14.04.2026 21:43

Landesliga


Schicksalsspiele: Tündern drückt die Tür auf, Halvestorf wieder zu

Auch 70 Minuten Überzahl helfen SSG nicht / David erneut der Last-Minute-Held bei Blau-Weiß
Julian David Jubel Tim Arndt Trauer Tuendern Halvestorf
Bei Tündern feierte man Julian David (li.), bei Halvestorf waren Tim Arndt (re.) & Co. am Boden.

SV Newroz Hildesheim – BW Tündern 2:3 (1:1).

Tünderns Traum vom Klassenerhalt lebt weiter: Nach dem jüngsten 5:2-Erfolg gegen Ochtersum gewannen die „Schwalben“ am Abend auch das immens wichtige Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten aus Hildesheim, bei dem unter anderem auch der Ex-Tünderaner Kamil Jermakowicz mit im Aufgebot stand. „Es war ein absoluter Abstiegsgipfel und viel von Emotionen geprägt. Es war ein total zerfahrenes Spiel mit vielen Zweikämpfen, bei dem richtige Torchancen in der ersten Halbzeit eigentlich Fehlanzeige waren“, ordnete Tünderns Sprecher Rudi Sonnemann die Anfangsphase ein.

Die Gastgeber gingen in der 19. Minute in Führung, nachdem ein Ball im Strafraum nicht geklärt wurde und ein Hildesheimer zu Fall kam. Keanu Brandt verwandelte den laut Sonnemann „umstrittenen“ Foulelfmeter zum 1:0. Kurz vor der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse: In der 44. Minute sah ein bereits verwarnter Newroz-Akteur die Gelb-Rote Karte. Nach einer Behandlung am Spielfeldrand sei der Spieler laut Sonnemann auf Zuruf der Zuschauer wieder auf den Platz gelaufen, woraufhin der Schiedsrichter den Wiedereintritt ohne seine Erlaubnis mit der Ampelkarte ahndete. „Da gab es ordentlich Gesprächsbedarf in der Pause“, so Sonnemann. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte markierte Julian David per Foulelfmeter den 1:1-Ausgleich (45.).

„In der zweiten Halbzeit haben wir in Überzahl Druck gemacht und wollten auf Sieg gehen“, berichtete Sonnemann. Zunächst ging jedoch erneut Hildesheim in Führung (62.), als Tündern den Ball defensiv nicht entscheidend klären konnte. Dazu der Tünderaner Sprecher: „Das Gegentor war zwar ärgerlich, aber wir sind beharrlich geblieben, haben Nadelstiche im richtigen Moment gesetzt und uns gegenseitig geholfen.“ Die Antwort folgte prompt: Nur drei Minuten nach dem Rückstand köpfte Luca Kleinschmidt nach einer Ecke von Julian David am Fünfmeterraum zum 2:2 ein.
In der Folge drückten die Gäste weiterhin auf den Siegtreffer, spielten es in der einen oder anderen Situation aber nicht clever genug zu Ende. Auf der Gegenseite verzeichneten auch die Hausherren offensive Vorstöße. „Richtig gefährlich wurde es aber nicht“, so Sonnemann.

In der Schlussphase folgte dann die Erlösung aus Sicht von Blau-Weiß. Nachdem Julian David zunächst eine Großchance im Sechzehner vergeben hatte, blieb der Ball heiß. Erneut bedient, hob David das Leder in der 89. Minute über den Keeper zum 3:2-Endstand ins Netz. In der Schlussminute sah ein weiterer Hildesheimer nach einem taktischen Foul die Gelb-Rote Karte (90.). Das Fazit Sonnemanns fiel dementsprechend  positiv aus: „Wir haben mit dem heutigen Sieg die Tür zum Klassenerhalt wieder aufgestoßen.“Ein Sonderlob verdiente sich bei den Gästen Dogukan Aksu, der auf der Sechser-Position laut Sonnemann sein „bestes Spiel im Tündern-Trikot“ ablieferte. Für den Moment rücken die „Schwalben“ damit auf einen Zähler an Konkurrent Halvestorf heran, liegen aufgrund der Niederlage der SSG im Parallelspiel allerdings auch nach wie vor sechs Zähler hinter dem rettenden Ufer.
BW Tündern: Dutschke, David, Aksu, Kleinschmidt, Henze, Schieb (85. Özel), Aljashi, Just (46. Geschle), Rebic (60. Gündüz), Korkmaz, Berndt (70. Rebic).
Tore: 1:0 Keanu Brandt (19./Foulelfmeter), 1:1 Julian David (45./Foulelfmeter), 2:1 (62.), 2:2 Luca Kleinschmidt (65.), 2:3 Julian David (89.).
Besonderes: Gelb-Rote Karten für Newroz Hildesheim (44. und 90.).

