12.04.2026 18:40

Landesliga


Tündern jubelt, Halvestorf hadert

Nach frühem Schock: Tündern überrollt Ochtersum / Halvestorf verzweifelt in Überzahl
Tom Schieb BW Tuendern Dribbling
Stand zweimal goldrichtig: Tünderns Tom Schieb.

Von Jule Stolpe

STK Eilvese – SSG Halvestorf-Herkendorf 1:0 (1:0).

Die SSG Halvestorf-Herkendorf verpasst es trotz sechzigminütiger Überzahl, gegen den Tabellenvierten der Landesliga einen Achtungserfolg zu feiern und wenigstens einen Punkt im Abstiegskampf zu holen. Dabei starteten die Kicker vom Piepenbusch gut in die Partie, die Zuschauer sahen ein ausgeglichenes Spiel. „Die Heimmannschaft hatte mehr Ballbesitz und zwei bis drei gute Chancen, einmal rettete unser Keeper Tim Kallmeyer mit einem starken Reflex nach einem Schuss aus drei Metern, der auf eine gegnerische Ecke folgte“, beschrieb SSG-Sprecher Burkhard Büchler die Anfangsphase. Aber auch die Gäste aus Hameln-Pyrmont hatten eine gute Abschlussaktion durch Diar Berisha, ehe der Schiedsrichter einen Eilveser bereits nach gerade einmal dreißig gespielten Minuten frühzeitig duschen schickte. Der Grund: Nach einem taktischen Foul zuvor, für das er bereits die Verwarnung erhalten hatte, leistete er sich eine Unsportlichkeit durch Ballwegschlagen und musste den Platz verlassen.
Zunächst machte Halvestorf aus diesem Vorteil nichts – ganz im Gegenteil: „In der 39. Spielminute schlafen wir bei einer kurz ausgeführten Ecke, der Gegner bekommt viel zu wenig Druck bei der darauffolgenden Flanke von außen und auch in der Mitte steht ein Eilveser am zweiten Pfosten komplett frei und braucht den Ball nur zur Führung einschieben“, haderte Büchler nach Abpfiff. In der zweiten Halbzeit sah er dann ein ganz anderes Spiel seiner Mannschaft. Die Halvestorfer nutzten die Überzahl, drückten den Gegner die meiste Zeit tief in die eigene Hälfte und kreierten einige gute Halbchancen. „Am Ende fehlte stets der letzte Pass oder die letzte Schärfe – sowohl bei einem Schuss von Julian Maass aus 18 Metern, einem Abschluss von Felix Maedchen nach einer wunderbaren Kombination oder bei einem Abschlussversuch von Alexander Manka in der 70. Minute“, beschrieb der SSG-Sprecher die Offensivaktionen, die bis zum Abpfiff ungenutzt blieben.

„Wir waren nicht zwingend genug, sodass Eilvese mit Glück und Geschick die knappe Führung über die Zeit brachte“, resümierte Büchler. „Am Ende haben wir uns nicht belohnt, aber jeder hat gekämpft und alles gemacht, was ging – letztlich fehlte die letzte Entschlossenheit. Also bleibt nur zu sagen: Dienstag geht es weiter.“ Dann trifft Halvestorf zuhause auf Godshorn.
SSG Halvestorf: Kallmeyer, Elias, Palmer Endres (83. Drebing), Manka, Dönecke, Maass (59. Bartels), Maedchen (66. Leo Demendi), Heine, Adyemo (Bollwitte), Arndt, Berisha (Katunda).
Tore: 1:0 Mohammed Bengharda (39.).
Besonderes: Gelb-Rote Karte für Eilveses Leo Klipphahn (30.).

VFR Germania Ochtersum – BW Tündern 2:5 (1:2).

Bei einem Sieben-Tore-Spektakel behielt Tündern auswärts die Oberhand gegen den Tabellenletzten der Landesliga, Germania Ochtersum und fuhr damit einen Sieg ein. Dabei sah das am Anfang gar nicht so deutlich danach aus. Bereits beim ersten Angriff von Ochtersum wusste die BW-Defensive sich nicht anders zu helfen, als im Sechzehner regelwidrig hinzulangen. Ochtersum bekam einen Foulelfmeter zugesprochen, den die Hausherren zur schnellen Führung verwandelten (2.). „Anschließend brauchten wir wirklich 17 Minuten, um uns zu schütteln und über diesen schlechten Start hinwegzukommen“, erklärte Tünderns Sprecher Rudi Sonneman die folgende ereignisarme Anfangsphase, die nicht schön anzuschauen war und das Prädikat „Abstiegskampf pur“ mehr als verdient gehabt habe. Nach rund 20 Minuten gelang den Gästen der Ausgleich, als Tom Schieb nach einer Hereingabe von Luca Kleinschmidt in den Sechzehner nur noch einschieben musste. Die nächste Toraktion der Blau-Weißen endete erneut erfolgreich. Nach einer gegnerischen Ecke fing Keeper Dutschke den Ball, machte das Spiel schnell, sodass Sinan Korkmaz und Schieb am Ende Julian David fanden, der zum 2:1 traf und den Halbzeitstand besiegelte.

„Nach dem Tor fiel es uns leichter, wir waren wieder im Spiel und wollten nach dem Pausentee direkt auf das dritte gehen“, erklärte Sonnemann nach Abpfiff. Dabei half ein Foul des Gegners an Lorenco Rebic bei der ersten Tünderaner Ballaktion im Strafraum, das einen Elfmeter verursachte. Julian David vollendete souverän zum 3:1 aus Sicht der Gäste (49.). „Anschließend war bei Ochtersum die Luft raus, sie haben sich gewehrt, kamen aber nicht mehr zum Zuge“, so Sonnemann, der stattdessen einen ausgeführten Freistoß von der Sechzehnerkante beobachten durfte, der an Freund und Feind vorbeirauschte und bei Niclas Berndt am zweiten Pfosten landete, der zum 4:1 für Tündern und damit zur Vorentscheidung abstaubte. Zwar konterte Ochtersum das schön herauskombinierte Tor von Tom Schieb (72.) zum zwischenzeitlichen 2:5 durch ein Strafstoßtor (84.), das sollte am Ende aber Ergebniskosmetik bleiben.

„Wir sind einfach froh, dass wir heute unsere Chancen auch in Tore ummünzen konnten, das war ja in letzter Zeit ein großes Manko von uns. Wir ruhen uns jetzt aus und am Dienstag geht’s wieder nach Hildesheim, das Pflaster scheint uns ja zu liegen“, blickte Sonnemann nach vorn und lobte den Tünderaner Aktivposten Abdulqadar Aljashi, der heute der beste Spieler auf dem Platz gewesen sei. Am Dienstag treffen die stark abstiegsbedrohten Hamelner auf Newroz Hildesheim.
BW Tündern: Dutschke, David, Aksu, Kleinschmidt (80. Palm), Henze, Schieb, Aljashi, Rebic (65. Gündüz), Korkmaz, Özel (60. Just), Berndt.
Tore: 0:1 Dominik-Paul Söllner (3./Foulelfmeter), 1:1 Tom Schieb (18.), 1:2 Julian David (37.), 1:3 David (50./Foulelfmeter), 1:4 Niklas Berndt (60.), 1:5 Schieb (71.), 2:5 Jonas Schmedt (84./Foulelfmeter).
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