02.06.2026 09:18

3. Kreisklasse


6:3-Torspektakel im Verfolgerduell: Reher II stürmt auf den dritten Platz

9:0-Gala des Meisters: Lachem überrollt Lüntorf / Spektakuläres Freistoß-Festival im Derby: Bisperode II entführt drei Punkte aus Marienau
Latif Kiki SV Lachem
Latif Kiki erzielte vier Treffer für den SV Lachem.

Staffel 1

SSG Marienau II – TSV Bisperode II 3:4 (1:2).

In der 3. Kreisklasse Hameln-Pyrmont stand am Wochenende ein echtes Derby auf dem Programm. Tabellarisch bewegten sich beide Teams im Vorfeld im gesicherten Mittelfeld, doch auf dem grünen Rasen war von einem lauen Sommerkick keine Spur. In einer torreichen und bis zum Abpfiff packenden Begegnung behielt die Reserve des TSV Bisperode letztlich mit 4:3 die Oberhand gegen die SSG Marienau II.

Dabei erwischten die Hausherren den deutlich besseren Start und legten furios los. „In einem hart umkämpften Derby haben wir am Ende mit 4:3 die Oberhand behalten. Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus. Marienau hat uns in den ersten 15 Minuten absolut überrannt“, musste Bisperodes Sprecher Jannic Winter unumwunden gestehen. Folgerichtig ging die SSG-Reserve nach 13 Minuten durch Nizar Benhamed mit 1:0 in Führung. Marienau drückte weiter aufs Tempo und erarbeitete sich Chancen im Minutentakt. Winter atmete tief durch: „Marienau hat sich im weiteren Verlauf noch diverse hochkarätige Chancen erspielt. Es ist unserem Keeper Stephan Elmanowski zu verdanken, dass es nach 15 Minuten nicht schon 3:0 steht.“ Erst nach dieser stürmischen Anfangsphase fanden die Bisperöder ein Mittel gegen die rollenden Angriffe der Heimmannschaft. „Nachdem wir den Sturmlauf überstanden haben, kamen wir besser ins Spiel und haben uns dann auch erste Chancen erspielt“, so Winter. Die Effizienz stimmte fortan: Marvin Gerlach besorgte in der 17. Spielminute den schnellen Ausgleich zum 1:1. Nur wenig später stellte der TSV die Partie vor dem Pausenpfiff komplett auf den Kopf: Lukas Schewemann zirkelte den Ball per direktem Freistoß zur 2:1-Halbzeitführung in die Maschen (28.).

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zunächst schlug Marienau zurück, als Ben Grupe in der 52. Minute zum 2:2-Ausgleich einnetzte. Doch dann schlug die Stunde der Bisperoder Standardspezialisten. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann Marienau dominiert und uns diverse Chancen erspielt. Allerdings konnten wir diese zunächst nicht in Zählbares ummünzen“, erklärte Winter. Dass es schließlich doch klappte, war kein Zufall: „Wir haben allerdings in der vergangenen Woche intensiv Freistöße trainiert – und das zahlte sich aus.“ Binnen drei Minuten wurde der Trainingsfleiß gleich doppelt belohnt. Erst hämmerte Robin Schellberg das Leder aus 26 Metern direkt in die Maschen (55.), nur Augenblicke später war Kevin Blümel aus 20 Metern ebenfalls per direktem Freistoß erfolgreich und schraubte das Ergebnis auf 4:2 (58.) in die Höhe.

In der Schlussphase wurde es noch einmal richtig kribbelig, da die Gäste den Sack nicht vorzeitig komplett zumachten. „Hinten raus ließen wir dann aber doch noch einiges zu, sodass Marienau noch auf 4:3 rankam“, so der TSV-Sprecher. Jannis-Birk Köller-Hinse verkürzte in der 87. Minute tatsächlich noch einmal für die SSG, doch der Ausgleich sollte nicht mehr fallen. Winter bilanzierte erleichtert: „Wir haben den Sieg dann aber über die Zeit gebracht und aus meiner Sicht am Ende auch verdient gewonnen.“ Mit den drei Punkten im Gepäck blickt Bisperode nun voller Vorfreude auf das anstehende Saisonfinale auf eigenem Platz: „Nächste Woche wollen wir im letzten Heimspiel nochmal nachlegen und im Anschluss die Saison mit unseren Fans und der Ersten Herren gemeinsam ausklingen lassen.“
Tore: 1:0 Nizar Benhamed (13.), 1:1 Marvin Gerlach (17.), 1:2 Lukas Schewemann (28.), 2:2 Ben Grupe (52.), 2:3 Robin Schellberg (55.), 2:4 Kevin Blümel (58.), 3:4 Jannis-Birk Köller-Hinse (87.).

