06.11.2022 18:06

Bezirksliga


Derby-Drama im Hummetal: Elfmeter-Entscheidung erhitzt Gemüter

Tündern und Salzhemmendorf verlieren erneut / Granzow: „Wir haben momentan einfach kein Glück“
Dennis Hoferichter SSG Halvestorf Bezirksliga
Halvestorfs Coach Dennis Hoferichter bleibt mit seinen Männern weiterhin an der Tabellenspitze.

BW Tündern (U23) II – MTV Almstedt 2:3 (1:1).

Es bleibt das gleiche Bild bei Tünderns Zweitvertretung. Gegen Almstedt lagen die „Schwalben“ zweimal in Front, am Ende siegten dennoch die Gäste mit 3:2. „Wir sind eigentlich gut reingekommen, auch wenn wir etwas tiefer angefangen haben“, schilderte BW-Trainer Alexander Liebegott den Auftakt seiner Elf. Nach sieben Minuten jagte Timo Renziehausen die rechte Außenbahn entlang, legte die Kugel anschließend zurück auf Lorenco Rebic, der die frühe Führung markierte. Diese war allerdings nur von kurzer Dauer, denn nur knapp zehn Minuten später glich Almstedt durch einen ähnlichen Angriff aus. „Danach hat Almstedt Oberwasser bekommen. Wirklich zwingend wurden sie bis zur Pause aber nicht mehr“, so der Coach. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber wieder die erste zwingende Aktion, die auch prompt im Netz des MTV landete, als Gianluca Bekedorf einen Freistoß direkt versenkte (47.). Schnell war die Partie jedoch wieder ausgeglichen. Nur drei Minuten nach der Führung segelte eine Flanke durch Tünderns Strafraum, landete auf dem Schädel von Innenverteidiger Yves Hackl und von dort im eigenen Netz. „Solche Dinger schlagen einfach auf die Moral, das war für uns schwierig zu verdauen“, bedauerte Liebegott. Genau in diese Phase fiel auch der Treffer zum 3:2-Enstand für die Gäste. Daraufhin ging Almstedt in den Verwaltungsmodus über und brachte das Ergebnis über die Zeit. „Uns ist dann nicht mehr allzu viel eingefallen, von daher geht der Sieg für Almstedt auch in Ordnung. Wir haben wieder eine ansprechende Leistung gezeigt, kaufen können wir uns davon aber nichts“, so die letzten Worte des Coaches.
BW Tündern II: Bartels, Kießig (60. Oberheide), Henze, Hanus, Hackl, Herrmann, Zurmühlen (70. Walter), Rebic, Renziehausen (81. von der Heide), Guschewski, Bekedorf (63. Yavas).
Tore: 1:0 Lorenco Rebic (7.), 1:1 Lukas-Fabian Käsler (18.), 2:1 Gianluca Bekedorf (47.), 2:2 Eigentor Yves Hackl (50.), 2:3 Erik Röbbelen (56.).

TuS GW Himmelsthür – BW Salzhemmendorf 1:0 (1:0).

Auch die anderen in Blau und Weiß befinden sich weiterhin auf einem Abstiegsplatz. Mit dem 0:1 in Himmelsthür kassierte „Solte“ die sechste Niederlage in Folge. „Wir haben momentan einfach kein Glück. Himmelsthür hat es gut gemacht, aber auch wir haben eigentlich nicht schlecht gespielt“, war BW-Spartenleiter Nico Granzow nach der Niederlage bedient. Die Partie ging denkbar schlecht los aus Sicht der Ostkreisler. Bei einem Einwurf der Gäste stimmte die Abstimmung bei den Hausherren nicht. Beim folgenden Flankenball setzte sich Justin Möller im Kopfballduell durch und markierte den Treffer des Tages (11.). „Wir haben danach eine gute Moral gezeigt und uns nicht hängenlassen“, fuhr Granzow fort. Bis zum Seitenwechsel kamen beide Teams allerdings nur zu Halbchancen. „In der Halbzeit haben wir uns viel vorgenommen, de Team Spirit war auch da. Wir sind aber nicht zwingend genug geworden“, erklärte der Spartenleiter. Jonas El Yazidi und Louis-Philipp Herrmann vergaben aus spitzem Winkel noch die besten Möglichkeiten. Auf der Gegenseite hielt Niklas Meyer die Hausherren mit einem abgewehrten Strafstoß noch bis zum Schluss im Spiel, doch auch die Fülle an Standardsituationen in der Schlussphase brachte nichts mehr ein. „Die ganze Partie war heute recht ausgeglichen. Wir sehnen uns jetzt der Winterpause entgegen“, so Granzow. Die Gäste waren heute wieder auf Unterstützung aus der zweiten Herren angewiesen, mehrere Stammspieler fehlten aus unterschiedlichen Gründen. 
BW Salzhemmendorf: Meyer, Müller, Fitzner, Herrmann, Granzow, Witt (62. F. Bergen), Tost, Ruhnow (62. Szepst), Sürig, El Yazidi, Schwetje.
Tore: 1:0 Justin Möller (11.).
Besonderes: Himmelsthür verschießt Elfmeter (80.).

