26.09.2026 19:10

Bezirksliga


Heucke hievt Hilligsfeld zum Derbysieg

Sonnemann: „Der TBH hat sehr wenig investiert, so ist Fußball manchmal“ / Afferde feiert Arbeitssieg gegen Leveste
Hilligsfeld Jubel
Hilligsfelder Jubel nach dem ersten Treffer beim Derbysieg gegen Tündern.

Von Jule Stolpe

BW Tündern – TB Hilligsfeld 1:2 (0:1).

Das Bezirksligaderby am Samstagnachmittag entwickelte sich zu einer spannenden und umkämpften Partie, die Hilligsfeld mit 2:1 für sich entschied. TBH-Coach Christian Ernst sprach von einem „über 90 Minuten ausgeglichenen Spiel, in dem Tündern mehr Ballbesitz hatte, ohne die entsprechenden Chancen zu kreieren“. Tünderns Sprecher Rudi Sonnemann schlug nach Abpfiff in eine ähnliche Kerbe, sieht den Hilligsfelder Sieg aber durch den Spielverlauf nicht unbedingt als verdient an: „Spielerisch hatten wir das Ding hier 75 Minuten lang im Griff. Das ist echt scheiße. Hilligsfeld hat sich reingestellt und wir haben versucht, das Spiel zu machen, sind aber nicht in den Sechzehner und zu zwingenden Chancen gekommen. Der TBH hat sehr wenig investiert und nimmt die drei Punkte mit, so ist Fußball manchmal.“

Hilligsfeld gelingt die Führung aus elf Metern

In der Anfangsphase plätscherte das Spiel ein bisschen hin und her. Die erste Toraktion gehörte den Gästen. Tündern leistete sich eine Unsauberkeit im Spielaufbau, woraufhin der TBH sich den Ball erkämpfte. Jay Ashton ging mit Zug in den Sechzehner, wurde gelegt und bekam den berechtigten Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte zur Führung (19.). Bis zur Pause hätte Blau-Weiß auf 1:1 stellen müssen. Fünf Minuten vor dem Gang in die Kabine erreichte Ugur Aydin ein über die Abwehrkette gechippter Ball und er fand sich im Eins-gegen-Eins gegen TBH-Keeper Liam Carlos Stierand wieder. Der machte sich groß und vereitelte die Hundertprozentige mit einer klasse Parade. Hilligsfeld selbst hatte im Verlauf der ersten Halbzeit nur noch eine weitere Chance, die aber nicht zum Torerfolg führte. Dementsprechend hätte der TBH sich auch nicht beschweren können, wäre es mit einem Unentschieden in die Pause gegangen, bilanzierte Ernst.
Trotz Ausgleich wieder keine Punkte für Tündern

Tündern kam mit mehr Druck zurück in die Partie und investierte mehr. Ein gut herausgespielter Angriff übers Zentrum endete nach einem Steckpass durch die Kette bei Lennart Scholtka, der es im Eins-gegen-Eins besser machte als sein Teamkollege zuvor, die Nerven behielt, Stierand umkurvte und zum Ausgleich einschob (76.). „Anschließend wollten wir natürlich auf das zweite Tor gehen, fangen uns stattdessen einen Konter und so geht die Sache nach hinten los“, haderte Sonnemann mit der Schlussphase. Tündern verlor den Ball im Angriff, Cristiano dos Santos legte einen 50-Meter-Sprint mit Ball hin, behielt den Überblick und legte quer, sodass Louis Heucke in klassischer Mittelstürmermanier nur noch einschieben musste (83.).

