06.06.2026 19:31
Landesliga
Tündern verabschiedet sich mit Sieg aus der Landesliga
Halvestorf feiert Auswärtserfolg dank zwei ganz später Tore

Schoss seine ersten Schwalben-Tore in seinem Abschiedsspiel: Sinan Korkmaz.
Von Jule Stolpe
BW Tündern – SV Iraklis Hellas 5:2 (2:2).
Absteiger Tündern gewann beim Abschied aus der Landesliga zuhause deutlich mit 5:2 gegen Iraklis Hellas. Es war das, was sie sich vorgenommen hatten, um alle Spieler, die den Verein verlassen, ordentlich zu verabschieden und allen Neuankömmlingen noch einmal zu zeigen, welches Potenzial die Mannschaft hat. Das sagte Tünderns Coach Rene Hau nach Abpfiff. „Wir haben hier heute über weite Strecken ein sehr faires Spiel gesehen, das davon geprägt war, dass beide Mannschaften mit einem sehr kleinen Kader in die Partie gegangen sind. Trotz des feststehenden Abstiegs hatten wir uns heute noch einiges vorgenommen“, so Hau, der in den ersten zehn Minuten ein offenes Abtasten beider Parteien beobachtete.
In der 11. Minute hätten die Hamelner in Führung gehen müssen, als aus einer Balleroberung in der eigenen Hälfte und einem schnellen Umschaltmoment eine Vier-gegen-zwei-Situation entstand, die durch Abstimmungsprobleme allerdings versandete. „Da konnte der Iraklis-Verteidiger noch klären, das müssen wir auf jeden Fall zielstrebiger zu Ende spielen“, haderte der Schwalben-Trainer. Wenige Minuten später verzeichneten die Gäste ihre erste richtig gute Offensivaktion, bei der Robin Hanus dem Schussversuch des Stürmers aus acht Metern gerade noch so zuvorkam und zur Ecke klärte. Nach rund 20 Minuten eröffneten die Hausherren den Torreigen. Ein tiefer Ball von Tom Schieb – der sich laut Hau zum mit Abstand besten Spieler des Spiels mauserte – von der Grundlinie landete nicht wie geplant bei Mason Just am zweiten Pfosten, weil Konstantinos Herheletzis dazwischengrätschte und den Ball im eigenen Tor unterbrachte.
Einem von Kowalski gehaltenen Schuss der Gäste folgte der Ausgleich. Iraklis kam über links, spielte den Ball von der Grundlinie ins Zentrum, den ersten Versuch wehrte Tünderns Schlussmann noch ab, der zweite saß dann aber zum 1:1 (24.). Anschließend gingen die Gäste nach einem Kollektivschlaf in der Hamelner Abwehr bei einem Steckpass in die Tiefe und einer Eins-gegen-eins-Situation mit Kowalski durch Tawahen in Führung (31.). Dank eines trockenen Schusses von Rebic aus rund zehn Metern ging es trotzdem mit einem Unentschieden in die Kabine.
„In der Halbzeit haben wir uns dann vorgenommen, die Angst völlig abzulegen, die vorerst letzten Landesligaminuten einfach zu genießen und ein bisschen wacher zu sein“, gab Hau einen Einblick in die Halbzeitansprache. Der zweite Durchgang gelang den Hamelnern deutlich besser. Sinan Korkmaz nahm eine Ablage von Mason Just aus rund 22 Metern direkt und verwandelte bei seinem letzten Spiel für Tündern sehenswert in den Winkel zur Führung (52.). Es war sein erstes Tor im Dress der Blau-Weißen. Anschließend zeigte sich Tündern deutlich überlegen, eine Riesenmöglichkeit wurde der Hau-Elf wegen einer umstrittenen Abseitsposition abgepfiffen. Die nächste dicke Chance versandete aufgrund eines viel zu laschen Abschlusses.
Nach einem cleveren Pressing eroberte Korkmaz den Ball tief in der gegnerischen Hälfte, ging allein aufs Tor zu und erzielte das überfällige 4:2 (68.). Anschließend hatten die Hausherren zweimal Glück, dass Iraklis Topchancen liegen ließ, aber auch die Tünderaner hätten fast nachgelegt. Der verletzungsbedingt im Feld eingewechselte Ersatzkeeper Dutschke verpasste das Tor nur knapp. Anschließend wechselten sich die Coaches Balk und Hau selbst ein und wirkten sogar noch an einem weiteren Treffer mit. Rebic eroberte den Ball und verwandelte nach einem gewonnenen Eins-gegen-eins mit rechts links unten im Eck (90.+5).