SSG Halvestorf – TSV Godshorn 0:2 (0:1).

Die SSG Halvestorf konnte die „XL-Vorlage“ aus dem Parallelspiel von BW Tündern nicht nutzen. Im so wichtigen Heimspiel gegen den direkten Abstiegskonkurrenten aus Godshorn blieben die Punkte am Ende liegen. Dabei wurde der aus Krankheitsgründen fehlende Top-Torjäger Robin Tegtmeyer auf Halvestorfer Seite schmerzlich vermisst. „Wenn du keine Tore machst, dann kannst du nicht gewinnen, so einfach ist das leider“, brachte es SSG-Sprecher Burkhard Büchler nach dem Abpfiff auf den Punkt.

Der Start in die Partie verlief für die Piepenbusch-Kicker denkbar ungünstig. Bereits mit dem ersten Angriff gingen die Gäste in Führung: Ein Pass in die Spitze hebelte die Defensive aus, woraufhin Zion Afolabi Ayodele flach ins lange Eck vollendete (2.). „Das darf so früh nicht passieren“, kommentierte Büchler den Kaltstart. Halvestorf suchte in der Folge die Antwort, doch Chancen durch Alexander Manka im Eins-gegen-Eins, ein knapper Abschluss von Julian Maaß sowie ein 25-Meter-Freistoß von Myles Neumann brachten keinen Erfolg.

In der 26. Minute schwächten sich die Gäste dann selbst: Nach einer Uneinigkeit zwischen Godshorns Keeper Nico Stege und seinem Innenverteidiger spritzte Manka dazwischen und wurde vom Torwart gelegt. Die Folge: Rote Karte wegen Notbremse. Den fälligen Freistoß setzte die SSG jedoch in die Mauer und auch zwei weitere Abschlüsse vor dem Pausenpfiff fanden nicht den Weg ins Netz.

Nach dem Seitenwechsel warfen die Hausherren alles nach vorne und wechselten offensiv. Christopher Katunda prüfte den Gästekeeper in der 55. Minute aus der Distanz, doch mitten in die Drangphase hinein fiel die Entscheidung. Nach einem Freistoß aus halbrechter Position kam ein Godshorner im Strafraum an den Ball und vollendete aus kurzer Distanz zum 2:0 (68.).

In der Schlussphase erspielte sich Halvestorf gleich eine ganze Reihe an hochkarätigen Möglichkeiten, die laut Büchler „zu Toren hätten führen müssen“. Sinnbildlich für das Pech der Gastgeber: Ein Freistoß von Josh Jürgens klatschte an die Unterkante der Latte, den Nachschuss setzte Bennett Heine knapp daneben. Auch Lukas Dönecke verfehlte das Ziel aus zehn Metern nach einem Rückpass von Jackson Endres nur knapp. „Die Kugel wollte einfach nicht rein“, bedauerte Büchler.

Sein Fazit fiel daher zwiegespalten aus: „Wir hatten Godshorn defensiv gut im Griff und haben bis auf die zwei Gegentreffer nicht viel zugelassen. Aber momentan fehlt uns der erlösende Torschuss. Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben nicht.“ Tabellarisch spitzt sich die Lage für die „Piepenbusch-Kicker“ damit immer weiter zu. Der erste Nichtabstiegsplatz, den die Godshorner bekleiden, liegt nun schon fünf Zähler entfernt.
SSG Halvestorf: Kallmeyer, Elias (72. Jürgens), Endres, Manka, Dönecke, Maaß (46. Katunda), Maedchen (62. Berisha), Neumann (62. Leonard Kelmendi), Heine, Arndt, Bartelt (62. Bollwitte).
Tore: 0:1 Zion Afolabi Ayodele (2.), 0:2 (68.).
Besonderes: Rote Karte für Godshorns Torwart Nico Stege (26./Notbremse).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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