12.04.2026 19:28

1. Kreisklasse


Der FC Bad Pyrmont Hagen II kassiert bitteren Rückschlag

Flegessen & Hemeringen marschieren / Remis im Derby / Osterwald verspielt 2:0-Führung
Chrisitan Dose Germania Reher 1. KK
Schockte Bad Pyrmont II ganz spät: Rehers Christian Dose.

TSV Nettelrede II – SV Germania Beber-Rohrsen 1:1 (1:1).

Im Derby der 1. Kreisklasse trennten sich die Zweitvertretung des TSV Nettelrede und der SV Germania Beber-Rohrsen mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden. Während die Gäste den Blitzstart erwischten, kämpften sich die Hausherren über die Leidenschaft zurück in die Partie. Dabei begann die Begegnung für die Gruschka-Elf denkbar ungünstig. „Wir haben die ersten Minuten völlig verpennt“, bemängelte Nettelredes Coach Patrick Gruschka. Beber-Rohrsen presste früh, erzwang einen Fehlpass im Aufbau der Nettelreder und schaltete blitzschnell um. Devin Wagner wurde per Steckpass bedient und schob bereits in der 2. Minute zur frühen Gästeführung ein.

Beber blieb am Drücker, operierte viel mit gefährlichen Diagonalbällen und setzte die TSV-Defensive unter Druck. Doch Nettelrede fand nach der verschlafenen Anfangsphase besser in die Spur. „Dann wurde es ein offenes Spiel auf beide Seiten“, so Gruschka. In der 29. Minute fiel der Ausgleich: Nach einem Abschluss von der halblinken Position am Sechzehner lief Felix Rump genau in die Flugbahn und fälschte den Ball so unhaltbar ab, dass dieser in der anderen Ecke einschlug. In der Folge entwickelte sich ein echtes „Umschaltfestival“. Beber-Rohrsen hatte zwar die qualitativ besseren Chancen, scheiterte aber immer wieder am glänzend aufgelegten TSV-Schlussmann Laurens Müller. „Da müssen wir uns bei unserem Torwart Laurens bedanken, der gleich vier Eins-gegen-Eins-Situationen entschärft hat. Beber hat da einiges liegen lassen“, gab Gruschka offen zu. So ging es mit einem für die Gastgeber eher glücklichen 1:1 in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit wollten sich die Nettelreder dafür belohnen, dass sie nicht in Rückstand lagen. kamen aber erneut schwerfällig aus der Pause. Beber war druckvoller, erspielte sich jedoch weniger klare Torchancen als noch im ersten Durchgang. Die Partie wurde zerfahrener und spielte sich viel im Mittelfeld ab, bevor Nettelrede in der Schlussphase plötzlich den „Luckypunch“ auf dem Fuß hatte. Erst schob Niklas Bienert den Ball knapp am Pfosten vorbei (81.), dann parierte Germanias Torhüter Lennerd Kühn stark gegen denselben Spieler nach einer Ecke. „In Summe ist das 1:1 gerecht und wir können mit dem Punkt leben. Es war kein böses Spiel, aber intensiv – ein gutes Derby“, resümierte Gruschka zufrieden. Ein Sonderlob gab es für seinen Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld: „Kevin Kohl muss ich heute hervorheben. Er hat unglaublich viele Zweikämpfe gewonnen, war immer präsent – eine bockstarke Leistung.“
Tore: 0:1 Devin Wagner (2.), 1:1 Felix Rump (29.).
Von Jule Stolpe

VfB Hemeringen – TSC Fischbeck 6:0 (1:0).

Der VfB Hemeringen feierte zuhause einen Kantersieg gegen den TSC Fischbeck und festigte damit den zweiten Tabellenplatz.
In Hemeringen entwickelte sich auf dem „eher noch schlechten“ Geläuf von Anfang an eine sehr hitzige Partie. „Fischbeck hat das mit dem Derby schon sehr ernst genommen und war von Anfang an sehr eklig in den Zweikämpfen“, beschrieb VfB-Sprecher Philipp Oberkötter die erste Halbzeit, in der der Favorit aber bereits spielerisch überlegen war. „Wir haben im ersten Durchgang zwei Abseitstore geschossen und hatten diverse Chancen, haben sehr gut nach vorne gespielt, waren aber hier und da noch etwas ungenau“, so Oberkötter weiter. Einmal gelang es den Hessisch Oldendorfern, eine Chance im Tor unterzubringen (26.), ehe sie kurz vor der Pause eine eher unangenehme Phase überstehen mussten.

