03.10.2026 15:23

Bezirksliga


Standard-Fiasko: Salzhemmendorf ist zurück im Abstiegskampf

Bremer macht den Deckel drauf – Geffert fordert „harte Selbstreflexion“
Nico Granzow
Nico Granzow und BW Salzhemmendorf erlebten einen gebrauchten Nachmittag.

BW Salzhemmendorf – SV Ambergau Bockenem 0:6 (0:3).

In der Bezirksliga hat Blau-Weiß Salzhemmendorf einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt erlitten. Statt sich mit einem Heimsieg im direkten Duell Luft zu verschaffen, kassierten die Ostkreisler gegen den SV Ambergau Bockenem eine deutliche 0:6 (0:3)-Pleite. Die Gäste rücken durch den Dreier bis auf einen Zähler an „Solte“ heran, das mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf die rote Zone endgültig wieder im Abstiegskampf angekommen ist. Nach dem jüngsten Schützenfest hagelte es den nächsten bitteren Nachmittag für die Hausherren. „Nach neun Toren in der Vorwoche kassieren wir heute sechs Stück – das ist extrem ernüchternd und war ein absolut gebrauchter Tag. So stellt man sich das natürlich keinesfalls vor“, fand BW-Sprecher Tim Geffert nach dem Abpfiff deutliche Worte.

Dabei kamen die Gäste im ersten Durchgang zunächst fast ausschließlich über ruhende Bälle zum Erfolg. Der überragende Finn Bremer schraubte sich nach einer Ecke (13.) und einem Freistoß (18.) zweimal am höchsten und besorgte per Kopf-Doppelschlag die frühe 0:2-Führung. In der 36. Spielminute bekamen die Hausherren eine weitere Ecke nicht geklärt, woraufhin Fabien Serwatke per Flachschuss von der Strafraumkante unten links zum 0:3 traf. „Gerade in der ersten Halbzeit habe ich gar nicht so viele herausgespielte Torchancen des Gegners wahrgenommen. Der Halbzeitstand entstand durch drei ruhende Bälle. Das war natürlich sinnbildlich für unser Spiel“, so Geffert, der bei seiner Elf lediglich eine Großchance notierte: „Wir selbst kamen vor der Pause eigentlich nur zu einer einzigen klaren Möglichkeit, als Luca Szepst leider nur den Pfosten traf. Das wäre vielleicht der Moment gewesen, um noch einmal in die Partie zurückzufinden. So geht der Ball nicht rein und du sitzt mit einem 0:3-Rückstand in der Kabine.“
Bremer macht den Deckel drauf – Geffert fordert „harte Selbstreflexion“

Wer nach dem Seitenwechsel auf ein Aufbäumen der Gastgeber gehofft hatte, wurde früh enttäuscht. Die Blau-Weißen bekamen das Leder im eigenen Sechzehner nicht geklärt und erneut war es der Mann des Tages, Finn Bremer, der den Ball halbhoch zum 0:4 in die Maschen jagte (50.). „Du nimmst dir für den zweiten Durchgang sicherlich noch einmal viel vor, aber im Endeffekt ging es genauso weiter: Es hat nicht lange gedauert, bis das vierte Gegentor fiel – und so nahm das Unheil seinen Lauf“, bedauerte Geffert. Ambergau, bei denen neben Mittelfeld-Motor Bremer auch Elias Körner in der Offensive wirbelte, dominierte in der Folge das Geschehen. „Ambergau hatte gerade in der zweiten Halbzeit enorm viel Platz und sogar die Chancen, das Ergebnis noch höher zu gestalten. So etwas darf einfach nicht passieren – dass man dem Gegner so viel Raum bietet und sich am Ende regelrecht abstrafen lässt“, kritisierte der Sprecher. In der Schlussphase wurde das Resultat noch bitterer: Zunächst verwandelte Lennart Kühn einen Handelfmeter souverän zum 0:5 (86.), ehe die Gäste in der 90. Minute einen Konter astrein zum 0:6-Endstand ausspielten.

Gefferts abschließendes Fazit glich einem Weckruf an die gesamte Mannschaft: „Die Einsatzbereitschaft will ich niemandem absprechen. Aber unterm Strich war das auf dem Platz einfach zu wenig. Vor allem in den Zweikämpfen hat es gefehlt. Wir hatten im Vorfeld betont, dass dieses Spiel über Physis, Kampf und Leidenschaft entschieden werden würde. Ambergau hat kein riesiges Fußballfeuerwerk abgefackelt, aber sie haben unsere zahlreichen Fehler gnadenlos bestraft. Mit einer harten und ehrlichen Selbstreflexion wird jeder einzelne Spieler zu dem Schluss kommen, dass so eine Leistung nicht reicht. Wir müssen jetzt kritisch darüber nachdenken, die richtigen Schlüsse daraus ziehen und das Thema ab nächster Woche deutlich besser angehen.“
Tore: 0:1 Finn Bremer (13.), 0:2 Bremer (18.), 0:3 Fabien Serwatke (36.), 0:4 Bremer (50.), 0:5 Lennart Kühn (Strafstoß/86.), 0:6 (90.).
Salzhemmendorf: Kallenbach, Zahl, Hasse, Renziehausen, Granzow (66. Kraja), Szepst, Tost (74. Lipke), Ruhnow, Werra (80. Greve), El Yazidi, Kunze (46. Fitzner).
7 / 1820

Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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