02.09.2026 14:15

Bezirksliga


„Gemeinsam rudern“ gegen den Absturz: Tündern vor richtungsweisendem Kellerfight

Salzhemmendorf peilt Rückkehr in die Erfolgsspur an / Afferder Wiedergutmachung nach Abwehrdebakel? / Pyrmont will Rückenwind aus der Gehrden-Partie nutzen / Zweiter „Zwergenaufstand“ an der Hamel?
Anel Azemovic
Anel Azemovic und Tündern stehen vor einer wichtigen Partie.

Staffel 4

BW Salzhemmendorf - SCM Bodenwerder (Samstag, 16 Uhr).

Nach drei Siegen aus den ersten vier Spielen musste Blau-Weiß Salzhemmendorf (Platz 5, 9 Punkte) am vergangenen Wochenende ersatzgeschwächt die erste Saisonpleite gegen Schliekum hinnehmen. Nun empfängt die Elf von Trainer Chris Wintel am Samstagnachmittag den Aufsteiger SCM Bodenwerder (Platz 13, 6 Punkte). Die Gäste reisen mit breiter Brust an: Drei Pflichtspielsiege in Folge stehen für den SCM zu Buche. Obwohl beide Teams aktuell acht Tabellenplätze trennen, liegt die punktemäßige Distanz bei lediglich drei Zählern – die Partie besitzt somit echten richtungsweisenden Charakter.

„Wollen wir natürlich zurück auf die Siegerstraße"
„Am Samstag steht für uns das nächste Heimspiel auf dem Programm. Nach der Niederlage gegen Schliekum am vergangenen Wochenende wollen wir natürlich zurück auf die Siegerstraße. Mit dem SCM Bodenwerder erwartet uns allerdings eine echte Herausforderung. Bodenwerder hat für mich bislang richtig starke Ergebnisse eingefahren. Seit dem Aufstieg gab es in sechs Pflichtspielen bereits vier Siege, teils auch sehr deutliche. Die beiden Niederlagen in Giesen und Almstedt dürften für einen Aufsteiger sicherlich zu den Spielen gehören, in denen man nicht unbedingt mit Punkten rechnen muss. Ich denke, dass uns eine Mannschaft erwartet, die ähnlich leidenschaftlich und kämpferisch auftritt, wie wir es uns selbst auf die Fahne geschrieben haben. Diese Tugenden haben auch bei unserem letzten Spiel gegen Schliekum nicht gefehlt, dennoch konnten wir uns am Ende leider nicht mit Punkten belohnen. Gut ist, dass am Samstag der eine oder andere Spieler in den Kader zurückkehrt und wieder zur Verfügung steht. Wir wollen vor heimischer Kulisse alles reinwerfen und gemeinsam um die nächsten drei Punkte kämpfen. Dass das gegen Bodenwerder eine ordentliche Aufgabe wird, wissen wir – trotzdem wollen wir am Samstag wieder zurück in die Erfolgsspur."


Staffel 3

FC Hevesen - BW Tündern (Sonntag, 15 Uhr).

Echtes Abstiegskampf-Drama am 6. Spieltag: BW Tündern (Platz 16, 0 Punkte aus 5 Spielen) gastiert beim FC Hevesen (Platz 15, 3 Punkte aus 4 Spielen). Für die Schwalben wird die Luft im Tabellenkeller nach dem verkorksten Saisonstart zusehends dünner. Um den Anschluss an das rettende Ufer nicht frühzeitig zu verlieren, fordert Tünderns Rudi Sonnemann nach der desaströsen Vorstellung aus der Vorwoche eine geschlossene Reaktion der Mannschaft: Das Abwehrverhalten müsse drastisch verbessert werden, um in einem voraussichtlich über Kleinigkeiten entschiedenen Spiel die ersten Zähler einzufahren. Gegen einen direkt vor ihnen platzierten Konkurrenten zählt für die „Schwalben" am Sonntagnachmittag nur Zählbares.