MTSV Aerzen – SSG Halvestorf 1:5 (1:1).

Da war einiges los beim Bezirksliga-Derby zwischen Aerzen und Halvestorf. In einer hart umkämpften Begegnung setzte sich am Ende der Tabellenführer vom Piepenbusch mit 5:1 durch. „Wir haben gut angefangen und sind auch gleich in Führung gegangen“, sah MTSV-Trainer Gaetano Bartolilo einen guten Auftakt seiner Elf. Nach vier Minuten verloren die Gäste den Ball im Aufbauspiel. Letztendlich landete die Kugel bei Daniel Niemeyer, der zum 1:0 traf. Gäste-Trainer Dennis Hoferichter hatte dabei jedoch etwas zu beanstanden: „In meinen Augen stand der Aerzener klar im Abseits.“ Gegen Mitte der ersten Halbzeit hatten die Hausherren die große Chance aufs 2:0, doch Timo Guckel sprang die Kugel unmittelbar vor dem gegnerischen Kasten ans Knie und von dort ins Toraus. So waren es die Gäste, die kurz vor der Pause zurück in die Begegnung fanden. Nach einem Freistoß an der Außenlinie landete der Flankenball auf dem Kopf von Tim Arndt, der zum 1:1-Pausenstand traf. In der 65. Minute folgte dann eine viel diskutierte Szene: Halvestorfs Kai Brixius ging im Eins-gegen-Eins im gegnerischen Sechzehner zu Boden. Der Schiedsrichter zeigte daraufhin auf den Punkt. MTSV-Keeper Fabian Moniac war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und sah nach anhaltenden Beschwerden schließlich die Gelb-Rote Karte.

Beide Lager mit unterschiedlichen Spielauffassungen

„In meinen Augen war das absolut kein Elfmeter. Ich habe keinen Kontakt gesehen“, zeigte sich MTSV-Trainer Bartolilo danach verärgert. Hoferichter war stattdessen anderer Auffassung: „Für mich war das ein glasklares Foul.“ Den fälligen Strafstoß verwandelte Egcon Musliji zum 2:1. In Unterzahl und im Hintertreffen verlagerten die Hummetaler ihre bis dahin kompakte Defensive einige Metern weiter nach vorne und wurden in den Schlussminuten dafür bestraft. Julian Maaß per Doppelpack (70./90.) und Rodi Celik (80.) schraubten den Spielstand der Gäste in die Höhe – für Bartolilo definitiv zu hoch: „Wir haben ein Bombenspiel gemacht und hatten den Gegner lange Zeit gut im Griff. Halvestorf hatte bis zum Elfmeter im zweiten Durchgang keine Torchancen. Insgesamt haben wir daher mindestens vier Tore zu viel bekommen. Leider hat auch der Schiedsrichter keine klare Linie gehabt.“ Der Coach der Gäste teilte diese Meinung nur zum Teil: „Bei diesen katastrophalen Platzverhältnissen und Schiedsrichterentscheidungen haben wir auch in der Höhe völlig verdient gewonnen. Aerzen hat sich nur hinten reingestellt und auf lange Bälle gewartet. Im ersten Durchgang sind wir noch an uns selbst gescheitert, da hatten wir schon fünf Hochkaräter. In der zweiten Hälfte haben wir die Tore dann zwar erst spät gemacht, diese aber vollkommen zurecht.“ Beide Teams mussten während der Partie gleich mehrfach verletzungsbedingt wechseln.   
MTSV Aerzen: Moniac, Weirich, Gljanz, Niemeyer, Mittelstedt, Hoppe (58. Pierske), Kiupel, Selensky (70. Gess), Guckel, Ribeiro, Klein.
SSG Halvestorf: Kallmeyer, Elias, Bleil, Musliji, Williams, Maaß, Karayilan, Lehnhoff (60. Brixius), Gürek (75. Scholtka), Arndt, Celik.
Tore: 1:0 Daniel Niemeyer (4.), 1:1 Tim Arndt (40.), 1:2 Egcon Musliji (65./Elfmeter), 1:3 Julian Maaß (70.), 1:4 Rodi Celik (80.), 1:5 Maaß (90.).
Besonderes: Gelb-Rote Karte für Aerzens Fabian Moniac (65.).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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