31.05.2026 19:02

Landesliga


„Landesliga, wir bleiben hier!“ SSG verwandelt Piepenbusch in Partyhochburg

Adyemo lässt die Korken in der Nachspielzeit endgültig knallen / Tündern hält aufopferungsvoll dagegen
SSG Halvestorf Jubelfoto Team Landesliga Derby
Bei der SSG Halvestorf werden die Feierlichkeiten wohl noch etwas anhalten.

SSG Halvestorf – BW Tündern 2:1 (1:1).

„Landesliga, wir bleiben hier!“, heißt es bei der SSG Halvestorf. Nach der Schützenhilfe von Arminia Hannover, die bereits am Samstag auswärts in Barsinghausen mit 1:0 triumphierte, stand das Tor zum Landesliga-Klassenerhalt ganz weit offen. Ausgerechnet im Lokalduell mit den bereits abgestiegenen „Schwalben“ aus Tündern machten die Piepenbusch-Kicker nun Nägel mit Köpfen und finalisierten den Klassenerhalt mit einem 2:1-Erfolg im Derby.

Starker Beginn und der verdiente Ausgleich
Die Partie begann schwungvoll. Bereits in der 4. Minute setzte Tom Schieb mit einem Pfostenschuss das erste Ausrufezeichen für die personell dezimierten Tünderaner. Nur zwei Minuten später schlug jedoch die SSG eiskalt zu: Diar Berisha eroberte im Mittelfeld den Ball und bediente Alexander Manka. Dieser legte quer auf Felix Maedchen, der aus 14 Metern sauber abschloss und BWT-Keeper Kolja Kowalski keine Abwehrchance ließ – das frühe 1:0 (6.). Bis zur 30. Minute hatten die Hausherren alles im Griff und spielten sich mehrere Chancen heraus, doch Kowalski agierte wachsam, parierte stark und klärte mehrfach kurz vor dem sprintstarken Manka.
Danach riss der Faden bei den Hausherren. „Ab der 30. Minute haben wir aufgehört, Fußball zu spielen“, bemängelte Halvestorfs Sprecher Burkhard Büchler. Tündern wurde in der Folge stärker und belohnte sich kurz vor dem Pausenpfiff. Mason Just setzte sich über die rechte Seite durch und vollendete aus neun Metern zum 1:1-Ausgleich (44.). „Ein zu diesem Zeitpunkt verdienter Pausenstand“, waren sich beide Seiten einig.

Zähe zweite Hälfte und ein spätes Happy End
Nach dem Seitenwechsel plätscherte das Spiel über weite Strecken vor sich hin. Halvestorf nahm viel Tempo aus den Aktionen, während Tündern mit hoher Moral gut dagegenhielt, wodurch auf beiden Seiten kaum hochkarätige Chancen entstanden. Nach einer Ecke von Neumann probierte es Tim Bartelt per Hacke, stellte Kowalski damit jedoch vor keine größeren Probleme. In der 68. Minute wurde es auf der Gegenseite gefährlich: Kowalski fing einen Ball ab und schlug ihn lang auf Tom Schieb, dessen Heber SSG-Torwart Tim Kallmeyer gerade noch über die Latte lenken konnte.

„Ich habe auf der Bank zu René Hau gesagt: Ich habe das Gefühl, wenn es einen Sieger geben sollte, dann sind das wir“, berichtete Tünderns Trainer Rik Balk. Am Ende lief tatsächlich alles auf ein 1:1-Unentschieden hinaus, was Halvestorf ebenfalls für den Klassenerhalt gereicht hätte. In den letzten fünf Minuten warfen die Gastgeber jedoch noch einmal alles nach vorne. Nachdem Christopher Katunda in der 87. Minute freistehend vor Kowalski scheiterte, schlug in der Nachspielzeit die Stunde von Ibrahim Adyemo. Nach einem Foul an ihm ging der anschließende Freistoß von Katunda zunächst in die Mauer. Den Abpraller sicherte sich erneut Adyemo, spielte seinen Gegenspieler aus und traf ins lange Eck zum viel umjubelten 2:1-Siegtreffer (90. +1).

Stimmen und Abschiede am Piepenbusch
„Am Ende war es ein sehr glücklicher Sieg. Tündern hätte einen Punkt verdient gehabt“, bilanzierte Büchler nach dem Abpfiff ehrlich. Rik Balk trauerte dem verpassten Zähler nach, zeigte sich aber dennoch sehr einverstanden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Mit der letzten Aktion das 2:1 zu bekommen, ist sehr ärgerlich. Es hat nicht sein sollen. Das ist ein bisschen sinnbildlich für die Saison. Ich bin aber stolz auf die Jungs, was sie geleistet haben. Dafür, dass Halvestorf vor der Saison gesagt hat, dass sie sich in die Top-5 spielen wollten, haben wir gut Paroli geboten. Alle haben gut gespielt, es gab niemanden, der sich nicht zerrissen hat. Kaan Gündüz war in meinen Augen aber der beste Spieler auf dem Platz.“

Nach dem Spiel wurde es auf Halvestorfer Seite emotional: Marco Elias und Tim Bartelt wurden unter großem Applaus aus ihrer aktiven Laufbahn verabschiedet. Zudem erhielten Josh Jürgens und Louis Drebing, die den Verein verlassen, ihren Abschied. Im Anschluss an die Zeremonie konnte die Klassenerhaltsfeier der SSG dann richtig losgehen.
SSG Halvestorf: Kallmeyer, Dubiel, Elias (90. +1 Drebing), Jürgens, Endres (58. Dönecke), Manka, Berisha (83. Bartelt), Maedchen (73. Katunda), Neumann (58. Adyemo), Heine, Arndt.
BW Tündern: Kowalski, Hanus, Gündüz, Kleinschmidt, Schieb, Just, Rebic, Palm, Korkmaz, Özel (76. Aljashi), Berndt.
Tore: 1:0 Felix Maedchen (6.), 1:1 Mason Just (44.), 2:1 Ibrahim Adyemo (90. +1).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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