09.06.2026 13:27
3. Kreisklasse
Elf-Tore-Wahnsinn & Abschiedswehmut: Flegessen II gewinnt in Brünnighausen
Fünf-Tore-Gala gegen Reher: Meister Lachem verabschiedet Kiki gebührend

Feierte Meisterschaft und Aufstieg: Der SV Lachem. Foto: privat.
Staffel 1
TSV Brünnighausen - SG Flegessen II 5:6 (2:4).
Elf Tore, wilde Wendungen, ein Feldspieler im Kasten und ein spektakulärer Keeper-Stürmer-Tausch: Das 5:6 (2:4) zwischen dem TSV Brünnighausen und der SG Flegessen II bot reinsten Kreisfußball-Kult. Während die Gäste mit Platz drei die Aufstiegsrelegation eintüten, verabschiedet sich der TSV als Tabellenvierter mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die Sommerpause. Bevor das sportliche Spektakel losging, wurde es emotional. Brünnighausens Spielertrainer Alexander Schaaf verabschiedete Vereinssprecher Robert Kügler nach über zehn Jahren treuer Berichterstattung: „Robert hat seit 2016 für AWesA unsere Berichte geschrieben – mit einer Konstanz, die man im Amateurfußball selten findet. Wir hoffen, ihr hattet genauso viel Spaß mit ihm wie wir.“ Gleichzeitig kündigte der Coach mit einem Augenzwinkern den eigenen Rückzug aus dem Ergebnisdienst an: „Wie es bei uns weitergeht? Wir warten aktuell noch auf klare Signale der ‚Regierung Merz‘, wann wir offiziell in Fußballrente gehen dürfen. Solange das nicht geregelt ist, werden wir weiter die 4. Kreisklasse beackern. Irgendwer muss es ja machen. In diesem Sinne verabschieden wir uns von AWeSA – ihr hört von uns über Social Media oder unserem Printmedien-Projekt, dem Mühlbach Echo!“
Die Vorzeichen der Partie waren herrlich kurios. „Wir mit genau einem Spieler unter 30, Flegessen mit einem über 30. Ausgeglichener geht’s kaum“, schmunzelte Schaaf. Zudem stand bei der SG in den ersten 20 Minuten verletzungsbedingt ein Feldspieler im Kasten. Marten Schweinebart nutzte die Gunst der Stunde zum frühen 1:0 (7.), ehe Jörn Siegroth nach einer Ecke den Ball volley zum 2:0 „hoch die Tassen“ in die Maschen jagte (15.) – ein echtes Highlight. Die Gäste schlugen jedoch prompt zurück. Jan Fuchs verkürzte per Flachschuss auf 2:1 (16.) – „durchaus haltbar, aber drin ist drin“, so Schaaf. Samuel Steilen glich kurz darauf per Strafstoß zum 2:2 aus (26.) – eine Entscheidung der Kategorie „kann man geben, muss man aber nicht. Kreisfußball eben.“ Niklas Bruns (38.) drehte das Spiel mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe vollends auf 2:3, ehe Marvin Vurens-Van-Es den Ball zum 2:4-Pausenstand in den Winkel schweißte (43.). Der SG-Akteur avancierte damit zum Wochenend-Helden: Nach einer glorreichen, privaten Rettungstat in der folgenden Nacht setzte er hier das sportliche Ausrufezeichen für sein Team.
Nach dem Seitenwechsel verkürzte Fabian Mehrtens per „langem Hafer“ auf 3:4 (55.), doch Flegessens Nummer 15 stellte per Kopf den alten Abstand wieder her (3:5, 62.). Dann folgte der emotionale Höhepunkt: Daniel Glock, nach drei Jahren schwerer Schulterverletzung völlig ohne Spielpraxis, traf per Bogenlampen-Querschläger zum 4:5 (72.). Schaaf feierte: „Kategorie ‚so gewollt war das nicht, aber besser geht’s nicht‘. Eine absolute Legende!“ Als die Nummer 15 per direktem Freistoß auf 4:6 stellte (85.) – über dessen Entstehung Schaaf sportlich „den Mantel des Schweigens hüllen“ wollte –, packte der TSV den finalen Party-Trick aus: Stürmer Fabian Mehrtens ging ins Tor, Keeper André Liewald rückte in die Sturmspitze! Die Maßnahme fruchtete: Erst kratzte Aushilfskeeper Mehrtens einen Ball von der Linie, leitete den Konter über das Motto „Bruder schlag das Ding lang“ ein, und der aufgerückte Liewald jagte die Kugel in der Nachspielzeit (90.+3) „volles Mett“ zum 5:6-Endstand in die Maschen. „Wir einigten uns im Mittelkreis, dass Torwarttore doppelt zählen, aber die Schiedsrichterin hat es im Spielbericht leider anders eingetragen“, scherzte der TSV-Coach.
Trotz der knappen Pleite zeigte sich Schaaf als absolut fairer Verlierer und lobte die Gäste: „Eine extrem sympathische Mannschaft aus Flegessen. Fair, gesprächig und sportlich absolut in Ordnung – so stellt man sich Amateurfußball vor.“ Den Titel „Spieler des Tages“ verdiente sich am Ende aber kein Akteur auf dem Rasen, sondern Alexander Reiss für seinen unermüdlichen Dauereinsatz an der Zapfanlage, die vom TSV „aus Versehen schon vor dem Spiel ausgiebig getestet wurde“. In diesem Sinne: Ab in die verdiente Sommerpause!