Rudi Sonnemann„Zwar ist die Titanic auf den Eisberg aufgelaufen, aber keiner springt ins Wasser"
„Am Sonntag treten die ,Schwalben' beim FC Hevesen an. Der FC Hevesen ist ähnlich schlecht in die Saison gestartet; daher wird es wohl eine Partie, in der Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden. Für den letzten Samstag gibt es immer noch keine passende Antwort, was dort in der ersten Halbzeit auf dem Platz passiert ist. Wir waren überhaupt nicht da, haben für einfache Probleme auf dem Rasen keine Lösungen gefunden und so den Gegner stark gemacht. Aufgeben? Zwar ist die Titanic auf den Eisberg aufgelaufen, aber keiner springt ins Wasser, sondern es wird gemeinsam gerudert, um ans Ufer zu kommen. Jeder Einzelne ist gefordert, seine persönlichen Interessen in den Hintergrund zu stellen, um das Team zu fördern und voranzubringen. Wir kommen nur geschlossen aus dieser Lage heraus. Wichtig für Sonntag ist, dass wir hinten endlich den Laden dichtmachen – ein Manko, das uns schon in der letzten Saison begleitet hat. Ich hoffe zudem, dass der Fußballgott wieder auf unsere Seite zurückkehrt; dieser hat uns im Mai 2025 das letzte Mal heimgesucht. Wenn alle von mir aufgeführten Attribute zusammenkommen, klappt es am Sonntag auch mit dem Dreier."


VfL Bückeburg - SV Eintracht Afferde (Sonntag, 15 Uhr).

Nach dem vielversprechenden Saisonstart musste die SV Eintracht Afferde (Platz 7, 7 Punkte) zuletzt deutliche Rückschläge hinnehmen: Nach der Niederlage in Arnum kassierten die Eintrachtler am vergangenen Mittwoch eine bittere 1:9-Heimklatsche gegen den Tabellenführer aus Barsinghausen. Am Sonntag wartet die nächste Herkulesaufgabe: Es geht zum Tabellenzweiten VfL Bückeburg, der zuletzt vier Pflichtspielsiege in Folge feierte – darunter ein Erfolg im Bezirkspokal gegen Landesligist Halvestorf. SVE-Sprecher Gerkens fordert nach dem defensiven Offenbarungseid der Vorwoche maximale Kompaktheit und defensive Disziplin über 90 Minuten.

„Wir stellen uns darauf ein, 90 Minuten lang defensiv hart arbeiten zu müssen"
„Am Sonntag geht es für uns nach Bückeburg. Nach dem gestrigen Training haben wir noch einmal kurz auf das letzte Spiel zurückgeblickt. In meinen fünf Jahren bei der Mannschaft habe ich ein solches Abwehrdebakel noch nicht erlebt – Barsinghausen hat uns an jenem Mittwoch förmlich hergespielt. Wenn man 1:9 verliert, kommt natürlich einiges zusammen. Aber wir haben das hoffentlich abgehakt und blicken nun voller Vorfreude auf Sonntag, um das Ganze wieder gutzumachen. Mit Bückeburg erwartet uns allerdings ein Gegner von ähnlichem Kaliber. Bis auf die Niederlage gegen Leveste stehen sie super da und haben zuletzt gegen Halvestorf – die vermutlich stärkste Mannschaft aus unserem Kreis – verdient mit 4:2 gewonnen. Sie wollen zurück in die Landesliga und gehen am Sonntag als klarer Favorit ins Spiel. Wenn wir im Vergleich zum Barsinghausen-Spiel nicht vieles besser machen, wird es extrem schwer für uns, dort zu bestehen. Letztes Jahr haben wir im Pokalspiel in Bückeburg mit 1:5 verloren und hatten keine Chance. Bückeburg ist auch in dieser Saison wieder richtig gut drauf. Ihr Unterschiedsspieler ist sicherlich Bastian Evers im Zentrum, der für mich auf diesem Niveau zu den besten Akteuren der Region gehört. Zudem weiß ,Bubi' Bremer vorne genau, wo das Tor steht und mit Nico Butenop aus der A-Jugend haben sie einen Spieler dazubekommen, der über die Außenbahn richtig Alarm macht. Für uns geht es in erster Linie darum, alles besser als zuletzt zu machen und nicht wieder frühe Gegentore zu kassieren. Wir stellen uns darauf ein, 90 Minuten lang defensiv hart arbeiten zu müssen, um vielleicht über den einen oder anderen Umschaltmoment zum Erfolg zu kommen. Ziel ist es, unsere eigene Leistung wiederzufinden und am Ende hoffentlich irgendwie einen Punkt mitzunehmen. Personell sieht es sehr gut aus: Alle Abwesenden der letzten Spiele sind zurück, wir haben 21 Zusagen und sind damit bestens aufgestellt. Die Personallage wird also definitiv keine Ausrede sein."


