17.05.2026 18:58
1. Kreisklasse
Aufstieg perfekt, Meisterschaft im Visier: Hemeringen lässt Salzhemmendorf II keine Chance
Reher machts gegen dezimierte Halvestorfer Reserve deutlich / Osterwald seit Monaten mit Punktgewinn auf heimischen Geläuf

Des einen Freud, des anderen Leid: Hemeringens Maximilian Ringleff (Mitte) entschied heute das Spiel für seine Farben. Während seine beiden Halvestorfer Pendants auf dem Bild eine deutliche Niederlage einstecken mussten.
SSG Halvestorf II – TSV Germania Reher 1:9 (0:2).
Ein bitterer Nachmittag für die Landesliga-Reserve der SSG Halvestorf: In der 1. Kreisklasse Hameln-Pyrmont musste sich die Mannschaft dem TSV Germania Reher im Heimspiel am Piepenbusch deutlich mit 1:9 (0:2) geschlagen geben. Während sich die Gäste aus Reher in absoluter Torlaune präsentierten, stand die Partie für die Hausherren unter extrem unglücklichen Vorzeichen. Neben einer ellenlangen Ausfallliste mussten die Halvestorfer an diesem Spieltag auch noch auf Trainer Kai Brixius verzichten, der sich im Urlaub befand.
„Also ich bin ehrlich: Es ist fast identisch zum Hinspiel gegen Reher gewesen“, zog SSG-Sprecher Nick Schütte nach dem Abpfiff Vergleiche. „Wir sind heute mit einem absoluten Schrumpfkader angetreten. Wir hatten sehr viele Ausfälle und mussten auf Inaktive und länger Verletzte zurückgreifen. Dadurch waren wir natürlich nicht so gut aufgestellt und haben nicht gut in unser Spiel gefunden, weil wir auch viele Positionen tauschen mussten.“ Die spielstarken Gäste nutzten die Abstimmungsprobleme der neu formierten SSG-Elf früh aus. Nach einer Viertelstunde eröffnete Christian Dose per Fernschuss den Torreigen zum 0:1 (15.). Nur sechs Zeigerumdrehungen später legten die Germanen nach: Über eine schöne Kombination wurde der Ball in den Strafraum transportiert, wo Louis Naumann zum 0:2-Pausenstand einschob (21.).
Nach dem Seitenwechsel ging es dann Schlag auf Schlag – und Halvestorf erwischte einen klassischen Fehlstart in den zweiten Durchgang. Keine sechzig Sekunden waren gespielt, als Maximilian Specht das Leder am SSG-Keeper vorbei zum 0:3 in die Maschen drückte (46.). Reher drückte weiter aufs Tempo und in der 60. Minute war es erneut Specht, der auf 0:4 stellte. Nach einem Solo über die Außenbahn zog er nach innen, scheiterte zunächst am stark reagierenden Torwart Julian Schlicht, behielt beim anschließenden Abpraller aber die Nerven und staubte ab. Die Halvestorfer steckten trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und belohnten sich kurz darauf mit einem echten Highlight für die Zuschauer: Cezar Paraschiv nahm sich bei einem Freistoß ein Herz und zirkelte den Ball unhaltbar in den Winkel – ein absolutes Traumtor zum 1:4-Anschluss (66.). In der Schlussphase brachen bei der Heimelf dann allerdings alle Dämme, während die Germania gnadenlos effizient blieb. Innerhalb von nur sechs Minuten schraubten die Gäste das Ergebnis rasant in die Höhe. Zunächst schnürte Specht seinen Dreierpack (78.), ehe Christian Dose mit einem blitzschnellen Doppelpack (79., 81.) ebenfalls sein drittes Tor des Tages feierte und auf 1:7 stellte. Dennis Brand erhöhte in der 84. Minute auf 1:8, ehe Fabian Blaha (87.) den Schlusspunkt zum 1:9-Endstand setzte.
Trotz der deftigen Pleite zollte Schütte seiner Truppe großen Respekt für den Charakter und den Zusammenhalt: „Ich finde es immer bemerkenswert: Wir hätten uns das auch nicht antun müssen und hätten einfach nicht antreten können. Aber wir wollten das machen, waren froh, dass wir antreten konnten und wir uns da auf die Aushilfen verlassen konnten.“ Die Überlegenheit des Gegners erkannte man auf Halvestorfer Seite dennoch neidlos an: „Aber wir müssen natürlich nicht komplett einbrechen, ein 1:9 ist dann doch ein wenig hoch. Reher hat natürlich gerade einen guten Lauf und sie haben es hier gut gemacht. Wir wussten, dass es schwer wird heute. Sie haben unsere Defizite ausgenutzt und deswegen geht das Ergebnis leider auch in der Höhe in Ordnung.“
Tore: 0:1 Christian Dose (15.), 0:2 Louis Naumann (21.), 0:3 Maximilian Specht (46.), 0:4 Specht (60.), 1:4 Cezar Paraschiv (66.), 1:5 Specht (78.), 1:6 Dose (79.), 1:7 Dose (81.), 1:8 Dennis Brand (84.), 1:9 Fabian Blaha (87.).