„Da hatte Fischbeck eine Serie von Ecken und Einwürfen, gerade wenn Kevin Roeder einwirft, macht er daraus eine Flanke bis an den Fünfer, da mussten wir schon fünf oder sechs Mal hintereinander kämpfen, damit wir die Führung in die Pause retten konnten“, so der Hemeringen-Sprecher. In der Pause war die Marschroute vor allem auch aufgrund des mittlerweile etwas müde wirkenden Gegners klar: den Ball laufen lassen und vorne konsequenter zu Ende spielen. „Das gelang uns dann nach dem Ketchupflaschenprinzip“, beschrieb Oberkötter den zweiten Durchgang, in dem zunächst Grett (50.) und Maximilian Ringleff (58.) für klare Verhältnisse sorgten, ehe Ringleff und Klein mit ihren jeweils zweiten Treffern des Tages sowie Luca Depping auf den 6:0-Endstand stellten. „Der zweite Durchgang war vor allem von überragenden Assists von Nils Witthuhn und schönen Toren von Maximilian Ringleff geprägt, die einer sonst guten Kollektivleistung noch die Kirsche aufgesetzt haben“, so Oberkötter, der sich am Ende sehr zufrieden zeigte, dass sein Team nach den Wechseln nicht einbrach und die zweiten 45 Minuten so konsequent nutzte. „Wir haben jetzt zwei Spiele zu null gespielt, insgesamt elf Tore geschossen, dementsprechend setzen wir alles daran, dass das so weitergeht und freuen uns auf die letzten sieben Spiele.“
Tore: 1:0 Lucas Klein (26.), 2:0 Nico Grett (50.), 3:0 Maximilian Ringleff (58.), 4:0 Ringleff (60.), 5:0 Luca Depping (77.), 6:0 Klein (81.).

SF Osterwald – SSG Halvestorf Herkendorf II 3:4 (2:0).

Die Sportfreunde Osterwald mussten sich nach einer 2:0-Führung gegen den Tabellensechsten aus Halvestorf am Ende mit 3:4 geschlagen geben. „Das ist eine sehr bittere, sehr brutale Niederlage für uns“, resümierte Osterwald-Sprecher Hendrik Mey nach Abpfiff, der die beste erste Halbzeit der Saison seines Teams beobachtet hatte. Folgerichtig erzielten die Sportfreunde durch einen Doppelschlag von Bombach (23.) und Sohns (29.) noch vor dem Seitenwechsel die ersten beiden Tore des Tages. „Wir gingen verdient mit dieser Führung in die Halbzeit, ehe wir ab der 60. Minute das Fußballspielen leider vollends einstellten.“ Dabei folgte auf den Anschlusstreffer der Gäste (57.) noch das 3:1 durch Alex Kaller (75.).

„Bei dem 3:1 haben wir eigentlich gedacht, dass das jetzt der Todesstoß für Halvestorf sein muss und das heute einfach reichen muss. In der Phase vorher hatten wir uns zunächst auch erst wieder ein bisschen gefangen“, so Mey weiter. Falsch gedacht: Nur eine Minute später folgte der erneute Anschluss, zwei Zeigerumdrehungen brauchte es dann noch, ehe die Gäste ausglichen (78.), und Kai Brixius schließlich ganz kurz vor dem Schlusspfiff beim Tabellenletzten alle Lichter ausknipste und den sicher geglaubten Heimerfolg mit dem 3:4 zunichtemachte. „Nach dem Ausgleich haben wir auf den Sieg gespielt, weil uns ein Punkt natürlich nicht reicht. So haben wir dann noch einen Konter kassiert. Wir sind immer noch ein bisschen ungläubig, dass wir so viele individuelle Fehler gemacht und den Faden verloren haben, obwohl die erste Halbzeit so gut war“, haderte der Sportfreunde-Sprecher, der diese „unerklärliche“ Niederlage erst mal verdauen müsse. Zuvor hob er allerdings noch Halvestorfs Doppelpacker Kai Brixius hervor, ohne den vermutlich deutlich weniger für die Gäste gegangen wäre, so Mey abschließend.
Tore: 1:0 Tobias Bombach (23.), 2:0 Henry Sohns (29.), 2:1 Luca Justin Gross (57.), 3:1 Alex Kaller (75.), 3:2 Kai Brixius (76.), 3:3 Umut Savcu (78.), 3:4 Kai Brixius (88.).

