Für den FC Bad Pyrmont Hagen steht das aktuell wohl schwierigste Auswärtsspiel der Saison an, denn die Kurstädter sind bei Spitzenreiter Barsinghausen gefragt. Die Hausherren haben in dieser Spielzeit erst sieben Zähler liegengelassen, liegen allerdings auch nur vier Punkte vor dem FCBPH. Der Fusionsclub hatte derweil an der 0:3-Niederlage im Spitzenspiel vor heimischer Kulisse gegen Arnum zu knapsen, bei der man nicht nur drei Punkte sondern auch zwei Akteure auf unbestimmte Zeit verloren hat.
„Nach dem schlechten Start in diese ‚Wochen der Wahrheit‘ – wie ich das vor dem Arnum-Spiel genannt hatte – versuchen wir es jetzt besser zu machen. Wir haben das Spiel analysiert, aber es ist trotz alledem sehr ärgerlich, wie es gelaufen ist. Nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch durch die zwei längerfristigen Ausfälle von Anil Aranmis, der sich muskulär etwas zugezogen hat, und Marcel Prasse, der sich am Fuß wahrscheinlich schwerer verletzt hat. Das ist natürlich noch das I-Tüpfelchen auf dem Spiel gegen Arnum. Wir wissen, was wir besser machen müssen: Wir müssen vor allem wieder an die 100 Prozent kommen. Das haben wir immer gesagt – wenn wir an die 100 Prozent kommen, sind wir schwierig zu schlagen. Tun wir das nicht, tun wir uns gegen jeden Gegner schwierig. Dass Arnum an diesem Wochenende absolut schlagbar gewesen wäre, macht es noch einmal doppelt bitter.
Zum Spiel gegen Barsinghausen: Wir fahren zum Tabellenführer. Auch wenn sie punktetechnisch in den letzten Spielen ein bisschen geschwächelt haben, wissen wir um die Qualität von Barsinghausen – sie wollen wieder aufsteigen. Wir wollen es einfach besser machen als gegen Arnum: mit einer besseren Einstellung, besserem Fußball und mehr Zielstrebigkeit. Wir versuchen auf jeden Fall, aus Barsinghausen etwas mitzunehmen. Neben den langzeitverletzten Jan Dörries und Jonah Kücking kommen jetzt zwar noch Anil Aranmis und Marcel Prasse dazu, wir hoffen aber, dass Dino Kestic, Alen Kestic und Marcus Middel zurück in den Kader kommen, sodass wir trotz alledem eine vernünftige Mannschaft zur Verfügung haben.“
MTV Rehren A/R – BW Tündern (Sonntag, 15 Uhr).
Tünderns „Downfall“ hat spätestens nach den beiden bitteren Niederlagen gegen Hilligsfeld und Leveste eine neue Stufe der Bedrohlichkeit erreicht. Neun Spiele seit Saisonstart, neun Niederlagen in Folge, mittlerweile elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer – lauter können die Alarmglocken kaum noch schrillen. Am kommenden Sonntag meldet sich Agent 009 dann in Rehren zum Dienst. Einen kleinen Tünderaner Hoffnungsschimmer bietet der Oktober, immerhin stehen mit den Heimspielen gegen Enzen und Rinteln zwei Duelle gegen direkte Konkurrenten vor der heimischen Zuschauerschaft an. Außerdem verlor man die vergangenen drei Partien allesamt nur knapp mit einem Treffer Unterschied. Vielleicht platzt ja endlich der Knoten – im besten Fall natürlich schon am kommenden Sonntagnachmittag beim Tabellenachten aus Rehren.
„Viele der Probleme sind leider hausgemacht“
„Nach Levestes Lucky Punch am Dienstag in der 91. Minute waren die Köpfe tief unter der Grasnarbe. Eine solche Serie hat es in der Geschichte der Schwalben noch nie gegeben. Woran liegt es? Ob im Café oder beim Einkaufen - die Leute fragen immer: 'Was ist los?' Viele der Probleme sind leider hausgemacht, die Fluktuation des Kaders in den letzten drei Jahren fällt einem heute auf die Füße. Die Jungs sind wirklich bemüht, keiner macht es extra oder will ein Spiel verlieren. Wir schaffen es einfach nicht, 90 Minuten fehlerfrei das Spiel zu gestalten. Nach diesen ganzen Niederlagen, die wir uns selbst zuzuschreiben haben, ist die Ausfahrt Rehren A/R genau die richtige Adresse. Für viele ist dieser Ort der Start in eine Reise, für uns Schwalben sollte es die Ausfahrt zu einem goldenen Oktober werden. Meine Forderung an die Mannschaft ist, Charakter zu zeigen und sich der Verantwortung zu stellen. Egos braucht man in dieser Lage nicht! Wir schaffen es nur als Team und Rehren ist der Anfang.“
TB Hilligsfeld – SV Eintracht Afferde (Sonntag, 15 Uhr).