VfB Hemeringen – BW Salzhemmendorf II 3:0 (1:0).
Der VfB Hemeringen hat einen rundum gelungenen Sonntag erlebt und einen souveränen 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen die Reserve von BW Salzhemmendorf eingefahren. Da der Aufstieg durch eine Niederlage der Pyrmonter Konkurrenz bereits vor dem Anpfiff rechnerisch besiegelt war, herrschte von Beginn an beste Stimmung. Doch die Hemeringer haben im Saisonendspurt noch weitaus größere Ambitionen. „Wir haben uns jetzt auf die Fahnen geschrieben, die letzten drei Spiele alles zu geben, um Flegessen die sichergeglaubte Meisterschaft noch zu entreissen“, gab VfB-Sprecher Philipp Oberkötter nach dem Abpfiff die kämpferische Marschroute vor. Das Titelrennen bleibt hochspannend: Hemeringen rangiert zwar drei Punkte hinter dem Spitzenreiter, hat aber noch ein Spiel weniger auf dem Konto und weist das bessere Torverhältnis auf – der Titel ist also aus eigener Kraft machbar.
Gegen die Salzhemmendorfer Zweitvertretung entwickelte sich von Beginn an eine einseitige Angelegenheit, die sich jedoch völlig anders gestaltete als im Vorfeld vermutet. „Entgegen der Erwartungen, wenn wir auf das Hinspiel schauen, hat Salzhemmendorf heute überhaupt nicht mitgespielt und war nur auf die Defensive bedacht“, erklärte Oberkötter. Die Gäste verbarrikadierten sich tief in der eigenen Hälfte, was dem VfB im ersten Durchgang das Leben schwermachte. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir uns in der ersten Halbzeit schwergetan haben. Wir haben den Ball nicht schnell genug verlagert und nicht konsequent in die Spitze gespielt.“ Dennoch knackten die Hausherren den Abwehrriegel nach zehn Minuten ein erstes Mal: Über die linke Seite wurde ein Außenspieler herrlich freigespielt, dessen präzise Flanke Baris Demirkaya fand – 1:0 (10.). Offensiv kam von den Blau-Weißen indes gar nichts. „Bezeichnend dafür: Der einzige Abschluss der Gäste war ein Versuch aus 40 Metern direkt auf unseren Torhüter“, so Oberkötter.
In der Halbzeitkabine stellten die Hemeringer dann die taktischen Hebel um. „Wir haben besprochen, dass wir trotz ihrer defensiven Spielweise immer noch viel Raum in der Tiefe haben“, verriet Oberkötter das Erfolgsrezept. Der Matchplan ging nach dem Seitenwechsel prompt auf: Nur fünf Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Oberkötter selbst den Ball per Chip hinter die gegnerische Abwehrkette schlug. Maximilian Ringleff startete perfekt durch, umkurvte den Salzhemmendorfer Schlussmann Sebastian Piening und schob mühelos zum 2:0 ein (50.). Wenig später legte der VfB direkt nach: Ein erneuter Ball hinter die Kette landete bei Nils Witthuhn, der das Auge für den mitgelaufenen Ringleff hatte – Querpass, Tor, 3:0 (55.).
Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen. „Danach war der Sieg in der zweiten Halbzeit nie gefährdet. Wir hatten noch einige Chancen, aber nichts Nennenswertes mehr. Wir haben es dann einfach souverän runtergespielt“, bilanzierte Oberkötter, dessen Defensive auch nach dem Seitenwechsel absolut nichts anbrennen ließ: „Auch in der zweiten Halbzeit hat Salzhemmendorf keine einzige Torchance gehabt.“ Nach dem Schlusspfiff verteilte der Sprecher noch ein Sonderlob an zwei Akteure. Zum einen an den jungen Mika Prokop: „Er ist noch sehr jung und musste lange aussetzen. Heute ist er reingekommen, hat ein sehr gutes Spiel gemacht, die Gegner oftmals ausgespielt und ist immer wieder durchgebrochen.“ Zum anderen verdiente sich Mittelfeldmotor Nils Witthuhn ein Extralob: „Nils war zudem wieder richtig stark und hat uns die nötige Stabilität im Mittelfeld verliehen – so wie eigentlich in der gesamten Saison.“
Tore: 1:0 Baris Demirkaya (10.), 2:0 Maximilian Ringleff (50.), 3:0 Maximilian Ringleff (55.).
von Jule Stolpe
SF Osterwald – TSV Klein Berkel/Wangelist 2:2 (2:1).
Seit Oktober war es ihnen nicht mehr gelungen, heute feierten die Sportfreunde Osterwald endlich den seit Monaten ersehnten Punkterfolg auf heimischem Platz – und das gegen einen Aufstiegsaspiranten!