FC Bad Pyrmont Hagen II – TSV Germania Reher 0:1 (0:0).

Der FC Bad Pyrmont Hagen II muss einen herben Dämpfer im Aufstiegskampf hinnehmen und verliert denkbar dramatisch zuhause gegen den Tabellenneunten Germania Reher. „Erstmal bin ich zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, wir haben ein gutes Kreisklassenspiel gemacht, in dem Reher sehr gut mitgehalten hat und mal wieder gezeigt hat, dass sie eigentlich besser sind, als der Tabellenplatz es hergibt“, resümierte FC-Sprecher Hendrik Deppe. Bad Pyrmont Hagen hatte in der ersten Halbzeit klare Chancen zur Führung. Loges Lupfer an den Pfosten und zwei hundertprozentige Möglichkeiten seien da nur zwei von mehreren Beispielen. Das Glück sei nicht auf ihrer Seite gewesen, so Deppe – und das ging auch nach dem Gang in die Kabinen genauso weiter.

Neben weiteren Aluminiumtreffern sorgte auch ein herausragend aufgelegter Reher-Keeper Connor Höltje dafür, dass der FC kein Tor mehr schießen sollte.
Und wie es dann eben in solchen Spielen häufig ist, ging Pyrmont das Glück nicht nur ab, sondern verlagerte sich auf die Seite der Gäste. Eine Minute vor dem Schlusspfiff fuhr Reher einen Konter, der Ball versprang zwei Pyrmonter Spielern und landete am Ende bei Christian Dose, der zum Lucky Punch einschob (89.). „So brutal kann der Fußball manchmal sein. Die Jungs von Reher haben auch gesagt, sie wären mit einem Punkt zufrieden gewesen und der Sieg ist eine absolute Glückssache, aber so ist das eben. Extrem bitter für uns, so ein Ding im Aufstiegskampf, aber wir müssen das so hinnehmen.“
Tore: 0:1 Christian Dose (89.).

TSV Klein Berkel – SG Flegessen 2:4 (0:3).

Der Tabellenführer aus Flegessen gewann am Nachmittag nach einer 3:0-Pausenführung mit 4:2 beim TSV Klein Berkel, musste am Ende aber noch einmal zittern. „Wir haben die ersten zehn Minuten für uns verbuchen können, Flegessen war da noch so ein bisschen von der Rolle, wir haben aber kein Kapital daraus schlagen können“, beschrieb Klein Berkels Vertretungstrainer Thomas Fenske die Anfangsphase. Anschließend fand der Spitzenreiter ins Spiel und bestrafte die Fehler der Gastgeber noch vor der Pause gleich dreimal kompromisslos und konsequent. Ein Doppelpack von Lukas Nowag und ein Treffer von Aldin Dedeic sorgten für klare Verhältnisse zur Halbzeit.

Klein Berkel stellte taktisch um und veränderte die Ausrichtung, wodurch die Mannschaft deutlich besser ins Spiel fand. Trotzdem kassierten die Hausherren das nächste Gegentor nach einem laut Fenske „abseitsverdächtigen“ Kontertor (66.). „Wir haben trotzdem weitergespielt, an unsere Chancen geglaubt und am Ende ja sogar auch noch zwei Treffer gemacht.“ Chemsedin Ben Fredj sorgte mit einem schnellen Doppelpack innerhalb einer Minute (82.) noch einmal für Spannung. Es folgten Aluminiumtreffer und eine weitere gute Chance der Hausherren. Am Ende blieb es jedoch beim Favoritensieg, der in den letzten Minuten durchaus noch einmal hätte ins Wanken geraten können. „Wer die Tore macht, der gewinnt das Spiel. Dementsprechend müssen wir mit dem gebrauchten Nachmittag leben“, so Fenske abschließend über die Heimpleite.
Tore: 0:1 Lukas Nowag (33.), 0:2 Aldin Dedeic (39.), 0:3 Nowag, 0:4 Suhel Karimi (66.), 1:4 Chemsedin Ben Fredj (82.), 2:4 Chemsedin Ben Fredj (82.).
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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