30.05.2026 19:18
Bezirksliga
Bittere Heimpleite für Afferde: Himmelsthür holt Big Points im Abstiegskampf
Thau-Tor und Max-Strafstoß besiegeln 0:2-Niederlage gegen Grün-Weiß / Gerkens-Elf lässt Chancen liegen & verliert Keeper per Ampelkarte

Cristian Henne und die Afferder Eintracht musste sich heute geschlagen geben.
SV Eintracht Afferde - TuS GW Himmelsthür 0:2 (0:0).
Der TuS GW Himmelsthür hat in der Bezirksliga drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf eingefahren. Die Gäste entführten durch einen 2:0-Erfolg beim SSV Eintracht Afferde die volle Ausbeute, während die Afferder trotz der Niederlage weiterhin im gesicherten Mittelfeld verharren. Für die Hausherren war es ein gebrauchter Tag, an dem vor allem eine fahrlässige Chancenverwertung im ersten Durchgang bestraft wurde.
Dabei erwischte die Eintracht eigentlich den weitaus besseren Start in die Begegnung. „In der ersten Halbzeit waren wir klar tonangebend, hatten mehr Ballbesitz und auch die besseren Chancen“, erklärte Afferdes Trainer Moritz Ole Gerkens. Bereits in der 3. Spielminute spielten sich die Hausherren stark durch und brachten das Leder von der rechten Seite ins Zentrum. Dort bot sich dem debütierenden Nicola Cuvrk die Riesenchance zur frühen Führung, doch in seinem ersten Herrenspiel scheiterte er am glänzend reagierenden Torwart der Gäste. Nur vier Zeigerumdrehungen später die nächste dicke Gelegenheit: Ein Schuss von Sebastian Zschoch strich nur haarscharf am Gehäuse vorbei.
In der Folge verlor die Begegnung jedoch etwas an spielerischer Linie. „Danach wurden wir unsauberer, gerade im Spielaufbau“, so Gerkens. Das spielte den Gästen in die Karten, die in der 14. Minute zu ihrer ersten nennenswerten Chance kamen. Dennoch blieb Afferde das gefährlichere Team, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. In der 32. Minute versuchte es Luca Garbsch aus der Distanz, scheiterte jedoch. Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich dann erneut die Möglichkeit zur Führung: In der 43. Minute suchte Laurin Görsdorf selbst den Abschluss. „Obwohl ein Querpass hier die bessere Option gewesen wäre“, bemängelte Gerkens den ausbleibenden Blick für den Mitspieler. Mit einem torlosen Remis ging es schließlich in die Kabinen. Gerkens' Fazit zum ersten Durchgang fiel ernüchternd aus: „Insgesamt haben wir in der ersten Halbzeit einfach zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht.“
Der zweite Spielabschnitt begann für die Heimelf mit einer kalten Dusche. Gerade einmal drei Minuten waren wieder gespielt, als Bjarne Thau die Gäste in Führung brachte (48.). „Bjarne Thau bekommt den Ball und trifft aus der Drehung – leicht abgefälscht geht das Ding rein, weil wir den Ball vorher nicht konsequent geklärt bekommen“, beschrieb der Eintracht-Coach die Entstehung. Dieser Treffer wirkte wie ein Katalysator für die abstiegsbedrohten Gäste: „Himmelsthür hat dadurch Emotionen ins Spiel gebracht und gemerkt, dass hier etwas geht.“ Es sollte noch dicker für Afferde kommen. In der 61. Minute überschlugen sich die Ereignisse: Nach einer undurchsichtigen Situation im Strafraum entschied der Unparteiische zur Verblüffung aller auf Strafstoß für Himmelsthür – und stellte zu allem Überfluss auch noch den Afferder Schlussmann Julian Metje mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Louis Max ließ sich vom Punkt nicht beirren und verwandelte sicher zum 0:2-Endstand (62.). In der Folge entwickelte sich eine hitzige Schlussphase. „Ab diesem Zeitpunkt wurde die Partie sehr wild und die Gelben Karten flogen auf beiden Seiten“, berichtete Gerkens. In numerischer Unterzahl rannte Afferde zwar unermüdlich an, fand gegen die leidenschaftlich verteidigenden Gäste aber kein Durchkommen mehr. „In Unterzahl waren wir nicht mehr zwingend genug, obwohl wir weiterhin viel Ballbesitz hatten.“ In der 72. Minute setzte Zschoch noch einmal einen Abschluss knapp vorbei, doch echte Hochkaräter blieben Mangelware.
„Nach dem Elfmeter hatte man das Gefühl, dass wir kein Tor mehr erzielen würden. Verloren haben wir das Spiel letztlich in der ersten Halbzeit, in der wir den Gegner am Leben lassen. In der zweiten Hälfte waren sie dann voll da – eine Mannschaft im Abstiegskampf wirft dann eben alles rein“, bilanzierte Gerkens nach dem Abpfiff. „Es ist extrem schade für uns; wir haben uns voll reingehauen, wurden dafür aber leider nicht belohnt. Am Ende ist das Ergebnis ernüchternd. Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir hätten mehr verdient gehabt, aber dafür müssen wir die Tore eben in der ersten Halbzeit machen. Es hätte heute in beide Richtungen gehen können. Es war kein gutes Spiel und zudem eine sehr zerfahrene Schiedsrichterleistung.“ Dennoch richtet man bei der Eintracht den Blick bereits wieder nach vorne: „Nächste Woche in Almstedt wollen wir noch einmal alles versuchen, um einen versöhnlichen Abschluss zu erreichen.“
SV Eintracht Afferde: Metje, Hanses, Garbsch, Oefler, Henne (Verwohlt 69.), Willmer (Wilkenig 85.), Kraus, Zschoch (Aldarwish 90.), Görsdorf (Wilders 61.), Oberheide, Cuvrk (Schwark 85.).
Tore: 0:1 Bjarne Thau (48.), 0:2 Louis Max (Strafstoß, 62.).
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte gegen Afferde (61.).
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