Sprecher Sebastian Decker zeigte sich nach dem Abpfiff mehr als stolz auf sein Team: „Eigentlich waren die Karten ja schon gemischt – der Tabellenletzte gegen eine Mannschaft aus dem oberen Drittel. Aber wir haben uns vorgenommen, alles zu geben, um auf heimischem Boden mal wieder einen Erfolg feiern zu können.“ Und das habe seine Mannschaft auch getan. Osterwald ging vor etwa hundert Zuschauern, die voll mit dabei gewesen seien, von Beginn an mutig vorne drauf. Fast hätten sie sich dafür auch prompt belohnt, aber Klein Berkels Schlussmann Jonas Schwarz hatte etwas dagegen und parierte sensationell. Stattdessen ging Klein Berkel durch Oleh Kopylov in Führung. Nach einer Ecke prallte der Ball unglücklich ab, Tim Hoffmann im Osterwalder Tor kam nicht mehr heran und der Ball landete schließlich bei Kopylov sowie im Tor (16.). „Wir haben uns trotzdem nicht unterkriegen lassen und waren vor allem in den Zweikämpfen voll da“, lobte Decker die Reaktion seiner Mannschaft. Nachdem Keeper Hoffmann eine Riesenchance der Gäste pariert hatte, spitzelte Karl-Philipp Becker auf der anderen Seite den Ball am gegnerischen Keeper vorbei und besorgte damit den Ausgleich.
„Dann waren wir absolut am Drücker und uns gelang in Form einer Einzelaktion von Henry Sohns sogar die Führung. Er ließ zwei Spieler aussteigen, dann schießt er das Ding sehenswert und unhaltbar in den Winkel“, schwärmte Decker. Anschließend entwickelte sich ein sehr hitziges und umkämpftes Spiel, in dem es eine Menge Gelber Karten regnete. Mit etwas Glück gelang Klein Berkel der Ausgleich: Ein Schuss aus 18 Metern springt genau vor dem Keeper noch einmal auf und landet so im Tor, ohne dass der Schlussmann noch eingreifen kann.
„Tim Hoffmann ist da kein Vorwurf zu machen. Er war sozusagen unser bester Mann, aber insgesamt will ich das ganze Team loben. Von der Nummer eins über die Zuschauer bis hin zur Nummer 15 waren heute alle voll am Start und es ist für uns richtig geil, einfach mal wieder nicht mit einer Niederlage vom Platz zu gehen. Auch wenn es nur ein Punkt ist – gerade gegen einen Aufstiegsaspiranten nehmen wir den wirklich sehr gerne mit. Für Osterwald war das heute ein nahezu perfekter Tag“, so Decker abschließend. Der einzige Wermutstropfen heute sei gewesen, dass Hannover 96 den direkten Aufstieg verpasst habe. In dem Kreisklassenspiel gab es am Ende aber noch einen weiteren Wermutstropfen: Laut dem Coach stellte Aykan Gurbanov sich in der letzten Minute in den Dienst der Mannschaft, zog ein taktisches Foul und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Während Osterwald sich freute, musste Klein Berkel den nächsten Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen und bleibt auf Platz vier kleben.
Tore: 0:1 Oleh Kopylov (16.), 1:1 Karl-Philip Becker (24.), 2:1 Henry Sohns, 2:2 Kopylov (68.).
Besonderes: Gelb-Rot für Osterwalds Aykan Gurbanov (90.).
SG Thal/Holzhausen – TSV Nettelrede II 3:2 (2:1).
Bei seinem letzten Heimspiel als Coach der SG Thal/Holzhausen beschenkte sein Team Coach Eldar Zahirovic mit drei Punkten und gewann gegen die Zweitvertretung des TSV Nettelrede mit 3:2.
„Ein Unentschieden wäre heute aber auch völlig in Ordnung gegangen. Nettelrede hat ein richtig gutes und respektables Spiel hingelegt, das insgesamt sehr fair war und von einer guten Schiedsrichterleistung geprägt wurde“, so Zahirovic nach dem Abpfiff. Durch Tore von Jonas Ohms und Alseny Camara lag sein Team noch vor Erreichen der Halbstundenmarke mit zwei Toren vorne, ehe Louis Gellert per Elfmeter zum Anschluss traf (35.). Kurz nach der Pause gelang Nettelrede sogar der Ausgleich, das letzte Wort hatten allerdings die Hausherren mit dem 3:2 (70.).
„Insgesamt gab es so viele Hochkaräter, dass die Partie auch acht zu acht hätte ausgehen können. Obwohl wir sehr ersatzgeschwächt waren, hat mein Team heute wirklich alles reingehauen und so können wir bei meinem letzten Spiel in Thal die drei Punkte einfahren. Die nehmen wir jetzt mit und bereiten uns dann aufs Derby gegen Pyrmont II vor“, so der SG-Coach abschließend.
Tore: 1:0 Jonas Ohms (17.), 2:0 Alseny Camara (25.), 2:1 Louis Gellert (35./Elfmeter), 2:2 Fynn Siekmann (50.), 3:2 Fatmir Muslijaj (70.).
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