09.08.2026 18:54
1. Kreisklasse
Dreimal kräht der Wehrhahn: Beber gewinnt enge Hitzeschlacht
Azadi ballert sich in die Erfolgsspur / Osterwald & Reher ebenfalls erfolgreich

Kay-Uwe Wehrhahn schoss Beber-Rohrsen mit einem Dreierpack zum Sieg.
FC Bad Pyrmont Hagen II – SSG Halvestorf II 3:2 (2:1)
Drama pur in der 1. Kreisklasse: Der FC Bad Pyrmont Hagen II hat sich in einer echten Hitzeschlacht mit 3:2 gegen die Zweitvertretung der SSG Halvestorf durchgesetzt. Dank eines Freistoßes in der fünften Minute der Nachspielzeit behielten die Kurstädter das bessere Ende für sich. „Bei dieser Hitze bin ich einfach froh, dass die Jungs das bis zur letzten Sekunde durchgezogen haben und wir belohnt wurden. Darauf können wir stolz sein, auch wenn noch viele Fehler dabei waren“, zog Pyrmont Hagens Sprecher Jan-Hendrik Deppe ein glückliches Fazit.
Verschlafener Start & Wende nach der Trinkpause
Dabei erwischte die Heimelf einen denkbar schlechten Start. Keine zwei Minuten waren absolviert, als Paul Wecke eine Unachtsamkeit in der Pyrmonter Hintermannschaft eiskalt zur Gästeführung ausnutzte. „Wir waren die ersten 25 Minuten überhaupt nicht im Spiel und haben schlecht verteidigt – das war ein richtiger Nackenschlag“, gestand Deppe.
Erst die verordnete Trinkpause brachte die Wende. Die Hausherren erzeugten im Pressing deutlich mehr Druck: In der 37. Minute wurde Cavit Türksen im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter verwandelte Jan Bremer sicher zum 1:1. Nur drei Minuten später war die Partie komplett gedreht, als Halvestorfs Luca Groß einen langen Ball von Christopher Loges unglücklich ins eigene Netz zur 2:1-Pausenführung verlängerte (40.).
Loges-Freistoß entscheidet Krimi in der 95. Minute
Nach dem Seitenwechsel verpasste es Pyrmont Hagen nachzulegen. Das rächte sich in der 54. Minute, als Kai Brixius die Murmel aus 20 Metern sehenswert zum 2:2-Ausgleich ins Netz schlenzte. In der Folge beschränkten sich die Gäste primär aufs Verteidigen, während der FCH wütend anrannte. Trotz bester Gelegenheiten – allein in der Schlussphase trafen die Platzherren zweimal das Aluminium und scheiterten dreimal im Eins-gegen-Eins – schien der Ball nicht mehr reingehen zu wollen. „Draußen an der Seitenlinie waren wir ehrlich gesagt schon fast am Verzweifeln“, verriet Deppe.
In der 95. Minute schlug schließlich die Stunde von Christopher Loges: Einen Freistoß aus 18 Metern zirkelte er direkt und unhaltbar zum vielumjubelten 3:2-Endstand in die Maschen.
Tore: 0:1 Paul Wecke (2.), 1:1 Jan Bremer (37./Strafstoß), 2:1 Eigentor Luca Groß (40.), 2:2 Kai Brixius (54.), 3:2 Christopher Loges (90.+5).
Besonderes: Rote Karte für Halvestorfs Trainer (64./Unsportlichkeit).
Von Maja Mügge
SV Azadi Hameln – SG Thal/Holzhausen 4:0 (0:0).
Mit einem deutlichen 4:0-Erfolg gegen die SG Thal/Holzhausen feierte der SV Azadi Hameln den ersten Sieg in der Liga. Der Endstand fiel dabei klarer aus, als es der Spielverlauf insbesondere in der ersten Halbzeit vermuten ließ.
Die Gäste erwischten den besseren Start, ohne sich dabei zahlreiche zwingende Chancen herauszuspielen. „Wir haben etwas länger gebraucht, um ins Spiel zu kommen, konnten aber trotzdem dagegenhalten und haben kaum Chancen zugelassen“, erklärte Abdi. Mit zunehmender Spielzeit übernahm Azadi immer mehr die Kontrolle. „Wir haben das Spiel langsam an uns gerissen und eigene Akzente gesetzt.“ Tore fielen vor der Pause jedoch nicht, obwohl laut Abdi auf beiden Seiten durchaus Möglichkeiten vorhanden waren.
