18.04.2026 21:07
1. Kreisklasse
Sieg wird zur Nebensache: Flegessen trennt sich von Trainer-Duo nach Abpfiff!
Dedeic-Doppelpack bringt Entscheidung / Ünsal: „Salzhemmendorf hat uns das Leben sehr schwer gemacht"

Bei der SG Flegessen stehen die Zeichen auf Umbruch.
SG Flegessen – BW Salzhemmendorf II 2:1 (2:0).
Der Weg zur Meisterschaft führt über die Pflichtaufgaben – und die erledigte die SG Flegessen am Wochenende erfolgreich, wenn auch mit viel Mühe. Gegen die Zweitvertretung von Blau-Weiß Salzhemmendorf verbuchte der Titelaspirant einen 2:1-Heimsieg.
Dass es kein fußballerischer Leckerbissen werden würde, zeichnete sich früh ab. Die Gäste aus Salzhemmendorf standen wie erwartet tief in der eigenen Hälfte und machten die Räume eng. „Es war kein schönes Spiel“, bilanzierte Flegessens Trainer Özkan Ünsal nach der Partie. „Salzhemmendorf hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Zudem haben wir aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse spielerisch kaum Lösungen gefunden.“
So musste in der 16. Minute ein langer Ball als „Dosenöffner“ herhalten: Nach einem weiten Schlag in die Spitze konnte der Gäste-Keeper den ersten Versuch noch parieren, doch Aldin Dedeic schaltete am schnellsten und versenkte das Leder im Nachschuss zum 1:0. In der 32. Minute legte Dedeic nach: Er erkämpfte sich den Ball in der gegnerischen Hälfte, startete einen Lauf in die Tiefe und vollendete nervenstark zum 2:0-Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel verpasste es die SG, den Sack vorzeitig zuzumachen. Stattdessen kam Salzhemmendorf durch einen individuellen Fehler in der Flegesser Hintermannschaft zurück ins Spiel. Linus Friedemann nutzte die Unstimmigkeit eiskalt aus und verkürzte auf 1:2 (62.). „Da haben wir gepatzt und wurden direkt bestraft“, so Ünsal. Zwar kam in der Schlussphase noch einmal eine gewisse Spannung auf, doch die Defensive der Gastgeber hielt stand und ließ keine nennenswerten Großchancen mehr zu. In der 85. Minute bot sich Aldin Dedeic sogar die Chance zum Dreierpack, doch er vergab einen fälligen Strafstoß, sodass es beim knappen 2:1 blieb.
Trotz des Sieges und der damit verbundenen Tabellenführung folgte nach dem Abpfiff der Paukenschlag: Das Trainer-Duo Özkan Ünsal und Henning Schulz wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Weitere Infos folgen zeitnah.
UPDATE, 21.07 Uhr:
Die SG Flegessen hat eine Pressemitteilung abgegeben:
Die SG Flegessen/Süntel vollzieht an der Seitenlinie einen sofortigen Schnitt. Wie Spartenleiter Martin Lohmann heute mitteilte, wurden Henning Schulz und Özkan Ünsal mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben als Trainer der ersten Herrenmannschaft entbunden.
Grund für die vorzeitige Trennung ist ein tiefgreifender Vertrauensverlust. In den vergangenen Gesprächen wurde deutlich, dass die sportliche Zielsetzung der Trainer und die langfristigen Interessen des Vereins nicht mehr in Einklang zu bringen sind.
„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem das notwendige Vertrauensverhältnis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist“, erklärt Spartenleiter Martin Lohmann. „Die aktuelle Situation erfordert eine hundertprozentige Identifikation mit der SG. Da die persönliche Zukunftsplanung des Trainerstabs und die gegenwärtige Lage des Vereins zu weit auseinanderklaffen, haben wir uns für diesen konsequenten Schritt entschieden.“
Um Unruhe innerhalb des Kaders zu vermeiden und die Konzentration für die verbleibenden Spieltage sicherzustellen, sah sich die Spartenleitung zum Handeln gezwungen. Ziel ist es, die Saison in einem stabilen Umfeld zu Ende zu bringen.
Wer die Mannschaft für die letzten Partien der laufenden Saison betreuen wird, wird die Vereinsführung kurzfristig bekanntgeben. Die SG Flegessen/Süntel konzentriert sich ab sofort vollauf auf die sportlichen Aufgaben und die Planung für die kommende Spielzeit.
Reaktion von Özkan Ünsal und Henning Schulz:
„Die offizielle Darstellung des Vereins können wir so nicht stehen lassen. Die Begründung, man habe gehandelt, um Unruhe von der Mannschaft fernzuhalten, ist für uns nicht nachvollziehbar, eine vorzeitige Trennung in dieser Phase bewirkt erfahrungsgemäß das Gegenteil.
Wir haben bis zuletzt alles dafür getan, der Mannschaft Stabilität, Klarheit und Fokus zu geben. Umso unverständlicher ist dieser Schritt, der einen funktionierenden Prozess ohne erkennbare sportliche Notwendigkeit unterbricht.
Das Vorgehen bewerten wir als sehr unprofessionell und es spiegelt den Umgang wider, der uns seit Bekanntgabe unseres Wechsels von Seiten des Vorstands entgegengebracht wurde.
Von einem Vertrauensverlust war zuvor in dieser Form keine Rede. Die Entscheidung kam für uns entsprechend überraschend und steht im Widerspruch zu den geführten Gesprächen.
Die Leidtragenden sind aus unserer Sicht in erster Linie die Mannschaft. Wir wünschen den Jungs dennoch maximalen Erfolg für die verbleibenden Spiele."
Tore: 1:0 Aldin Dedeic (16.), 2:0 Dedeic (32.), 2:1 Linus Friedemann (62.).
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