In Nachbarschaftsduellen wird bekanntlich häufiger davon gesprochen, dass für 90 Minuten Freunde zu Feinden werden. Beim bevorstehenden Derby im Stadion an der Hamel trifft dieser Satz aber so zu wie wahrscheinlich bei kaum einem anderen. Immerhin pflegen der TB Hilligsfeld und die Afferder Eintracht bereits seit einigen Jahren eine intensive Freundschaft – die in dieser Saison sogar in einem gemeinsamen Unterbau in der 2. Kreisklasse mündete. So gesehen könnten sich am Sonntag unter Umständen sogar Spieler gegenüberstehen, die in dieser Spielzeit bereits Seite an den Seite an den Start gegangen sind. Beide Teams feierten am vergangenen Spieltag einen knappen Erfolg, auf dem Papier dürfte die Eintracht angesichts von sieben Zählern Vorsprung aber als Favorit in die Begegnung gehen.
„Eintracht und der TBH“
„Derby-Time reloaded! Unser Sieg im Derby bei BW Tündern hat uns natürlich emotional sehr berührt. Einzelne Spieler konnten Gerüchten zufolge erst am am frühen Sonntagmorgen mit einer noch irgendwo herumliegenden Atropin-Spritze aus längst vergessenen Bundeswehr-Beständen von ihrem Beißkrampf am Tresen des altehrwürdigen Hilligsfelder Gasthauses Schrader befreit werden. Nur knapp eine Woche später steht nun am Sonntag das nächste Derby an. 'Eintracht und der TBH' lautet seit einer gemeinsamen Malle-Belustigungsreise beider Erstvertretungen vor einigen Jahren der genauso einfache wie prägnante Schlachtruf beider Anhängerschaften, die mittlerweile eine harmonische und respektvolle Fangemeinschaft etabliert haben. Somit dürfte am Sonntag an der Hamel trotz Derby eine wertschätzende Grundatmosphäre herrschen. Respekt haben die sympathischen Remtekicker für ihre bisherige Saisonleistung auch allemal verdient. Chef-Netzwerker „Mole“ und Taktik-Fuchs „Stammi“ leisten gute Arbeit am Eintrachtweg und werden uns mit ihrer gewachsenen Gemeinschaft sicher noch mehr herausfordern als zuletzt schon die Tünderaner. Mit ihrer Abgeklärtheit und Cleverness ist die Eintracht bereits jetzt da, wo wir vielleicht irgendwann mal hinkommen möchten. Gegen Afferde werden wir daher mit mindestens derselben Einstellung auflaufen müssen, wenn wir aus der gewohnten Außenseiterrolle heraus auf einen weiteren Punktgewinn spekulieren wollen. Wenn wir uns am Sonntag spielerisch um das nötige Maß steigern und wieder mit der Leidenschaft von der Kampfbahn verteidigen, können wir das Spiel vor eigenem Publikum hoffentlich möglichst lange offen halten. Idealerweise unentschieden und bis zum Abpfiff. Auf dem Rechtsverteidiger-Posten hat nach dem Langzeit - Ausfallschock von Gaetan Karock Allrounder 'Tille' Jürgens zuletzt durchaus gute Partien geboten und gilt dort auch am Sonntag vermutlich wieder als erste Wahl. Personell sah es am Wochenanfang bei uns ansonsten wieder etwas entspannter aus. Ballstreichler 'Basti' Schäfer ist nach 'zwei Freispielen' wieder verfügbar, ebenso wie wahrscheinlich auch Carlos Weide, der zuletzt urlaubsbedingt und beruflich passen musste. Erfreulich: Unsere langzeitverletzten Joel Maxim Zey, Justin Brandt und André Schauf unternahmen in den letzten Wochen ihre ersten Gehversuche in Pflichtspielen der Zweiten und sogar in Kurzeinsätzen bei der Ersten. Mittelfristig ist hoffentlich mit ihnen auch für längere Einsätze wieder zu rechnen.“
„Wir peilen mindestens ein Unentschieden an“
