10.05.2025 16:50

Landesliga


WAS FÜR EIN SPIEL! Manka & Co. drehen 0:3 in 20 Minuten

Sieben Tore in Halbzeit zwei / Manka verwandelt Kampfbahn in Schlussminute in ein Tollhaus
BW Tuendern Jubeltraube Landesliga
Nach dem 4:3 brach an der Kampfbahn die Hölle los.

BW Tündern – OSV Hannover 4:3 (0:0).

Was. Für. Ein. Spiel. Tünderns so wichtigen Erfolg am Nachmittag gegen den OSV Hannover hätte auch ein Drehbuchautor kaum besser schreiben können. Gegen den Tabellenfünften der Liga sahen die Zuschauer zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. „So einen Unterschied haben ich selten erlebt“, konnte auch Tünderns Sprecher Willi Gurgel kaum seinen Augen trauen.

In der ersten Hälfte deutete noch so gar nichts auf das Spektakel hin, was im zweiten Durchgang folgen sollte. Der OSV hatte das minimale spielerische Übergewicht ohne die großen Abschlüsse. Blau-Weiß wiederum hatte zwei Gelegenheiten, die aber nicht von Erfolg gekrönt wurden. „Und dann begann das flammende Inferno“, erklärte Gurgel.

Der Start in den zweiten Durchgang verlief überhaupt nicht nach dem Geschmack der „Schwalben“. Ein Ballverlust in der eigenen Defensive lud Paul Schoppe zum Führungstreffer ein. „Danach sind wir in einen Schockzustand verfallen“, so der Sprecher. Die entstandenen Räume nutzten die Gäste in den folgenden 14 Minuten für zwei blitzsaubere Konter – 3:0. Tündern schien längst abgeschrieben in dieser Partie – und dann ließ Alexander Manka mit dem Anschlusstreffer neue Hoffnung aufkeimen (71.). „Dieser Treffer hat die Tünderaner Lebensgeister geweckt. Man hat gespürt, dass vielleicht doch noch etwas geht“, so Gurgel. Und tatsächlich: nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer tauchte Julian David nach einem Freistoß von Aaron Schweins frei am langen Pfosten auf und bugsierte die Kugel mit der Innenseite über die Linie.
Jetzt waren die Blau-Weißen am Drücker. Gurgel: „Man konnte spüren, wie das Spiel kippte. Beim OSV gingen sukzessive die Köpfe runter – und Tündern hat sich gepusht.“ Nur vier Minuten später folgte tatsächlich der Ausgleich: ein Schlenzer-Freistoß von Lorenco Rebic landete im Fünfmeterraum auf den Boden. Viele Beine versuchten, an die Kugel zu kommen – doch die fand irgendwie den Weg ins Netz.

Doch das war noch nicht alles: es lief die 90. Minute. Lukas Kramer kam an der Mittellinie an die Kugel, chippte den Ball hinter die drei letzten Verteidiger der Gäste. Manka, der einzige Tünderaner in der Offensive, kam als Erster an die Kugel, enteilte mit seiner Geschwindigkeit seinen Bewachern und schickte Hannovers Keeper Maximilian Kemmesies in die falsche Ecke. Dann brach der Jubel los. „Alle sind aufs Feld gelaufen und haben Alex unter sich begraben“, konnte es Gurgel nicht fassen. Die fällige Nachspielzeit von drei Minuten brachten die Blau-Weißen anschließend schadlos über die Bühne und siegten damit tatsächlich mit 4:3 – nach 0:3-Rückstand. „Jetzt haben die Jungs wieder Hoffnung im Abstiegskampf“, resümierte Gurgel und sprach von einer „absoluten Energie- und Willensleistung“ seines Teams.

Doch bei aller Freude: Wie viel dieser Sieg am Ende wert ist, wird sich erst morgen nach dem Aufeinandertreffen zwischen Pattensen und Iraklis Hellas zeigen. Für den Moment ist Blau-Weiß aber wieder auf einen Punkt an das rettende Ufer herangekommen.
BW Tündern: Muschik, David, Hanus (60. Heller), Schweins (73. Lehnhoff), Kramer (90. +4 Heitmann), Henze, Schieb (73. Rebic), Manka, Gurgel, Jobe, Bödecker.
Tore: 0:1 Paul Schoppe (50.), 0:2 Serdan Miho (56.), 0:3 Ferhat Bikmaz (64.), 1:3 Alexander Manka (71.), 2:3 Julian David (76.), 3:3 Lorenco Rebic (80.), 4:3 Manka (90. +1).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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