Anschließend versuchte Tündern alles, um den erneuten Ausgleich zu schießen, klare Torchancen blieben bis Abpfiff aber aus. Hilligsfeld gewann das Derby, Tünderns Sprecher verteilte trotzdem ein Sonderlob. Luis Drebing habe sich demnach besonders bemüht und heute bis zur Erschöpfung geackert.
BW Tündern: Kowalski, Regjepi, Heller (76. Azemovic), Lübbering, Rebic, Schwarz (71. Schulz), Scholtka, Aydin (67. Kramer), Drebing (79. Günkaya), Henze, Müller (55. Venten).
TB Hilligsfeld: Stierand, Abakumov, Bödecker, dos Santos, Heucke, Ashton, Schulze (64. Söchting), Howanietz (88. Schauf), Vidicek, Jürgens, Stolpe (89. Witkop).
Tore: 0:1 Jay Ashton (19./Elfmeter), 1:1 Lennart Scholtka (76.), 1:2 Louis Heucke (83.).

Eintracht Afferde – TV Jahn Leveste 1:0 (1:0).

Eintracht Afferde fuhr gegen Jahn Leveste am Samstagnachmittag einen Arbeitssieg ein. Die Hausherren begannen spielbestimmend und hatten bereits in der dritten Minute einen Abschluss durch Marlin Meyer, dessen Abpraller Milijan Savic zu erreichen versuchte, dabei aber aus Sicht von Eintracht-Coach Moritz Ole Gerkens klar am Fuß getroffen wurde. „Das hätte aus unserer Sicht einen Strafstoß geben müssen, ansonsten war die Leistung von Referee Fynn Freke die restliche Spielzeit über aber top.“ Anschließend war Leveste sehr auf die Defensivarbeit konzentriert, während Afferde das Spiel mehr und mehr an sich riss.

Richtig durchschlagskräftig waren zunächst aber beide Teams nicht. Nach rund zwanzig gespielten Minuten köpfte Ben Stendel nach einer Ecke gefährlich aufs Tor, Julian Metje im Hamelner Kasten entschärfte per Glanzparade. Afferde versuchte, mit Steckpässen hinter die gegnerische Abwehr zu kommen, die wurden allerdings selten gefährlich. Nach einem Doppelpass spielte Meyer auf Jan Lange und kreierte damit die erste richtig gefährliche Situation, die Lange direkt zur Führung verwandelte (29.). Anschließend flachte das Spiel ab. Afferde war weiterhin die bemühtere Mannschaft im Spielaufbau, während Leveste tief hinten drinstand.

Afferdes Chancenwucher rächt sich nicht

„Da waren wir schlecht im Passspiel und haben die falschen Entscheidungen getroffen, bevor wir uns in der zweiten Halbzeit dann endgültig angepasst haben und nicht mehr viel ging“, haderte Gerkens mit dem weiteren Spielverlauf. Bis auf einen Abschluss, den Metje entschärfte (65.), waren die Hausherren zu jedem Zeitpunkt näher am zweiten Tor als Leveste an dem Ausgleich. Abschlüsse von Meyer, Selchow und Lange wurden von Sven Romaus im Kasten der Gegner pariert. Auch gute Kontermöglichkeiten in den letzten zehn Minuten versandeten – entweder durch Paraden oder Ungenauigkeiten im Abschluss.

Das rächte sich allerdings nicht, weil Leveste sich kaum eigene Offensivmöglichkeiten erarbeitete. Es blieb bis zum Abpfiff bei der knappen Führung der Eintracht. „Wir waren heute schon besser und haben verdient gewonnen, auch wenn es mehr ein Arbeits- als ein Glanzsieg gewesen ist und es schon spektakulärere Nachmittage gegeben hat. Trotzdem nehmen wir die drei Punkte sehr gerne mit, sind zufrieden damit, dass wir hinten kaum etwas zugelassen haben und können uns nur vorwerfen, dass wir vergessen haben, den Sack zuzumachen, um einen etwas entspannteren Nachmittag zu erleben“, zog der Afferder Übungsleiter ein insgesamt solides und zufriedenes Fazit nach dem Arbeitssieg über den Jahn.
SV Eintracht Afferde: Metje, Savic, Hanses, Meyer (84. Henne), Helmsen (46. Zschoch), Lange, Oefler, Selchow, Oberheide (75. Walter), Cuvrk, Verwohlt.
Tore: 1:0 Jan Lange (29.).
12 / 1820

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