„Sonntag steht das Derby in Hilligsfeld an – ein Spiel, auf das wir uns sehr freuen, das für uns gleichzeitig aber auch richtungsweisend ist. Mit einem Sieg können wir uns auf den Plätzen hinter den Topteams festsetzen. Sollten wir verlieren, müssen wir den Blick eher wieder nach unten richten. Wir wissen um die Stärken des Hilligsfelder Teams. Das ist eine Mannschaft, die völlig zu Recht in der Bezirksliga spielt und auf jeder Position das Niveau hat, um dort zu bestehen. Ich habe mir ein paar Spiele der Jungs angeschaut: Im ersten Bezirksliga-Jahr werden natürlich noch Fehler gemacht, wodurch sicher auch der eine oder andere Punkt an den Gegner gegangen ist, aber ich sehe sehr viel Potenzial in der Truppe. Es wird eine ungemein schwierige Aufgabe für uns am Sonntag. Wir wollen weitermachen und drei Punkte holen, wissen aber auch, dass vor Ort ein paar andere Gegebenheiten herrschen: ein kleiner Platz, beim Einwurf steht einem gerne mal ein Zuschauer auf den Füßen, weil es so eng ist, und dazu die schöne, blaue, laute Tröte von Oliver Henze. Das sind Faktoren, auf die wir uns einstellen müssen. Grundsätzlich sind wir aber eine Mannschaft, die das Spiel gewinnen will. Wir hoffen auf viele Zuschauer, gutes Wetter und einen schönen Nachmittag bei Freunden. Wir peilen mindestens ein Unentschieden an, aber das ist nur das Minimalziel. Für uns geht es darum, erst einmal wieder defensiv sehr gut zu stehen. Das haben wir gegen Leveste super gemacht und wenig zugelassen. Nach vorne lag es an der Chancenverwertung, die sollte besser werden. Dann bin ich optimistisch, dass ich mit dem Fahrrad und mit mindestens einem Punkt nach Hause fahre. Personell sieht es wieder gut aus: bis auf zwei Ausfälle mit Bennet Walter, der auf Kursfahrt ist, und Luca Grabsch, der nach seiner Verletzung noch nicht so weit ist, steht uns ansonsten ein breiter, gut aufgestellter Kader zur Verfügung, der gewillt ist, in Hilligsfeld etwas zu holen.“
Staffel 4
BW Salzhemmendorf – SV Ambergau Bockenem (Samstag, 13 Uhr).
In Salzhemmendorf geht es am kommenden Samstag darum, dringend den Abwärtstrend in Staffel 4 zu stoppen. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge ist der gute Saisonstart im Ostkreis mittlerweile passé, der Vorsprung auf die Abstiegszone ist nach der Niederlage am vergangenen Wochenende auf drei Zähler zusammengeschrumpft – und die hatte es in sich. Mit 1:9 bekam Blau-Weiß beim Tabellennachbar aus Eldagsen auf die Mütze. Da kommt das Heimspiel gegen den Tabellenfünfzehnten von Ambergau Bockenem gerade recht, oder?
„Mussten zuletzt eine Durststrecke durchleben“
„Am Samstag empfangen wir den SV Ambergau Bockenem bei uns an der Saale. Nach der deutlichen Niederlage am vergangenen Freitag in Eldagsen wollen wir zu Hause natürlich wieder ein anderes Gesicht zeigen. Eldagsen hatte einen richtig guten Tag, während bei uns im Grunde gar nichts zusammenlief. Wenn beides zusammenkommt, kann so ein Ergebnis natürlich mal zustande kommen – auch wenn es selbstverständlich überhaupt nicht in unserem Sinne war. Trotzdem glaube ich, dass es sich von so einem Nackenschlag leichter erholen lässt, als wenn man mehrfach in der Nachspielzeit mit einem Tor Unterschied verliert. Das Spiel ist für uns also abgehakt und der Blick geht nur noch nach vorne auf die nächste Aufgabe. Mit Ambergau erwartet uns eine physisch und kämpferisch starke Mannschaft, die zuletzt auch die spielerisch starken Borsumer mit 3:0 nach Hause geschickt hat. Wir wissen also, was am Samstag auf uns zukommt. Wir selbst mussten zuletzt eine Durststrecke durchleben – sowohl mit Blick auf die Ergebnisse als auch aufgrund der immer wieder neuen personellen Ausfälle. Genau diese Phase wollen wir jetzt hinter uns lassen und wieder anfangen zu punkten. Das muss am Samstag auch ganz klar unsere Zielsetzung sein.“
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