Azaid legt los
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber deutlich wacher. Die Führung fiel kurz nach Wiederanpfiff: Nach einer Ecke konnte Thal den Ball zunächst klären, doch eine weitere Hereingabe fand schließlich Mehmet Savli, der zum 1:0 traf (48.). „Mit dem ersten Treffer ist der Knoten geplatzt“, meinte Abdi. In der Folge erhöhte Azadi den Druck und bestimmte die Partie zunehmend.
Das 2:0 durch Justin Wolny entstand nach einer starken Aktion im Mittelfeld. „Der Gegenspieler wurde ausgeschaltet und Justin ist dann allein auf den Torwart zugelaufen“, beschrieb Abdi die Szene (58.). Zehn Minuten später sorgte der kurz zuvor eingewechselte Latif Kiki für die Vorentscheidung. Nach einem klassischen Doppelpass wurde er freigespielt und traf zum 3:0 (68.).
Ganz ohne gefährliche Aktionen der Gäste verlief die Schlussphase allerdings nicht.
Spielertrainer mit Doppelpack
Die SG Thal/Holzhausen traf hingegen beim Stand von 1:0 den Pfosten und verpasste damit den möglichen Ausgleich. Auch später kamen die Gäste noch zu Chancen und verzeichneten in der 90. Minute einen weiteren Aluminiumtreffer. Gleichzeitig wurde die Partie etwas unruhiger. „Ab der 67. Minute bis zum Ende wurde es etwas hektisch. Der Schiedsrichter wurde von außen verunsichert und hat ein paar strittige Entscheidungen getroffen“, sagte Abdi. Insgesamt sei das Spiel jedoch fair geblieben.
Den Schlusspunkt setzte erneut Kiki in der 90. Minute. Wieder ging ein Doppelpass voraus, ehe der Spieletrainer den Torwart umspielte und zum 4:0-Endstand einschob. Nach Abpfiff zeigte sich Abdi zufrieden: „Das war eine gute Leistung heute. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was vorgegeben war.“ Ein Sonderlob sprach der Co-Trainer zudem Yalcin Ulus aus: „Nach seiner Operation ist er zurück auf dem Feld und hat wieder richtig Lust auf Fußball.“
Tore: 1:0 Mehmet Savli (48.), 2:0 Justin Wolny (58.), 3:0 Latif Kiki (68.), 4:0 Latif Kiki (90.).
TSV Germania Reher – BW Salzhemmendorf II 5:1 (2:0).
Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt in der Liga und im Pokal ist dem TSV Germania Reher nun der erste Sieg gelungen. Gegen BW Salzhemmendorf II setzte sich die Mannschaft von Trainer Dominic Meyer deutlich mit 5:1 durch und zeigte dabei eine Leistung, mit der der Coach sehr zufrieden war. „Wir haben uns nach den ersten beiden Spielen viel vorgenommen und wollten es diesmal besser machen“, erklärte Meyer nach dem Schlusspfiff.
Die Gastgeber gingen von Beginn an mutig zu Werke und wurden dafür früh belohnt. Bereits in der 5. Minute brachte Louis Naumann den TSV mit 1:0 in Führung. „Wir wollten mutig ins Spiel gehen, und alles ist so aufgegangen, wie wir es uns vorgestellt hatten“, sagte Meyer. Seine Mannschaft präsentierte sich aggressiv in den Zweikämpfen und lief den Gegner konsequent an. Nachdem Christian Dose in der 19. Minute auf 2:0 für den TSV erhöhte, gewann das Team zunehmend an Sicherheit in den Pässen und Abläufen.
Dose macht alles klar
Bis zur Pause dominierte Germania die Begegnung weitgehend. „Die erste Halbzeit war bärenstark. Wir haben viel zugelaufen und alles umgesetzt, was wir in den vergangenen Spielen vermisst haben.“ Nach Ansicht des Trainers hätte die Führung zur Halbzeit jedoch noch höher ausfallen können. „Zwei oder drei Tore mehr wären sogar auch noch möglich gewesen.“
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Reher die aktivere und mutigere Mannschaft. Der Lohn folgte in der 54. Minute, als Louis Naumann mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 3:0 erhöhte. Seine Mannschaft erspielte sich in der Folge weitere gute Möglichkeiten und verpasste zunächst eine noch deutlichere Führung.