FC Bad Pyrmont Hagen - SV Ihme-Roloven (Sonntag, 15 Uhr).

Der FC Bad Pyrmont Hagen (Platz 8, 7 Punkte) hat seinen leichten Negativtrend gestoppt: Mit einem souveränen 4:1-Erfolg beim SV Gehrden holten sich die Kurstädter das nötige Selbstvertrauen für das anstehende Heimspiel zurück. Am Sonntag empfängt das Team von Trainer Philipp Gasde den ambitionierten SV Ihme-Roloven (Platz 3, 10 Punkte). Die Gäste verpatzten das letzte Spiel durch eine überraschende 4:6-Niederlage gegen Kirchdorf, stellen jedoch weiterhin ein extrem spielstarkes Ensemble. Sprecher Florian Büchler hebt vor allem die Qualität der Einzelspieler des Gegners hervor, fordert von seinen Mannen aber mutiges und diszipliniertes Auftreten.

„Schritt für Schritt aus dieser kleinen Negativspirale herauszukommen"
„Mit Ihme-Roloven erwartet uns ein sehr spielstarker Gegner, der mit hervorragenden Einzelspielern gespickt ist. Wir haben sie noch aus der vorletzten Saison in Erinnerung, als wir zweimal gegen sie verloren haben. Auch in der letzten Spielzeit haben sie lange um den Aufstieg mitgespielt und aktuell stehen sie wieder auf Platz drei – wenn auch mit einigen unerwarteten Ergebnissen wie dem 4:4 gegen Lindhorst oder der 4:6-Niederlage gegen Kirchdorf. Dennoch erwartet uns eine extrem starke Mannschaft. Wir versuchen einfach, uns weiterhin an unsere Vorgaben zu halten, um Schritt für Schritt aus dieser kleinen Negativspirale herauszukommen. Das 4:1 gegen Gehrden war ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenn auch noch nicht vollends aussagekräftig. Nach einer guten Trainingswoche wollen wir am Wochenende mindestens einen Punkt zu Hause behalten. Kadertechnisch freut es mich sehr, dass Jannis Loke nach seiner langen Verletzung wieder nah an der Mannschaft und der Startelf dran ist. Das Gleiche gilt für Marcel Prasse. Bei Jonah Kücking und Anil Aranmis, die sich im Spiel gegen Gehrden verletzt haben, müssen wir abwarten, wie schnell sie zurückkehren und wie schwerwiegend die Verletzungen sind. Dennoch werden wir einen guten Kader zur Verfügung haben."


TB Hilligsfeld - MTV Rehren A/R (Sonntag, 15 Uhr).

Der TB Hilligsfeld (Platz 10, 6 Punkte aus 4 Spielen) peilt das nächste Erfolgserlebnis auf heimischer Anlage an. Nach dem überzeugenden 5:2-Heimsieg gegen den SC Rinteln gastiert nun der MTV Rehren A/R (Platz 12, 4 Punkte aus 3 Spielen) an der Hamel. Während der TBH mit Schwung aus dem Sieg der „Zwergenoffensive“ um Cristiano dos Santos ins Spiel geht, fordert TBH-Sprecher Söchting vor allem erhöhte Wachsamkeit in der Hintermannschaft: Das gegnerische Offensivtrio um Julian Lattwesen erzielte im Vorjahr zusammen 45 Treffer. Personell muss der Aufsteiger allerdings einige Rückschläge verkraften. Dennoch strebt Hilligsfeld vor heimischer Kulisse Punkte an, um die Abstiegsränge weiterhin auf Distanz zu halten.

„Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit"
„Für uns könnte die Bezirksliga-Saison eigentlich gerne schon zu Ende sein. Der gegenwärtige zehnte Platz – vier Ränge über dem Strich – wäre genau nach unserem Geschmack. Wäre heute Saisonende, würde kurz danach bei der Abschlussfahrt wohl ein Feuersturm über Malle fegen... Aber leider sind wir erst an Spieltag sechs angelangt und vor uns liegt noch eine Menge Arbeit. Der am Ende klare und auch verdiente Sieg über Rinteln am Wochenende war wichtig, wird bei uns aber nicht ansatzweise überbewertet. Trotzdem freuen wir uns natürlich über den zweiten Dreier und den Formanstieg unserer ,Zwergenoffensive'. Unsere ,laufenden Meter' Jannik Stolpe, Kimi Howanietz und Cristiano dos Santos waren im ersten Saisonheimspiel ganz groß und haben die Rintelner fast schon im Alleingang auseinandergenommen. Insbesondere Einfädler, Vollstrecker und Mental Leader dos Santos hat sich in den letzten Monaten für uns immer mehr vom Glückstreffer zum absoluten Königstransfer gemausert. Seine Führungsqualitäten sind auch gegen den letztjährigen Vizemeister Rehren wieder gefordert. Die Truppe von Trainer Toni Pagano Scorcio ist ein bisschen unter Soll gestartet, hat aber auch erst drei Spiele auf dem Tacho. Nach dem 0:6-Fehlstart in Bückeburg hat sie beim 1:1 gegen die starken Arnumer und dem 4:2 über Hevesen einen deutlichen Aufwärtstrend gezeigt. Am Donnerstag geht es für Rehren vor unserer Partie noch zu Hause gegen den TV Jahn Leveste. Die Rehrener stellen vor Torwart-Hüne Ben-Elias Förstel ein junges Team, das sehr variabel anzugreifen versteht und über eine große Palette an Standards verfügt. Insbesondere auf den letztjährigen 28-Tore-Mann Julian Lattwesen müssen wir höllisch aufpassen. Das MTV-Offensivtrio Lattwesen, Pinkenburg und Schäfer lochte zusammen satte 45 Mal ein und gehört fraglos ins obere Angreifer-Regal der Liga. An der Personalfront sieht es derzeit bei uns nicht ganz so rosig aus: Unser Mentalitätsmonster ,Gitty' Karock hat sich in Leveste einen Knorpelschaden zugezogen, muss operiert werden und fällt sehr zu unserem Bedauern mindestens für den Rest der Hinserie aus. ,Wombat' Söchting darf mit einem Muskelfaserriss im Vastus medialis weiter zuschauen. ,Mädchen für alles' Silas Bödecker musste mit Oberschenkelproblemen gegen Rinteln ausgewechselt werden und hat unter der Woche nur mit angezogener Handbremse trainiert. Sein Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Dauerurlauber und Goalgetter Louis Heucke, der wohl nur direkt zum Team stoßen kann, wenn sein Heimflieger einen Mach-2-Jetstream mit Rückenwind erwischt. Wir hoffen in vorderster Reihe wohl erst einmal wieder auf einen weiteren ,Zwergenaufstand' und schauen einfach, was am Ende für uns herausspringt... Am Rande: Direkt per Bus reisen am Sonntag übrigens die grauen Eminenzen der ehemaligen Altliga aus dem Trainingslager in Fintel an und wollen ihre Jungs mit den letzten verbliebenen Kräften unterstützen. Vorbildlich!"




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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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