Tore: 1:0 Marten Schweinebart (7.), 2:0 Jörn Siegroth (15.), 2:1 Jan Fuchs (16.), 2:2 Samuel Steilen (26.), 2:3 Niklas Bruns (38.), 2:4 Marvin Vurens-Van-Es (43.), 3:4 Fabian Mehrtens (55.), 3:5 (62.), 4:5 Daniel Glock (72.), 4:6 (85.), 5:6 Andre Liewald (90.+3).
Weiter spielte:
SF Osterwald II - SSG Marienau II 14:0 (8:0).
TSV Bisperode II - TuSpo Bad Münder 2:5 (1:2).
Staffel 2
SV Lachem-Haverbeck - TSV Germania Reher 5:0 (3:0).
Der frischgebackene Meister der 3. Kreisklasse, SV Lachem-Haverbeck, hat am letzten Spieltag noch einmal seine Muskeln spielen lassen und einen souveränen 5:0-Erfolg eingefahren. Während in Lachem nach dem Schlusspfiff ausgelassene Party-Stimmung herrschte, gab es auf der Gegenseite lange Gesichter. Durch die deutliche Niederlage und den gleichzeitigen Sieg vom VfB Hemeringen II rutschte die Reserve aus Reher auf den letzten Drücker noch von Platz drei und verpasste somit den ersehnten Sprung in die Aufstiegsrelegation.
Auf dem Platz machten die Hausherren von Beginn an deutlich, wer der Herr im Hause ist. Lediglich zwei Zeigerumdrehungen waren absolviert, als Spielertrainer Egzon Popoci seine Farben höchstpersönlich in Front brachte. Lachem blieb weiter am Drücker: Latif Kiki erhöhte in der 20. Minute auf 2:0, ehe Mohammed Chabo nur sechs Minuten später mit dem 3:0 (26.) bereits für die Vorentscheidung sorgte. „Beim Meister in Lachem gab es für uns nichts zu holen. Bereits nach gut 25 Minuten lagen wir mit 0:3 hinten, wobei wir bei allen Toren kräftig mitgeholfen haben“, resümierte Rehers Coach Michael Baumbach die Anfangsphase. Sogar ein noch höherer Rückstand wäre für die Gäste im ersten Durchgang möglich gewesen, doch Lachem ließ – wie so oft in dieser Spielzeit – gleich zwei Strafstöße ungenutzt. „5:0 gewonnen, mal wieder zwei Elfmeter verschossen, das übliche Spiel“, scherzte Lachems Coach Popoci nach der Partie.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Einbahnstraßen-Fußball wenig. „So ging es dann auch in die Pause, wo wir uns vorgenommen haben, uns nicht abschießen zu lassen. In der zweiten Hälfte ging es dann auch fast ausschließlich in Richtung unseres Tores. Doch meine Mannschaft hat sich mit allen Kräften dagegen gewehrt“, erklärte Baumbach. Trotz des leidenschaftlichen Kampfes der Gäste war gegen den meisterlichen Angriffswirbel an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Mohammed Chabo drückte der Begegnung im Anschluss endgültig seinen Stempel auf: Mit seinen Treffern zum 4:0 (60.) und 5:0 (80.) tütete er seinen lupenreinen Dreierpack ein und schraubte das Ergebnis in die Höhe. Baumbach fand nach Abpfiff dennoch lobende Worte für sein Team: „Mehr ging heute leider nicht, vielleicht haben diesmal zu viele gefehlt gegen so einen Gegner. Am Ende ging das Ergebnis auch in dieser Höhe voll in Ordnung. Aus einer gut kämpferischen Leistung sind Marcel Meyer und Keeper Felix Bollwitte herauszuheben.“ Trotz des geplatzten Relegationstraums blickte Rehers Trainer stolz auf das große Ganze: „Auch wenn es am Ende nicht zu Platz 3 gereicht hat, haben wir die beste Saison seit 9 Jahren gespielt.“
Auf Lachemer Seite tat die verpasste Relegation des Gegners dem Sportsgeist keinen Abbruch. „Da wir Sportsgeist haben, haben wir natürlich auch 100 Prozent gegeben. So leid es mir natürlich für Reher II tut, denn sie sind echt eine gute Truppe. Aber nur weil wir als Meister feststehen, können wir nicht Wettbewerbsverzerrung betreiben und Lari-Fari spielen“, betonte Popoci, der neben dem sportlichen Erfolg auch ein emotionales Highlight feierte: „Wir haben Latif Kiki auch gebührend verabschiedet und hatten ein wirklich schönes Fest und eine sehr gute Stimmung vor, im und nach dem Spiel. Wir freuen uns jetzt auf den Monat Pause und dann heißt es: 2. Kreisklasse, wir kommen!“
Tore: 1:0 Egzon Popoci (2.), 2:0 Latif Kiki (20.), 3:0 Mohammed Chabo (26.), 4:0 Chabo (60.), 5:0 Chabo (80.).
Weiter spielt(e):
VfB Hemeringen II - SG Hajen-Latferde II 5:2 (1:1).
SC Börry - TSC Fischbeck II - 5:0 (5:0) - Nichtantritt Gast.
TSV Lüntorf - TSV Groß Berkel II 3:2 (1:1).
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