Für einen kurzen Dämpfer sorgte dann der Anschlusstreffer der Gäste. Marvin Brehmer nutzte in der 85. Minute ein Missverständnis zwischen Abwehr und Torwart zum 3:1. „Das Gegentor resultierte aus einem Bock eines Verteidigers und einem Missverständnis mit dem Keeper“, sagte Meyer. Seine Mannschaft fand jedoch sofort die passende Antwort. Nur zwei Minuten später stellte Christian Dose den alten Abstand wieder her, ehe er in der 88. Minute mit seinem dritten Treffer des Tages den 5:1-Endstand besorgte.
Nach dem Abpfiff verteilte Meyer ein Sonderlob: „Rene Wiltfang und Fabian Blaha haben das Spiel heute für uns entschieden. Auch Christian Dose hätte ein Lob verdient, er hätte jedoch noch drei, vier Dinger mehr machen müssen.“
Tore: 1:0 Louis Naumann (5.), 2:0 Christian Dose (19.), 3:0 Louis Naumann (54.), 3:1 Marvin Brehmer (85.), 4:1 Christian Dose (87.), 5:1 Christian Dose (88.).
SV Germania Beber-Rohrsen – TSC Fischbeck 3:2 (1:1).
Der SV Germania Beber-Rohrsen hat sich in einer ausgeglichenen Partie mit 3:2 gegen den TSC Fischbeck durchgesetzt. Trainer Niklas Koffmane sah dabei einen Gegner, der deutlich besser in die Begegnung startete, seine Chancen jedoch nicht konsequent genug nutzte.
„Fischbeck hat in den ersten zehn Minuten viel Druck gemacht und uns hoch angelaufen“, berichtete Koffmane. Die Gäste sorgten bereits nach nicht einmal einer Minute für Gefahr und trafen die Latte. Kurz darauf ging der TSC durch Lennard Engel folgerichtig mit 1:0 in Führung (9.). Mit zunehmender Spielzeit fand Beber-Rohrsen jedoch besser in die Partie. „Wir wurden dann besser und Fischbeck hat uns nicht mehr so hoch angelaufen“, erklärte der Germania-Coach.
Dadurch übernahmen die Gastgeber mehr Kontrolle und kamen immer besser ins Spiel. In der 35. Minute traf Kay-Uwe Werhahn dann zum 1:1. „Der Ausgleich war absolut verdient“, so Koffmane. Auch nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Mannschaften weitgehend auf Augenhöhe. „Es ging erst einmal so weiter wie in der ersten Halbzeit“, sagte Koffmane. Mit zunehmender Spielzeit machten sich jedoch auf beiden Seiten die nachlassenden Kräfte bemerkbar. Fischbeck blieb zwar weiterhin griffig, erspielte sich jedoch nicht mehr so viele Chancen. Beber-Rohrsen zeigte sich dagegen effizient vor dem Tor.
Dreimal kräht der Wehrhahn
In der 68. Minute brachte Werhahn seine Mannschaft erstmals in Führung. Dem Treffer ging eine Balleroberung in der eigenen Hälfte voraus, ehe der Angriff konsequent zu Ende gespielt wurde. Nur sieben Minuten später legte derselbe Spieler nach und erhöhte auf 3:1 (75.). „Die beiden Tore in der zweiten Hälfte waren Kontertore von Kay-Uwe Wehrhahn nach Ballgewinnen in der eigenen Hälfte“, erläuterte Koffmane.
Spannend wurde es noch einmal in der Schlussphase, als Fischbeck durch Engel auf 3:2 verkürzte (87.). Nach einem langen Freistoß köpfte der Angreifer den Ball am langen Pfosten ins Tor. Am Ausgang der Partie änderte das jedoch nichts mehr.