Weiter spielte:

TuSpo Bad Münder – FC Kosova Hameln 0:5 (Nichtantritt Heim).
SV Eintracht Afferde III – SG Flegessen II 1:6 (1:3).

Staffel 2

TSV Germania Reher II – VfB Hemeringen II 6:3 (3:1).

Echtes Endspiel-Feeling in der Staffel II: Im direkten Duell um den begehrten dritten Tabellenplatz, der am Ende der Saison die Aufstiegsrelegation bedeuten könnte, feierte die Reserve des TSV Germania Reher einen fulminanten 6:3-Heimsieg gegen den VfB Hemeringen II. Durch den Dreier zieht Reher dank des besseren Torverhältnisses am punktgleichen Konkurrenten vorbei. „Auch im letzten Heimspiel gab es für uns nochmals drei Punkte. Somit konnten wir in der Rückserie bei neun Spielen schon 19 Punkte einfahren, was wirklich sehr stark ist und nun Tabellenplatz drei bedeutet“, freute sich Rehers Coach Michael Baumbach nach dem Abpfiff.

Die Hausherren erwischten einen Traumstart: Bereits in der 4. Spielminute besorgte Keanu Hoyer die frühe 1:0-Führung. Nur wenig später profitierte Reher von einem Missgeschick der Gäste, als ein Eigentor von VfB-Keeper Pascal Wiesner das 2:0 bescherte (11.). Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen weiter erhöhte Benno Reuke im Nachschuss nach einem Elfmeter sogar auf 3:0 (13.). Hemeringen steckte jedoch nicht auf und verkürzte durch Alexander Gad auf 3:1 (27.). Ein Treffer, der Reher diesmal aber nicht aus dem Konzept brachte. Baumbach bilanzierte stolz: „In der Hinrunde wären wir jetzt nervös geworden, aber die Mannschaft ist inzwischen so stabil, dass sie das Spiel sofort wieder kontrolliert hat.“

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung ging es in die Kabinen – und aus diesen kam die Germania mit viel Schwung. „Wir haben uns vorgenommen, schnell auf das vierte Tor zu gehen“, erklärte Baumbach. Der Plan ging perfekt auf: Per Blitz-Doppelschlag (46., 48.) schraubte Nico Franzmeier das Ergebnis auf 5:1 in die Höhe – beide Male glänzend bedient durch feine Steckpässe von Alexandros Noble. Zwar verkürzte Hemeringens Serhii Duran fast im Gegenzug auf 5:2 (50.), doch in der Schlussphase stellte Vorlagengeber Noble mit dem 6:2 den alten Vier-Tore-Abstand wieder her (85.).

Duran markierte in der Nachspielzeit noch den 6:3-Endstand (90.+1), am verdienten Heimerfolg der Germania rüttelte das aber nicht mehr. „Es war am Ende wie auch schon in den letzten Spielen eine gute bis sehr gute Mannschaftsleistung. Ich denke, dass der Sieg auch in dieser Höhe hochverdient war“, resümierte Baumbach, der bereits vorausblickt: „Mit dieser Leistung ist vielleicht auch nächste Woche in Lachem was zu holen.“
Tore: 1:0 Keanu Hoyer (4.), 2:0 Eigentor Pascal Wiesner (11.), 3:0 Benno Reuke (13.), 3:1 Alexander Gad (27.), 4:1 Nico Franzmeier (46.), 5:1 Franzmeier (48.), 5:2 Serhii Duran (50.), 6:2 Alexandros Noble (85.), 6:3 Duran (90.+1).

SV Lachem – TSV Lüntorf 9:0 (4:0).