„Das war jetzt noch mal ein versöhnlicher Abschluss, den wir trotz des Abstiegs gemeinsam feiern. An der Stimmung hat es diese Saison definitiv nicht gelegen, wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Daraus müssen wir lernen und freuen uns natürlich jetzt schon auf die nächste Saison“, fand Rene Hau versöhnliche Abschlussworte und hob neben dem überragend aufspielenden Tom Schieb die Leistung von Doppelpacker Lorenco Rebic hervor.
BW Tündern: Kowalski, Hanus, Kleinschmidt (50. Venten), Henze, Schieb (90.+2 Hau), Aljashi, Just (80. Dutschke), Rebic, Palm, Korkmaz (90.+2 Balk), Berndt (34. Aksu).
Tore: 1:0 Konstantinos Herheletzis (20./Eigentor), 1:1 Dejan Lazic (24.), 1:2 Joshua Robin Tawahen (31.), 2:2 Lorenco Rebic (41.), 3:2 Sinan Korkmaz (52.), 4:2 Korkmaz (68.), 5:2 Rebic (90.+6).
SV Bruchhausen-Vilsen – SSG Halvestorf 2:3 (1:1).
Die bereits gerettete SSG Halvestorf gewann am letzten Landesligaspieltag der Saison auswärts beim Absteiger Bruchhausen-Vilsen dank zweier ganz später Treffer mit 3:2. „Es war ein schöner Sommerkick heute, man hat gemerkt, dass es um nichts mehr ging“, bilanzierte SSG-Sprecher Burkhard Büchler nach dem Spiel. In der ersten Halbzeit waren die Halvestorfer die bessere Mannschaft und hatten ein paar Chancen mehr, insgesamt sahen die Zuschauer aber eher ein schwaches Spiel. „Wir hatten direkt in der Anfangsphase zwei richtig gute Chancen, während die Gegner erst so rund um die 24. Minute ins Spiel fanden, dann aber auch eine richtig gute Chance hatten“, beschrieb Büchler die Anfangsphase. Kurz vor der Pause gingen die Hausherren in Führung. „Da haben wir ein Kopfballduell verloren, man hätte auch den Freistoß für uns pfeifen können, aber wir haben viel zu lange auf den Pfiff gewartet. Währenddessen spielten die Gegner einen Rückpass von der Grundlinie und Kornau verwandelte aus 16 Metern ins lange Eck“, beschrieb Büchler die Entstehung des Gegentreffers.
Nach einer Großchance zum Ausgleich, die mit einem viel zu schwachen Abschluss vergeben wurde, glich die SSG kurz vor der Halbzeit nach einer Neumann-Ecke durch einen Aufsetzer-Kopfball von Tim Bartelt aus (43.). Auch im zweiten Durchgang nahm die Partie zunächst nicht so richtig Fahrt auf. In der 54. Minute haute Elias einen Freistoß aus aussichtsreicher Position in die Mauer, nur eine Minute später luden die Halvestorfer ihren Gegner zum Tor ein: „Nach einer Ecke hatten wir den Ball eigentlich schon geklärt, spielen dann aber im Strafraum Klein-Klein, am Ende sogar zum Gegenspieler, der den Ball nur noch im Tor versenken muss“, haderte Büchler mit der Entstehung des erneuten Rückstandes.
Anschließend investierte die SSG deutlich mehr nach vorne und zeigte, dass sie das Spiel nicht verlieren wollte. Vor allem über links wurde es stets gefährlich, in der Mitte fehlten aber die Abnehmer oder kamen zu spät. Zwölf Minuten vor Schluss glänzte Neumann mit einem Ball in die Spitze, fünf Meter vor dem Tor fehlten Manka aber die Nerven und er ließ sich den Ball noch abnehmen. Gerche im Halvestorfer Tor hielt sein Team anschließend im Spiel, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz abwehrte. Nach einem Foul an Adyemo im Strafraum bekam Halvestorf in der vorletzten regulären Spielminute einen Elfmeter zugesprochen, den Marco Elias zum Ausgleich verwandelte. „Anschließend wollten beide Teams noch den Sieg eintüten. Wir ziehen dann den Lucky Punch, weil Katunda Manka freispielt, der dieses Mal die Nerven behält und aus kurzer Distanz zum umjubelten Siegtreffer einschieben kann“, beendete Büchler seinen Bericht und hob die Leistung von Tim Bartelt und Ibrahim Adyemo besonders hervor.
SSG Halvestorf: Gerche, Elias, Jürgens, Manka, Dönecke (61. Heine), Berisha, Drebing (61. Dubiel), Maedchen (37. Neumann), Adyemo, Arndt, Bartelt (74. Katunda).
Tore: 1:0 Jan-Christoph Kornau (39.), 1:1 Tim Bartelt (43.), 2:1 Marvin Glander (55.), 2:2 Marco Elias (90./Strafstoß), 2:3 Alexander Manka (90.+2).
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