Unter dem Strich sah der Germania-Trainer einen verdienten Erfolg seiner Mannschaft: „Die Partie war auf Augenhöhe, aber wir haben unsere Chancen clever genutzt. Deshalb geht der Sieg in Ordnung.“ Zudem lobte Koffmane den insgesamt fairen Verlauf der Begegnung. „Es war ein recht faires Spiel, welches von dem noch jungen Schiedsrichter souverän geleitet wurde.“
Ein Sonderlob verdiente sich Dreifachtorschütze Kay-Uwe Werhahn, der mit seinen drei Treffern maßgeblichen Anteil am Heimerfolg hatte. Darüber hinaus hob Koffmane auch Louis Linde für seine Leistung in der Innenvereteidigung hervor.
Tore: 0:1 Lennard Engel (9.), 1:1 Kay-Uwe Werhahn (35.), 2:1 Kay-Uwe Werhahn (68.), 3:1 Kay-Uwe Werhahn (75.), 3:2 Lennard Engel (87.).
SF Osterwald – FC Preussen Hameln II 4:2 (1:0).
Die Sportfreunde aus Osterwald feiern ihren ersten Heimsieg der noch jungen Saison – und das bereits im zweiten Spiel. Gegen den FC Preussen Hameln II setzte sich die Mannschaft mit 4:2 durch. Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich eine Begegnung, die vor allem durch Strafstöße geprägt wurde. „Aufgrund der Hitze war es kein besonders schönes Spiel“, ordnete Osterwalds Spartenleiter Sebastian Decker die 90 Minuten ein.
Bereits in der Anfangsphase bot sich den Gästen die große Chance zur Führung, als der Schiedsrichter nach rund zehn Minuten auf den Punkt zeigte. Doch Osterwalds Torhüter Tim Hoffmann parierte den Strafstoß stark und hielt seine Mannschaft im Spiel. „Das war gefühlt die erste Elfmeter-Parade seit 30 Jahren“, sagte Decker mit einem Schmunzeln und verteilte zugleich ein Sonderlob an seinen Schlussmann. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer ein weitgehend ausgeglichenes Spiel, ehe Osterwald kurz vor dem Seitenwechsel selbst einen Elfmeter zugesprochen bekam. Hendrik Mey verwandelte in der Nachspielzeit sicher zum 1:0 (45.+3).
„Die Stimmung ist gut"
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeber zunehmend die Kontrolle. Erneut war es Mey, der per Handelfmeter auf 2:0 erhöhte (54.). „In der zweiten Halbzeit waren wir klar besser“, erklärte Decker. Trotz der Führung machten es sich die Osterwalder jedoch unnötig schwer. In der 62. Minute kassierten die Osterwalder nach einem Konter den Anschlusstreffer durch Ibrahim Al Tamer. „Bis dahin hatten wir das Spiel vollkommen in der Hand“, so Decker.
In der Schlussphase sorgte erneut Hendrik Mey mit seinem dritten verwandelten Elfmeter des Tages für das 3:1 (73.). Dennoch blieb die Partie spannend, weil Noah Jerome Springer in der 86. Minute noch einmal für Preußen verkürzte. Decker ärgerte sich vor allem über die ausgelassenen Möglichkeiten seiner Mannschaft: „Das vierte oder fünfte Tor muss eigentlich viel früher fallen, dann machen wir den Sack zu.“
Die endgültige Entscheidung gelang schließlich zwei Minuten nach Preußens Anschlusstreffer. Nach einem gelungenen Zusammenspiel landete der Ball bei Sebastian Quandt, der in der Mitte nur noch einschieben musste und den 4:2-Endstand markierte (88.).
Nach dem Schlusspfiff überwog die Zufriedenheit bei den Gastgebern. „Die Stimmung ist gut, wir haben unser Ziel erreicht und den ersten Heimsieg geholt“, freute sich Decker. Der Blick richtet sich nun bereits auf die nächste Aufgabe: „Nächste Woche haben wir das dritte Heimspiel in Folge gegen unsere Freunde aus Salzhemmendorf, da wollen wir an die heutige Leistung anknüpfen.“
Tore: 1:0 Hendrik Mey (45.+3, Foulelfmeter), 2:0 Hendrik Mey (54., Handelfmeter), 2:1 Ibrahim Al Tamer (62.), 3:1 Hendrik Mey (73., Elfmeter), 3:2 Noah Jerome Springer (86.), 4:2 Sebastian Quandt (88.).
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