Obwohl der SV Lachem bereits vor dem Anpfiff als Meister der 3. Kreisklasse feststand, kannte die Mannschaft im Heimspiel gegen den Tabellenmittelfeldler TSV Lüntorf keine Gnade. Mit einem fulminanten 9:0-Kantersieg untermauerte der Champion seine Vormachtstellung – und das, obwohl die Aufstellung kräftig durchgewürfelt wurde. „Wir haben intern beschlossen nach der Meisterschaft, dass wir viele Stammspieler in den Urlaub schicken für die letzten Spiele, was man in den Aufstellungen auch sehen kann“, erklärte Lachems Sprecher Egzon Popoci.

Dem Spielfluss tat die Rotation jedoch keineswegs einen Abbruch, ganz im Gegenteil: „Ironischerweise war gestern spielerisch unser bestes Spiel diese Saison“, freute sich Popoci. Das lag unter anderem an einem prominenten Rückkehrer auf dem Platz: „Das lag auch natürlich daran, dass Mehmet Terzioglu wieder da war. Auch mit 35 ist das einfach ein überragender Zocker. Da er einer meiner besten Freunde ist, konnte ich ihn kitzeln, mal wieder mitzukicken.“ Auf dem Rasen legte Lachem direkt furios los. Bereits in der 3. Minute besorgte Mertcan Terzioglu das frühe 1:0. Nur sieben Minuten später schlug die Stunde des Mannes des Tages: Latif Kiki. Der Offensivakteur verwandelte zunächst einen Strafstoß zum 2:0 (10.), ehe Terzioglu nach einer Viertelstunde auf 3:0 erhöhte. Noch vor der Pause schraubte Kiki das Ergebnis auf 4:0 in die Höhe (35.). Popoci geriet bei seinem Leistungsträger regelrecht ins Schwärmen: „Unser Cyborg und Herzstück Latif Kiki, den brauchen wir immer. Vier Tore und drei Elfmeter hat er rausgeholt. Wahnsinnsspieler!“

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Meister hungrig. Popoci trug sich in der 60. Minute selbst in die Torschützenliste ein, ehe Mohammed Chabo nur zwei Minuten später das 6:0 nachlegte (62.). In der 70. Minute wurde es dann Schlag auf Schlag kurios: Erst traf Kiki zum 7:0, ehe Chabo quasi im selben Atemzug per Strafstoß – den Kiki zuvor herausgeholt hatte – auf 8:0 stellte. Den Schlusspunkt einer absolut einseitigen Partie setzte schließlich erneut Kiki mit seinem vierten Treffer zum 9:0-Endstand (75.).

Für Kiki war es gleichzeitig ein Abschied nach Maß, wie Popoci betonte: „Natürlich ist es sehr schade, dass er uns verlässt, aber die gesamte Mannschaft freut sich für ihn und wir sind sehr stolz, dass wir gemeinsam nochmal eine Meisterschaft feiern durften. Auch wenn es nur die 3. Kreisklasse ist – Meisterschaft ist Meisterschaft.“ Für die kommende Spielzeit in der höheren Liga sieht der Sprecher den SV Lachem trotz des schmerzhaften Abgangs gerüstet: „Für die neue Saison sind wir natürlich vorbereitet und haben auch den ein oder anderen Transfer aus der Kreisliga eingetütet. Der Kader bleibt außer Latif komplett gleich, aber einen Kiki – Bekim – haben wir ja noch im Kader für die neue Saison“, scherzte Popoci, fügte aber auch direkt die taktische Marschroute hinzu: „Latif können wir natürlich nicht 1:1 ersetzen, daher werden wir nächste Saison mit einem anderen System spielen.“
Tore: 1:0 Mertcan Terzioglu (3.), 2:0 Latif Kiki (Strafstoß 10.), 3:0 Terzioglu (15.), 4:0 Kiki (35.), 5:0 Egzon Popoci (60.), 6:0 Mohammed Chabo (62.), 7:0 Kiki (70.), 8:0 Chabo (Strafstoß 70.), 9:0 Kiki (75.).

Weiter spielte:

SG Hajen-Latferde II – SG Holzhausen/Thal II 5:1 (1:1).
TSV Groß Berkel II – SC Börry 0:5 (Nichtantritt Heim).
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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