brachte Salzhemmendorf durch Kaiser schnell wieder auf Abstand (55.). Die SG gab sich dennoch nicht auf. Lucas Everling traf nach einer Hereingabe zum 2:5 (63.), ehe die Gäste durch Christoph Brostedt (80.) und erneut Kaiser (87.) für die Entscheidung sorgten. Den Schlusspunkt setzte Böhm mit seinem zweiten Treffer zum 3:7-Endstand (90.).

Trotz der deutlichen Niederlage erkannte Lauke positive Ansätze: „Phasenweise haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können und zurecht in dieser Liga spielen, aber uns fehlt aktuell einfach das Selbstvertrauen.“ Besonders lobte er dennoch die Moral seiner Mannschaft. Dennis Lochwitz und Rene Reiß hätten läuferisch alles investiert, auch Lucas Everling verdiente sich ein Sonderlob für seine Leistung. Auf Seiten der Gäste hob Lauke Vierfach-Torschütze Mathis Kaiser hervor: „Er war heute sehr stark und maßgeblich am Sieg der Salzhemmendorfer beteiligt.“
Tore: 0:1 Max Müller (15.), 0:2 Mathis Kaiser (24.), 0:3 Linus Friedemann (36.), 0:4 Kaiser (45.), 1:4 Torben Böhm (51.), 1:5 Kaiser (55.), 2:5 Lucas Everling (63.), 2:6 Christoph Brostedt (80.), 2:7 Kaiser (87.), 3:7 Böhm (90.).
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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